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Liane
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Anzahl der Antworten 69
zuletzt 6. Nov.

Angst vor dem Herrchen

Wir haben Emma nun seit 9 Monaten aus dem Tierschutz. Sie ist ein Angsthund.
Eigentlich läuft es ganz gut mit ihr. Mit den Kindern ist sie fine und auch mit mir ist es eigentlich ganz gut.
Nur mit meinem Mann scheint es immer komplizierter. Er gibt sich wirklich Mühe. Er versucht sie nicht zu bedrängen. Wirft nur noch leckerlies hin.
Morgens macht er die erste Runde. Da kommt sie freiwillig an die Tür. Er leihnt sie an und das geht alles. Futter frisst sie erst wenn er die Küche verlässt.
Beim spazieren gehen ist sie ihm gegenüber viel aufgeschlossener. Da macht sie das bringspiel und tobt mit ihm.. ohne streicheln oder dergleichen.
Wenn er abends nach Hause kommt knurrt und bellt sie bereits und verkriecht sich dann. Danach geht es wieder, manchmal verlässt sie auch einfach den Raum und liegt oben wenn er unten ist.
Damit können wir eigentlich leben wenn emma noch zeit braucht . Aber ab und zu.. Gestern erst wieder,wird sie richtig aggressiv ihm gegenüber. Sie lag oben im Schlafzimmer mit mir. Die Kinder im bett. Sobald sie merkt er will nach oben fängt sie an zu knurren. Gestern ist sie dann runter ihm entgegen und drohte ihn mit allen Mitteln. Das geht natürlich gar nicht.
Ich weiß einfach nicht wie ich dann reagieren soll. Wenn ich eingreife verstärke ich sie damit wahrscheinlich. Wenn mein Mann einen lauten Ton anschlägt,weil er befürchtet gebissen zu werden ,kann das nach hinten los gehen.
Mein Mann ist wütend weil ich nicht mit ihr trainiere das abzustellen, ich weiß aber nicht wie.
Wir dachten mit der Zeit akzeptiert sie ihm,aber es wird schlimmer.
Mein Mann befürchtet nun das Emma auch bei uns unglücklich ist und woanders vielleicht glücklicher. Wir lieben sie total und sie macht vieles schon gut. Aber ich weiß nicht wie ich ihr die Angst nehmen soll.
Mein Mann gibt sich alle Mühe .. immer ein leckerlie parat. Aber was kann ich noch tun..Besonders wenn es eskaliert.
Emma ist mit mir und den Mädels so happy. Aber nachts bleibt sie einsam unten weill sie nicht bei uns im Schlafzimmer bleiben will. Morgens dauert es auch bis sie mit mir warm wird,meistens erst wenn die Kinder wach sind.. dann taut sie auf.
Es ist unser erster Hund und alles könnte so wunderbar sein.
 
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Ina
6. Nov. 13:36
Yaco , Hund aus dem spanischen Tierschutz, ist auch so gestrickt. Kinder sind okay, Frauen sind gute Menschen, Männer gegenüber sehr misstrauisch bis aggressiv. Insbesondere, wenn Männer sich Frauen gegenüber schlecht benehmen schützt er sehr.

Trotz allem muss man SEHR genau hinschauen was in jeder einzelnen Situation die Ursache der Aggressivität ist. Bei uns gilt: Knurren ist erlaubt und wird belohnt (verbal) als Form der hündischen Kommunion. Es ist die höfliche Bitte um Abstand. Dieser Bitte gehe ich immer und sofort nach. Im Anschluss ist es meine Aufgabe dem Hund mein Anliegen so zu vermitteln, dass er es annehmen kann.
Nach vorne gehen, schnappen, Hand etc in den Fang nehmen wird nicht toleriert.
Bei Yaco ist 90% der aggressiven Reaktion Angst. Er hat die Situation nicht verstanden, kann es nicht einordnen, ist besorgt, dass man ihm weh tut, hat Angst die Kontrolle über sein persönliches Wohl zu verlieren. In der Situation hilft bei uns Rückzug, dem Hund Raum geben. Langsam Bewegen, z.B. Platz machen lassen, damit er einen Keks bekommen kann. Dann sehr viel langsamer die Situation wieder angehen, diesmal sehr viel kleinschrittiger.
In anderen Situationen ist es eher schon so, dass er mit Knurren und Drohen mich (Frauchen) besonders meinem Mann gegenüber verteidigt und schützt. In dem Fall kommt unser Entspannungsignal zum Einsatz, ich unterbinde es aber auch verbal. Droht er sehr nachhaltig, wird die Situation sofort so oft geübt, bis es gut ist. Z.B. mein Mann kommt zum Sofa, will mir einen Kuss geben, Yaco versucht uns zu trennen, knurrt meinen Mann an und droht. Ich schiebe Yaco weg, sage das Entspannungssignal. Das wird so oft wiederholt bis Yaco Ruhe gibt. 🥳
Selten gibt es Situationen, in denen bei Yaco der Terrier durchkommt, in denen ich ihn tatsächlich begrenzen muss. Das ist aber wirklich die Ausnahme.
Alles geschieht bei uns freundlich, fröhlich und ohne Druck. Wenn ich Druck aufbaue, erwarte, dass Yaco funktioniert, ärgerlich bin, dann kann ich sicher sein, dass es eskaliert.
Sinnvoll ist in jedem Fall, dass der Hund eine Decke, einen Rückzugsort hat, an dem er sich sicher und geborgen fühlt. Es hilft dem Hund etwas zu Kauen oder zu Schlecken anzubieten, da Hunde damit ihre Emotionen regulieren können.
Einen Trainer würde ich unbedingt einschalten, aber unbedingt jemanden, der sich mit Tierschutzhunden und Angsthunden auskennt!
 
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Tina
6. Nov. 13:54
Stellt dem Hundetrainer folgende telefonische Fragen. So erkennt ihr einen guten Trainer für Angsthunde. (wohl gemerkt: gilt nur für Angsthunde)

Wie ist das Training aufgebaut? Folgende Begriffe sollten zu mindest in Ansätzen fallen: Desensibilisierung, Gegenkonditionierung, Lerntheorie, Sicherheitszone

Was halten sie von Knurren?
Kommunikation, Distanz, nicht bestrafen

Wie und wo findet die erste Stunde statt? Einzelstunde im gewohnten Umfeld. Nur Anamnese (keine Gruppenstunde)

Was ist das Trainingsziel? Lebensqualität, Bewältigungsstrategien, weniger Stress, größere Handlungsspielräume. Keine Erfolgsgarantie.

Was mache ich wenn der Hund Angst hat? Ein guter Trainer würde immer sagen: ohne die Situation selbst zu kennen, kann ich das nicht seriös beantworten.

Markerworte, die in diesem Fall für das Training schlecht sind: Leinenruck, Dominanz, Rangordnung, Grundgehorsam, Blocken, Rudeltheorien, Führung, Grenzen setzen, arbeitet körpersprachlich, da muss er durch ....
 
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Ina
6. Nov. 14:40
Hier noch der Thread zum Entspannungssignal:

https://dogorama.app/de-de/forum/Erziehung_Training/Die_Macht_des_Entspannungssignals-GIZ6UJEgWsY33d8ZfhW0/
 
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Tina
6. Nov. 14:43
Sie droht ihn nicht immer. Das ist jetzt zum 4.mal in 9 Monaten passiert. Wenn sie alleine mit ihm ist passiert gar nichts. Wenn es tatsächlich daran liegt das sie uns verteidigt kann ich ja nicht ohne eingreifen einfach liegen bleiben und nicht reagieren wenn sie meinen Mann anknurrt. Ich denke ich nehme wieder die Hausleine und halte sie in ihrem Körbchen bis er oben ist. Ich habe nur immer das Gefühl sie ihrer Angst auszusetzen, weil ich sie auch noch festhalte.
Solche Methoden würde ich nur unter professioneller Anleitung anwenden. Für einen Angsthund kann die Zwangsmassnahme sehr heftig sein. Dein Bauchgefühl ist hier ein sehr guter Berater.
 
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Melanie
6. Nov. 14:56
Ich denke die hausleine werde ich wieder einführen und sie zurückbringen wenn sie anfängt zu drohen. Ich dachte nur ich bestätige sie in ihrem Verhalten wenn ich darauf reagiere.
Nein, wenn du nicht gewünschtes Verhalten korrigierst, ist das keine Verstärkung, sondern dringend notwendig! Ein Hund braucht klare Grenzen und die Sicherheit, das ihr Erwachsenen alles Regeln könnt und nicht sie es tun muss. Das denkt sie nämlich, wenn du sie nicht massregelst. Viel Erfolg 🍀
 
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S.
6. Nov. 14:56
Ich hab auch mal eine ähnliche Erfahrung mit einem Hund gemacht, der reagierte auch sehr panisch auf Männerstimmen und auf Hände. Da haben wir angenommen, dass er früher von einem Mann geschlagen wurde. Mein Mann war dann nur noch für die tollen Dinge da (Leckerlies, kleine Spaziergänge, sowas) und mit ganz lieber ruhiger Stimme, eher so Babysprache. Und Hand haben wir ewig lang über einen ausgestopften Handschuh an einem Stock als Verlängerung und Leckerlie dran bzw später vorsichtiges Berühren aufgebaut. Aber man braucht sehr viel Zeit/Geduld. Hat aber funktioniert, irgendwann konnten sie miteinander kuscheln. Bleibt dran, das wird schon!
 
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Claudia
6. Nov. 15:39
Hallo Liane, deine Schilderung klingt nach Ressourcen Verteidigung. Wie verhält sie sich denn, wenn dein Mann im Bett ist? Ist sie dann ruhig oder knurrt sie weiter? Vielleicht versuchst du mal, wenn dein Mann zu euch kommen möchte und sie stürmt ihm entgegen, hinterher zu gehen und sie zu streicheln und leicht auf Seite zu schieben? Maulkorb würde ich sicherheitshalber anziehen.
 
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Alois
6. Nov. 17:10
Die generelle Frage ist wer droht hier wen?
Für einen Hund ist, wenn die Basis noch nicht steht, ein zu langer Blick eine massive Drohung!
Generell neigen Menschen die von einem Hund bedroht werden dazu den Hund immer wieder unbewusst zu fixieren was sich natürlich nicht gerade beziehungsfördernd auswirkt😕
In den Fall würde das absolute ignorieren (auch kein Blickkontakt!!!) des Hundes, zu eine Verhaltensänderung führen!
 
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Stefanie
6. Nov. 18:41
Ja in watte packen wir sie. Bei lauten Wörtern hat sie sowieso schnell Angst.
Bitte auch demnächst niemals laut werden mit ihr. Laut hat nichts mit Führung zu tun. Kommentarlos an der Hausleine wegführen. Vielleicht noch ein Nein, aber mehr braucht es nicht.
 
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Liane
6. Nov. 19:16
Dss ist prima. Aber klärt eure Situation nicht. Warum kommt ein Trainer nicht in Frage?
Ich habe nicht behauptet das keiner in Frage kommt. Trotzdem holt man sich gerne Tipps und Ratschläge vorab und einiges ist für mich nun deutlicher zu erkennen