Ich verstehe deinen Gedanken so, dass Funktion und Optik nicht dasselbe sind?
Dass ein funktionaler, wolfsähnlicher Körperbau sich erhalten kann, weil er für bestimmte Aufgaben schlicht gut funktioniert?
Das würde ja nicht automatisch bedeuten, dass der Hund genetisch „ursprünglicher“ oder näher am Wolf ist.
Ich finde den Begriff „ursprünglich“ bei Hunden schwierig. Ein Hund kann äußerlich sehr wolfsähnlich sein und trotzdem über lange Zeit stark auf bestimmte Funktionen selektiert worden sein.
Umgekehrt kann ein Hund, der äußerlich kaum noch Ähnlichkeit mit einem Wolf hat, genetisch trotzdem sehr nah an alten Hundepopulationen liegen.
Was aber passiert, wenn Funktion nicht mehr der entscheidende Selektionsgrund ist und die Optik selbst zum Zuchtziel wird, sehen wir ja leider an vielen unschönen Entwicklungen.
Dann wird der funktionale Körper, der sich bewährt, weil er für das Leben des Hundes sinnvoll ist vernachlässigt zugunsten menschlicher Vorstellungen, die für das Hundeleben an sich im Grunde völlig unsinnig sind.
Und da lande ich wieder an dem Punkt ob die Zucht das, was der Hund für ein gutes Leben braucht überwiegend weniger gewichtet als das, was mensch an ihm haben will - koste es den Hund was es wolle.
Ich glaube niemand möchte ernsthaft einen Hund haben der körperlich so leistungsstark ist wie der Wolf. Von daher ist Zucht schon sinnvoll. Wo wir von weg müssen sind extreme in der Zucht und Merkmale die schlicht nicht gut für den Hundekörper und Psyche sind. Wir können nicht für jeden Menschen den passenden Hund züchten was Wesen, Optik und Funktion angeht. Wir könnten aber einige gesunde Hunderassen züchten die spezialisiert sind und einige die besonders alltagstauglich aber eben keine Hochleistungstiere sind. Wem der gesunde Hund nicht gefällt und nicht passt muss dann halt auf Zuchthunde verzichten. Gesundheit und Leistungsfähigkeit gehört in der verantwortungsvollen Hundezucht ganz nach oben. Optik sollte dem untergeordnet sein.