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Kirsten
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heute 09:20

Eure Meinung zum Artikel: Soziale Balance im Tierreich

Eine Freundin bereichert mich regelmäßig mit interessanten Artikeln von Tiermedizin Thieme. Zu diesem hier würden mich eure Meinungen, Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Tierreich interessieren: https://tiermedizin.thieme.de/aktuelles/vet-news/detail/soziale-balance-im-tierreich-warum-dominanz-nicht-grenzenlos-ist-2413 Wart ihr schon einmal Zeuge von einem solchen Ausgleichsverhalten? Welche sozialen Kosten könnten entstehen? Welche Risiken könnten mit ausgleichendem Verhalten verbunden sein? Kennt ihr interessante Literatur zu dem Thema? Ich bin gespannt auf eure Gedanken ☺️ (Bild dient der Aufmerksamkeit)
 
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Ina
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30. Juli 13:32
Es gab eine sehr schöne Doku über die Kommunikation in sozialen Tiergruppen. Also wie sich die Gruppe abstimmt zum Bleiben, zum Weiterziehen, Aufbruch zum Jagen etc. Da ging es um Kuhherden, Pferde, Elefanten und auch Wildhunde.
Es kann das leitende/ dominante Tier den Anstoß zur jeweiligen Aktion geben, aber nur wenn sich genügende andere Tiere anschließen kommt die Aktion auch zustande. Will ein nicht dominantes Tier eine Aktion anstoßen muss es auch, aber mehr Gleichgesinnte um sich scharen, dass die Aktion zustande kommt. Will zB der Leithund Jagen gehen fängt er an zu Nießen und muss wenige Tiere motivieren, damit die Gruppe zur Jagd aufbricht. Haben rangniedrige Tiere Hunger und wollen Jagen, fangen sie auch an zu Nießen, müssen aber deutlich mehr Gleichgesinnte um sich scharen, damit es zum Aufbruch kommt.
Leider finde ich die Doku nicht mehr.

Funfact: Amy🌈 hat zum Betteln bei Tisch immer genießt. Das hat damit für mich Sinn bekommen.

Super interessantes Thema!
 
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Kirsten
30. Juli 10:54
Link zur Studie:
https://www.cell.com/trends/ecology-evolution/fulltext/S0169-5347(26)00111-4?_returnURL=https%3A%2F%2Flinkinghub.elsevier.com%2Fretrieve%2Fpii%2FS0169534726001114%3Fshowall%3Dtrue

➖„Ein gemeinsames Merkmal von Machtausgleichsverhalten ist, dass es häufig in anderen Machtbereichen auftritt als dem, in dem die einflussreichen Individuen wirken.“

➖„Die Reaktion von Individuen mit geringerer Macht auf das Handeln von Individuen mit höherer Macht kann verschiedene Formen annehmen und aus ihren eigenen Bedürfnissen resultieren, darunter Selbstverteidigung gegen Aggression, langfristige Beziehungen gegenseitiger sozialer Unterstützung oder Reaktionen auf die Verletzung sozialer Normen.“

➖„Selbst wenn Individuen in Koalitionen keinen unmittelbaren Zugang zu Partnerinnen oder eine Rangverbesserung erlangen, kann das koalitionäre Handeln ihre Macht langfristig stärken, beispielsweise durch die Vertiefung ihrer Bindungen zu Gruppenmitgliedern. Koalitionen liefern daher ein aufschlussreiches Beispiel für ein Verhalten, das in manchen Fällen zu einem Ausgleich der Machtverhältnisse führen, in anderen Fällen aber die Machtdynamik verstärken kann.“

➖„Während manche Arten keine Aversion gegen Ungleichheit zeigen und die Ergebnisse selbst innerhalb einzelner Studien stark variieren, berichten viele Untersuchungen davon, dass Individuen die Teilnahme an Aufgaben verweigern, nachdem sie miterlebt haben, wie ihr Artgenosse für gleichen Aufwand eine attraktivere Belohnung erhielt. Solche Ergebnisse führen zu Verhaltensänderungen, die die ungleiche Situation ausgleichen sollen. Beispielsweise verweigern benachteiligte Individuen die weitere Teilnahme an Aufgaben mit einem Partner, der den Vorteil nicht teilt, und vermeiden sogar proaktiv Situationen, die zu ungleichen Ergebnissen führen können, etwa wenn Belohnungen monopolisierbar sind.“

➖„Diese Ergebnisse stützen die Hypothese, dass die Tiere ihre Partner für Kooperation anhand der Ungerechtigkeit ihrer Interaktionen auswählen. Darüber hinaus erkennen die Partner dies möglicherweise und reagieren entsprechend; ob Schimpansen eine faire Option wählen, hängt davon ab, ob ihr Partner eine Möglichkeit hat, sich zu wehren. Dies legt nahe, dass Schimpansen nicht von Natur aus gerechte Ergebnisse bevorzugen, sondern ihr Verhalten strategisch anpassen, um die Kooperation ihres Partners aufrechtzuerhalten.“

➖„Dienstleistungen eignen sich ideal als ausgleichende Verhaltensweisen, da sie kein Nullsummenspiel darstellen, nicht wie Güter gelagert oder transportiert werden müssen, nicht gestohlen werden können (und leichter vorenthalten werden können) und möglicherweise leichter vor mächtigen Individuen verborgen werden können. Daher kann die Fokussierung auf Dienstleistungen die Erforschung von Gerechtigkeit, insbesondere in natürlichen Umgebungen, erleichtern.“

➖„Letztlich tragen nivellierende Verhaltensweisen entscheidend zum Erhalt des Gruppenlebens bei und regulieren Ungleichheit – beides sind wichtige Forschungsgegenstände, da die Aufrechterhaltung von Kooperation und Machtgleichgewicht in unseren modernen menschlichen Gesellschaften weiterhin zentrale Herausforderungen darstellt“
 
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Ina
30. Juli 13:32
Es gab eine sehr schöne Doku über die Kommunikation in sozialen Tiergruppen. Also wie sich die Gruppe abstimmt zum Bleiben, zum Weiterziehen, Aufbruch zum Jagen etc. Da ging es um Kuhherden, Pferde, Elefanten und auch Wildhunde.
Es kann das leitende/ dominante Tier den Anstoß zur jeweiligen Aktion geben, aber nur wenn sich genügende andere Tiere anschließen kommt die Aktion auch zustande. Will ein nicht dominantes Tier eine Aktion anstoßen muss es auch, aber mehr Gleichgesinnte um sich scharen, dass die Aktion zustande kommt. Will zB der Leithund Jagen gehen fängt er an zu Nießen und muss wenige Tiere motivieren, damit die Gruppe zur Jagd aufbricht. Haben rangniedrige Tiere Hunger und wollen Jagen, fangen sie auch an zu Nießen, müssen aber deutlich mehr Gleichgesinnte um sich scharen, damit es zum Aufbruch kommt.
Leider finde ich die Doku nicht mehr.

Funfact: Amy🌈 hat zum Betteln bei Tisch immer genießt. Das hat damit für mich Sinn bekommen.

Super interessantes Thema!
 
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Kirsten
30. Juli 16:00
Es gab eine sehr schöne Doku über die Kommunikation in sozialen Tiergruppen. Also wie sich die Gruppe abstimmt zum Bleiben, zum Weiterziehen, Aufbruch zum Jagen etc. Da ging es um Kuhherden, Pferde, Elefanten und auch Wildhunde. Es kann das leitende/ dominante Tier den Anstoß zur jeweiligen Aktion geben, aber nur wenn sich genügende andere Tiere anschließen kommt die Aktion auch zustande. Will ein nicht dominantes Tier eine Aktion anstoßen muss es auch, aber mehr Gleichgesinnte um sich scharen, dass die Aktion zustande kommt. Will zB der Leithund Jagen gehen fängt er an zu Nießen und muss wenige Tiere motivieren, damit die Gruppe zur Jagd aufbricht. Haben rangniedrige Tiere Hunger und wollen Jagen, fangen sie auch an zu Nießen, müssen aber deutlich mehr Gleichgesinnte um sich scharen, damit es zum Aufbruch kommt. Leider finde ich die Doku nicht mehr. Funfact: Amy🌈 hat zum Betteln bei Tisch immer genießt. Das hat damit für mich Sinn bekommen. Super interessantes Thema!
Wie spannend. Danke für deinen Beitrag! Falls du die Doku doch nochmal finden solltest, denke bitte an mich. Würde ich mir auch gern ansehen.
Das auffordernde Nießen kenne ich auch 😄. Durch deine Anregung werde ich mehr auf den Kontext achten.
 
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Maria
30. Juli 18:18
Es gab eine sehr schöne Doku über die Kommunikation in sozialen Tiergruppen. Also wie sich die Gruppe abstimmt zum Bleiben, zum Weiterziehen, Aufbruch zum Jagen etc. Da ging es um Kuhherden, Pferde, Elefanten und auch Wildhunde. Es kann das leitende/ dominante Tier den Anstoß zur jeweiligen Aktion geben, aber nur wenn sich genügende andere Tiere anschließen kommt die Aktion auch zustande. Will ein nicht dominantes Tier eine Aktion anstoßen muss es auch, aber mehr Gleichgesinnte um sich scharen, dass die Aktion zustande kommt. Will zB der Leithund Jagen gehen fängt er an zu Nießen und muss wenige Tiere motivieren, damit die Gruppe zur Jagd aufbricht. Haben rangniedrige Tiere Hunger und wollen Jagen, fangen sie auch an zu Nießen, müssen aber deutlich mehr Gleichgesinnte um sich scharen, damit es zum Aufbruch kommt. Leider finde ich die Doku nicht mehr. Funfact: Amy🌈 hat zum Betteln bei Tisch immer genießt. Das hat damit für mich Sinn bekommen. Super interessantes Thema!
War das die “Demokratie im Tierreich” Doku auf ARTE? Die ist bestimmt noch auf YouTube verfügbar.

Finde den Artikel sehr interessant. Danke fürs Teilen.

Ich verstehe es so, das die rangniederen Mitglieder einer sozialen Gruppe anfangen zu „kompensieren“, wenn es zu Ungerechtigkeiten kommt.

Was mich ein bisschen stört, ist die Idee, dass es einen alleinherrschenden Alpha gibt. Zumindest für Hunde sollte ja in der Wissenschaft bekannt sein, dass das ein Phantom ist und die „Entdeckung des Alphas“ auf unzureichender Methodik basiert.

Für mich zeigt sich aber nochmal, wie viel Verantwortung in der Position des Entscheidungsträgers (oder wie auch immer man es nennen möchte) liegt.

Mich würde noch interessieren, ob dieser Prozess umkehrbar ist. Wenn also das „Alpha“-Gorilla-Männchen sagt: „Hab verstanden, ich teile wieder mehr“, ob das die Kompensationsstrategien wieder aufhebt.
 
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Ina
30. Juli 19:47
Danke, das war die Doku!
Ich habe gesucht, aber leider nichts im Netz nichts gefunden.
Anbei noch ein Link mit der Info zu der Sendung.

https://www.fernsehserien.de/mitbestimmung-im-tierreich/episodenguide/0/50192
 
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Jens
31. Juli 04:39
Man sieht sowas bei Hunden glaube ich weniger, weil sie in der Regel nicht in großen Gruppen leben wo so eine Dynamik öfter zustande kommt. Allerdings habe ich einige clevere Taktiken erlebt wenn Jule eindeutig unterlegen wäre, aber trotzdem eine Form von Kontrolle ausüben möchte: Sie unterwirft sich "aggressiv". Sie legt sich auf den Rücken, also zeigt eigentlich Beschwichtigungsverhalten, bedrängt andere Hunde (die sie mag) damit aber gleichzeitig weil sie sich immer wieder in deren Weg legt. Sie erzwingt Aufmerksamkeit ohne offen unhöflich zu sein.
 
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Jochen
31. Juli 08:22
Ich finde die Beobachtung eines Wolfforschers in Kanada ja so wunderbar. Er hat gesehen wie eine Wolfsfamilie über einen zugefrorenen See gehen wollte, die Jungwölfe sich aber nicht trauten. Woraufhin die ganze Truppe umgekehrt ist und einen anderen Weg eingeschlagen hat. Ich muss da immer dran denken bei diesen „Retroführungsströmungen“ im Hundetraining.

(danke für das Thema und die Links, Kirsten, sehr spannend)
 
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Kirsten
31. Juli 17:56
@Ina Dankeschön. Ich habe auch nochmal geschaut. Nichts verfügbar.
Auch interessant in den Zeiten von Mediatheken und Streaminganbietern.
Vielleicht gibt zu späterem Zeitpunkt nochmal die Möglichkeit die Doku nachzuholen.

@Jens Es sind auch Erfahrungen mit anderen Tieren gerne gesehen ☺️

@Jochen Danke, für das tolle Beispiel
 
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Maria
1. Aug. 09:52
Meinst du mit Ausgleichsverhalten Beschwichtigen?

Ich hab es so verstanden, dass Ausgleichsverhalten in diesem Kontext bedeutet, dass schwächere Mitglieder einer Gruppe sich so verhalten, dass sie indirekt Macht über die stärkeren Mitglieder (z.B. durch Ignorieren) ausüben. Dadurch ergibt sich ein Ausgleich im Machtverhältnis. Sprich: Alle Gruppenmitglieder können eine Art von Macht ausüben und alle haben Gestaltungsmöglichkeiten in Bezug auf die soziale Interaktion.
 
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Maria
1. Aug. 10:05
Ich finde die Beobachtung eines Wolfforschers in Kanada ja so wunderbar. Er hat gesehen wie eine Wolfsfamilie über einen zugefrorenen See gehen wollte, die Jungwölfe sich aber nicht trauten. Woraufhin die ganze Truppe umgekehrt ist und einen anderen Weg eingeschlagen hat. Ich muss da immer dran denken bei diesen „Retroführungsströmungen“ im Hundetraining. (danke für das Thema und die Links, Kirsten, sehr spannend)
Das kann man in der Natur aber auch anders beobachten. Ich denke an eine Doku, in der Löwinnen ein Gewässer durchquert haben und die Jungen mussten mit. Sie wurden nicht gezwungen, aber die Löwinnen sind hartnäckig geblieben, bis die Jungen alle das Gewässerüberquert hatten.

Ich glaube, Tiere haben eher ein instinktives Gefühl dafür, wann sie hartnäckig bleiben sollten und wann nicht.

Wenn ich an meine Hunde denke, die mit einer sehr iunkomfortablen Metallbruecke konfrontiert werden, werde ich mit Biscotti einfach drüber laufen. Der hat damit keine Probleme. Thea werde ich tragen oder einen anderen Weg wählen, weil sie überfordert wäre. Elisa wäre unsicher und ich würde sie mit Geduld und Spucke dazu bringen, die Brücke zu überqueren, weil sie das schaffen kann.