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Julie
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Anzahl der Antworten 161
zuletzt 14. Mai

600€ für siebenwöchigen Hundekurs?

Wir haben viele Verhaltensprobleme (bellen, pöbeln, hüten, beißen....). Wenn das nicht besser wird, werde ich auch nicht aus meiner jetzigen Wohnsituation ausziehen können (was eigentlich von nöten ist), weil kein Vermieter so etwas akzeptieren wird. Jetzt habe ich einen 7-wöchigen Hundekurs für 600€ gefunden, der sich wie für uns gemacht anhört. Ich habe mich selten so verstanden gefühlt. Ich könnte es nur in Raten abzahlen und es wäre verdammt knapp vom Budget her, aber ich sehe es als Investition für unsere Zukunft. Bekannte raten mir aufgrund des Preises davon ab. Was würdet ihr tun? EDIT: Der Kurs ist Online von einer Hundetrainerin, die sich auf bestimmte Hunde spezialisiert hat. Es gibt einmal die Woche 2h Gruppenzoomcall, es werden Videos zur Verfügung gestellt und man kann die Trainerin jederzeit erreichen und ihr Videos schicken oder Fragen
 
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Julia 🐾Nero
14. Mai 10:31
Hier übrigens Nero beim "Puffen".
 
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Ingo
14. Mai 10:57
Hier übrigens Nero beim "Puffen".
Meiner liegt manchmal wie ein Alligator mit hochgestellten Ohren in der Nähe und ist am "Puffen" Manchmal auch einen leisen laut dazu.
 
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Jochen
14. Mai 11:39
Wenn du richtig klugscheißen willst, dann musst du da ein bisschen präziser sein. Hund haben nicht "gelernt" durch bellen zu kommunizieren, so funktioniert Selektion nicht. Wölfe bellen nicht, das ist richtig, geben aber Lautäußerungen von sich. Oft nennt man es "Puffen", sie stoßen kurz Luft aus. Sieht man auch noch bei Hunden, die quasi mit geschlossenem Fang "bellen". Für den Menschen war diese Form der Ankündigung von Gefahren nützlich, also wurden Wölfe, die stärker "gepufft" haben besser versorgt, haben mehr Nachkommen bekommen und so wurde das Puffen immer lauter und schließlich das Bellen, das wir von heutigen Hunden kennen. Später wurde dann natürlich auch noch durch selektive Zucht je nach Rasse Bellverhalten aktiv geformt und gefestigt. Aber in der Ursprünglichen Domestikation waren die Lautäußerungen der Wölfe einfach nützlich für den Menschen. Wölfe, die weniger scheu waren haben in der Nähe von Menschen verharrt und deren Abfälle gefressen, Wölfe die viel "gepufft" haben wurden besonders geschätzt und versorgt, haben dadurch Vorteile bei der Fortpflanzung gehabt und so wurde das Warnbellen selektiert.
Zitat aus „Hundeforschung aktuell“ Gansloßer und Kitchenham:

In Forscher- und Trainerkreisen hat sich lange Zeit wacker die Ansicht gehalten, dass die Kommunikation über Laute für Hunde keine große Bedeutung hätte. Nur im Zusammenspiel mit dem Verhalten und der Gesichtsmimik sei demnach für den Empfänger zu erkennen, was der Sender eines Signales gern mitteilen würde. Dass Hunde über Laute Inhalte transportieren, die kontextspezifisch über ihre Absichten und inneren Zustände informieren möchten, erschien lächerlich. Heute wissen wir durch die Studien im funktionellen Magnetresonanztomographen, dass das Hundegehirn sehr aktiv auf akustische Informationen reagiert und diese verarbeitet (siehe hier). Doch lange vor der Zeit der Sichtbarmachung von Gehirnaktivitäten unserer Hunde war es Dr. Dorit Feddersen-Petersen, die sich der akustischen Kommunikation von Kaniden annahm (Feddersen-Petersen, 2000). Sie zeichnete Laute in verschiedenen Situationen (Jaulen, Fiepen, Bellen, Knurren) auf und machte sie durch Spektogramme sichtbar. Dadurch konnten Unterschiede je nach Kontext deutlich gemacht werden.
 
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Bianca
14. Mai 11:51
Hallo,
Ich habe auch soviele Probleme gehabt und dann einen Onlinekurs für 4 Monate absolviert (bei Steve Kaye)
Das war das beste, was mir nach 2 hiesigen Hundetrainern passieren konnte. Es gibt da eine Menge an Video-Modulen, systematisch nach Themen aufgebaut und immer wieder abspielbar, eine 24/7 WhatsApp Gruppe nur mit Dir und Trainern, Zoomcalls zum Viedeohochladen und analysieren, das hat mein Wissen so immens aufgebaut, dass ich meine Hunde verstanden habe und seit dem weiß, was ich in welcher Situation zuhause und im Alltag tun kann, falls deine Hundetrainerin auch ähnlich arbeitet, wird es gut sein.
 
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Sebbi
14. Mai 11:56
Liebe Julia, Liebrr Jochen!

Glückwunsch zum Fachabitur in Kynologie! 😉 Ob Selektion oder Lernen – am Ende des Tages bellt der Hund uns an und der Wolf nicht. Man kann Dinge auch unnötig kompliziert machen.

Um was ging es hier eigentlich noch mal? Ach ja, um die Entscheidung für den Kurs und die existenzielle Wohnsituation.🤭
 
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Julia 🐾Nero
14. Mai 12:08
Liebe Julia, Liebrr Jochen! Glückwunsch zum Fachabitur in Kynologie! 😉 Ob Selektion oder Lernen – am Ende des Tages bellt der Hund uns an und der Wolf nicht. Man kann Dinge auch unnötig kompliziert machen. Um was ging es hier eigentlich noch mal? Ach ja, um die Entscheidung für den Kurs und die existenzielle Wohnsituation.🤭
Darum geht es hier schon seit Wochen nicht mehr 😅👍

Aber wieso weißt du mich und Jochen darauf hin und nicht die ellenlange Diskussion über Stress und Bellen?
 
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Marie
14. Mai 12:18
Wenn du richtig klugscheißen willst, dann musst du da ein bisschen präziser sein. Hund haben nicht "gelernt" durch bellen zu kommunizieren, so funktioniert Selektion nicht. Wölfe bellen nicht, das ist richtig, geben aber Lautäußerungen von sich. Oft nennt man es "Puffen", sie stoßen kurz Luft aus. Sieht man auch noch bei Hunden, die quasi mit geschlossenem Fang "bellen". Für den Menschen war diese Form der Ankündigung von Gefahren nützlich, also wurden Wölfe, die stärker "gepufft" haben besser versorgt, haben mehr Nachkommen bekommen und so wurde das Puffen immer lauter und schließlich das Bellen, das wir von heutigen Hunden kennen. Später wurde dann natürlich auch noch durch selektive Zucht je nach Rasse Bellverhalten aktiv geformt und gefestigt. Aber in der Ursprünglichen Domestikation waren die Lautäußerungen der Wölfe einfach nützlich für den Menschen. Wölfe, die weniger scheu waren haben in der Nähe von Menschen verharrt und deren Abfälle gefressen, Wölfe die viel "gepufft" haben wurden besonders geschätzt und versorgt, haben dadurch Vorteile bei der Fortpflanzung gehabt und so wurde das Warnbellen selektiert.
Amen 🙏
 
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Tina
14. Mai 12:19
Ich fands richtig interessant
Danke ☺️
 
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Andreas
14. Mai 12:22
Finger weglassen.
 
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Julia 🐾Nero
14. Mai 12:23
Zitat aus „Hundeforschung aktuell“ Gansloßer und Kitchenham: In Forscher- und Trainerkreisen hat sich lange Zeit wacker die Ansicht gehalten, dass die Kommunikation über Laute für Hunde keine große Bedeutung hätte. Nur im Zusammenspiel mit dem Verhalten und der Gesichtsmimik sei demnach für den Empfänger zu erkennen, was der Sender eines Signales gern mitteilen würde. Dass Hunde über Laute Inhalte transportieren, die kontextspezifisch über ihre Absichten und inneren Zustände informieren möchten, erschien lächerlich. Heute wissen wir durch die Studien im funktionellen Magnetresonanztomographen, dass das Hundegehirn sehr aktiv auf akustische Informationen reagiert und diese verarbeitet (siehe hier). Doch lange vor der Zeit der Sichtbarmachung von Gehirnaktivitäten unserer Hunde war es Dr. Dorit Feddersen-Petersen, die sich der akustischen Kommunikation von Kaniden annahm (Feddersen-Petersen, 2000). Sie zeichnete Laute in verschiedenen Situationen (Jaulen, Fiepen, Bellen, Knurren) auf und machte sie durch Spektogramme sichtbar. Dadurch konnten Unterschiede je nach Kontext deutlich gemacht werden.
Ein sehr spannedes Feld!

Ich kann bei Nero inzwischen auch an der Tonlage und der Dynamik des Bellens relativ gut die Gefühlslage unterscheiden.

Von all den anderen Lautäußerungen ganz zu schweigen.

Die Rhythmik des Verbellens bei Sporthunden ist auch beeindruckend.

Umso cooler finde ich, in welcher Lautäußerungen es seinen Ursprung hat und wie sich Komplexität und Bedeutung entwickelt haben.