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Katharina
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zuletzt 28. März

Erfahrungen mit schweren Fehldiagnosen beim Tierarzt

Hallo, ich hoffe es gibt hierzu noch keine Beitrag, den ich übersehen habe 😅 Der Tierarzt vom Familienhund eines Bekannten hat eine sehr folgenschwere Fehldiagnose gestellt und ich wollte mal fragen, ob hier jemand mit so etwas Erfahrung hat und welche rechtlichen Schritte möglich sind. Die Familie meines Bekannten hat einen 13 Jahre alten Hund und ging mit diesem mehrere Jahre zu einer örtlichen Tierklinik, bei der sie sich gut aufgehoben gefühlt haben. Die Tierklinik hat auch überwiegend sehr gute Rezensionen. Der Hund hat vor mehreren Jahren zwei Beulen entwickelt, welche als gutartige Fettansammlungen diagnostiziert wurden. Vor über einem Jahr hat der Familienhund eine weitere Beule am Vorderlauf entwickelt. Auch diese wurde nach einer Röntgenaufnahme als gutartige Fettansammlung diagnostiziert. Nach Aussage des Tierarztes wäre eine Entfernung nur sinnvoll wenn der Hund Schmerzen habe. Die Beule am Vorderlauf ist über die Zeit gewachsen und hatte am Ende einen Durchmesser von über 10cm. Dieses Wachstum wurde auch vom Tierarzt dokumentiert. An der Diagnose und der Handlungsempfehlung hat sich nichts geändert. Bei dem letzten Besuch hat die Familie meines Bekannten die Entscheidung getroffen die Beule entfernen zu lassen. Der Tierarzt hat daraufhin ChatGPT geöffnet und sich dort anscheinend eingelesen bevor er einen Kostenvoranschlag erstellt hat. Die Familie meines Bekannten fand das suspekt und hat daraufhin beschlossen sich eine zweite Meinung einzuholen und ist zu einer Spezialklinik in der Umgebung gegangen. Die Diagnose der Spezialklinik war dann komplett anders. Alle drei Beulen sind bösartige Tumore. Der Tumor am Vorderlauf ist mit Blutgefäßen verwachsen und ist deswegen so stark gewachsen. Eine vollständige Entfernung des Tumors wäre nur noch mit einer Amputation des Vorderlaufs möglich gewesen. Aufgrund des Alters des Hundes hat man den Tumor bestmöglich ohne Amputation entfernt und begleitend eine Chemotherapie begonnen. Dem Familienhund geht es den Umständen entsprechend gut und er verträgt auch die Chemo gut. Je nachdem wie die Chemo anschlägt, kann eine Amputation des Vorderlaufs aber trotzdem notwendig werden. Es wäre schön andere Tierbesitzer vor so einer Fehldiagnose bewahren zu können. Ich bin mir nicht sicher, ob die Tierärztekammer sich für solche Vorfälle interessiert. Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen mit seinem Tierarzt machen müssen und falls ja, welche Maßnahmen habt ihr ergriffen? Liebe Grüße, Kathy
 
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Christiane
28. März 09:05
Wir haben letztes Jahr von der Tierärztin die Diagnose bekommen Tumor in der Galle. Die Leberwerte waren schlecht und deshalb wurde ein Ultraschall gemacht mit der Diagnose. Nicht operabel, da Flocke schon so alt ist. Medikamente palliativ nur noch für 2 Wochen mitbekommen und Schmerzmittel gegen Schmerzen. Das alles an einem Samstag🙄.
Am Montag sofort eine Zweitmeinung in einer Tierklinik eingeholt. Dort nochmal Ultraschall. Ergebnis: ist "nur" Schleim in der Galle. Die schlechten Leberwerte waren aufgrund des Cortison, das Flocke aufgrund einer anderen Krankheit von der Tierärztin bekommen hat. Heute ist Flocke noch immer am Leben und noch immer aktiv.
Die Tierärztin hat uns nie wiedergesehen. Aber ich werde nun mit Flocke nochmals hinfahren, da ich die alten Blutwerte brauche und an der Anmeldung sagen, dass er noch lebt. Wird zwar nichts nützen, aber es ist für mich😊 .