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Marie-Christin
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heute 22:55

Gefährliche Hundebegegnungen

Hallo zusammen, ich möchte mich gern zum Thema Hundebegegnungen, speziell mit kleinen Hunden, austauschen und hoffe auf eure Erfahrungen. Wir haben einen Cocker Spaniel, fast 1 Jahr alt. Leider hatten wir inzwischen zwei extrem negative und gefährliche Hundebegegnungen. In beiden Fällen sind deutlich größere Hunde unangeleint auf unseren Hund zugerannt und wollten ihn tatsächlich beißen. Bei einer Situation musste mein Mann sogar körperlich eingreifen, weil wir sonst ernsthaft Angst hatten, unseren Hund zu verlieren. Was mich besonders schockiert: Die Halter rufen ihre Hunde zwar teilweise zurück, aber die Hunde reagieren nicht – oder die Situation wird von den Haltern nicht ernst genommen. Statt einzugreifen, wird gelacht oder relativiert, obwohl ein kleiner Hund dabei real in Gefahr ist. Seitdem bin ich ehrlich gesagt sehr verunsichert, vor allem wenn ich alleine mit unserem Hund unterwegs bin. Ich frage mich zunehmend: • Wie schützt ihr kleine Hunde in solchen Situationen? • Gibt es Strategien, um Begegnungen frühzeitig zu entschärfen? • Hebt ihr eure Hunde hoch oder ist das eher kontraproduktiv? • Nutzt jemand Hilfsmittel (z. B. Schleppleine, Abwehrspray, bestimmte Trainingsmethoden)? • Wie setzt ihr euch gegenüber uneinsichtigen Hundehaltern durch?
 
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Nadine
7. Jän. 11:18
Ich bin komischer Weise beliebt und unterhalten mich viel. Keiner weiß was ich in der Tasche habe. Aber ich weiß auch was passiert wenn es zu einem wirklich gefährlichen Moment kommt. Ich habe nämlich leider gelernt das es in unserem Fall zwei Möglichkeiten gibt. Einer wird verletzt oder ich schaffe es zu verhindern. Zum Glück ist es hier fast nur friedlich. Aber wer einmal gesehen hat was passieren kann der will es unbedingt verhindern.
 
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Oliver
7. Jän. 11:29
Ich bin komischer Weise beliebt und unterhalten mich viel. Keiner weiß was ich in der Tasche habe. Aber ich weiß auch was passiert wenn es zu einem wirklich gefährlichen Moment kommt. Ich habe nämlich leider gelernt das es in unserem Fall zwei Möglichkeiten gibt. Einer wird verletzt oder ich schaffe es zu verhindern. Zum Glück ist es hier fast nur friedlich. Aber wer einmal gesehen hat was passieren kann der will es unbedingt verhindern.
Das sehe ich genau so. Proaktives deeskalierendes Verhalten, im Zweifel aber konsequentes Einschreiten.
 
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The In
7. Jän. 12:59
Das schlimme an der Sache ist eigentlich das es meistens nicht auf Gegenseitigkeit geachtet wird. Heute morgen schon wieder mein Hund an der Leine und mir kommt ein man mit Hund entgegen und sagt noch sein Hund würde ausweichen. Nein der Hund kommt von vorne und baut sich vor meinem Hund auf. Und das Ärgert mich ich habe nichts gegen Hunde Kontakte. Aber solche Situationen sind einfach nur blöd. Es ist friedlich ausgegangen aber dennoch was lernt mein Hund dadurch daß er jeden anderen Hund abchecken muss. Das die Leine für ihn kein save space ist. Und viele Dinge die nicht gerade produktiv sind. Diese 5sek Begegnungen bringen keinem Hund irgendwas. statt dessen werden Hunde verunsichert. Ist es Respekt voll wenn man andere Hundebesitzer so in Bedrängnis bringt, ich denke nicht. Klar Fehler passieren und das sehe ich auch nicht als dramatisch. Aber wenn jemand sieht das ein Hund an der Leine entgegen kommt und den eigenen Hund dann nicht an die Leine nimmt, das ist dann schon eine Provokation einer eventuell negative Situation ist. Und an der Leine sind negative Erfahrungen immer damit verbunden das sich der Hund an der Leine nicht mehr sicher fühlt und er die Kontrolle an der Leine nicht mehr dem Halter überlässt. So schafft man es auch reaktive Hunde zu schaffen ohne das es am Halter selbst liegt. Es ist dann nämlich nicht der Freilaufende Hund der dann böse Blicke bekommt. Sondern der Hund an der Leine der dann eventuell blöd reagiert wenn er Artgenossen trifft.
Ich kann deine geschilderte Situation sehr gut nachvollziehen und stimme dir vor allem darin zu: der angeleinte Hund lernt dadurch leider "ich bin an der Leine immer ausgeliefert, der freilaufende Hund kontrolliert die Situation indem er alleine den Abstand und die Dynamik entscheidet". Wie du sagst, so wird die Leine vom safe space schnell zu "ich muss jeden anderen abchecken und im Zweifel defensiv werden" für den eigenen Hund. Und ich glaube, dass Hunde die eine körperliche Unterlegenheit spüren, sei aus Größe, Verletzungsgründen, Behinderungen etc dadurch bedingt extra schnell lernen "lieber erstmal in den Verteidigungsmodus gehen".
Und für diejenigen die hier sich selbst als Halter in der Verantwortung sehen, den anderen abzublocken: sehr löblich, aber lasst uns auch an die denken, die das körperlich nicht können. Ob aufgrund von Alter, Gesundheitszustand, einer Behinderung etc. Opa Manfred am Rollator hat sich 12 Jahre alten Dackel Waldi geholt, weil er mit Waldi umgehen kann, es sollte nicht Manfreds Aufgabe sein, einen 5, 15, oder auch 35 kg Fremdhund "zu blocken".
Genau deshalb ist gegenseitige Rücksicht und vorausschauendes Handeln so wichtig. Ich bin Team "anleinen tut nicht weh". 🤟
PS: Manfred und Waldi sind natürlich ausgedacht und dienen hier als Beispiel.
 
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Maria
7. Jän. 13:02
Das sehe ich genau so. Proaktives deeskalierendes Verhalten, im Zweifel aber konsequentes Einschreiten.
Wenn ich eine Begegnung meiner 3,5 Kilo Oma mit einem großen Hund zulasse und es kommt zur Eskalation, reicht ein Augenblick und meine Oma ist nicht mehr.

Ich sag’s nur.
 
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Vanessa
7. Jän. 14:54
Wir hatten zwar schon unschöne Begegnungen aber nur eine die wirklich richtig kacke gelaufen ist. Waren am Hundestrand an der See. Es galt Leinenpflicht und mein Mann, unser 3 Jähriges Kind, unser Kleinpudel Holly und ich gingen spazieren. Auf dem Rückweg sahen wir zwei Hunde am Strand frei laufen. Wir sind dann ohne sie zu beachten weitergelaufen. Tja und als ich dachte wir sind safe dran vorbei kamen beide angeschossen wie Raketen. Ein kleiner Terrier-Mix und ein schwarzer Labrador. Bevor wir irgendwie reagieren konnten rannte der Labrador mein Kind über den Haufen, er lag schreiend am Boden. Mein Mann alle Strandtaschen am wegwerfen und hin ihn aufheben. Ich konfrontiert mit den zwei laut bellenden Hunden, Holly halb hinter in Panik. Ich bin groß und laut geworden aber das hat die beiden null interessiert. Als der Labrador dann durch meine Beine wollte hab ich ihn als letzten Ausweg geschlagen. Erst dann ist er weggelaufen. Der Kleine war unbeeindruckt. Ich dachte gleich hängt er an meiner Wade.
Durch das laute Hey meines Mannes und mir ließ er ab und rannte davon. Die Besitzerin ewig weit weg blökte mich noch an ich darf ihren Hund nicht schlagen. Es war ein herrlicher Schlagabtausch den ihr Mann dann beendete. Es hätte sonst was passieren können aber wir hatten echt Schwein. Was wir hätten besser machen können weiß ich nicht aber ich verstehe das man mit kleinen, gebrechlichen oder kranken Hunden manchmal echt vulnerabel ist und man einfach gerne wissen will wie man aus so was rauskommt. Ich habe seitdem of eine zweite Leine dabei. Zum schlagen oder im aller worstcase Szenario zum würden. Ich hoffe aber das ich das niemals brauche.
 
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Jörg
7. Jän. 15:13
Ich bin komischer Weise beliebt und unterhalten mich viel. Keiner weiß was ich in der Tasche habe. Aber ich weiß auch was passiert wenn es zu einem wirklich gefährlichen Moment kommt. Ich habe nämlich leider gelernt das es in unserem Fall zwei Möglichkeiten gibt. Einer wird verletzt oder ich schaffe es zu verhindern. Zum Glück ist es hier fast nur friedlich. Aber wer einmal gesehen hat was passieren kann der will es unbedingt verhindern.
Na dann würde ich das an deiner Stelle auch für dich behalten. Denn wer sich mit einer Schreckschuss Waffe bewaffnet den möchte ich nicht in meiner Gegenwart haben. Und glaub mal nicht das ich nicht gesehen habe wozu Hunde in der Lage sind. Und wenn du ganz viel Pech hast triffst du auf einen Schussfesten Hund und verhinderst somit gar nichts. Ganz im Gegenteil danach hast du dann zu den Verletzungen noch zwei Hunde mit verezten Augen und eventuell noch mit Taubheit. Es ist und bleibt für mich eine überzogene Maßnahme. Wenn du diese nutzt um einen Menschen zu schützen sehe ich das noch irgendwo als in Ordnung an. Aber nicht um einen Hund zu beschützen. Da wäre es dann sinnvoller dem eigenen Hund die Flucht ermöglichen und den angreifenden Hund auf dich zu lenken wenn du dann die Waffe einsetzt wäre das noch etwas wo ich mitgehen könnte.
 
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Uta
7. Jän. 17:39
Weil diese Besitzer in Panik geraten, wäre das Gebot der Rücksichtnahme den Hund an die Leine zu nehmen. Traurig, dass viele das nicht kapieren und egoistisch unterwegs sind.
Heute morgen im Park, die Grossen liefen frei, eigentlich wollte wir eine Runde durch den Park mit unserer angeleinten Chihuahua Hündin drehen, mussten aber schon wieder den Park verlassen, keiner kam auf die Idee seinen Hund anzuleinen, obwohl wir gut sichtbar waren, das passiert uns täglich, ich könnte kotzen.🤑
 
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Uta
7. Jän. 18:14
Mittlerweile nehme ich Frieda einfach hoch, das ist mir zu blöd geworden mit anderen Hundehaltern.
Das Hochheben könnte für euch beide sehr gefährlich werden. Der Hund springt an dir hoch und kann dann trotzdem zu beissen. So ist es einer Freundin von mir passiert, der Hund biss ihr aus Frust in ihr Bein. Ihrem Hund ist glücklicherweise nichts passiert.
Ich nehme für unsere Chihuahua Hündin eine grosse Tasche mit, in der ich sie dann bei drohender Gefahr verschwinden lasse.
 
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Mirja
7. Jän. 20:09
Ich mache es auch so, wie manche es schon beschrieben haben. Wenn der Hund auf uns zugestürmt kommt und sichtbar unspaßig rüberkommt oder mein Hund klar macht, dass er nicht will, stelle ich mich vor meinen Hund, mache mich groß und breit und schreie 'Stop' oder 'Nein'. Wenn das nichts nutzt und die Lage zu eskalieren droht, nehme ich meinen hoch. Diese Sprüche von wegen 'die regeln das auf ihre Art' kann ich nicht mehr hören. Wenn mein Hund Angst hat, hat er Angst und dann greife ich ein. Kontraproduktiv ist das absolut nicht, denn damit zeige ich ihm, dass er sich auf mich verlassen kann und schütze ihn vor Verletzungen oder Schlimmerem.
 
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Babs
7. Jän. 21:01
Mir ist aufgefallen, dass einige blocken, ihren Hund hinter sich bringen, auf den Arm nehmen. Alles gute Strategien, doch ist auch klar, was diese Strategien bedeuten?

Z. B. Blocken:
Je nach Körperhaltung kann dies für den entgegenkommenden Hund eine Bedrohung sein. Manche Hunde gehen dann in die Deeskalisation, aber bei manchen Hunden löst das ein Wehrverhalten aus und fühlen sich in einer lebensbedrohlichen Lage. Dann kann es ernst werden. Probiert es einfach mal an Eurem eigenen Hund aus. Das hat nichts mit der Größe des Hundes zu tun. Solche körperlichen Einsätze sollte man m. E. mal üben, um ein Gefühl dafür zu bekommen. In Stresssituationen neigt man gerne mal zu übertriebenen Handlungen.

Hund hinter sich bringen: Man fordert seinen Hund auf, die Führung abzugeben und der HF regelt alleine. Darüber sollte man sich m. E. einfach im Klaren sein. Nicht mehr ubd nicht weniger. Fraglich ist, ob der Hund das in dieser Situation überhaupt leisten kann. Auch das sollte geübt werden. Vertraut er nicht, wird es schwierig. Vertraut er, ist die Verantwortung sehr groß.

Auf den Arm nehmen: Hier sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man keine Hände mehr frei hat. Der Hund sollte gelernt haben, dass "auf den Arm nehmen" etwas positives ist. Viele Hunde mögen es gar nicht, hochgehoben zu werden und in Stresssituationen, in denen der Hund lieber abhauen möchte, wird es für ihn richtig unangenehm.

Was ich damit sagen möchte ist, dass man sich über seine eigenen Handlungen im Klaren sein muss und was die für Folgen haben können.

Ich wähle immer zuerst eine Deeskalierende Lösung. Seitlich wegdrehen, souverän und ruhig bleiben, mit Geräusche mal kurz aus seinen Tunnel holen um für eine Strategie Zeit zu gewinnen und die Situation besser einschätzen zu können.

Blocken, Hund hinter sich bringen, auf den Arm nehmen ist m. E. alles ok, wenn man dies vorher mal geübt hat. Das Üben gibt übrigens Sicherheit und dies wiederum führt zur Souveränität. Der eigene Hund hat es gelernt, das Frauchen plötzlich einen anderen Hund bedroht, er hat gelernt die Führung abzugeben und gelernt, dass auf dem Arm nehmen etwas positives ist.

Nur zu denken, dass man seinen eigenen Hund beschützen möchte, reicht nicht aus. Schreien und hektisch werden zeugt nicht von einer guten Führungsqualität und verunsichert den eigenen Hund.

Letztendlich muss der Mensch schauen, was für den eigenen Hund die beste Lösung ist. Man kann natürlich sagen, dass alles besser ist, als das der Hund verletzt wird, aber man kann sich und seinen Hund auch vorbereiten.

Das ist jetzt meine Meinung und jeder muss letztendlich selber wissen, was er macht. Es gibt übrigens tolle Seminare für HH mit kleinen Hunden, mit großen Hunden ... und wie man seinem eigenen Hund den größtmöglichen Schutz bieten kann. Bei großen Hunden läuft man immer Gefahr, dass er der Schuldige ist und das unangenehme Konsequenzen für den Hund haben kann. Bei denen empfinde ich es als sehr wichtig, dass er die Führung sofort abgeben kann, ohne Widerworte, ohne Einmischung. Ein Auflösekommando oder die Freigabe, kann man dann immer noch geben.