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Dogorama
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Anzahl der Antworten 836
heute 08:32

Leinenpflicht – nervige Einschränkung oder sinnvoller Schutz?

Frühling und Sommer bedeuten mehr Natur, mehr Bewegung – und für viele Hunde eigentlich auch Freilauf, Schnuppern, Rennen & Schwimmen. 😍 Gleichzeitig gilt in vielen Regionen die Leinenpflicht, besonders während der Setz- und Brutzeit. Diese beginnt in einen Regionen bereits am 1. März und gilt teilweise bis zum 30. September. Für manche Hundehalter:innen ist das frustrierend: Der Hund hört gut, bleibt in der Nähe, braucht Auslauf. Warum also anleinen? Andere sehen genau darin einen wichtigen Schutz: für Wildtiere, Bodenbrüter, Jungtiere – und am Ende auch für die Hunde selbst. Dabei prallen oft zwei Sichtweisen aufeinander: • „Mein Hund hat einen sicheren Rückruf.“ • „Wildtiere können trotzdem gestresst oder verletzt werden.“ • „Freilauf ist wichtig für Auslastung und Wohlbefinden.“ • „Nicht jeder Hund reagiert vorhersehbar – auch gut erzogene nicht.“ Gerade die Setz- und Brutzeit macht die Situation komplex. Wildtiere fliehen oft nicht sichtbar, sondern verharren – was Hunde leicht zum Nachsetzen verleiten kann, selbst ohne Jagdtrieb. 👉 Die zentrale Frage: Wie viel Freiheit ist verantwortungsvoll – und wo beginnt Rücksicht? 👉 Diskutiert mit: ➡️ Wie steht ihr zur Leinenpflicht während der Setz- und Brutzeit? ➡️ Reicht ein guter Rückruf eurer Meinung nach aus? ➡️ Wo wünscht ihr euch mehr Differenzierung – und wo klare Regeln?
 
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Corinna
heute 06:23
Ich finde schön, daß du gewissenhaft und korrekt bist. Aber sollte man sich nicht bei der Anschaffung eines Hundes mit bestimmten Bedürfnissen, über die Beschäftigung und Freilaufmöglichkeiten informieren? Wenn ich da nicht die Möglichkeit habe, würde ich mich gegen einen agilen Hund und eher für einen ruhigen, älteren Hund entscheiden.
Das ist richtig. Bei meinem Hund wurde leider mit 2 1/4 Jahr eine angeborene Hüftdysplasie beidseitig diagnostiziert. Er darf ärztlicherseits nur bedingt toben und nur mit Hunden, die gleichgroß oder kleiner sind.
Diese Diagnose hat damals schon Tränen gekostet.
Agility darf er auch nicht machen.
Vieles war anders geplant.
Aber auch das ist vielleicht ein anderes Thema.
 
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Rob
heute 06:53
Da Maxl einen kleinen Jagdtrieb drinnen hat, vermeide ich beim Gassi gehn sowieso die Plätze wo gebrütet wird, außerdem bleibt er an der Schleppleine. Und im Wald besteht ja sowieso Leinenpflicht.
 
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SandrA
heute 07:20
Bezüglich dem was bei einem in der Gegend so möglich ist, ist meiner Meinung nach der Austausch mit anderen Haltern vor Ort Gold wert. Gerade Leute die ähnliche Themen haben, haben für sich manchmal schon unheimlich tolle Lösungen gefunden, die sie bereitwillig teilen oder einen mitnehmen ☺️ Hier gibt es einige tolle Möglichkeiten, von denen ich ohne andere Menschen wohl kaum etwas erfahren hätte.
Da bin ich tatsächlich wieder mal komplett bei dir.☺️

Am Ende ist es doch meine Verantwortung als HH, für die Auslastung meiner Hunde zu sorgen und die kann und sollte nicht auf Kosten von Umwelt oder Wildtieren stattfinden.

Wenn es in NRW z.B. während der Brut- und Setzzeit eine konsequente Leinenpflicht gäbe, wäre das für mich ehrlich gesagt überhaupt kein Problem. Dann ist es eben meine Aufgabe, andere Möglichkeiten zu finden, damit meine Hunde trotzdem Bewegung und Freilauf bekommen.

Und da hilft genau das, was du beschrieben hast - Austausch mit anderen Hundehaltern.

Ich habe selbst eigentlich immer schon Hunde (außer mein Pudel☝️), die nicht überall einfach frei laufen können. Da musste ich schon immer etwas kreativer sein. Gemeinsam mit anderen Wiesen mieten, in der Hundeschule nachfragen, ob man das Gelände mal nutzen darf, bei Freunden mit Garten treffen. Solche Lösungen entstehen durch Vernetzung.

Ich kenne auch einige Listenhundebesitzer, die über die Diskussion um drei Monate Brut- und Setzzeit eher schmunzeln. Die müssen schon seit Jahren deutlich kreativer sein, um ihren Hunden sicheren Freilauf zu ermöglichen.

Ich habe nun das Glück, ein eigenes Grundstück zu haben, aber das war lange nicht so und trotzdem habe ich immer Wege gefunden.

Deshalb finde ich, dass das Thema manchmal etwas überdramatisiert wird. Bevor ich mich darüber ärgere, suche ich lieber nach Lösungen. Und die gibt es meistens, wenn man sich ein bisschen vernetzt und offen austauscht.
 
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Andrea
heute 07:35
gut das ich weiter unten erwähnt habe, das kaito nicht aus der arbeiterlinie stammt?! gut das es auch die showlinie gibt, die ganz andere zuchtmerkmale haben 👍
Eine gute Freundin hat sich auch für die Showlinie entschieden und trotzdem das Kraftpaket Aussi erhalten.
Ihre Hündin braucht rassetypisch viel Auslastung und Bewegung. Da gehört Freilauf genauso dazu wie die ganze Kopfarbeit.
Ihre Hündin würde jagen gehen, wenn die Auslastung nicht stimmt.

Showlinie heißt nicht, dass Generationen von Zuchtzielen der Arbeitslinie verschwinden.
 
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Kirsten
heute 08:30
Da bin ich tatsächlich wieder mal komplett bei dir.☺️ Am Ende ist es doch meine Verantwortung als HH, für die Auslastung meiner Hunde zu sorgen und die kann und sollte nicht auf Kosten von Umwelt oder Wildtieren stattfinden. Wenn es in NRW z.B. während der Brut- und Setzzeit eine konsequente Leinenpflicht gäbe, wäre das für mich ehrlich gesagt überhaupt kein Problem. Dann ist es eben meine Aufgabe, andere Möglichkeiten zu finden, damit meine Hunde trotzdem Bewegung und Freilauf bekommen. Und da hilft genau das, was du beschrieben hast - Austausch mit anderen Hundehaltern. Ich habe selbst eigentlich immer schon Hunde (außer mein Pudel☝️), die nicht überall einfach frei laufen können. Da musste ich schon immer etwas kreativer sein. Gemeinsam mit anderen Wiesen mieten, in der Hundeschule nachfragen, ob man das Gelände mal nutzen darf, bei Freunden mit Garten treffen. Solche Lösungen entstehen durch Vernetzung. Ich kenne auch einige Listenhundebesitzer, die über die Diskussion um drei Monate Brut- und Setzzeit eher schmunzeln. Die müssen schon seit Jahren deutlich kreativer sein, um ihren Hunden sicheren Freilauf zu ermöglichen. Ich habe nun das Glück, ein eigenes Grundstück zu haben, aber das war lange nicht so und trotzdem habe ich immer Wege gefunden. Deshalb finde ich, dass das Thema manchmal etwas überdramatisiert wird. Bevor ich mich darüber ärgere, suche ich lieber nach Lösungen. Und die gibt es meistens, wenn man sich ein bisschen vernetzt und offen austauscht.
Apropos Lösungsorientierung:
Wenn es auf die BuS zugeht kriege ich immer häufiger mit, dass Halter gezielt diese Zeit als guten Anlass sehen, um nochmal wirklich sehr intensiv an bestimmten Themen zu arbeiten (Rückruf, Social Walks, Leinenführigkeit …).

Natürlich kann man das jederzeit tun.
Aber mit BuS verschieben sich die Prioritäten manchmal etwas und ich finde den Gedanken gut, etwas sinnvolles draus zu machen.
 
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Larissa
heute 08:32
Man bricht sich aber auch keinen Zacken aus der Krone, wenn man einfach freundlich darum bittet, den Hund anzuleinen, anstatt nichts zu sagen, böse zu gucken und sich hinterher darüber aufzuregen. WENN man schon nicht bereit dazu ist, an seiner Angst zu arbeiten und sich ein wenig über Hundekommunikation zu informieren. Meine Meinung. Ein freundlicher Hinweis und die allermeisten HH würden umgehend anleinen.
Warum soll das evtl. verängstigte Gegenüber auch noch darum bitten, dass wir unseren Hund anleinen? Also sorry, aber das ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Ich möchte nicht, dass mein Hund Ängste befeuert oder irgendwie negativ assoziiert wird und aus Rücksichtnahme geht er bei Begegnungen auf der abgewandten Seite neben mir. Und ich klinke dann die Leine ein oder hebe die Schleppleine auf. Da bricht mir zumindest kein Zacken aus der Krone.