Home / Forum / Gesundheit / Hautprobleme bei American Bully XL

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Hanka
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 4
zuletzt 9. Juli

Hautprobleme bei American Bully XL

Hallo zusammen, ich hoffe, vielleicht hat jemand von euch schon einmal etwas Ähnliches erlebt und kann mir einen Rat geben. Meine American Bully XL Hündin Cherry ist 2 Jahre alt und hat seit längerer Zeit massive Hautprobleme. Am ganzen Körper bekommt sie eine Art Ausschlag mit vielen schuppigen Stellen, an denen sie auch immer mehr Haare verliert. Videos im Anhang. Wir waren bereits mehrmals beim Tierarzt und haben verschiedene Untersuchungen machen lassen. Dabei wurde festgestellt, dass Cherry gegen sämtliche Arten von Milben allergisch ist. Deshalb bekommt sie jetzt eine Hyposensibilisierung – also individuell im Labor hergestellte Allergiespritzen. Die letzte Spritze hat sie am 29.06. bekommen, die nächste soll vier Wochen später erfolgen. Ich achte außerdem sehr auf ihre Umgebung: * Ich habe Cherry mit einem Hundeshampoo gebadet. * Alle Decken, Kissen und Liegeplätze wurden gewaschen und ausgetauscht. * Ich versuche die Wohnung möglichst sauber und staubarm zu halten. Trotzdem wird ihre Haut momentan nicht wirklich besser. Die schuppigen Stellen und der Haarverlust sind weiterhin vorhanden, teilweise habe ich sogar das Gefühl, dass es schlimmer wird. Deshalb wollte ich fragen: * Hat jemand von euch einen Hund mit einer ähnlichen Milbenallergie? * Wie lange hat es bei der Hyposensibilisierung gedauert, bis ihr eine Besserung bemerkt habt? * Hatte euer Hund zusätzlich bakterielle Hautinfektionen oder Hefepilze, obwohl die Ursache eine Allergie war? * Gibt es etwas, das euch zusätzlich geholfen hat (Shampoo, Futter, Nahrungsergänzung oder Ähnliches)? Ich freue mich über jeden Erfahrungsbericht oder Tipp. Mir ist natürlich bewusst, dass eine Diagnose nur der Tierarzt stellen kann – ich möchte einfach hören, ob jemand etwas Ähnliches durchgemacht hat. Vielen Dank schon einmal! 🐾❤️
 
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Akie
Beliebteste Antwort
9. Juli 08:03
Guten Morgen,
zunächst einmal tut es mir sehr leid, dass ihr diese Diagnosen erhalten habt. Es ist eine harte Zeit, aber es gibt auch Hoffnung. Ich drücke dich, wenn du magst. 🫂

Unser Hund hat keine Milbenallergie, aber er reagiert von Februar bis Oktober auf Pollen und hat zusätzlich einige Themen mit Futter. Er hat sich bis aufs blutige Fleisch gekratzt, war stark untergewichtig und hatte durch Bakterien und/oder Hefepilze ständige Infektionen der Haut. Ich versuche, deine Fragen strukturiert zu beantworten, aber vielleicht wird dieser Beitrag etwas länger. Ich hoffe, es hilft dir.

Wie lange bekommt er die Hyposens schon, wann haben wir erste Erfolge verzeichnen können?
Anton ist als Welpe im Alter von ca. 4 Monaten erkrankt (Dezember ‘21). Etwa ein Jahr später (Dezember ‘22) wurde die Pollenallergie mithilfe eines Intrakutantests diagnostiziert. Im Januar ‘23 haben wir seine Hyposensibilisierung begonnen, zunächst als intralymphatische Immuntherapie. Dabei werden die Spritzen nicht in die Haut, sondern in den Lymphknoten gesetzt, weil eine schnellere Reaktion des Immunsystems erwartet wird. Das hat bei ihm leider nur geringfügig funktioniert. Den ersten “Erfolg” haben wir zwar schon nach ein paar Monaten gesehen, aber “Erfolg” bedeutet in diesem Zusammenhang nur, dass seine Symptome gleichmäßig schlimm blieben und es kein ständiges auf und ab mehr gab. Auch das war irgendwie eine Erleichterung. Die nächsten anderthalb Jahre haben wir neben der ILIT viele Sachen ausprobiert, die nicht geholfen haben. Im Juli ‘24 sind wir schließlich umgezogen. Im August ‘24 hat unsere neue Tierärztin ein weiteres Cortisonpräparat ausprobieren wollen (er hat in seinem Leben wahrscheinlich schon alle Präparate, die es gibt, erfolglos bekommen). Er hatte schwere Nebenwirkungen davon, aber der Juckreiz hörte auf. Kurz vor seinem 3. Geburtstag, zum ersten Mal in seinem Leben, anderthalb Jahre nach dem Start der Behandlung. Die Hyposens bekommt er bis heute, inzwischen aber alle 6 Wochen.

Zusätzliche Hautinfektionen/Hefepilze?
Das hat er leider immer gehabt und hat es auch heute noch, zuerst als Nebenschauplatz zu den Allergien. Inzwischen bekommt er Zenrelia (Konkurrenzprodukt zu Apoquel) gegen den Rest-Juckreiz in der Pollensaison und Hautinfektionen können da leider auch eine Nebenwirkung sein, das macht es schlimmer. Im Moment hat er’s mit den Ohren und der Schnauze, manchmal sind's die Pfoten, manchmal die Haut am Bauch, am Rücken… irgendwas ist immer. Das soll dich keineswegs entmutigen. Diese “Kleinigkeiten” auszuhalten ist blöd, aber mehr auch nicht. In Verlauf seiner Erkrankung waren die Infektionen oft problematisch, weil sie Behandlungen und Diagnosen erschwert haben, aber inzwischen hilft Routine bei der Körperpflege, um eine erneute Eskalation zu verhindern.

Was hat zusätzlich geholfen?
Für alle Mitlesenden: bitte besprecht es euren Tierärzt:innen, bevor ihr Sachen ausprobiert, die uns geholfen haben.
Anton frisst selbst gekochtes Futter (Känguru und Kürbis, Zusätze entsprechend seines Bedarfs, Ernährungsplan aufgestellt durch eine TÄ für Ernährung.) Wir waschen ihn ein- bis zweimal pro Woche mit Douxo S3 Pyo Shampoo. Zwischendurch verwenden wir die anderen S3 Pyo Produkte.
Wenn er Probleme mit den Pfoten hat, baden wir zusätzlich ein- bis zweimal wöchentlich die Pfoten. Ich hab dazu eine Wanne von einer Katzentoilette gekauft und fülle die mit Wasser. Die Maxani PawBombs liebe ich zum Pfotenbaden sehr, aber die gehen bei Dauergebrauch auch ganz schön ins Geld und Epsom-Salz ist günstiger und hat genauso gut funktioniert.
Kleinere Stellen auf der Haut behandeln wir mit Cortavance, Isaderm oder Lotricomb, je nachdem was Anton grade braucht.
Wir haben auch eine Verhaltenstherapie mithilfe einer spezialisierten Tierärztin durchgeführt, weil Anton erst lernen musste, dass er sich auch nicht-kratzen kann. Klingt schräg, aber kratzen war für ihn eine Reaktion auf ALLES und dieser Kreislauf musste auch erst durchbrochen werden.
Außerdem natürlich der Klassiker: lückenloser Parasitenschutz das ganze Jahr über, denn Anton braucht wirklich nicht auch noch Zecken, Flöhe oder Würmer. 😅

Abschluss:
Anton ist jetzt ca zwei Jahre symptomfrei. Er kann ein (fast) normales Hundleben führen. Er macht jetzt Sachen, die vor ein paar Jahren undenkbar waren und der Weg dorthin war hart, aber hat sich gelohnt. Deshalb ist das allerwichtigste, nicht aufzugeben, auch wenn es oft so hoffnungslos erscheint. Die Spuren der Erkrankung werden immer bleiben, Antons Fell an der Brust wird leider nie wieder nachwachsen, weil er sich (wahrscheinlich) die Haaranlagen zerstört hat. Aber ganz ehrlich: er weiß auch nicht, dass er da Fell haben könnte. Und es stört ihn auch überhaupt nicht, dass da nichts ist.
Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass ihr bald einen Fuß vor die Erkrankung bekommt und dass es dann nur noch bergauf geht. Wenn du noch weitere Fragen hast, melde dich gerne. Alles Liebe für euch. 🍀
 
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Katrin
9. Juli 03:16
Oh verflixt, Milben sind eine sehr langwierige Angelegenheit. Sukis Kumpel hat sein Leben lang schon damit zu kämpfen. Immunsystem und Hautbarriere stärken (gutes Futter, Nahrungsergänzungsmittel, ausreichend Bewegung damit der Hund schlank und gut bemuskelt bleibt, Hygiene, Pflege, eventuell Medikamente usw). Viel Erfolg dabei.
 
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Sina's
9. Juli 06:40
Guten Morgen Hanka,
Ach Mensch.😵‍💫
Bei euch sieht das wirklich nach einer langen Baustelle aus.
🫣

Bei einer Milbenallergie würde ich – falls noch nicht passiert – auch mal mit dem Tierarzt besprechen, ob Futtermilben bei Cherry eine Rolle spielen könnten.

Die sitzen vor allem gerne in Trockenfutter bzw. können sich dort vermehren.

Sollte es auch in diese (Futtermilben Allergie) Richtung gehen, könnte Cherry, evtl das helfen:

• Trockenfutter nicht in großen Säcken lange lagern, sondern lieber kleine Mengen kaufen

• Futter luftdicht verschließen

• Trockenfutter portionsweise einfrieren (mind. mehrere Tage), um die Milbenbelastung zu reduzieren – die Allergene können allerdings trotzdem noch vorhanden sein

• alternativ mal über Nassfutter, selbst gekochte Rationen oder eine passende andere Fütterungsform sprechen, weil dort Futtermilben meist weniger ein Thema sind

Bei so starken Hautproblemen würde ich außerdem tatsächlich nochmal gezielt nach Sekundärinfektionen schauen lassen.
(Das wurde auch im anderen Thread erwähnt 😅, allerdings finde ich den auf die Schnelle nicht) - Allergische Haut ist leider anfälliger dafür, dass sich Bakterien oder Hefepilze zusätzlich draufsetzen – und dann kratzt und entzündet es weiter, obwohl man an der eigentlichen Allergie schon arbeitet.
**
Und wegen der Hyposensibilisierung:

Die braucht häufig wirklich Geduld. Da reden viele eher von mehreren Monaten, nicht von ein paar Wochen, bis man beurteilen kann, wie gut sie anschlägt.
🍀🍀
Ich drücke euch die Daumen, dass Cherry bald Erleichterung bekommt 🍀
 
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Caro
9. Juli 07:48
Kann denn eine CDA (Farbmutantenalopezie) ausgeschlossen werden?
 
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Akie
9. Juli 08:03
Guten Morgen,
zunächst einmal tut es mir sehr leid, dass ihr diese Diagnosen erhalten habt. Es ist eine harte Zeit, aber es gibt auch Hoffnung. Ich drücke dich, wenn du magst. 🫂

Unser Hund hat keine Milbenallergie, aber er reagiert von Februar bis Oktober auf Pollen und hat zusätzlich einige Themen mit Futter. Er hat sich bis aufs blutige Fleisch gekratzt, war stark untergewichtig und hatte durch Bakterien und/oder Hefepilze ständige Infektionen der Haut. Ich versuche, deine Fragen strukturiert zu beantworten, aber vielleicht wird dieser Beitrag etwas länger. Ich hoffe, es hilft dir.

Wie lange bekommt er die Hyposens schon, wann haben wir erste Erfolge verzeichnen können?
Anton ist als Welpe im Alter von ca. 4 Monaten erkrankt (Dezember ‘21). Etwa ein Jahr später (Dezember ‘22) wurde die Pollenallergie mithilfe eines Intrakutantests diagnostiziert. Im Januar ‘23 haben wir seine Hyposensibilisierung begonnen, zunächst als intralymphatische Immuntherapie. Dabei werden die Spritzen nicht in die Haut, sondern in den Lymphknoten gesetzt, weil eine schnellere Reaktion des Immunsystems erwartet wird. Das hat bei ihm leider nur geringfügig funktioniert. Den ersten “Erfolg” haben wir zwar schon nach ein paar Monaten gesehen, aber “Erfolg” bedeutet in diesem Zusammenhang nur, dass seine Symptome gleichmäßig schlimm blieben und es kein ständiges auf und ab mehr gab. Auch das war irgendwie eine Erleichterung. Die nächsten anderthalb Jahre haben wir neben der ILIT viele Sachen ausprobiert, die nicht geholfen haben. Im Juli ‘24 sind wir schließlich umgezogen. Im August ‘24 hat unsere neue Tierärztin ein weiteres Cortisonpräparat ausprobieren wollen (er hat in seinem Leben wahrscheinlich schon alle Präparate, die es gibt, erfolglos bekommen). Er hatte schwere Nebenwirkungen davon, aber der Juckreiz hörte auf. Kurz vor seinem 3. Geburtstag, zum ersten Mal in seinem Leben, anderthalb Jahre nach dem Start der Behandlung. Die Hyposens bekommt er bis heute, inzwischen aber alle 6 Wochen.

Zusätzliche Hautinfektionen/Hefepilze?
Das hat er leider immer gehabt und hat es auch heute noch, zuerst als Nebenschauplatz zu den Allergien. Inzwischen bekommt er Zenrelia (Konkurrenzprodukt zu Apoquel) gegen den Rest-Juckreiz in der Pollensaison und Hautinfektionen können da leider auch eine Nebenwirkung sein, das macht es schlimmer. Im Moment hat er’s mit den Ohren und der Schnauze, manchmal sind's die Pfoten, manchmal die Haut am Bauch, am Rücken… irgendwas ist immer. Das soll dich keineswegs entmutigen. Diese “Kleinigkeiten” auszuhalten ist blöd, aber mehr auch nicht. In Verlauf seiner Erkrankung waren die Infektionen oft problematisch, weil sie Behandlungen und Diagnosen erschwert haben, aber inzwischen hilft Routine bei der Körperpflege, um eine erneute Eskalation zu verhindern.

Was hat zusätzlich geholfen?
Für alle Mitlesenden: bitte besprecht es euren Tierärzt:innen, bevor ihr Sachen ausprobiert, die uns geholfen haben.
Anton frisst selbst gekochtes Futter (Känguru und Kürbis, Zusätze entsprechend seines Bedarfs, Ernährungsplan aufgestellt durch eine TÄ für Ernährung.) Wir waschen ihn ein- bis zweimal pro Woche mit Douxo S3 Pyo Shampoo. Zwischendurch verwenden wir die anderen S3 Pyo Produkte.
Wenn er Probleme mit den Pfoten hat, baden wir zusätzlich ein- bis zweimal wöchentlich die Pfoten. Ich hab dazu eine Wanne von einer Katzentoilette gekauft und fülle die mit Wasser. Die Maxani PawBombs liebe ich zum Pfotenbaden sehr, aber die gehen bei Dauergebrauch auch ganz schön ins Geld und Epsom-Salz ist günstiger und hat genauso gut funktioniert.
Kleinere Stellen auf der Haut behandeln wir mit Cortavance, Isaderm oder Lotricomb, je nachdem was Anton grade braucht.
Wir haben auch eine Verhaltenstherapie mithilfe einer spezialisierten Tierärztin durchgeführt, weil Anton erst lernen musste, dass er sich auch nicht-kratzen kann. Klingt schräg, aber kratzen war für ihn eine Reaktion auf ALLES und dieser Kreislauf musste auch erst durchbrochen werden.
Außerdem natürlich der Klassiker: lückenloser Parasitenschutz das ganze Jahr über, denn Anton braucht wirklich nicht auch noch Zecken, Flöhe oder Würmer. 😅

Abschluss:
Anton ist jetzt ca zwei Jahre symptomfrei. Er kann ein (fast) normales Hundleben führen. Er macht jetzt Sachen, die vor ein paar Jahren undenkbar waren und der Weg dorthin war hart, aber hat sich gelohnt. Deshalb ist das allerwichtigste, nicht aufzugeben, auch wenn es oft so hoffnungslos erscheint. Die Spuren der Erkrankung werden immer bleiben, Antons Fell an der Brust wird leider nie wieder nachwachsen, weil er sich (wahrscheinlich) die Haaranlagen zerstört hat. Aber ganz ehrlich: er weiß auch nicht, dass er da Fell haben könnte. Und es stört ihn auch überhaupt nicht, dass da nichts ist.
Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass ihr bald einen Fuß vor die Erkrankung bekommt und dass es dann nur noch bergauf geht. Wenn du noch weitere Fragen hast, melde dich gerne. Alles Liebe für euch. 🍀