Erstmal Glückwunsch zum neuen Familienmitglied! Mein erster Gedanke bei der Rassenkombination:
„Autsch, eine Fressmaschine auf Speed!“ 😳
Aber jeder Hund hat seinen eigenen Charakter, also keine Angst 😉
Welpenabgabe:
Also ich habe Sebbi mit Ende der achten Woche bekommen. Dass man bis zur 10. oder gar 12. Woche warten soll, habe ich noch nie gehört und es ist biologisch auch Quatsch. Laut Tierschutz-Hundeverordnung dürfen Welpen nach der vollendeten achten Lebenswoche abgegeben werden. Seriöse Züchter nutzen genau diese Zeit, weil da das wichtigste Zeitfenster für die Prägungsphase auf den Menschen und die Umwelt offen ist. Mit 12 Wochen hat man davon schon einen riesigen Teil verpasst.
Ausraster:
Sebbi hatte auch so seine „Ausraster“ (die typischen fünf Minuten). Wir haben das meistens einfach ignoriert. Wenn es mal länger andauerte, haben wir ihm ein Kauspielzeug gegeben oder ganz kleine Übungen mit Belohnung gemacht, um den Kopf sanft umzulenken. Nach mehreren Hunden an Erfahrung weiß man das irgendwann einzuordnen: Die kleinen Kacker lernen sich und ihre Grenzen halt erst noch kennen. Das Schwanzjagen ist bei eurem ein klares Ventil für den Stress am Abend – der Akku ist leer, aber der Kopf findet den Ausschalter nicht.
Hundebox:
Sebbi schlief von Anfang an in seiner Box, wir mussten da nie großartig an einer Eingewöhnung arbeiten. Das lag aber vor allem daran, dass die Box bei uns im Wohnzimmer stand und ich die ersten Tage mit auf dem Boden geschlafen und meinen Arm hineingelegt habe. Er musste niemals alleine in einem Raum pennen oder wurde darin weggesperrt, die Wohnzimmertür war offen.
Das Teil war übrigens riesig, eher für ausgewachsene Schäferhunde. Es gibt in meinem Profil sogar noch ein Bild, wie er darin pennt: Der Torso in der Box und der Kopf hing vorne raus. Nach etwa 8 Monaten wollte er von heute auf morgen einfach nicht mehr rein und schlief lieber neben mir auf dem Boden. Da kam die Box dann weg. Wenn euer Kleiner darin jault und kratzt, hat er einfach Stress oder Verlassensangst. Zieht vielleicht für die ersten Nächte zu ihm aufs Sofa oder den Boden und gebt ihm diese körperliche Nähe. Oft reicht das in dem Alter schon, damit sie sich sicher fühlen und runterfahren.
Auslastung:
Wie schon erwähnt, braucht ein Welpe in dem Alter absolut keine künstliche Auslastung oder ein straffes Beschäftigungsprogramm. Lasst ihn einfach an eurem Alltag teilhaben und neue Eindrücke verarbeiten. Was er als allererstes lernen muss, ist Ruhe. Das ist die absolute Königsdisziplin. Macht lieber mehrere kurze Exkursionen – und wenn er sich gut an euch orientiert, gerne auch mal ohne Leine. Mehr muss am Anfang gar nicht sein.
Jedes Mal, wenn er drüber ist und ihr ihn ins Gitter packt, managt ihr ihn zwar, aber er lernt dadurch nicht unbedingt, sich selbst zu regulieren. Manchmal hilft es schon, das Gitter wegzulassen, sich einfach zu ihm auf den Boden zu setzen und selbst die absolute Ruhe auszustrahlen.
Ihr schafft das, gebt ihm und euch einfach ein bisschen Zeit!