Man kann das Vorhaben in den Niederlanden zwar begrüßen, doch die angeführte Begründung erscheint bei genauerer Betrachtung wenig stichhaltig.
Würden die Umwelt und die Tierwelt lediglich die Belastung einer einzigen Nacht verkraften müssen, stünde es um beide heute wesentlich besser.
Die ganzjährige Belastung durch andere Faktoren ist das eigentliche Problem – man denke nur an die tägliche Mortalität in der Tierwelt durch den Straßenverkehr, der trotz dieser Folgen durch steigende Kfz-Zulassungen weiter wächst.
Zudem ist zweifelhaft, ob ein Totalverbot wirklich die erhoffte Veränderung bringt, gerade mit Blick auf Angsthunde.
Schon heute ist das Zünden außerhalb der Silvesternacht untersagt, und dennoch stellen wir fest, dass sich viele nicht daran halten – was für betroffene Tiere eine enorme Dauerbelastung darstellt.
Es gibt kaum Grund zur Annahme, dass ein generelles Verbot hier zu einer signifikanten Besserung führt, wenn bereits bestehende Regeln nicht greifen.
Schließlich greift auch das Argument, der Staat handele nur aus finanziellen Motiven, zu kurz. Es geht vielmehr um die gesellschaftliche Akzeptanz:
Seit der Pandemie herrscht eine ausgeprägte Verbotsmüdigkeit. Ein Verbot ohne Rückhalt in der Bevölkerung schafft am Ende oft nur mehr Unruhe, Chaos und unkontrolliertes Handeln, anstatt echte Lösungen zu bieten.