Home / Forum / Erziehung & Training / Free Shaping – Erfahrungen und Tipps

Verfasser-Bild
Rim
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 12
zuletzt 26. Apr.

Free Shaping – Erfahrungen und Tipps

Hallo zusammen, ich würde gerne von euren Erfahrungen mit Free Shaping erfahren. Zu unserer Hündin und warum ich frage: - Bei vielen "Tricks" kann ich oftmals nicht wirklich sagen, warum diese plötzlich geklappt haben. Mit Tricks meine ich keine Alltagskommandos. Wenn sie nicht sofort das macht, was ich von ihr will, dann warte ich einfach ab. Meistens bietet sie das gewünschte Verhalten relativ schnell von sich aus an (das letzte Mal nach 1 Minute). Ich bestätige. Schon hat sie den Trick drauf. Manchmal dauert es länger. - Sie steht total auf Leckerli. Beim Festigen sind sie sehr hilfreich. Wenn wir aber was Neues lernen wollen, sind sie oftmals hinderlich, weil sie dann ungeduldig wird und alles abspult, was sie bisher gelernt hat; sie ist unkonzentriert, "hört mir nicht zu". Ohne Leckerli mag sie aber auch nicht so recht. - Sie lernt am besten / liebsten, wenn sie geistig unterfordert war (z. B. Regentage) oder wenn ich im Büro war und sie in der Zeit nicht geistig beschäftigt wurde. Ich habe das Gefühl, dass Free Shaping vielleicht die richtige Lernmethode bei Tricks für sie sein könnte. Bisher war das irgendwie zufällig. Ich möchte die Methode gezielt ausprobieren, weiß aber noch nicht recht wie. Aktuell möchte ich mit ihr üben, dass sie ihren Kopf auf ein Target (z. B. Kissen) legt. Kopf am Boden ablegen kann sie jetzt schon. - Nutzt ihr Free Shaping regelmäßig? - Welche Tricks habt ihr mit Free Shaping gelernt? - Wie geht ihr genau vor? - Gibt es typische Fehler, die man vermeiden sollte? Danke schon mal fürs Teilen eurer Erfahrungen.
 
Beitrag-Verfasser
Ilona
Beliebteste Antwort
25. Apr. 14:18
Ich nutze das jetzt nicht regelmäßig aber hin und wieder.
Bei uns ist es so, das ich für das shaping keine hochwertige Leckerlis benutze. Denn sonst ist es wie bei dir: yuna spult alles ab, von dem sie meint, das ich es sehen möchte. Ich nehme klein geschnittenes Gemüse . Bei Yuna ist es auch wichtig, ihr die Zeit zum Denken zu geben. Also ich musste da echt lernen geduldig zu bleiben. Vorallem auch, wenn ich denke, das sie das schon kann und 2 Elemente zusammenführen möchte, die wir seperat erarbeitet haben. Zb. Auf die Glocke hauen und danach die Pfötchen auf dem Hocker stellen. Einzeln ging das gut, zusammen hat es länger gebraucht.
Wenn ich anfange, marker ich alles was in die Richtung des gewünschten Verhalten geht. Als Beispiel: pfoten auf dem Hocker ist das Ziel. Jedes hinwenden, jeder Blich wird gemarkert. Bis sie verstanden hat, das der Hocker das Objekt der Begierde ist. Dann jedes Pfötchenanheben, jeder Schritt in die richtige Richtung. Irgendwann ist dann das 1. Pfötchen drauf. Marker ich immer wieder. Dann warte ich, und schau, ob das 2. auch kommt. Dauert meist etwas. Da muss man Geduld haben. Wenn es denn drauf ist, marker ich und belohne ausgiebig. Dann ist erstmal Schluss. Weil das schon sehr anstrengend ist.
 
Beitrag-Verfasser
Ilona
25. Apr. 14:18
Ich nutze das jetzt nicht regelmäßig aber hin und wieder.
Bei uns ist es so, das ich für das shaping keine hochwertige Leckerlis benutze. Denn sonst ist es wie bei dir: yuna spult alles ab, von dem sie meint, das ich es sehen möchte. Ich nehme klein geschnittenes Gemüse . Bei Yuna ist es auch wichtig, ihr die Zeit zum Denken zu geben. Also ich musste da echt lernen geduldig zu bleiben. Vorallem auch, wenn ich denke, das sie das schon kann und 2 Elemente zusammenführen möchte, die wir seperat erarbeitet haben. Zb. Auf die Glocke hauen und danach die Pfötchen auf dem Hocker stellen. Einzeln ging das gut, zusammen hat es länger gebraucht.
Wenn ich anfange, marker ich alles was in die Richtung des gewünschten Verhalten geht. Als Beispiel: pfoten auf dem Hocker ist das Ziel. Jedes hinwenden, jeder Blich wird gemarkert. Bis sie verstanden hat, das der Hocker das Objekt der Begierde ist. Dann jedes Pfötchenanheben, jeder Schritt in die richtige Richtung. Irgendwann ist dann das 1. Pfötchen drauf. Marker ich immer wieder. Dann warte ich, und schau, ob das 2. auch kommt. Dauert meist etwas. Da muss man Geduld haben. Wenn es denn drauf ist, marker ich und belohne ausgiebig. Dann ist erstmal Schluss. Weil das schon sehr anstrengend ist.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Rim
26. Apr. 08:50
Danke! Du hast deiner Hündin also gar keine Hinweise gegeben, was sie tun soll, nachdem sie verstanden hat, dass es um den Hocker geht? Hast du dann alles bestätigt, was sie danach angeboten hat? Z. B. Schnüffeln am Hocker, den Hocker mit der Nase berühren, etc. Oder hast du gewartet, bis sie die Pfote auf den Hocker gestellt hat und nur das bestätigt?
 
Beitrag-Verfasser
Ilona
26. Apr. 09:17
Danke! Du hast deiner Hündin also gar keine Hinweise gegeben, was sie tun soll, nachdem sie verstanden hat, dass es um den Hocker geht? Hast du dann alles bestätigt, was sie danach angeboten hat? Z. B. Schnüffeln am Hocker, den Hocker mit der Nase berühren, etc. Oder hast du gewartet, bis sie die Pfote auf den Hocker gestellt hat und nur das bestätigt?
Genau, ich hab keine Hinweise gegeben, sondern erstmal alles belohnt, was Richtung Hocker geht. Irgendwann hab ich gewartet, ob sie was mit den Pfoten macht. Also mal kurz anheben, oder den Hocker anstupsen. Das gab ich dann wieder belohnt. Alles andere dann nicht mehr. Dann wieder warten ob sie auf die Idee kommt, eine Pfote auf dem Hocker abzulegen. Das dann wieder sehr gut belohnen. Macht sie das mehrmals hintereinader , belohnen. Dann wieder warten und schauen ob sie drauf kommt beide Pfoten drauf zu legen...
Also als erstes das Interesse am Hocker belohnen, bis du sicher bist, das sie verstanden hat: es geht um den Hocker.
Dann alles was sie mit ihren Pfoten Richtung Hocker macht. Etc.
Das muss auch nicht alles in einem Rutsch klappen. Das ist ja für Hunde super anstrengend. Wenn ich gemerkt habe, das Yuna platt war, hab ich es beendet mit allem was Richtung Hocker geht.
 
Beitrag-Verfasser
Ilona
26. Apr. 09:21
Genau, ich hab keine Hinweise gegeben, sondern erstmal alles belohnt, was Richtung Hocker geht. Irgendwann hab ich gewartet, ob sie was mit den Pfoten macht. Also mal kurz anheben, oder den Hocker anstupsen. Das gab ich dann wieder belohnt. Alles andere dann nicht mehr. Dann wieder warten ob sie auf die Idee kommt, eine Pfote auf dem Hocker abzulegen. Das dann wieder sehr gut belohnen. Macht sie das mehrmals hintereinader , belohnen. Dann wieder warten und schauen ob sie drauf kommt beide Pfoten drauf zu legen... Also als erstes das Interesse am Hocker belohnen, bis du sicher bist, das sie verstanden hat: es geht um den Hocker. Dann alles was sie mit ihren Pfoten Richtung Hocker macht. Etc. Das muss auch nicht alles in einem Rutsch klappen. Das ist ja für Hunde super anstrengend. Wenn ich gemerkt habe, das Yuna platt war, hab ich es beendet mit allem was Richtung Hocker geht.
Probier es einfach aus. Du hast ja das Bild: kopfablage auf Kissen.
Da arbeitest du hin. Sehr kleinschrittig. Wenn du das öfter machst, werden die Hunde auch geübter. Ich finde immer, das shaping echt die Hunde herausfordert. Aber mich genauso. Weil ich da echt geduldig sein muss.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Rim
26. Apr. 09:28
Genau, ich hab keine Hinweise gegeben, sondern erstmal alles belohnt, was Richtung Hocker geht. Irgendwann hab ich gewartet, ob sie was mit den Pfoten macht. Also mal kurz anheben, oder den Hocker anstupsen. Das gab ich dann wieder belohnt. Alles andere dann nicht mehr. Dann wieder warten ob sie auf die Idee kommt, eine Pfote auf dem Hocker abzulegen. Das dann wieder sehr gut belohnen. Macht sie das mehrmals hintereinader , belohnen. Dann wieder warten und schauen ob sie drauf kommt beide Pfoten drauf zu legen... Also als erstes das Interesse am Hocker belohnen, bis du sicher bist, das sie verstanden hat: es geht um den Hocker. Dann alles was sie mit ihren Pfoten Richtung Hocker macht. Etc. Das muss auch nicht alles in einem Rutsch klappen. Das ist ja für Hunde super anstrengend. Wenn ich gemerkt habe, das Yuna platt war, hab ich es beendet mit allem was Richtung Hocker geht.
Damit ich das richtig verstehe. Der Hund hat verstanden, dass es um den Hocker geht. Das sitzt. Er bietet aber in der Übung nichts mit Pfoten an. Also keine Bestätigung. Ich merke, dass es reicht und möchte die Übung beenden. Ich warte einfach auf irgendeine Aktivität bzgl. Hocker, selbst wenn diese nichts mit Pfoten zu tun hat, damit die Übung positiv abgeschlossen ist. Habe ich das richtig verstanden?
Ich möchte vermeiden, dass sie frustriert ist. Daher die Frage.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Rim
26. Apr. 09:42
Probier es einfach aus. Du hast ja das Bild: kopfablage auf Kissen. Da arbeitest du hin. Sehr kleinschrittig. Wenn du das öfter machst, werden die Hunde auch geübter. Ich finde immer, das shaping echt die Hunde herausfordert. Aber mich genauso. Weil ich da echt geduldig sein muss.
Das werde ich, sobald ich das Prinzip verstanden habe. Unsere Hündin ist kein passionierter Trickser. Sie führt Kommandos zuverlässig aus, wenn sie den Sinn dahinter erkennt. Wenn ich ihr irgendeinen, in ihren Augen sinnlosen Trick beibringen möchte (durch Anleitung), äußert sie ihren Unmut (lautes Ausatmen durch die Nase, begleitet von einem leicht geräuschvollen "Hauchen"). Wenn sie aber Bock auf Beschäftigung hat und ich ihr nichts vorgebe (sie mag Überraschungen und Spannung), dann ist sie offen für Tricks und freut sich auch riesig, wenn sie etwas gemeistert hat. Ich muss daher schauen, dass sie Erfolg hat. Daher bin ich noch etwas zögerlich.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Tina
26. Apr. 10:36
Huhu. Wir nutzen es auch sehr gern, aber nicht bei jedem Trick.

Beispiel Tür zu stupsen - möglichst ganz kleinschrittig zerlegt angehen.

Erst immer markern, wenn sie zur Tür guckt, dann wenn sie ein Schritt drauf zu geht, dann wenn sie immer näher ran geht usw. Bei Charly hat es bei dieser Übung wirklich lange gedauert, bis sie dahinter gestiegen ist, das die Nase ran soll und stupsen, ein Klebezettel an der Tür hat uns unterstützt, Geduld war das Zauberwort und es hat nach vielen Tagen funktioniert.

Wenn ich zu lange trainiere und merke sie ist drüber und kann nicht mehr im Kopf dabei bleiben, warte ich nicht bis sie noch ein letztes Mal die Tür anguckt oder was wir eig gerade machen, sondern beende positiv mit etwas ganz einfachen wie Sitz oder so und belohne dafür. Am besten ist aber, wenn man rechtzeitig "wenns am schönsten ist" und der aktuelle (klein)Schritt gerade super geklappt hat aufhört und gar nicht erst drüber kommt. Lieber öfters kurze Einheiten als zu lang.

Andere Übungen wie den Kopf ablegen auf ein Target gingen total schnell, das sie das richtige Verhalten angeboten hat und sie konnte es quasi fast sofort auf Anhieb, es ist sehr unterschiedlich je nach Schwierigkeit/Komplexität der Übung und auch Tagesform

Dabei hatte ich auch erst nur das angucken vom Target belohnt, dann die Annäherung und schließlich wenn die Nase schon mal drauf war und dann hat sie auch super schnell schon das Kinn abgelegt also schon in der 1. Session,,was mich selbst erstaunt hat, manche Dinge flutschen wohl auch einfach mal direkt.

Und wir arbeiten bei so etwas immer mit Clicker + Leckerli. Das klappt bei uns super, man merkt ihr auch an, dass sie in den Modus Nachdenken/Kopfarbeit geht und sie sichtbar Freude daran hat.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Rim
26. Apr. 11:20
Huhu. Wir nutzen es auch sehr gern, aber nicht bei jedem Trick. Beispiel Tür zu stupsen - möglichst ganz kleinschrittig zerlegt angehen. Erst immer markern, wenn sie zur Tür guckt, dann wenn sie ein Schritt drauf zu geht, dann wenn sie immer näher ran geht usw. Bei Charly hat es bei dieser Übung wirklich lange gedauert, bis sie dahinter gestiegen ist, das die Nase ran soll und stupsen, ein Klebezettel an der Tür hat uns unterstützt, Geduld war das Zauberwort und es hat nach vielen Tagen funktioniert. Wenn ich zu lange trainiere und merke sie ist drüber und kann nicht mehr im Kopf dabei bleiben, warte ich nicht bis sie noch ein letztes Mal die Tür anguckt oder was wir eig gerade machen, sondern beende positiv mit etwas ganz einfachen wie Sitz oder so und belohne dafür. Am besten ist aber, wenn man rechtzeitig "wenns am schönsten ist" und der aktuelle (klein)Schritt gerade super geklappt hat aufhört und gar nicht erst drüber kommt. Lieber öfters kurze Einheiten als zu lang. Andere Übungen wie den Kopf ablegen auf ein Target gingen total schnell, das sie das richtige Verhalten angeboten hat und sie konnte es quasi fast sofort auf Anhieb, es ist sehr unterschiedlich je nach Schwierigkeit/Komplexität der Übung und auch Tagesform Dabei hatte ich auch erst nur das angucken vom Target belohnt, dann die Annäherung und schließlich wenn die Nase schon mal drauf war und dann hat sie auch super schnell schon das Kinn abgelegt also schon in der 1. Session,,was mich selbst erstaunt hat, manche Dinge flutschen wohl auch einfach mal direkt. Und wir arbeiten bei so etwas immer mit Clicker + Leckerli. Das klappt bei uns super, man merkt ihr auch an, dass sie in den Modus Nachdenken/Kopfarbeit geht und sie sichtbar Freude daran hat.
Danke für deine Erfahrungen! Und für das Beispiel, wie man eine nicht erfolgreiche Übung positiv abschließt. Das ist für uns sehr wichtig.
Du schreibst, dass du die Lernmethode nicht bei jedem Trick anwendest. Bauchgefühlsmäßig oder unterscheidest du, für welchen Trick die Methode passend ist und für welchen nicht? Und warum?
 
Beitrag-Verfasser
Ilona
26. Apr. 12:49
Damit ich das richtig verstehe. Der Hund hat verstanden, dass es um den Hocker geht. Das sitzt. Er bietet aber in der Übung nichts mit Pfoten an. Also keine Bestätigung. Ich merke, dass es reicht und möchte die Übung beenden. Ich warte einfach auf irgendeine Aktivität bzgl. Hocker, selbst wenn diese nichts mit Pfoten zu tun hat, damit die Übung positiv abgeschlossen ist. Habe ich das richtig verstanden? Ich möchte vermeiden, dass sie frustriert ist. Daher die Frage.
Ja so mach ich das.
 
Beitrag-Verfasser
Ilona
26. Apr. 12:49
Ja so mach ich das. Es geht ja im den Spass.