Prinzipiell meinen wir ja wahrscheinlich das Gleiche. Und es ist natürlich völlig klar, dass ein 60 kg Hund an einer solchen Leine nochmal etwas ganz anderes ist, als ein 10 oder 15 kg schwerer Hund. Das sollte sich jeder vorstellen können. Mir ging es um diese Formulierung und das hat nichts mit einem Rechtsanwalt zu tun. Hier lesen ja auch unerfahrene Hundehalter mit, oder welche, die es sogar erst noch werden wollen. Und da entsteht sonst der falsche Eindruck, ich erziehe meinen Hund mal eine Weile und wenn ich fertig bin, ist alles super und klappt ab sofort dann immer. Und genau so ist das ja eben nicht. Und Erziehung und Training gehört für mich einfach zusammen. Das sind keine zwei getrennten Dinge. Du wirst ohne Training keinen gut erzogen Hund bekommen. Nur durch das konsequente Training kann ich ihm doch meine Regeln und Kommandos begreiflich machen und dann natürlich immer wieder üben und festigen. Und das ist halt nicht irgendwann abgeschlossen. Natürlich hat man dann einen Grund drin und das Ganze wird nach und nach leichter und immer besser. Das ist ja das Ziel. Trotzdem wird ein Hund (genau wie Kinder auch) das immer mal wieder hinterfragen, der eine mehr, der andere weniger🤪und dann ist erneut Training angesagt. Dazu kommen immer mal wieder neue Baustellen oder Lebensumstände, die jedes Mal wieder erneutes intensiveres Training erfordern, denn eigentlich trainiert man ja immer. 🤷♀️ Das meine ich damit, dass das nie abgeschlossen ist und man sich nie zu 100% darauf verlassen kann, gerade mit Schleppleine oder auch im Freilauf. Der Hund kann das 100 mal gut machen. Beim 101 Mal knallt oder donnert es vielleicht, ein Hase rennt über den Weg oder was auch immer. Und dann reagiert der Hund eben vielleicht nicht so, wie erwartet und es trainiert wurde. Und genau das meine ich . Nun muss jeder für sich entscheiden, ob er wegen des Restrisikos den Hund dann nie an die Schleppleine nimmt ( ist sicher eben auch größenanhängig), oder nie in den Freilauf lässt….
Ich für meinen Teil gehe dieses Restrisiko ein, versuche natürlich, es so klein wie möglich zu halten. Gerade die Schleppleine sollte ja eigentlich sowieso nur vorübergehend zum Training verwendet werden, um z.B. nach und nach in den Freilauf zu kommen und/ oder den Rückruf zu üben. Irgendwann muss man dann aber trotzdem das Risiko eingehen, dem Hund zu vertrauen. Für mich käme z.B. nicht infrage, den Hund lebenslang an der Leine zu führen, nur weil er vielleicht doch im schlimmsten Fall einem Reh oder Hasen nachlaufen könnte, was mir z.B. bei meinem ersten Hund in fast 16 Jahren 2 mal passiert ist.
Und noch einmal, ich gebe dir völlig recht, dass es auch abhängig von der Größe, vom Trainingszustand und auch vom Temperament des jeweiligen Hundes ist, wie und wann man das entscheidet. Das muss jeder nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden. Das Problem ist, dass einige dazu offensichtlich nicht wirklich in der Lage sind, oder sich nicht die Mühe machen zu trainieren und einfach einem unerzogenen Hund mehr Freiheit an der Flexi oder Schleppleine geben. 🙈🙈🙈
Dann meinen wir ja schon im Grunde das Gleiche!
Ich erlebe es nur sehr oft hier im Forum, obwohl ich noch nicht so lange dabei bin, dass Beiträge (nicht nur meine, sondern auch die von anderen) völlig grundlos von einigen Leuten auseinander genommen werden, um quasi das Haar in der Suppe zu finden. Oft geht es nicht fair zu, egal um welches Thema es gerade geht. Ich wusste garnicht, dass sich Hundehalter teilweise derart bekriegen können, obwohl sie alle im Grunde die Liebe zu ihrem Tier verbindet. Mittlerweile bin ich schlauer.
Ich wollte mit meinem Beitrag lediglich mal darauf aufmerksam machen, was vielen Leuten nicht bewusst ist, nämlich dass Hunde an solch langen Leinen, aufgrund des Verhaltens und der Größe trotzdem nicht gesichert sein können, wenn die Erziehung nicht stimmt. Oft werden die Gefahren unterschätzt, was dann zu Unfällen führen kann. Ich wollte nur mal die Sinne dafür schärfen, denn ich darf die Kräfte, die auf einen Körper dabei einwirken können, jedesmal wieder aufs Neue in Extremform erleben, wenn ich mich wieder einmal von einem gut erzogenen Vorgänger verabschieden musste, einen neuen Welpen bekomme und von neuem anfange, einem rasant wachsenden, manchmal uneinsichtigen Clown 🤣 soetwas beizubringen. Ich würde mir wünschen, dass die Hundehalter, die sie verwenden und alltäglich den Gebrauch dieser Leinen völlig unterschätzen, einfach mal diese Kräfte spüren kömnten, die ein Hund an einer solchen Leine entwickeln kann (und dazu bedarf es noch nicht einmal 60 kg oder mehr). Das halten nämlich viele Leute nicht für möglich, bis zu dem Zeitpunkt, in dem sie ihrem Hund auf einmal hinterher fliegen und unsanft zu Boden gehen oder aber so schlau sind, die Leine einfach rechtzeitig loszulassen, denn die wird ihnen eh entrissen. Aber dann ist es für den Auslöser meistens zu spät. Darum ging es mir.