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Markus
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zuletzt 24. Jän.

Einsatz von Pfefferspray/Tierabwehrspray erlaubt?

Jetzt muss ich meinem Ärger erst mal Luft machen. Ich war gerade mit meinem Hund ( Angsthund ) spazieren. In einiger Entfernung sah ich Leute mit einem Hund auf uns zukommen und leinte meinen Hund sofort an, da er Angst vor anderen Vierbeinern hat. Als wir uns dann bis auf ca 50 mtr. genähert hatten , habe ich den Leuten zugerufen, sie mögen doch bitte ihren Hund anleinen. Dieses wurde von den Leuten völlig ignoriert und der fremde Hund trabte einfach weiter auf meinen hinzu. Luke bekam Panik und zog rückwärts. Ich habe versucht mich zwischen die beiden Hunde zu stellen um so dem fremden Hund den Zugang zu meinem zu versperren. Das nur mit mäßigem Erfolg. Jetzt meine Frage : Ist es unter den oben genannten Zustand erlaubt Pfefferspay / Tierabwehrspray einzusetzten und zu benutzen ? Leider hatte ich den Spray nicht dabei da ich nicht mit so einer Situation gerechnet habe.
 
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Christel
18. Jän. 18:17
Ich empfehle dir dringend, deinen Hund sanft nach und nach mit seinen Ängsten zu konfrontieren. Vermeidung führt zu n i c h t s und du möchtest doch, daß dein Hund sein Leben möglichst angstfrei genießen kann.
Auch an deinem eigenen Verhalten solltest du bitte dir und deinem Hund zuliebe arbeiten; wenn d u dic
h entspannst und "normal" verhälst, überträgt sich das auf deinen Hund.
Entschuldige, wenn ich so "schlauschnacke", habe selber einen Angsthund aus Rumänien und weiß, wovon ich spreche.
Bitte vergiss mal ganz schnell Pfefferspray und Co, sehr blöde Idee, den fremden Hund für seinen Halter zu "bestrafen"!
 
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Dogorama-Mitglied
18. Jän. 18:17
Also einen Bogen laufen oder der Situation aus dem Weg gehen, ist ja immer schön gesagt …. Soll ich auf dem Feldweg 50 m ins Feld rennen oder jedes Mal umdrehen, wenn mir einer entgegenkommt? Und alles, weil andere total ignorant sind.
Ja, mit Angsthund ja. Nervt, aber man kann ignorante HuHa nicht ändern.
 
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🍪 Kirsten
18. Jän. 18:57
Ich verstehe den Ärger und die Frustration darüber, dass keine Rücksicht euch gegenüber erfolgt ist.

Ich habe keine Angsthündin, und bin damit auch nicht in der selbe Situation wie du. Meine Hündin hat in der Vergangenheit statt mit Panik manchmal rückgerichtet auf die Person reagiert, die die Leine in der Begegnung gehalten hat, also gebissen.

Mir hat es geholfen, zu antizipieren, wie sich der andere Hund wohl verhalten wird und die Begegnungen so zu gestalten, dass ich möglichst nicht auf die Rücksichtnahme der Personen angewiesen bin, sondern vorausschauend Begegnungen so einzurichten, dass sie für meine Hündin leistbar waren. Das hat nicht 100% geklappt, da hier im Stadtgebiet mit viel Bebauung nicht jede Begegnung vorhersehbar ist. Aber für den größten Teil hat es sehr gut funktioniert und uns weitergebracht. Im späteren Verlauf, als schon einiges einfacher geworden war, habe ich andere Hundehalter auf Spaziergängen auch darum bitten können, mich bei meinen Bemühungen zu unterstützen, wenn etwas nicht so gut lief. So gut wie alle waren sehr hilfsbereit.

Aus eigener Erfahrung: Legt man den Fokus zu sehr auf die Halter, kann man dazu neigen sich hilflos zu fühlen oder gar bitter zu werden, wenn diese nicht so reagieren, wie man es sich wünscht.
Das kann dazu führen, dass man selbst Verhalten erwägt, das weder dem eigenen Hund noch sich selbst nutzt und dem anderen Hund vielleicht sogar unabsehbar schadet, ohne das man diesen Punkt auf dem Schirm hat.

So lange Konflikte mit anderen vermeidbar sind, würde ich diesen für meinen eigenen Frieden aus dem Weg gehen und meinem Hund versuchen selber vorzuleben, wie denn ein gelassener Umgang aussehen kann und welche Handlungsoptionen es gibt. Ich verstehe, dass das nicht unbedingt leicht ist, wenn man einen Hund hat, der dazu neigt in irgendeiner Form extremer zu reagieren. Selber extrem zu reagieren, außerhalb von richtigen Notwehrsituationen, ist in den seltensten Fällen eine gute Lösung.

Ich verstehe aber auch auch, dass es manchmal ein Ventil benötigt, wenn man sich selbst nicht gesehen und gehört oder gar missachtet fühlt.

Ich wünsche dir und deinem Hund alles Gute 🐾
 
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Selina
19. Jän. 11:23
Wie du es schon mitbekommen hast ist sowohl die Empathie von anderen Hundehaltern Mangelware noch der Einsatz von Pfefferspray vorteilhaft.

Gerade beim Einsatz von Pfefferspray kann es dazu kommen, dass du den Hund erst animierst aggressiv zu werden.

Da meiner aktuell keine Fremdhunde mag blocke ich die Hunde schon auf Entfernung ab. Die meisten Hunde halten dann inne und überlegen sich 2x ob Sie weiterhin zu uns kommen möchte oder ob es nicht doch besser ist zurück zu Ihrem Halter zu laufen. Das muss man paar Mal machen, aber bisher hat es immer funktioniert.
 
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Jacqueline
19. Jän. 19:10
Achtung mit solchen Sprays, wenn sie dem eigenen Liebling ins Auge fliegen, kann es negativ verknüpfen und verschlimmern! 🥺
 
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Sonja
19. Jän. 19:54
Nein...ist es nicht und das ist auch richtig so,! Weder dein Hund noch du waren in gefahr, !
 
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Sonja
20. Jän. 08:35
Schonmal daran gedacht , dass genau so ein verhalten des Besitzer, einen "Angsthundes" noch unsicherer ängstlicher macht. ? Ich empfehle dir mal diesen Podcast anzuhören. ❕️ https://youtu.be/uQ7SXwv37O4?si=mGac1CxaUJgbX7kN ❕️ Es geht dort zwar nocht speziell um Angsthunde ABER wird sehr schön darauf eingegegangen wie sich das verhalten von HH bei Hundebegegnungen auf den Hund auswirkt/auswirken kann, und zwar von unterschielichen "Hundesichtweisen" aus. (Auch das "etwas andere Hundebuch" des Sprechers finde ich empfelenswert . Es heisst "Verantwortung für ein Raubtier: die Weisheit der Pfoten - Hundeverhalten als Spiegel meschlicher Unzuverlässigleit") und noch ein Tipp: Statt gleich an extteme "Hilfsmittel" wie Pfefferspray etc zudenken; binde deinem Hund einfach ein knall-gelbes Halstuch um, und oder eine gelbe schleife an Geschirr, Leine. Das bedeutet , will keinen Kontakt ( aus welchen Gründen auch immer). Die Schleifen und ihre Farbenbedeutng werden auch in D unter HH immer bekannter ( sind übrigens international gleich) ...Ausserdem jeder Angsthund kann durch daueet training und geduld geholfen werden, es dauert halt seine Zeit. In meiner Gegend gibt/gabs einen Hund der war wirklich extremer Ansgsthund, hat z.b. unter sich gemacht wenn jemand oder etwas nicht "kannte", jetzt gut 2 Jahre später und durch faires Training, ist der hund zwar noch immer zurückhaltender und weniger offen als die meisten aber kein "Angsthund" mehr. Das haben Halter und Hund aber nicht durch "Meidung" und "übervorsicht" erreicht...
 
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Juliane
20. Jän. 09:02
Ich hatte für solche Fälle immer einen Schlüsselbund dabei, den ich notfalls vor oder nach einen angreifenden Hund schmeißen konnte, wenn es wirklich zum Eklat kam. Ich hab da auch eine recht gute Wurftechnik entwickelt. In den meisten Fällen sind aber die Hunde, die frei laufen gelassen werden, eigentlich die Unproblematischen aus meiner Erfahrung nach. Aber natürlich nicht Alle und ich verstehe deine Besorgnis.
 
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Heike
20. Jän. 13:23
Ganz ehrlich, Du hast selbst einen Hund und sicher auch schon davon gehört, dass Pfefferspray in den Augen furchtbar schmerzhaft ist.
Und das würdest Du einem anderen Hund antun? Sorry, kann ich nicht nachvollziehen.
 
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Karin
20. Jän. 13:30
Also einen Bogen laufen oder der Situation aus dem Weg gehen, ist ja immer schön gesagt …. Soll ich auf dem Feldweg 50 m ins Feld rennen oder jedes Mal umdrehen, wenn mir einer entgegenkommt? Und alles, weil andere total ignorant sind.
Wir machen das um zu deeskallieren. Entweder umdrehen oder Bogen schlagen.
Wobei wir auch Pfefferspray hatten. Wird dir insbesondere im Ausland jedoch auch mal anders wie beabsichtigt ausgelegt, wenn ein Fläschchen griffbereit mitführst.