Wenn du richtig klugscheißen willst, dann musst du da ein bisschen präziser sein.
Hund haben nicht "gelernt" durch bellen zu kommunizieren, so funktioniert Selektion nicht.
Wölfe bellen nicht, das ist richtig, geben aber Lautäußerungen von sich. Oft nennt man es "Puffen", sie stoßen kurz Luft aus. Sieht man auch noch bei Hunden, die quasi mit geschlossenem Fang "bellen".
Für den Menschen war diese Form der Ankündigung von Gefahren nützlich, also wurden Wölfe, die stärker "gepufft" haben besser versorgt, haben mehr Nachkommen bekommen und so wurde das Puffen immer lauter und schließlich das Bellen, das wir von heutigen Hunden kennen.
Später wurde dann natürlich auch noch durch selektive Zucht je nach Rasse Bellverhalten aktiv geformt und gefestigt.
Aber in der Ursprünglichen Domestikation waren die Lautäußerungen der Wölfe einfach nützlich für den Menschen. Wölfe, die weniger scheu waren haben in der Nähe von Menschen verharrt und deren Abfälle gefressen, Wölfe die viel "gepufft" haben wurden besonders geschätzt und versorgt, haben dadurch Vorteile bei der Fortpflanzung gehabt und so wurde das Warnbellen selektiert.
Zitat aus „Hundeforschung aktuell“ Gansloßer und Kitchenham:
In Forscher- und Trainerkreisen hat sich lange Zeit wacker die Ansicht gehalten, dass die Kommunikation über Laute für Hunde keine große Bedeutung hätte. Nur im Zusammenspiel mit dem Verhalten und der Gesichtsmimik sei demnach für den Empfänger zu erkennen, was der Sender eines Signales gern mitteilen würde. Dass Hunde über Laute Inhalte transportieren, die kontextspezifisch über ihre Absichten und inneren Zustände informieren möchten, erschien lächerlich. Heute wissen wir durch die Studien im funktionellen Magnetresonanztomographen, dass das Hundegehirn sehr aktiv auf akustische Informationen reagiert und diese verarbeitet (siehe hier). Doch lange vor der Zeit der Sichtbarmachung von Gehirnaktivitäten unserer Hunde war es Dr. Dorit Feddersen-Petersen, die sich der akustischen Kommunikation von Kaniden annahm (Feddersen-Petersen, 2000). Sie zeichnete Laute in verschiedenen Situationen (Jaulen, Fiepen, Bellen, Knurren) auf und machte sie durch Spektogramme sichtbar. Dadurch konnten Unterschiede je nach Kontext deutlich gemacht werden.