Die ersten Male hab ich das kommentarlos weggewischt, dann hab ich angefangen zu schimpfen, da hat er dann versucht das mit der Schnauze zu verbuddeln. Jetzt sag ich ihm streng genervt, dass er das lassen soll.
Ignorieren kann aber eigentlich auch nicht die Lösung sein, das normalisiert sich ja...
Wenn der Hund aus Stress pinkelt, dann verschlimmert Strenge und Schimpfen das Problem.
Stresspinkeln bedeutet, dass er seinen Geruch verteilt, um sich selbst zu beruhigen. Das schlagartige Entleeren der Blase führt dazu, dass das überlastete Nervensystem ein Ventil bekommt und etwas runter fährt. Vielleicht kennst du es selber, dass man vor Stresssituationen - z. B. Prüfung - nochmal dringend auf die Toilette muss.
Der eigene Uringeruch signalisiert dem Hund: "Hier bin ich. Das bin ich. Das ist ein bekannter sicherer Bereich". Deshalb pinkelt er sein eigenes Zelt an.
Dein Schimpfen erzeugt noch mehr Stress und ihr geratet in einen Stresskreislauf.
Selbst wenn es eine Gewohnheit aus dem Shelter ist, wirst Du diese Gewohnheit nicht mit schimpfen durchbrechen. Eine Gewohnheit hat sich tief in das Hirn eingebrannt. Er braucht eine Alternative, um die Gewohnheit zu durchbrechen. Strafe sagt dem Hund, dass das nicht richtig war, aber er weiss noch nicht, was richtig ist und welches Alternativverhalten Du wünscht. Gerade Gewohnheiten durchbricht man durch Management.
Du kämpfst gegen die Vergangenheit des Hundes. Du musst Bedingungen schaffen, dass er diese Gewohnheit oder das Stressventil nicht mehr benötigt.