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Katrin
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heute 11:34

Qualzucht - Warum Aufklärung alleine nicht reicht

Noch nie wurde soviel Aufklärung betrieben wie heutzutage und trotzdem steigt die Anzahl an Qualzuchthunden. Durch Zufall bin ich auf einen Artikel gestoßen den ich hier gerne teilen möchte, quasi als Diskussionsgrundlage. https://kynologisch.net/qualzucht-psychologie-2/ Es ist etwas viel eröffnet einem aber eine neue Sicht auf das Problem und warum das durch einfaches Aufklären nicht lösbar ist. Mich würde interessieren ob diese Erklärung für euch nachvollziehbar ist? Welche Schlüsse ihr daraus zieht und ob sich eure Meinung über das halten von Qualzuchten dadurch ändert oder nicht? Wie immer bitte lieb und freundlich bleiben und bedenkt bitte das Qualzucht nicht nur brachyzephale Rassen betrifft. Liebe Grüße eure Katrin J. https://www.ardmediathek.de/video/story/leiden-auf-vier-pfoten-zuechten-wir-unsere-haustiere-kaputt/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyNjQ4MTg
 
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Lou
heute 09:15
Das hat das Tierheim Bergheim gestern gepostet..

„Bitte schreibt nicht „Oh, wie süß“. Oder auch nur denken. Diese beiden Hunde sind nicht niedlich, sondern bemitleidenswert. Sie sind das traurige Ergebnis eines aktuellen Modetrends. Dackel sind gerade sehr beliebt. Und für diejenigen, die das ganz Besondere wollen, muss es ein „Merle-Dackel“ sein, mit dem man aufgrund seiner genetisch bedingten, auffälligen Fellzeichnung noch mehr Aufmerksamkeit bekommt.
Die absolute Krönung der Schöpfung sind die „Doppel-Merle-Dackel“. Sie entstehen, wenn zwei Dackel mit dem Merle-Gen miteinander verpaart werden. Dieser Gendefekt kann zu massiven gesundheitlichen Schäden wie Taubheit, Blindheit und Missbildungen der Augen führen. In Deutschland ist diese Verpaarung verboten, da sie als tierschutzwidrige Qualzucht gilt.
Aber wo Geld zu verdienen ist, gibt es auch immer Menschen, die dafür über Leichen gehen.
Vor einigen Tagen wurden zwei dieser Doppel-Merle-Dackel vor unserem Tierheim ausgesetzt. Vermutlich, weil sie missgebildet und damit unverkäuflich sind.
Die gerade einmal fünf Wochen alten Hunde sind blind und sitzen bei uns unter der Rotlichtlampe, weil sie viel zu früh von ihrer Mutter entrissen wurden.
Wir kümmern uns intensiv um sie und müssen dann schauen, wie wir ihnen helfen können. Ob wir operativ noch etwas retten können? Wir wissen es noch nicht, das können wir erst beurteilen, wenn sie etwas größer sind.
Es ist schwer, so etwas zu ertragen."
 
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wolf
heute 09:16
Soweit ich mitbekommen habe, gehören Doodles zu sogenannten Morallosen Hintergartenzüchtungen. Das ist, wenn man die Hunde ohne Überlegen zusammen mixt, es garnicht zusammen passt und sie im Nachhinein nur Probleme haben. Charakterlich, sowie auch von Haut und Pflege her. Korrigiert mich gerne, wenn ich falsch liege
Die ursprüngliche Idee eines Labradoodles war durchaus lobenswert und auch einigermaßen gut überlegt. Allerdings steht der "Erschaffer" seiner Kreation mehr als kritisch gegenüber:
https://www.theguardian.com/lifeandstyle/2019/sep/26/labradoodle-inventor-lifes-regret-frankenstein-monster
Dennoch gibt es hier durchaus gute Zuchtprogramme, die die ursprüngliche Idee weiterverfolgen (z. B. https://www.goldendoodleassociation.com/for-breeders/breeder-policies-and-guidelines).
Daher würde ich es pauschal nicht so verurteilen. Allerdings hat sich doodle als Mode-Bezeichnungen für einfache Mixe als wertvoll erwiesen, so daß hier tatsächlich ohne weitere Überlegung verpaart wird.
 
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wolf
heute 10:59
Da spielen einige andere Aspekte rein, die mit dem Hund selbst ja erstmal nichts zu tun haben. Es geht um Halter, die sich nicht richtig damit beschäftigen, was sie sich für einen Hund anschaffen, ja, die scheinbar auch gar nicht richtig informiert waren, was es bedeutet, einen Hund zu haben. Das Geld für einen überteuerten Mode-Mix ist aber vorhanden, genauso für die überteuerten und zweckbefreiten Hundetrainer.

Man sollte wissen, was so ein Labradoodle ist, da vertun sich die meisten. Es sind Energiebündel und unkontrollierte Flummies.

Ich habe aber auch Leute kennengelernt, die gut überlegt einen Doodle geholt haben und mit diesem aktiv sind. Aber die meisten lassen sich durch den Trend und die süßen Bilder verführen.

Gut, ich würde mir schon keinen Pudel holen, von Doodle ganz zu schweigen. Aber das hat primär nichts mit Qualzucht zu tun. Im Gegenteil sind doodles, abgesehen von Merle etc., evtl gesundheitlich noch besser aufgestellt als viele Zuchtrassen.

Aber es bleibt auch immer die Frage offen, ob es eine Qual für den Hund darstellt, wenn der Halter den Anforderungen nicht gerecht wird. Siehe neurotisch gestörte Aussies in der Stadt.
 
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Regina
heute 11:09
Soweit ich mitbekommen habe, gehören Doodles zu sogenannten Morallosen Hintergartenzüchtungen. Das ist, wenn man die Hunde ohne Überlegen zusammen mixt, es garnicht zusammen passt und sie im Nachhinein nur Probleme haben. Charakterlich, sowie auch von Haut und Pflege her. Korrigiert mich gerne, wenn ich falsch liege
Soweit würde ich nicht gehen. Es gibt sicherlich Leute, die schon überlegen, bevor sie Doodles züchten und die auch auf Gesundheit der Elterntiere achten. Die Grundidee Labrador/Pudel war vielleicht gar nicht mal so übel.
Fatal nur, dass es jetzt in ist, alles zu doodeln und die wildesten Mischungen zu produzieren.
 
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Vivi &
heute 11:34
Die ursprüngliche Idee eines Labradoodles war durchaus lobenswert und auch einigermaßen gut überlegt. Allerdings steht der "Erschaffer" seiner Kreation mehr als kritisch gegenüber: https://www.theguardian.com/lifeandstyle/2019/sep/26/labradoodle-inventor-lifes-regret-frankenstein-monster Dennoch gibt es hier durchaus gute Zuchtprogramme, die die ursprüngliche Idee weiterverfolgen (z. B. https://www.goldendoodleassociation.com/for-breeders/breeder-policies-and-guidelines). Daher würde ich es pauschal nicht so verurteilen. Allerdings hat sich doodle als Mode-Bezeichnungen für einfache Mixe als wertvoll erwiesen, so daß hier tatsächlich ohne weitere Überlegung verpaart wird.
Ich finde auch beim Doodle wird zu oft drauf gehauen. Ja, viele von denen haben nicht das Temperament, was sich die Besitzer wünschen, aber eigentlich sind es sehr durchdachte Gebrauchshunde Kreuzung. Gerade wenn Pudel und Retriever zusammen vor Kreuzen werden oder Pudel und Spaniel. Das sind dann halt passionierte Jagdhunde, die aber sehr leichtführig und intelligent sind, und sich auch für andere anspruchsvolle Aufgaben ausbilden lassen. Ist es der perfekte Familienhund? Für einige Familien, ja, meistens hätte es genauso gut ein Pudel getan. Aber ich finde Doodle nicht vergleichbar mit die tatsächlichen Qual suchten, bei denen die einzelnen Hunde leiden. Denn ein Doodle leidet nur, wenn er nicht vernünftig ausgelastet oder gepflegt wird und dass es weniger Problem des Hundes / der Mischung, als ein Problem von unpassenden Besitzern.