Bezüglich der „Hunde untereinander mach das auch so“-Aussage:
Da interessiert mich bei den Vertretern dieser Aussage, wie genau ihr das nehmt. Macht ihr das ganz genau so wie die Hunde? Zeigt in dem Maße abgestufte Stress-, Beschwichtigungs- und Warnsignale?
Wendet ihr den Kopf zwischendurch ab, verkürzt den Blick, blinzelt ihr? Seid ihr auch bereit euch in entsprechenden Momenten abzuwenden, oder gar wegzugehen? Zeigt ihr Signale zur Selbstberuhigung oder Deeskalation?
Geht ihr die Eskaltionsleiter abgestuft an das Hundeverhalten hoch und runter? Könnt ihr euch genau so schnell und fein auf kleinste Regungen des Gegenübers einstellen? Falls ja, Hut ab!
Ich kann das nicht, wenn ich mir Videos von Situationen mit Hunden untereinander ansehe, dann merke ich in erster Linie, wieviel da passiert, was ich in Normalgeschwindigkeit verpasse. Außerdem bin ich so schnell gedanklich beim interpretieren, dass mir dadurch viele kleine Einzelheiten entgehen, weil ich durch mein vorschnelles Interpretieren gar nicht mehr offen genug für andere Signale bin, die nicht meiner Einschätzung entsprechen.
Das ist so, für uns ist das eine Fremdsprache. 🤷♀️
„In der Kommunikation zwischen Mensch und Hund ist es wichtig, dass ein verantwortungsvoller Halter
lernt, so viele körpersprachliche Signale seines Hundes wie möglich zu verstehen. Hierzu ist zunächst einmal wichtig, diesen gut und unvoreingenommen
zu beobachten, zusätzlich kann man
Fachbücher lesen, Seminare besuchen, Lehrvideos anschauen usw. Die unvoreingenommene Beobachtung betone ich deshalb ausdrücklich,
weil es leider immer wieder vorkommt, dass der Blick des Beobachters durch eigene Interpretationen oder durch von anderen beeinflusste Meinungen
getrübt ist.
[…]
Kommunikation ist wichtig – aber eben gar nicht so einfach. Wenn schon Menschen untereinander erhebliche Probleme damit haben, eine gemeinsame Sprache zu finden, wie schwierig ist es dann erst, Mensch und Hund auf einen Nenner zu bringen?!“
~Thomas Riepe, Herz Hirn Hund~