Abschied von meinem absoluten Seelenhund
Ich musste ihn Ende Februar gehen lassen. Er wurde 16 Jahre alt, 16 Jahre an meiner Seite.
Ich war selbst noch ein Kind, als ich ihn bekam... nach jahrelangem Betteln nach einem Hund, jede Ferien, jede freie Minute, habe ich auf Hunde aus der Nachbarschaft und von Bekannten aufgepasst.
Endlich das Ja von Mama, der Freund meiner Mutter wollte einen Hund vom Züchter.
Ich wollte einfach nur einen Hund. Nach viel Überlegung sollte es ein Border Collie werden, da gab es auch damals schon viele Videos auf YT um Mama zu überzeugen.
Wir haben mit verschiedenen Züchtern telefoniert, mit einer Tierärztin geredet, dann endlich ein gutes Gefühl. Der nächste Wurf stand ebenfalls an. Also sind wir ein paar Monate später hin, wir lernten Familie und auch alle Hunde der Familie kennen.
Und da waren sie, die Kleinen. Erst knapp 2 Wochen alt. In meiner Vorstellung sollte es ganz typisch ein schwarz, weißer werden.
Ich durfte die Kleinen auf den Schoß nehmen, alle fiepsten und wollten zurück zu Mama, außer einer, der schlief auf meinem Schoß ein. 3 farbig, gar nicht das, was ich wollte. Er war außerdem schon reserviert.
Ich konnte mich aber nicht für einen entscheiden.
Wir kamen in den folgenden Wochen immer wieder, immer mehr Hunde waren vergeben. Ich konnte mich nicht entscheiden und sagte i.wann Ich nehme den, der übrig bleibt. Alle hatten aber mitbekommen, dass der 3farbige und ich immer wieder zueinanderfanden.
Etwa 1 Woche bevor die Welpen in ihr neues Zuhause sollten, riefen uns die Züchter an... der 3farbige ist wieder frei, die Familie, die ihn wollte, hatte einen schweren Schicksalsschlag und konnten den Hund deswegen nicht nehmen. In dem Moment konnte ich es nicht fassen.
Etwa eine Woche später war er da, der Kleine Milow. Bedingung meiner Familie war, dass ich die Hundeschule mit ihm besuche und ihn mitnehme, wenn ich rausgehe.
Was soll ich sagen, gesagt, getan.
Er kam immer mit, meine Freunde liebten ihn. Er konnte schnell sämtliche Tricks und war unheimlich Umweltsicher. In der Hundeschule ein absoluter Streber und ich bin wirklich froh über die Trainerin, die mir so viele wertvolle Tipps gegeben hatte.
Dann kam die Pubertät und ich dachte, der Hund verarscht mich. Alles vergessen, plötzlich nicht mehr gehört und bei jeder Gelegenheit abgehauen. In der Hundeschule zeigte er sich weiterhin super.
Dann zog ich aus, der Hund mit. Erster Partner, erster Job, zum Glück in direkter Nähe zur Wohnung.
Dann Trennung, ein langer Krankenhaus Aufenthalt und die Überlegung ob ich das mit dem Hund noch schaffen kann. Die Familie überfordert und die Hundepension hat mich eine halbe Niere gekostet.
Was soll ich sagen, hätte ich ihn nicht gehabt, wäre ich vermutlich nicht so schnell oder überhaupt genesen.
Ich konnte kaum aus der Wohnung, nur schlecht laufen. Aber für den Hund klar.
Er wurde der absolut perfekte Begleiter. Man konnte ihn überall mit hin nehmen, er hörte, konnte frei laufen und war ein absolut fröhlicher und freundlicher Hund.
Also besuchten wir eine Zeit lang ein Altenheim, er wurde auch zur Gewöhnung von Katzen an Hunde oder von unverträglichen Hunden gerne gebraucht und war auch mit Kindern ein absoluter Traumhund.
Er lernte die unnötigsten Tricks, konnte sämtliche Spielzeuge am Namen unterscheiden, konnte super klettern und war ein absoluter Clown.
Als ich einen anderen Job anfing, war es perfekt, ich konnte ihn immer mitnehmen und meinen Tag mit und um ihn planen. Urlaube waren natürlich auch immer mit Hund und er war auch bis zum Schluss immer fröhlich und fit, trotzdessen der Körper langsam schlapp machte.
Die letzten Jahre wurde er taub, inkontinet, dement. Aber sein Gemüt war das gleiche, also passten wir das Leben einfach an.
Kein Freilauf mehr, dafür lange Leinen, Kommandos auf Handsignal und Windeln waren unsere Begleiter.
Trotzdem lebte er so noch über 4 Jahre und wir waren im Dez/Jan auf unserem letzten Urlaub, einen Wanderurlaub.
Da war noch alles super, er lief wie immer fröhlich mit und hatte eindeutig mehr Power als mein Begleiter und ich, nur 1,5 Monate später ging es ihm plötzlich schlecht. Wir kämpften eine Woche mit Höhen und Tiefen, aber ich habe ihm immer versprochen, wenn er mal sein Wesen verliert und ich merke, dass er nicht mehr will, lasse ich ihn gehen.
Wir waren die Woche über fast jeden Tag beim Tierarzt, manchmal mehrmals am Tag, jeglicher Test, jegliche Untersuchung...
Und dann kam der Tag, plötzlich ging nichts mehr, ich habs gemerkt und ihm angesehen. Er war bereit jetzt zu gehen und seine Atmung verschlechterte sich minütlich. Es war abends, wir fuhren los, er lag die ganze Zeit in meinen Armen.
Die Tierärztin ließ uns Zeit und er konnte friedlich in meinen Armen einschlafen.
Danke für diese unfassbare Zeit mein Kleiner ❤️