Bezüglich der „Hunde untereinander mach das auch so“-Aussage:
Da interessiert mich bei den Vertretern dieser Aussage, wie genau ihr das nehmt. Macht ihr das ganz genau so wie die Hunde? Zeigt in dem Maße abgestufte Stress-, Beschwichtigungs- und Warnsignale?
Wendet ihr den Kopf zwischendurch ab, verkürzt den Blick, blinzelt ihr? Seid ihr auch bereit euch in entsprechenden Momenten abzuwenden, oder gar wegzugehen? Zeigt ihr Signale zur Selbstberuhigung oder Deeskalation?
Geht ihr die Eskaltionsleiter abgestuft an das Hundeverhalten hoch und runter? Könnt ihr euch genau so schnell und fein auf kleinste Regungen des Gegenübers einstellen? Falls ja, Hut ab!
Ich kann das nicht, wenn ich mir Videos von Situationen mit Hunden untereinander ansehe, dann merke ich in erster Linie, wieviel da passiert, was ich in Normalgeschwindigkeit verpasse. Außerdem bin ich so schnell gedanklich beim interpretieren, dass mir dadurch viele kleine Einzelheiten entgehen, weil ich durch mein vorschnelles Interpretieren gar nicht mehr offen genug für andere Signale bin, die nicht meiner Einschätzung entsprechen.
Tina ging ja nur darum, zu sagen, Hunde begrenzen einander auch, wenn sie das Verhalten des anderen nicht in Ordnung finden, ich habe nicht gelesen, dass sie behauptet, sie könne jegliche Nuance hundischen Ausdruckverhaltens nachahmen.
Hunde wissen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, dass Menschen keine Hunde sind, aber sie sind Meister darin, uns zu lesen. Daher ist eine kommunizierte Grenze eine Grenze und kann vom Hund auch so wahrgenommen werden, ohne dass er gleich Angst bekommt, sich bedroht fühlt, traumatisiert wird oder das Vertrauen in seinem Menschen verliert, wie ich das immer wieder lese und mich dann immer wieder frage, wie sich die, die sowas befürchten, das Grenzen setzen des anderen eigentlich vorstellen. Mit dem Baseball Schläger? Mit der Wasserflasche? Mit der Zeitung? 🤔