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Maria
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Anzahl der Antworten 21
zuletzt 3. Mai

Rat bei ihrem Verhalten

Hallo ihr Lieben Ich brauche evtl mal euren Rat Ich bin als Notfall PS für eine bald 4 jährige Hündin eingesprungen. Der Verein wusste das sie Autos und Radfahrer jagt und verbellt. Jetzt lebt Carla ca 4 Wochen bei mir und sie zeigt ein extrem Verhalten draußen und verbellt eigentlich alles was sich draußen bewegt. Autos Radfahrer Hunde Kinder auf Rollern Kinderwagen Rollatoren Nun habe ich mit dem Trainer vom Verein gesprochen nur leider wohnt dieser zu weit weg leider. Ich schaue hier in meiner Umgebung nach welchen aber das is ja wirklich eine Kunst für sich. Wir hatten ein Training mit meiner Trainerin und ihre Empfehlung war Sie soll die Dinge sehen und dann soll ich sie in die Futter suche schicken. Was haltet ihr davon oder habt ihr Tipps ? Ich bin mit meinem Latein langsam aber sicher am Ende. Ich adoptiere ja sonst immer nur die alten und kranken Hunde aus dem Tierschutz. Da bin ich doch recht überfordert mit der Situation Ich danke euch schon mal und entschuldigt denn langen Text LG Carla und Maria
 
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Karin
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2. Mai 20:52
Ich selbst hab zu diesem Thema sehr gute Erfahrungen gemacht indem wir aus der Entfernung geübt haben. Also den Reiz sehen und das ruhig bleiben belohnen. Klappt das gut so rückt man näher zum Problem hin. Jeden kleinen Schritt loben und belohnen. Ebenso den Blick zu mir hab ich zeitgleich zuhause aufgebaut. So hat es wunderbar geklappt das Roxy erst den Reiz sah und dann mich anschaute was ich großzügig belohnte.
Es kommt aber auch immer darauf an was für einen Hund bzw aus welcher Intension heraus er das macht wie Z.b. territorial, Unsicherheit, Hütedrang ...
Auch sollte man darauf achten das die Ablenkung als Belohnung erkannt wird.
Also wenn der Hund gerne spielt, lieber frisst oder gerne arbeitet dementsprechend die Belohnung gestalten.
 
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Babs
2. Mai 19:37
Hallo Maria, das sind alles Sachen, die für den Hund zum Einen nicht einschätzbar sind und Unsicherheiten auslösen können und/oder Bewegungsreize.

Es gibt unterschiedliche Wege, daran mit dem Hund zu arbeiten. Das mit dem Leckerchen werfen ist erst mal m. M. n. dafür da, um Ruhe reinzubringen, da über die Suche Stress abgebaut wird. So kann man starten, aber es ist m. E. im weitere Verlauf wichtig, dass der Hund die Gelegenheit bekommt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und lernen kann, seine Impulse zu kontrollieren bishin zur Selbstregulation.

Also erst mal Leckerchen werfen, um das Verhalten zu ändern und Stress abzubauen. Dann auf Entfernung schauen lassen und dann wieder Leckerchen werfen. Irgendwann kippt es und der Hund kann länger schauen und das Leckerchen werfen wird weniger.

Das wäre jetzt mein Weg, wenn ich mit Leckerchen arbeiten möchte.

Ich selber bin ein Fan davon zu schauen, was der Hund mir anbietet, worüber er Stress abbauen kann wie z. B. Schnuppern, ruhige Bewegung ... Ich würde vermeiden, den Hund abzulenken, da er sich darüber nicht mit der Situation auseinandersetzen und somit nicht lernen kann.
 
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Karin
2. Mai 20:52
Ich selbst hab zu diesem Thema sehr gute Erfahrungen gemacht indem wir aus der Entfernung geübt haben. Also den Reiz sehen und das ruhig bleiben belohnen. Klappt das gut so rückt man näher zum Problem hin. Jeden kleinen Schritt loben und belohnen. Ebenso den Blick zu mir hab ich zeitgleich zuhause aufgebaut. So hat es wunderbar geklappt das Roxy erst den Reiz sah und dann mich anschaute was ich großzügig belohnte.
Es kommt aber auch immer darauf an was für einen Hund bzw aus welcher Intension heraus er das macht wie Z.b. territorial, Unsicherheit, Hütedrang ...
Auch sollte man darauf achten das die Ablenkung als Belohnung erkannt wird.
Also wenn der Hund gerne spielt, lieber frisst oder gerne arbeitet dementsprechend die Belohnung gestalten.
 
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Jay
3. Mai 07:01
Ich finde das klingt gut. Das e Bedenken wegen Ablenkung... da muss man je nach Situation gucken, denke ich. Oft sind die Auslöser ja schnell wieder weg, da hätte ich nichts gegen Futtersuche. Es wäre halt wichtig, dass sie dann nicht beim suchen oder fressen vom nächsten Auslöser überrascht wird und dadurch Angst vorm Futter bekommt. Also wenn du die irgendwie minimieren und kontrollierbar machen kannst fürs Training ist das immer super. Ich würde noch drauf achten dass du zwischen ihr und Auslöser bist, damit sie eine Schutzbarriere hat hinter der sie in Sicherheit ist. Nicht so, dass es ihr die Sicht versperrt sondern eher so dass sie nicht angefahren wird.
 
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Sebbi
3. Mai 08:02
Hallo Maria,
erst einmal toll, dass du als Pflegestelle eingesprungen bist!

Das ist eine große Aufgabe.
Was bei den vielen Tipps oft vergessen wird: Carla war vor gerade mal vier Wochen noch in einem völlig anderen Rudel. Sie wurde aus ihrer Struktur gerissen und muss sich in einer fremden Welt zurechtfinden.

Bevor man also mit Trainingstechniken gegen das Verbellen schießt, muss man sich klarmachen, dass sie emotional noch gar nicht richtig „da“ ist.
Nach gerade mal vier Wochen kann da noch gar kein echtes Vertrauensverhältnis bestehen. Das hat für mich aber die allerhöchste Priorität. Hat der Hund kein Vertrauen, wird das Training nicht funktionieren. Vertrauen baut man nicht in ein paar Wochen auf, das ist ein Prozess über Monate.

Da du „nur“ die Pflegestelle bist, hast du diese Zeit ja eigentlich gar nicht. Die Tipps und das wirkliche Training sind daher eher etwas für die Person, die Carla das endgültige Zuhause bietet.
 
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Maria
3. Mai 13:27
Hallo Maria, erst einmal toll, dass du als Pflegestelle eingesprungen bist! Das ist eine große Aufgabe. Was bei den vielen Tipps oft vergessen wird: Carla war vor gerade mal vier Wochen noch in einem völlig anderen Rudel. Sie wurde aus ihrer Struktur gerissen und muss sich in einer fremden Welt zurechtfinden. Bevor man also mit Trainingstechniken gegen das Verbellen schießt, muss man sich klarmachen, dass sie emotional noch gar nicht richtig „da“ ist. Nach gerade mal vier Wochen kann da noch gar kein echtes Vertrauensverhältnis bestehen. Das hat für mich aber die allerhöchste Priorität. Hat der Hund kein Vertrauen, wird das Training nicht funktionieren. Vertrauen baut man nicht in ein paar Wochen auf, das ist ein Prozess über Monate. Da du „nur“ die Pflegestelle bist, hast du diese Zeit ja eigentlich gar nicht. Die Tipps und das wirkliche Training sind daher eher etwas für die Person, die Carla das endgültige Zuhause bietet.
Das sehe ich auch so.

Daher will ich gar nicht so das große Vertrauen aufbauen.

Aber mit diesem Verhalten findet sie ja devinitiv kein Zuhause.

Welcher Mensch würde sich so einen Hund freiwillig ins Haus holen.

Obwohl sie im Haus super ist.

Sie ist Stubenrein
Kann alleine bleiben
Kommt gut zur Ruhe


Da versuchen wir momentan an unserer Verbindung zu arbeiten aber auch da weiß ich nicht direckt weiter 😔
 
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Steffi
3. Mai 14:59
Hey, was ist sie denn für ein Hund - Rasse / Mischung - und woher ist sie? Kennt sie draußen nix, hat sie Angst oder will sie z.B. hüten?
 
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Maria
3. Mai 15:42
Hey, was ist sie denn für ein Hund - Rasse / Mischung - und woher ist sie? Kennt sie draußen nix, hat sie Angst oder will sie z.B. hüten?
Sie ist ein Schäferhund Mix.

Sie kommt aus Bulgarien und wurde auf der Straße gefunden.

Also eigentlich sollte sie sowas kennen.
In wie weit und wie viel kann ich natürlich nicht sagen.

Ich denke sie will Hüten.
Angst hat sie auch bei ein paar Dingen wie Gullis aber die oben genanten Dinge sind es nicht
 
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Claudia
3. Mai 16:08
Ich habe mit Milla jetzt eine neue Technik ausprobiert. Bei uns klappt sie sehr gut, da sie ein sehr dynamischer Hund ist. Sie liebt es, Naschis hinterherzujagen.
Und zwar werfe ich ein Leckerlie und habe das Werfen mit einem Kommando belegt. Erst zuhause, dann reizarm und dann bei Situationen ausprobiert, bei denen ich mir sicher war, dass ich Erfolg habe.
An der Straße wäge ich dann ab.
Das ist eine meiner Möglichkeiten.
Ausserdem schlage ich mich auch in die Büsche, lasse sie absitzen und beobachten oder nehme sie kurz und Augen zu und durch.

Dir würde ich empfehlen, einfach stark auf Abstand zu gehen und sie erstmal möglich wenig reizen auszusetzen. Kurze, langsame Runden mit guten Möglichkeiten zum Beobachten und Aushalten.
Wenn du kannst, lass sie an Rollern usw schnuppern, erkundet zusammen diese gruseligen Dinge.

Wir haben z.b einen Radweg/Fußweg, der sehr breit ist. Ich überlege mir vorher, ob ich möchte, dass wir die Radfahrer von vorne oder von hinten haben möchten. Dementsprechend gestalte ich unsere Runde.
 
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SandrA
3. Mai 16:17
Selbstkontrolle und Regulation sind bei uns auch gerade brandaktuelles Thema.
Ich merke aber zunehmend, dass dieses schnelle Umlenken (z.B. über Futtersuche) zwar kurzfristig hilft, jedoch am eigentlichen Punkt vorbeigeht.

Ich versuche zZ eher, den Reiz bewusst stehen zu lassen und - wie Babs schon schrieb - darauf zu achten, was mein Hund von sich aus anbietet und verstärke bereits die kleinen Momente von nicht eskalieren. Also Innehalten und abnehmende Spannung wahrnehmen/ermöglichen/unspektakulär verstärken.

Für mich fühlt sich das langfristig nachhaltiger an als „Signal geben und Verhalten abrufen“, eben weil der Hund lernt, den Reiz zu verarbeiten und sich selbst zu regulieren.
 
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Alexandra
3. Mai 16:17
Vier Wochen ist ja noch keine Zeit. Lass ihr Zeit alles aus einer Entfernung begutachten, die ohne bellen erträglich ist.