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Dogorama
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 513
heute 13:19

Was haben wir aus dem Hund gemacht?

Stell dir vor, Menschen würden wie Hunde gezüchtet. Manche wären 3 Meter groß und 360 kg schwer – andere gerade mal 86 cm mit 13 kg. Klingt absurd? Genau das haben wir mit unseren Hunden gemacht – in nur 150 bis 200 Jahren. Aus Sicht der Evolution ein bloßer Wimpernschlag. 😱 Wir sind auf dieses unglaubliche Gedankenexperiment bei @wissen_macht_wau (Instagram) aufmerksam geworden. In der Natur entscheidet natürliche Selektion, welche Merkmale sich durchsetzen. Bei Hunden entscheidet der Mensch, wer sich fortpflanzen darf. So können einzelne Merkmale innerhalb weniger Generationen extrem verstärkt werden. Das Problem: Der Körper passt sich nicht immer genauso schnell an wie das Aussehen. Folgende Zahlen zeigt wissen_macht_wau: 🐾 Großwüchsige Rassen wie die Deutsche Dogge leben durchschnittlich 3,5 Jahre kürzer und haben ein bis zu 114-fach erhöhtes Risiko für eine Magendrehung. 🐾 Bei 92 % der untersuchten Chihuahuas hat sich der Schädel nicht vollständig geschlossen – dem Gehirn fehlt schlicht der Platz. Und das ist nur die Größe – Falten, Plattnasen und überlange Rücken kommen noch dazu. 👉 Welche Gedanken gehen dir dabei durch den Kopf? 👉 Wie stehst du zur „modernen“ Hundezucht?
 
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Katrin
heute 12:54
Tja, dein Beispiel mit dem trägen Labrador, der trotzdem ständig unter Strom steht und Blödsinn macht, finde ich spannend und ich kenne solche Exemplare. Und genau da frage ich mich eben auch, ob der Kundenwunsch nach dem großen, kinderlieben, verträglichen Familienhund mit möglichst wenig Temperament und Bewegungsdrang möglicherweise über das Wohl des Hundes gestellt wird. Wenn der Hund zwar nicht besonders arbeitsfreudig oder leistungsorientiert ist, aber gleichzeitig eine hohe soziale Motivation, Fiddelei und innere Unruhe mitbringt und sich schlecht selbst regulieren kann, dann ist das für mich eben nicht automatisch der unkomplizierte Familienhund, den der Käufer eigentlich haben wollte. Da werden dann Fragen nach der Kombination der Eigenschaften wichtig - wie der Hund mit dem Gesamtpaket seiner genetischen Ausstattung leben kann. Ich finde durchaus, dass das ein züchterisches Problem ist, das bisher viel weniger betrachtet wird als die offensichtlichen Extreme. Und nein, die Haltung ist nicht immer das letztlich entscheidende Kriterium - ich kannte zB einen berenteten Diensthund, der bei seinem Halter blieb und Zeit seines Lebens zwanghaftes Verhalten zeigte. Er stammte aus einer bekannten DH-Zucht, wurde optimal gehalten und war in sehr fachkundigen Händen. Als Diensthund hat er hervorragende Arbeit geleistet - gelitten hat er trotzdem.
Es sind für mich halt verschiedene Faktoren die da zusammenkommen müssen. Wer weiß wie sich der Hund woanders wie entwickelt hätte? Auch die Arbeitsfreude hängt zum Teil davon ab was wie mit dem Hund gemacht wird. Als rein auf den Züchter kann ich höchstens Extremfälle schieben die einen weg haben. Aber die meisten Hunde sind meiner Meinung nach wegen zuviel oder zuwenig passender Auslastung/Haltung auffällig. Nicht durch die Zucht.
 
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Andreas
heute 13:01
Genau das was du von deinem Hund und SH beschreibst ist/sind eben (sogenannte) "Wolfalike" also ein Hund der vom aussehen, also Körperbau , Fellart, Fellfarbe, Fellzeichnung, Augenfarbe etc... eben Wölfen gleicht, nicht aber mehr so sehr vom Wesen her. Beim vielen Chow Chow findet man aber noch oft einige "Wolfeigenschaften" als Grunwesen/Grundcharakter wie z.b. Unabhängigkeit, Ruhig/Ernst , Reseviert/Misstrauisch gegenüber Fremden, Wenig Spieltrieb, bindet sich meist an eine Person die anderen "Rudelmitglieder" werden einfach toleriert/akzeptiert etc . Bei den Wolfhunden hingegen ist halt noch beides mehr oder Weniger stark vertreten....🤗
..wunderschön.. ist sie gesund und glücklich?
 
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Andreas
heute 13:19
Tja, dein Beispiel mit dem trägen Labrador, der trotzdem ständig unter Strom steht und Blödsinn macht, finde ich spannend und ich kenne solche Exemplare. Und genau da frage ich mich eben auch, ob der Kundenwunsch nach dem großen, kinderlieben, verträglichen Familienhund mit möglichst wenig Temperament und Bewegungsdrang möglicherweise über das Wohl des Hundes gestellt wird. Wenn der Hund zwar nicht besonders arbeitsfreudig oder leistungsorientiert ist, aber gleichzeitig eine hohe soziale Motivation, Fiddelei und innere Unruhe mitbringt und sich schlecht selbst regulieren kann, dann ist das für mich eben nicht automatisch der unkomplizierte Familienhund, den der Käufer eigentlich haben wollte. Da werden dann Fragen nach der Kombination der Eigenschaften wichtig - wie der Hund mit dem Gesamtpaket seiner genetischen Ausstattung leben kann. Ich finde durchaus, dass das ein züchterisches Problem ist, das bisher viel weniger betrachtet wird als die offensichtlichen Extreme. Und nein, die Haltung ist nicht immer das letztlich entscheidende Kriterium - ich kannte zB einen berenteten Diensthund, der bei seinem Halter blieb und Zeit seines Lebens zwanghaftes Verhalten zeigte. Er stammte aus einer bekannten DH-Zucht, wurde optimal gehalten und war in sehr fachkundigen Händen. Als Diensthund hat er hervorragende Arbeit geleistet - gelitten hat er trotzdem.
.."gelitten hat er trotzdem".. .. das ist feinfühlig und wunderbar gesagt.