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Biggi
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zuletzt 24. Juli

Leine ab, die regeln das schon

Hallo zusammen, vorgestern wurde mein Hund von 2 nicht angeleinten Briards angegriffen. Die Situation war für uns beide etsetzlich, weil ich keine Chance hatte meinen Hund irgendwie zu schützen. Die beiden großen Hunde waren überall, haben völlig entgleist auf Rudi und auch mich eingehackt. Der Halter kam irgendwann angeschlendert und sah dem Ganzen zu. Ich habe ihm zu gerufen, er möge die Hunde zurück pfeifen, sie anleinen. Seine Antwort " machen Sie doch ihren los, die regeln das" Angesehen davon, dass mir das gar nicht möglich gewesen wäre, da ich bei der Attacke irgendwie an meinen Hund zu kommen, der am Boden kriechend und jaulend irgendwie versuchte den Hunden zu entkommen die überall über ihm waren, fand ich diese Aussage zum speien. Er machte keine Anstalten in irgendeiner Form einzugreifen. Ich habe es dann geschafft meinen 16 kg schweren Hund zu schnappen und ihn hoch auf meine Schulter zu heben. Auch dann sprangen sie noch an mir hoch und schnappen nach den Beinen meines Hundes. Es erschien dann die Tochter des 80 jährigen Mannes und schaffte es ihre Hunde zurück zu rufen. Ich stand total unter Schock, habe nur noch geweint und meinen winselnden Hund in Sicherheit gebracht. Selbst da wurde mir noch die Schuld gegeben mit den Worten " Sie hätten ihn bloß die Leine abnehmen müssen" Ich meine, die hätten ihn in ihrer Extase totgebissen. Rudi hat viel Gott sei Dank oberflächliche Bisswunden und ich an den Beinen und im Gesicht, die wohl beim Hochnehmen entstande ist. Wie seht ihr diese Situation.
 
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Christine
23. Juli 19:08
Hast du schonmal versucht eine Beisserei zu vermeiden? Durch Stress oder Hund hoch heben. Hat das funktioniert? Die Frau und ihr Hund sind Opfer tuen mir leid und der Besitzer mit den anderen Hunden ist der Schuldige und muss bestraft werden. Wie es genau war und weitere Urteile liegen mir fern. Es hätte auch anders laufen können wenn beide Hundehalter souveräner und richtiger gehandelt hätten. Einer hätte es ganz einfach vermeiden können! Das bezweifle ich nicht! Trotzdem ist es aber auch so daß dieser schon schlimme Ausgang wirklich nicht mit richtigen Hundebissen zu vergleichen ist. Ein Hundebiss im Gesicht wenn der Hund richtig böse ist sieht nun mal ganz anders aus. Ich will nichts schön reden. Ich habe aber schon schlimmeres erlebt. Und wenn der Schuldige bestraft wird kann das Opfer ja auch Schlüsse ziehen.
Solche Kommentare entbehren jeglicher Logik.

Klar, sie hätte warten sollen, bis diese aggressiven Hunde die kleine Maus zerfleischt und Biggi's Gesicht so richtig zerbissen hätten.

Dann hätte sie wohl erst dein volles Verständnis. 🙄
 
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Silke
23. Juli 19:09
Vielen Dank für eure Antworten. Ich habe heute einen Termin beim Anwalt. Was mich noch interessieren würde, wie steht ihr zu der Aussage "Leine los, die regeln das schon" in einer so extremen Situation
Leinen los, sagt man so leicht. Erstmal ist jede Situation anders, zweitens das Verhältnis Hund zu Hund muss stimmen. Größe zum Beispiel. Ihre Situation, wie Sie sie geschildert haben, hat ihr Hund ja garkeine Chance gehabt. Zwei gegen Einen und noch viel größere Hunde. Eine Aussage von einem überheblichem alten Mann. Faust in der Tasche.
 
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Sina
23. Juli 19:17
Leinen los, sagt man so leicht. Erstmal ist jede Situation anders, zweitens das Verhältnis Hund zu Hund muss stimmen. Größe zum Beispiel. Ihre Situation, wie Sie sie geschildert haben, hat ihr Hund ja garkeine Chance gehabt. Zwei gegen Einen und noch viel größere Hunde. Eine Aussage von einem überheblichem alten Mann. Faust in der Tasche.
Also der eigentliche Sinn von "Leinen los" ist nicht, dass man jetzt gemütlich abwartet wer den Kampf gewinnt, sondern dass es dem unterlegenen Hund die Möglichkeit gibt zu beschwichtigen und damit zu deeskalieren. Diese Möglichkeiten der Kommunikation sind durch die Leine eingeschränkt.
Deshalb ist es grundsätzlich schon sinnvoll.

Beispielsweise möchte der Hund den Kampf beenden in dem er sich beschwichtigend auf den Rücken legt.
In dieser Situation wird dann verharrt und dann ist der Kampf für den Kontrahenten beendet. Zieht aber jetzt nun der Besitzer den Hund an der Leine aus dieser Position, oder lässt ihm gar nicht den Raum dafür, heisst das für den Kontrahenten, dass der andere sich nicht unterordnen will und katapultiert ihn dann gleich in die nächste Eskalationsstufe.

Aber natürlich ist jede Situation anders, und natürlich kann es das auch schlimmer machen, wenn der Hund dann zB in Panik über die Strasse läuft.

Und natürlich geht es da um sozialisierte Hunde, die nicht schon generell mit Verletzungsabsicht durch die Gegend laufen.
Aber wenn es gleich so extrem eskaliert wie in diesem Fall, dann hätte es eventuell auch nichts gebracht.
 
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Gabriele
23. Juli 19:20
Ich glaube da haben wir uns falsch verstanden. Mit Leine natürlich und nach gegenseitiger Absprache! Ich kann anstürzende Hunde auch nicht ab,zumal ich einen unsicheren Hund habe und gerade heute auch wieder so einen Schreckmoment erlebt habe.
Dann haben wir uns falsch verstanden 😉. Danke für die Klärung
 
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Angelina
23. Juli 19:24
Mein Hund ist auch bereits 2x angegriffen worden. Nach meinem jetzigen Erfahrungen würde ich es Anzeigen, da das andere Ende an der Leine kein verantwortliches Verhalten zeigt .
Zum Glück ist nicht mehr passiert
 
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Dennis
23. Juli 19:25
Meine Versuche die Hunde mit den Beinen weg zu drängen scheiterten, weil die beiden Hunde wie Schlangen irgendwie überall waren und viel zu kräftig um irgendwas zu bewirken. Was noch zu erwähnen wäre, die Leute hatten nicht einmal Leinen dabei.
Unglaublich verantwortungslos, solche Menschen sollten keine Hunde haben. Ihnen und ihrem Hund gute Besserung.
Solche Leute gibt's leider überall.
 
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C
23. Juli 19:27
Wir hatte vor 1,5 Jahren einen Angriff, mein Hund war schwer verletzt, eine aufwändige OP inklusive Klinikaufenthalt folgte, drei Monate intensive Nachsorge. Passiert ist trotz Anzeige gegen den Halter, Kontakt mit dem Veterinäramt etc. rein gar nichts und das ist keine Seltenheit. Die Gesetze sind hier einfach zu lapidar. Ich bin da in der Zwischenzeit sehr radikal und plädiere für folgende Regel: Greifen Hunde an und verletzten einen anderen fremden Hund oder Mensch, sofortiges Einschläfern. Nur so werden die rücksichtslosen Idioten sich dreimal überlegen ob sie ihre aggressiven Hunde ohne Leine oder Maulkorb laufen lassen, wo Begegnungen mit Fremden möglich sind.

Was ich dir rate: Mache in den nächsten Tagen und Wochen langsam. Viel Ruhe für dich und deine Hund. Das Trauma braucht seine Zeit um zu heilen. Nervenregulationsübungen und immer wenn die Bilder kommen, lenke dich ein wenig ab. Mach etwas Kreatives oder Handwerkliches, irgendwas was deine Hände beschäftigt. Das lenkt um und zentriert dich wieder ein wenig. Gehe erstmal Wege, die du gut einsehen kannst und wo du das Gefühl hast, einen Überblick zu haben. Und, wenn es dir Sicherheit verschafft, besorge dir Tierabwehrspray und/oder den Pet Corrector. Dieser macht ein lautes Knallzischgeräusch und wenn ein Hund auf dich zurennt und du diesen nutzt, ist die Chance groß, dass der sofort abzieht. Das geht natürlich nur, wenn dein Hund auf so etwas nicht panisch reagiert. Ich war am Anfang auch immer noch mit einem Knirps (Regenschirm) unterwegs. Mit diesem kannst du auch gut auf Knopfdruck eine Barriere schaffen. Es ist wichtig über solche kleinen Hilfsmittel, das Gefühl der Kontrolle wieder zu bekommen. Wohlwissentlich, dass sie nicht bei jedem Angriff funktionieren aber doch für viele Situationen eine Wahl darstellen.

Damit du diese griffbereit haben kannst, empfehle ich dir diese Tasche zum umbinden: https://amzn.eu/d/0ikbpk2Q

Für deinen Hund: Schau was er braucht und wenn er andere Hunde meidet, dann zwinge ihn nicht in Begegnungen sondern übernehme die Führung und Sorge für Distanz. Es gilt die Devise: Erst Sicherheit schaffen und dann mit ausgewählten Hunden wieder in den Kontakt gehen. So habe ich verhindert, dass mein Hund bei weiteren Begegnungen Angst oder Aggression zeigt. Keine Experimente mit Fremdhunden. Lass dich da auch nicht reinquatschen von der „Leinenlos, die machen das schon Fraktion“. Weil das sind genau die, die für Situation verantwortlich sind, die andere verletzen oder in Not bringen.

Ich wünsche dir alles Gute🤗du wirst das nicht vergessen, die Angst wird immer mal wieder da sein aber du lernst damit zu leben und hast dann auch wieder Freude mit deinem Hund in der Natur.
 
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André
23. Juli 19:29
Also der eigentliche Sinn von "Leinen los" ist nicht, dass man jetzt gemütlich abwartet wer den Kampf gewinnt, sondern dass es dem unterlegenen Hund die Möglichkeit gibt zu beschwichtigen und damit zu deeskalieren. Diese Möglichkeiten der Kommunikation sind durch die Leine eingeschränkt. Deshalb ist es grundsätzlich schon sinnvoll. Beispielsweise möchte der Hund den Kampf beenden in dem er sich beschwichtigend auf den Rücken legt. In dieser Situation wird dann verharrt und dann ist der Kampf für den Kontrahenten beendet. Zieht aber jetzt nun der Besitzer den Hund an der Leine aus dieser Position, oder lässt ihm gar nicht den Raum dafür, heisst das für den Kontrahenten, dass der andere sich nicht unterordnen will und katapultiert ihn dann gleich in die nächste Eskalationsstufe. Aber natürlich ist jede Situation anders, und natürlich kann es das auch schlimmer machen, wenn der Hund dann zB in Panik über die Strasse läuft. Und natürlich geht es da um sozialisierte Hunde, die nicht schon generell mit Verletzungsabsicht durch die Gegend laufen. Aber wenn es gleich so extrem eskaliert wie in diesem Fall, dann hätte es eventuell auch nichts gebracht.
Klar Deeskalation mitten im Stadtviertel, so machen das Wildhunde und Wölfe in der freien Natur, in einer Stadt, aha sehr interessant hab was neues gelernt....tja man lernt nie aus, also die Hunde regeln das schon und achten auf Verkehr und Passanten etc. Pp, ok jetzt weiß ich wie ich demnächst reagiere, hab ja ne Versicherung die dat regelt!!!😂🤠🦮
 
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Silke
23. Juli 19:31
Also sind dir die Wunden nicht schlimm genug und meinst daran messen zu können, dass die Hunde nicht wirklich aggressiv waren? Ich war dabei und kann behaupten sie waren hochgradig aggressiv. So sehr, das mich diese Bilder nicht mehr loslassen, mich Tag und Nacht triggern, ich meinen Hund schon tot gesehen habe. Das nicht mehr passiert ist kommt vielleicht weil mein Hund sich unter den Hunden gewunden hat wie verrückt. Oder er hatte einfach einen Schutzengel.
Er hatte dich und du hast ihm das Leben gerettet. ❤️🙏
 
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Li
23. Juli 19:33
Ich bin genauso entsetzt. Aber das scheint hier bei Vielen üblich zu sein, den Opfern die Schuld in die Schuhe zu schieben. Ist ja auch bequem.
Ja, so sieht es bei Einigen wirklich aus.

Ich würde mal gerne wissen, was wäre, wenn die selbst auf einmal mit ihren Hunden die Opfer wären...

Da sieht die Sache dann schon wieder ganz anders aus.

Ich habe selbst seit Jahren immer Tierabwehrgel dabei.

Benutzt habe ich es noch nie.
Liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich Allen, wo ich mir denke, dass es nicht gutgehen ksnn, aus dem Weg gehe und den Wald hier auch meide.

Ansonsten leinen die restlichen Leute meistens an.

In einem anderem Thread war ich schon Diejenige, die drüber war, weil ich das Gel dabei habe.

Es ist zum Schutz gedacht, für meinen Hund und mich und dafür wird es verkauft.

Da hatte auch Jemand gemeint, ich müsste mich erst beißen lassen, bevor ich es benutzen darf.

Soweit ist es schon gekommen.
Man darf dich gegen den Angreifer erst wehren, wenn der Hund schon gebissen hat.

Das ist doch verrückt.
Wehe man geht gegen den armen Hund, der angreifen und beißen will, aber meinen Hund und mich verletzen, das ist in Ordnung.

Was ist denn das für eine falsche Welt???