Mir ist aufgefallen, dass einige blocken, ihren Hund hinter sich bringen, auf den Arm nehmen. Alles gute Strategien, doch ist auch klar, was diese Strategien bedeuten?
Z. B. Blocken:
Je nach Körperhaltung kann dies für den entgegenkommenden Hund eine Bedrohung sein. Manche Hunde gehen dann in die Deeskalisation, aber bei manchen Hunden löst das ein Wehrverhalten aus und fühlen sich in einer lebensbedrohlichen Lage. Dann kann es ernst werden. Probiert es einfach mal an Eurem eigenen Hund aus. Das hat nichts mit der Größe des Hundes zu tun. Solche körperlichen Einsätze sollte man m. E. mal üben, um ein Gefühl dafür zu bekommen. In Stresssituationen neigt man gerne mal zu übertriebenen Handlungen.
Hund hinter sich bringen: Man fordert seinen Hund auf, die Führung abzugeben und der HF regelt alleine. Darüber sollte man sich m. E. einfach im Klaren sein. Nicht mehr ubd nicht weniger. Fraglich ist, ob der Hund das in dieser Situation überhaupt leisten kann. Auch das sollte geübt werden. Vertraut er nicht, wird es schwierig. Vertraut er, ist die Verantwortung sehr groß.
Auf den Arm nehmen: Hier sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man keine Hände mehr frei hat. Der Hund sollte gelernt haben, dass "auf den Arm nehmen" etwas positives ist. Viele Hunde mögen es gar nicht, hochgehoben zu werden und in Stresssituationen, in denen der Hund lieber abhauen möchte, wird es für ihn richtig unangenehm.
Was ich damit sagen möchte ist, dass man sich über seine eigenen Handlungen im Klaren sein muss und was die für Folgen haben können.
Ich wähle immer zuerst eine Deeskalierende Lösung. Seitlich wegdrehen, souverän und ruhig bleiben, mit Geräusche mal kurz aus seinen Tunnel holen um für eine Strategie Zeit zu gewinnen und die Situation besser einschätzen zu können.
Blocken, Hund hinter sich bringen, auf den Arm nehmen ist m. E. alles ok, wenn man dies vorher mal geübt hat. Das Üben gibt übrigens Sicherheit und dies wiederum führt zur Souveränität. Der eigene Hund hat es gelernt, das Frauchen plötzlich einen anderen Hund bedroht, er hat gelernt die Führung abzugeben und gelernt, dass auf dem Arm nehmen etwas positives ist.
Nur zu denken, dass man seinen eigenen Hund beschützen möchte, reicht nicht aus. Schreien und hektisch werden zeugt nicht von einer guten Führungsqualität und verunsichert den eigenen Hund.
Letztendlich muss der Mensch schauen, was für den eigenen Hund die beste Lösung ist. Man kann natürlich sagen, dass alles besser ist, als das der Hund verletzt wird, aber man kann sich und seinen Hund auch vorbereiten.
Das ist jetzt meine Meinung und jeder muss letztendlich selber wissen, was er macht. Es gibt übrigens tolle Seminare für HH mit kleinen Hunden, mit großen Hunden ... und wie man seinem eigenen Hund den größtmöglichen Schutz bieten kann. Bei großen Hunden läuft man immer Gefahr, dass er der Schuldige ist und das unangenehme Konsequenzen für den Hund haben kann. Bei denen empfinde ich es als sehr wichtig, dass er die Führung sofort abgeben kann, ohne Widerworte, ohne Einmischung. Ein Auflösekommando oder die Freigabe, kann man dann immer noch geben.