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Victoria
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Anzahl der Antworten 286
zuletzt 3. Okt.

Politische Haltung als Ausschlusskriterium bei der Hundevermittlung?

Der Tierschutzverein Fortuna Animali hat laut einem heute veröffentlichten Bericht einer Interessentin die Vermittlung einer Hündin verweigert. Bei der Interessentin handelt es sich um die niedersächsische AfD-Landtagsabgeordnete Vanessa Behrendt. Als Grund für die Absage wurde demnach ausdrücklich ihre politische Zugehörigkeit genannt.

Unabhängig davon, wie man persönlich zur AfD oder zu irgendeiner anderen Partei steht, finde ich die grundsätzliche Frage dahinter interessant.

Sollte die politische Zugehörigkeit eines Menschen bei der Vermittlung eines Hundes überhaupt eine Rolle spielen?

Wenn man damit anfängt, Menschen nicht nur anhand ihrer konkreten Eignung als Hundehalter, sondern aufgrund politischer oder weltanschaulicher Zugehörigkeiten zu beurteilen; wo fängt das an und wo hört es auf?

Man könnte schließlich bei den unterschiedlichsten Gruppen anfangen, aufgrund eines Labels bestimmte Verhaltensweisen oder Einstellungen zu vermuten; bei Veganern hinsichtlich der Ernährung des Hundes, bei Jägern hinsichtlich ihres Verhältnisses zu Tieren oder bei Mitgliedern einer Partei aufgrund einzelner Positionen dieser Partei. Aber sagt das automatisch etwas darüber aus, wie diese konkrete Person einen Hund hält?

Auf der anderen Seite haben Tierschutzvereine natürlich die Verantwortung und auch einen gewissen Entscheidungsspielraum, wem sie ihre Tiere anvertrauen.

Mich interessiert deshalb wirklich eure Meinung; gerade von Leuten, die selbst im Tierschutz tätig sind.

Sollten bei einer Vermittlung ausschließlich konkrete, tierwohlrelevante Kriterien wie Erfahrung, Wohnsituation, Zeit, Versorgung und Umgang mit dem Tier zählen? Oder findet ihr es legitim, darüber hinaus auch politische bzw. weltanschauliche Überzeugungen eines Interessenten einzubeziehen?

Mich interessiert tatsächlich, wo ihr hier die Grenze ziehen würdet.

Quelle zum konkreten Fall: Apollo News, 02.10.2026.
 
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Clazina
3. Okt. 17:51
Bei Vermittlung ist dem Verein überlassen wer den Hund bekommt. Ganz einfach. Habe ich mehrere geeignete Bewerber und davon ist jemand in der afd? Dann fliegt der raus. Auch bei Pflegestellen die Hunde vermitteln, entscheidet Bauchgefühl und Sympathie mit. Finde ich völlig legitim.
 
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Susi
3. Okt. 17:53
Das nennt man Demokratie? Es ist unfassbar, dass das Wohl eines Tieres von der politischen Gesinnung abhängig gemacht wird. Ich könnte nur noch kotzen.
 
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Martina
3. Okt. 17:55
Ich finde es für sehr undemokratisch
 
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Stefan
3. Okt. 17:55
Liebe Leute , vertut Eure Lebenszeit doch nicht mit solchen , auf fragwürdigen Quellen beruhenden , Fragestellungen ! Schaut oder hört Euch lieber nochmal die Rede unseres Bundespräsidenten an !
 
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Franzi
3. Okt. 17:56
Wieviele von euch hätten denn alleine beim Namen Vanessa Behrendt sofort gewusst, dass sie Landtagsabgeordnete ist? Ein Allerweltsname. Es erscheint mir nicht besonders wahrscheinlich, dass bei einem Interessenten innerhalb von 15 min zuallererst mal die politische Gesinnung gegoogelt wird...
In der heutigen Zeit, finde ich es gar nicht mehr so abwegig auch Personen zu Googlen. Und das das schneller geht als 15 min ist denke ich auch kein Mysterium.
 
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Franzi
3. Okt. 17:56
Bin auch nicht sicher, ob die Geschichte so stimmt. Nachdem wir unsere Hündin auch aus dem Tierschutz haben und uns im Vorfeld auch andere Hunde angeschaut haben, wurden wir nie nach unserer politischen Ausrichtung gefragt. Da standen andere Dinge, wie Unterbringung etc im Vordergrund. Bin daher skeptisch.
So sollte es sein.
 
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Petra
3. Okt. 17:56
Ist ja Rufschädigung wenn ein Verein an AfD Politiker vermittelt wird. Andere Adoptionswillige könnten abspringen. 🤷🏼‍♀️.
 
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Margit
3. Okt. 17:57
Kann ich leider nicht nachvollziehen. Was ist wichtiger,das es dem Hund gut geht, ein liebevolles Zuhause findet oder der Hund was weiß ich wie lange sein Leben hinter Gitter verbringt.
Da geht es wohl NICHT um Tierwohl sonder nur um Ideologie.
TRAURIG,TRAURIG 🥲
 
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Andreas
3. Okt. 17:57
Deep Search:

Eine wirklich unabhängige journalistische Bestätigung des zentralen Vorgangs finde ich bislang nicht. Also keinen NDR, dpa, HAZ, Braunschweiger Zeitung, Spiegel, Zeit, Tagesspiegel usw., der selbst recherchiert und beispielsweise mit dem Verein gesprochen oder den vollständigen Schriftverkehr unabhängig geprüft hätte.
Was sich aber aus Primärquellen unabhängig bestätigen lässt:
Vanessa Behrendt ist tatsächlich AfD-Abgeordnete im Niedersächsischen Landtag und wird dort offiziell als Hundetherapeutin geführt. �
Landtag Niedersachsen
Fortuna Animali e.V. existiert tatsächlich, vermittelt Hunde aus Italien nach Deutschland und beschreibt seinen Zweck entsprechend auf der eigenen Website. �
Fortuna Animali
Der Verein beschreibt seinen normalen Vermittlungsprozess ziemlich ausführlich: Hundeerfahrung, Wohnsituation, Dauer des Alleinbleibens, Selbstauskunft, Gespräche und Vorkontrolle. Politische Einstellung oder Parteizugehörigkeit erscheint dort nicht als Vermittlungskriterium. �
Fortuna Animali
Der Verein betont an anderer Stelle sogar ausdrücklich, dass er beispielsweise ältere Interessenten nicht pauschal ausschließt, sondern individuell prüft, welcher Hund passt. �
Fortuna Animali
Der entscheidende Satz
„Aufgrund Ihrer politischen Zugehörigkeit sehen wir von einer Adoption eines ausländischen Hundes an Sie ab“
ist allerdings bisher nur über den veröffentlichten WhatsApp-Verlauf belegt. Apollo behauptet, der vollständige Chat liege der Redaktion vor; NIUS sagt inzwischen ebenfalls, ihm liege der Austausch vor bzw. er kursiere öffentlich. �
Apollo News + 1
Es gibt zwar inzwischen weitere Berichte, aber die lösen das Quellenproblem nicht. Brussels Signal etwa berichtet ebenfalls darüber, stützt sich für den entscheidenden WhatsApp-Austausch aber ausdrücklich auf Apollo. Das ist also keine unabhängige Zweitbestätigung. � Andere Seiten übernehmen wiederum Apollo oder NIUS nahezu direkt.
Brussels Signal
Und besonders wichtig: Eine öffentliche Stellungnahme von Fortuna Animali finde ich derzeit nicht. Sowohl Apollo als auch NIUS schreiben, der Verein habe auf ihre Anfragen bis zur Veröffentlichung nicht geantwortet. � Auf der Vereinswebsite ist bislang ebenfalls keine Erklärung zu dem Vorgang zu finden.
Apollo News + 1
Damit würde ich den Informationsstand momentan so einordnen:
Gut belegt: Personen, Verein, Tätigkeit des Vereins, Behrendts beruflicher Hintergrund und die offiziellen Vermittlungskriterien.
Plausibel und durch Screenshots gestützt, aber noch nicht unabhängig verifiziert: Dass eine Mitarbeiterin des Vereins genau diese Absage wegen Behrendts politischer Zugehörigkeit geschickt hat.
Noch offen: Kontext des gesamten Austauschs, Autorisierung der Nachricht durch den Vereinsvorstand, mögliche weitere Gründe und vor allem die Darstellung des Vereins selbst.
Das ist tatsächlich einer dieser Fälle, bei denen ich noch nicht „Falschmeldung“ sagen würde – aber auch nicht „unabhängig bestätigt“. Der nächste wirklich interessante Schritt wäre eine Stellungnahme des Vereins oder eine Recherche eines Mediums, das den Chat selbst verifiziert und beide Seiten befragt.
 
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Marion
3. Okt. 18:01
Die Antwortfindung war nicht einfach. Ich habe verschiedene Perspektiven berücksichtigt, den kategorischen Imperativ angewendet und auch mich selbst hinterfragt, da ich Programm und Propaganda der AfD auch selbst ablehne. Zusätzlich habe ich aber auch recherchiert das Ergebnis meiner Recherche hat meine Meinung stark geprägt.

Ich komme zu dem Ergebnis, dass der Tierschutzverein im Recht ist:

Es ist nicht okay, dass eine Abgeordnete MigrantInnen aus dem Ausland deportieren, aber Hunde aus dem Ausland adoptieren möchte. Das ist ein wirklich suspekter ethischer Modus.

Sie selbst postet auch nur Screenshots eines Austauschs auf Instagram. Das ist keine offizielle Adoptionsanfrage, die da abgelehnt wurde. Das ist ein blanker Instagramaustausch - etwas komplett unverbindliches.

Fun fact: Auf dem Screenshot, den Frsu Behrendt publiziert hat, ist noch nicht einmal erkenntlich, wer ihr denn da geantwortet hat.


Komischerweise berichten neben Behrendt auch nur rechte Medien wie Niuws, Apollo und einige Verteilerkanäle der AfD darüber. Es ist halt lediglich ein Instagramaustausch, der nun von Rechten künstlich aufgebauscht wird.

Ist das wirklich im Sinne der Setterhündin? Geht bei der Inszenierung dieser politischen Opferrolle wirklich noch um die Hündin? Nein, um die Hündin geht es nicht.

Vanessa Behrendt argumentiert selber mit dem Schicksal der Hündin. In der Wahl zwischen ihrer Ideologie und dieser Hündin, war die Hündin aber nicht mehr wichtig.

Die Hündin und ihr Schicksal werden gerade von der Abgeordneten einer rechtsextremen Partei instrumentalisiert, um das Märchen der armen verfolgten Rechten zu erzählen. Das war nicht das erste, das einzige oder gar das letzte Mal, das Abgeodnete der AfD so agieren.

Der Verein hatte also Recht die Hündin nicht an Frau Behrendt zu vermitteln. Hunde haben Besseres verdient, als eine solche Instrumentalisierung.