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Marie-Christin
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zuletzt 22. Jän.

Gefährliche Hundebegegnungen

Hallo zusammen, ich möchte mich gern zum Thema Hundebegegnungen, speziell mit kleinen Hunden, austauschen und hoffe auf eure Erfahrungen. Wir haben einen Cocker Spaniel, fast 1 Jahr alt. Leider hatten wir inzwischen zwei extrem negative und gefährliche Hundebegegnungen. In beiden Fällen sind deutlich größere Hunde unangeleint auf unseren Hund zugerannt und wollten ihn tatsächlich beißen. Bei einer Situation musste mein Mann sogar körperlich eingreifen, weil wir sonst ernsthaft Angst hatten, unseren Hund zu verlieren. Was mich besonders schockiert: Die Halter rufen ihre Hunde zwar teilweise zurück, aber die Hunde reagieren nicht – oder die Situation wird von den Haltern nicht ernst genommen. Statt einzugreifen, wird gelacht oder relativiert, obwohl ein kleiner Hund dabei real in Gefahr ist. Seitdem bin ich ehrlich gesagt sehr verunsichert, vor allem wenn ich alleine mit unserem Hund unterwegs bin. Ich frage mich zunehmend: • Wie schützt ihr kleine Hunde in solchen Situationen? • Gibt es Strategien, um Begegnungen frühzeitig zu entschärfen? • Hebt ihr eure Hunde hoch oder ist das eher kontraproduktiv? • Nutzt jemand Hilfsmittel (z. B. Schleppleine, Abwehrspray, bestimmte Trainingsmethoden)? • Wie setzt ihr euch gegenüber uneinsichtigen Hundehaltern durch?
 
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Helen
17. Jän. 12:44
Das ist ein wirklich interessantes Thema und ich möchte gerne unsere Erfahrungen teilen.
Wenn ein fremder Hund auf uns zugerannt kommt, warte ich erstmal, ob dieser die Geschwindigkeit drosselt oder stehen bleibt. Also erstmal die Ruhe bewahren.

Sollte er auf uns zurennen, stelle ich mich vor Mia und zeige mit dem Arm weg von uns und rede laut und bestimmt mit dem anderen Hund.
Das hat bisher immer den „Druck“ rausgenommen oder ihn irritiert. Wir hatten aber auch schon öfter den Fall, dass ein unkastrierter Hund aufmüpfig und penetrant mit der läufigen Hündin( die angeleint war, der Rüde nicht) einer Freundin interagiert hat. Sie hat durch Knurren mehrfach deutlich gemacht, dass sie das nicht möchte. Herrchen stand einfach 10 Meter weiter weg und sagt nur „so schnell passiert da nichts“. Da schwoll mir der Kamm😅
Ich habe mich aufgerichtet und den Hund von der Hündin entfernt und mit dem Finger in die Richtung des Herrchens gezeigt und „ab“ gerufen. Laut und bestimmt. Wenn er versucht hatte, sie an mir vorbeizudrängen, habe ich mich wieder in den Weg gestellt. Er ging dann und Herrchen war sich keiner Schuld bewusst.

Nur vom Hochnehmen würde ich abraten. Dadurch bestätigst du dem Hund automatisch, dass eine Gefahr besteht und gerade etwas ganz schlimmes passiert. Das verunsichert den Hund und er verliert an Selbstsicherheit. Solange du die Situation gut meistern kannst, also auch Sicherheit ausstrahlst, vermittelst du deinem Hund „ich kann dir vertrauen und du sorgst um mich“.
Hochnehmen würde ich ihn wirklich erst im worst case

Liebe Grüße
 
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Verena
17. Jän. 12:58
Ich bin auch totaler Gegner vom hochheben kleiner Hunde. Ich finde man macht sie dadurch zur Beute. In meiner Jugend gab es in der Familie einen sehr tragischen Vorfall, in dem die schwangere Tochter des Lebensgefährtens meiner Mutter, die ihren Yorki bei Sichtung eines großen schweren Hundes hochnahm von diesem angesprungen wurde, damit er an den Kleinen kommt. Die Wucht des Aufpralls gegen den Bauch war so stark, das das Ungeborene gestorben ist. Eine andere Situation hatte ich mit meiner kleinen Hündin. Superlieb zu Mensch und Tier. Einer unserer Kaninchen war ihr "Lieblinghase" sie haben sogar nebeneinander gesessen und sich ein Salatblatt geteilt. Habe ich ihn aber hochgehoben, ist sie an mir hochgesprungen und wollte nach ihm schnappen. Ich würde niemals jemanden anfeinden, weil ein Hund hochgehoben wird, ihr müsst selbst wissen was ihr macht. Für mich jedoch kommt das nicht in Frage. Ich kann einen Hund auch besser blocken, wenn ich keinen Hund auf dem Arm hab, sondern wenn mein Hund hinter mir auf dem Boden ist und ich dem anderen Hund entgegenstehen kann.
Mein Kleiner wurde auch schon auf dem Boden zur „Beute“ durch einen Hund mit fehlgeleitetem Jagtverhalten. War eine Situation, welche ich nicht mehr erleben möchte.
Wie man es macht, macht man es verkehrt. Der beste Weg für uns, ist nicht der richtige Weg für jeden 🙂.
 
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Ivonne
17. Jän. 15:25
Mein Kleiner wurde auch schon auf dem Boden zur „Beute“ durch einen Hund mit fehlgeleitetem Jagtverhalten. War eine Situation, welche ich nicht mehr erleben möchte. Wie man es macht, macht man es verkehrt. Der beste Weg für uns, ist nicht der richtige Weg für jeden 🙂.
Das möchte man auch nicht erleben..aber ist der Hund am Boden hast du Arme, Beine und Körper frei und ihm entgegenzustehen..man kann einfach ganz anders eingreifen..

Wir waren irgendwann mal mit meiner Freundin und ihrem OEB unterwegs. An einem Haus, fetzte ein Dackel am Zaun lang. Der Zaun war eigentlich echt gut Dackelsicher, aber an einer Stelle machte der Dackel doch einen gekonnten Köpper unter dem Zaun her und ging gleich auf den Hund meiner Freundin los. Er ist echt gutmütig und hat das zum Glück auch nicht ganz für voll genommen und sie hat die ganze Zeit drauf geachtet, das er sich bloß nicht auf den Dackel setzt 🙈 ich bin dann hin, hab den Dackel im Nackenfell und unter unterm Bauch gehalten und so seinem Besitzer, der mittlerweile am Zaun stand in die Hand gedrückt.
 
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Uta
18. Jän. 13:05
Vorbildliche Hundebegnung

Vorgestern waren wir mit unserer angeleinten Chihuahuahündin unterwegs. Als eine Hundehalterin uns kommen sah, leinte sie gleich ihre nette Hündin an. Wir tauschten uns aus, ob die Begegnung ohne Leine für beide okay wären und so war das Zusammentreffen wunderbar.
Ihr fragt euch sicher warum schreibe ich das?
Weil diese Selbstverständlichkeit eine Ausnahme ist. Erlebe ich vielleicht so ca. 3 mal im Jahr, was mich sehr frustriert.
Daher mein Aufruf an alle, nehmt euren Hund bitte an die Leine, wenn ein anderer Hund in Sichtweite ist, egal ob Gross oder Klein.
Das würde das Leben vereinfachen und man braucht sich keine Gedanken über irgendwelche gefährliche Abwehrmassnahmen zu machen.
 
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Christa
18. Jän. 19:02
Es gibt ja unter Rüden auch die sogenannten Kommentkämpfe. Das hört sich gefährlich an bzw. ist sehr laut, sieht gefährlich aus, aber zu Schaden kommt dabei meistens keiner. Für einen kleinen Hund kann das natürlich trotzdem gefährlich werden durch den Größenunterschied. Ich will damit nicht sagen, dass das irgendwie okay ist oder das "die Hunde das unter sich ausmachen". Ich hab anfangs Situationen oft viel schlimmer eingeschätzt, als es tatsächlich war. Und als mein Hund dann wirklich gebissen wurde, habe ich gar nicht damit gerechnet. Wahrscheinlich muss man sich wirklich um die leisen Hunde Sorgen machen. Bei uns auf der Hundewiese gibt es einen, der fixiert stark und pirscht sich dann so geduckt an, das sieht aus wie bei einer Raubkatze. Wenn der Hund da ist trauen wir uns nicht auf die Wiese. Wegen der Hunde, die lautstark bellend am Zaun stehen mache ich mir da weniger Sorgen.
Da kommt es auf die Rasse an Border Collies , Australien Shepherd und auch mein Sheltie verhalten sich manchmal so um dann loszuspringen und zu spielen. Aber du hast schon recht die Leisen sind die gefährlichen .
 
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Susa
18. Jän. 22:29
Da kommt es auf die Rasse an Border Collies , Australien Shepherd und auch mein Sheltie verhalten sich manchmal so um dann loszuspringen und zu spielen. Aber du hast schon recht die Leisen sind die gefährlichen .
Ja das kenne ich auch, aber dieser Hund will nicht spielen, glaub mir. Da bin ich auch froh das ich auf mein Bauchgefühl gehört habe und direkt gesagt habe da gehen wir nicht rein.
Der hat dann noch richtig in den Zaun gebissen.
Das Problem ist auch, dieser Hund kennt dort alle anderen auf der Hundewiese und unserer ist der Neue.
Also wenn der unseren angreift, kann es gut sein, dass sich noch mehrere andere Hunde mit drauf stürzen.

Das war bei dem Biss im Dezember auch so, da hat sich noch ein zweiter Hund auf unseren Hund gestürzt der jaulend am Boden lag.

Also falls jemand mal in diese Situation kommt: immer die anderen Hunde im Blick behalten und die verscheuchen!!! So ein Verhalten ist laut unserem Trainer wohl ganz typisch und kein Einzelfall!
 
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Oliver
19. Jän. 06:19
Ja das kenne ich auch, aber dieser Hund will nicht spielen, glaub mir. Da bin ich auch froh das ich auf mein Bauchgefühl gehört habe und direkt gesagt habe da gehen wir nicht rein. Der hat dann noch richtig in den Zaun gebissen. Das Problem ist auch, dieser Hund kennt dort alle anderen auf der Hundewiese und unserer ist der Neue. Also wenn der unseren angreift, kann es gut sein, dass sich noch mehrere andere Hunde mit drauf stürzen. Das war bei dem Biss im Dezember auch so, da hat sich noch ein zweiter Hund auf unseren Hund gestürzt der jaulend am Boden lag. Also falls jemand mal in diese Situation kommt: immer die anderen Hunde im Blick behalten und die verscheuchen!!! So ein Verhalten ist laut unserem Trainer wohl ganz typisch und kein Einzelfall!
Das ist das, was ich für mich am wichtigsten gelernt habe:

- Den eigenen Hund immer im Blick, aus Selbstschutz.
- Die Umgebung bzw. die anderen Hunde immer im Blick, besonders wenn freilaufend, aus Selbstschutz.
- Die anderen Menschen immer im Blick, weil emotionale Störquellen, aus Selbstschutz.

Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Das macht das Gassi gehen aber immer etwas anstrengend, birgt aber die Chance auf tolle, soziale Hundetreffen und vermeidet, nicht zu 100%, unschöne Situationen.

Aber schief gehen kann beim Gassi gehen immer was, man muss es aber nicht "herbeibeten".
 
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🍪 Kirsten
19. Jän. 13:48
Bezüglich angedachter Hilfsmittel möchte ich noch einmal darum bitten, gut zu reflektieren, was diese für den eigenen Hund und auch für den fremden Hund bedeuten.

Ich hatte heute eine Hundebegegnung, bei der meine Hündin, von einer Goldie-Hündin, auf den Boden geheftet wurde.
Die Hündin trug einen Ferntrainer am Halsband, womit genau, weiß ich nicht.

Als wir die Situation aufgelöst hatten, sind wir noch einige Meter gemeinsam in die gleiche Richtung gegangen, um uns nicht in hitziger Stimmung zu trennen. Die Dame sittet einige Tage die Goldie-Hündin für ihre Tochter und sagte „Ausgerechnet heute, am letzten Tag, habe ich den Knopf nicht mitgenommen.“ (Also die Bedienung für den Ferntrainer, die sie wohl die anderen Tage sowieso nicht genutzt und für überflüssig befunden hat).

Ich bin froh gewesen, dass wir die Situation gut lösen konnten.
Nach den Worten habe ich mich allerdings noch gefragt, wie es wohl verlaufen wäre, wenn die Dame die Bedienung bei sich gehabt und sie in dieser Situation genutzt hätte. Nun habe ich zumindest herausgefunden, dass Strom wohl in erster Linie den Hund trifft, der das Halsband trägt und nicht beide Hunde gleichermaßen, was immer noch unschön genug ist.

Ich wäre sehr dankbar, wenn Leute, die die diverse Mittel mit sich selbst oder wie in unserer heutigen Begegnung, am Hund führen, nicht aus dem Affekt heraus einsetzen, sondern sich vorher gut überlegt haben, was das bei den Hunden verursacht und ob dadurch eine Situation noch womöglich unnötig eskaliert.
 
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Ingo
20. Jän. 08:26
Das ist das, was ich für mich am wichtigsten gelernt habe: - Den eigenen Hund immer im Blick, aus Selbstschutz. - Die Umgebung bzw. die anderen Hunde immer im Blick, besonders wenn freilaufend, aus Selbstschutz. - Die anderen Menschen immer im Blick, weil emotionale Störquellen, aus Selbstschutz. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Das macht das Gassi gehen aber immer etwas anstrengend, birgt aber die Chance auf tolle, soziale Hundetreffen und vermeidet, nicht zu 100%, unschöne Situationen. Aber schief gehen kann beim Gassi gehen immer was, man muss es aber nicht "herbeibeten".
Die Umgebung im Blick zu haben, ist immer von Vorteil. Es gibt genug Schwachköpfe, die gerade einen Hund mit Potenzial überhaupt nicht haben dürften. Solche Begegnungen haben wir nicht selten. Nur wenn sie uns sehen, wird eifrig versucht, ihren Hund anzuleinen oder ins Geschirr zu greifen, weil sie auf Gegenwehr stoßen. Und das in einem Park, wo Leinenpflicht für Hunde herrscht.
 
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Ivonne
20. Jän. 09:11
Die Umgebung im Blick zu haben, ist immer von Vorteil. Es gibt genug Schwachköpfe, die gerade einen Hund mit Potenzial überhaupt nicht haben dürften. Solche Begegnungen haben wir nicht selten. Nur wenn sie uns sehen, wird eifrig versucht, ihren Hund anzuleinen oder ins Geschirr zu greifen, weil sie auf Gegenwehr stoßen. Und das in einem Park, wo Leinenpflicht für Hunde herrscht.
Ich muss das langsam wieder lernen. Louis hat mich voll verwöhnt, er sieht ja immer zu das er mich nicht verliert, das wäre das Schlimmste für ihn und mit anderen Hunden regelt er das meist selbst und macht so sein eigenes Ding allein. Aber langsam setzt der Altersstarsinn ein und die Ohren funktionieren nicht mehr so gut