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Dogorama
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heute 11:33

Leinenpflicht – nervige Einschränkung oder sinnvoller Schutz?

Frühling und Sommer bedeuten mehr Natur, mehr Bewegung – und für viele Hunde eigentlich auch Freilauf, Schnuppern, Rennen & Schwimmen. 😍 Gleichzeitig gilt in vielen Regionen die Leinenpflicht, besonders während der Setz- und Brutzeit. Diese beginnt in einen Regionen bereits am 1. März und gilt teilweise bis zum 30. September. Für manche Hundehalter:innen ist das frustrierend: Der Hund hört gut, bleibt in der Nähe, braucht Auslauf. Warum also anleinen? Andere sehen genau darin einen wichtigen Schutz: für Wildtiere, Bodenbrüter, Jungtiere – und am Ende auch für die Hunde selbst. Dabei prallen oft zwei Sichtweisen aufeinander: • „Mein Hund hat einen sicheren Rückruf.“ • „Wildtiere können trotzdem gestresst oder verletzt werden.“ • „Freilauf ist wichtig für Auslastung und Wohlbefinden.“ • „Nicht jeder Hund reagiert vorhersehbar – auch gut erzogene nicht.“ Gerade die Setz- und Brutzeit macht die Situation komplex. Wildtiere fliehen oft nicht sichtbar, sondern verharren – was Hunde leicht zum Nachsetzen verleiten kann, selbst ohne Jagdtrieb. 👉 Die zentrale Frage: Wie viel Freiheit ist verantwortungsvoll – und wo beginnt Rücksicht? 👉 Diskutiert mit: ➡️ Wie steht ihr zur Leinenpflicht während der Setz- und Brutzeit? ➡️ Reicht ein guter Rückruf eurer Meinung nach aus? ➡️ Wo wünscht ihr euch mehr Differenzierung – und wo klare Regeln?
 
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Lou
heute 07:29
Meiner läuft ganzjährig ohne Leine, einen Hund an der Leine dauerhaft zu halten verstößt gegen das Tierschutzgesetz
Wo verstößt es gegen das TSG? Meines Wissens verbietet dieses nicht, einen Hund beim Spaziergang an der Leine zu führen. Dort geht es um das dauerhafte Anketten oder um eine Haltung, die die Bewegung des Hundes stark einschränkt.Und es gibt gute Gründe warum einige Hunde nicht ohne Leine/Schleppleine laufen sollten.
 
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Katharina
heute 07:38
Hier in Hamburg müssen jetzt Freigängerkatzen kastriert, gechipt und in einem Katzenregister angemeldet werden. Grundsätzlich ja vernünftig. Doch wer und wie soll das kontrolliert werden. Genauso wenig,wie bei den Hunden die Leinenbefreiung kontrolliert wird.
Der Vorteil dieses Gesetztes ist, dass man jetzt Katzen auf Gemeinde Kosten einfangen kann und kastrieren kann wenn kein Halter da ist. Und wenn einer ermittelt werden kann wird er zur Kasse gezwungen. Bei uns kämpft man seit langen für so ein Gesetzt, weil man dann recht zügig die extreme Vermehrung der Katzen eindämmen kann. Ohne dieses Gesetzt kann man nicht einfach Katzen kastrieren, denn die Tierschutzorganisationen die sich um sowas kümmern haben nicht genügend Geld. Die Gemeinden schieben das Problem auf die Halter. Mit diesem Gesetzt werden auch Gelder locker für Kastrationen. Erstmal ist dieses Prinzip für die Gemeinden teurer deshalb machen es viele nicht. Aber langfristig wird es natürlich günstiger weil die Tierheime nicht mehr so überfüllt sind. Kann man also nicht vergleichen mit der Leinenpflicht.
 
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Ulrike
heute 07:47
Wo verstößt es gegen das TSG? Meines Wissens verbietet dieses nicht, einen Hund beim Spaziergang an der Leine zu führen. Dort geht es um das dauerhafte Anketten oder um eine Haltung, die die Bewegung des Hundes stark einschränkt.Und es gibt gute Gründe warum einige Hunde nicht ohne Leine/Schleppleine laufen sollten.
Ich versuche, mal ein kleines Beispiel zu geben, warum der Hund nicht dauerhaft an der Leine laufen sollte. Das hat mit Tierschutzgesetz oder sowas gar nichts zu tun, einfach nur mal nachgedacht:
Mein wunderschöner Rüde Darius, Zeit seines Lebens, groß, muskulös und kraftvoll ,ist jetzt schon fast 13, die Muskeln lassen nach und er läuft entsprechend sehr sehr langsam. Ich muss ihn natürlich jetzt begleiten, so wie er mich früher auch begleitet hat. Ich muss also, auch wenn er ohne Leine ist, langsam neben ihm herlaufen und mich langsam bewegen und auch zwischendurch immer wieder stehen bleiben. Das tut meiner Kondition nicht gut und meinem Körpergerüst und meinem gesamten Wohlbefinden. Die strammen Spaziergänge jeden Tag 3-4 Stunden waren für mich gesundheitlich auch unterstützend, jetzt bin ich mehr bei der Physio als im Wald. Und so geht es einem gesunden Hund auch, wenn er nur langsam und immer im selben Schritttempo neben seinem Herrchen / Frauchen an der Leine läuft.
Ist das einleuchtend?
 
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Lou
heute 07:55
Ich versuche, mal ein kleines Beispiel zu geben, warum der Hund nicht dauerhaft an der Leine laufen sollte. Das hat mit Tierschutzgesetz oder sowas gar nichts zu tun, einfach nur mal nachgedacht: Mein wunderschöner Rüde Darius, Zeit seines Lebens, groß, muskulös und kraftvoll ,ist jetzt schon fast 13, die Muskeln lassen nach und er läuft entsprechend sehr sehr langsam. Ich muss ihn natürlich jetzt begleiten, so wie er mich früher auch begleitet hat. Ich muss also, auch wenn er ohne Leine ist, langsam neben ihm herlaufen und mich langsam bewegen und auch zwischendurch immer wieder stehen bleiben. Das tut meiner Kondition nicht gut und meinem Körpergerüst und meinem gesamten Wohlbefinden. Die strammen Spaziergänge jeden Tag 3-4 Stunden waren für mich gesundheitlich auch unterstützend, jetzt bin ich mehr bei der Physio als im Wald. Und so geht es einem gesunden Hund auch, wenn er nur langsam und immer im selben Schritttempo neben seinem Herrchen / Frauchen an der Leine läuft. Ist das einleuchtend?
Ich verstehe das schon, dass es schöner ist wenn der Hund frei laufen kann. Aber es gibt Hunde, da ist es (noch) nicht möglich und dann sollte man da auch verantwortungsbewusst handeln. Ist das einleuchtend?
 
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Michi
heute 07:57
Deshalb schafft man selbst diese 100%. Wenn man seinen Hund frei laufen lässt, muss die Aufmerksamkeit auf ihm liegen. Man sieht die Sekunde, in der ein Hund ansetzen möchte um hinterher zu gehen. Wenn man das Wissen hat, das er hört, steht dem Freilauf nichts im Wege finde ich. Mein alter Hase weiß mit mittlerweile fast 13 Jahren, das jagen nicht gewollt ist. Als er kam hat er gejagt, wir haben dran gearbeitet, es ging über zu 'ich erkenne den Moment, ich sage du bleibst hier' ging über zu 'das Reh läuft, ich schaue Frauchen an, sie sagt nein, OK dann nicht' ist übergegangen zu 'ich lasse es einfach' weshalb soll ich diesen Hund anleinen? Diesen Hund! Hätte meine Kleine kein Handycap, dann wäre sie durchgehend an der Leine, denn sie würde jagen und sie würde sich nicht davon abhalten lassen, selbst wenn man sie in der Sekunde, zurück rufen würde. So ist doch jeder 'Der Wissende' über seinen eigenen Hund, man muss halt ehrlich zu sich selbst sein.
Trotzdem gibt es keine 100 Prozent.
So etwas gibt es bei Lebewesen nicht.
Es kann immer etwas passieren, auch wenn die Leine dran ist.
Schau bei Tasso wieviele Hunde vermisst werden, an denen noch die Leine dran ist.
Das ist das Leben und davon kann sich niemand Freisprechen.
 
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Ivonne
heute 08:00
Der in diesen Debatten stets aufkommende Ruf nach „Gleichberechtigung“ bei Katzen und Hunden wirkt auf mich immer wieder ziemlich schief und ziemlich verkürzt. Wenn man das konsequent zu Ende denkt, müsste man mit Katzen an der Leine spazieren gehen oder Hunde ebenfalls einfach frei durchs Wohngebiet streifen lassen. Mit Hundeklappe nach draußen, ohne Aufsicht, ohne Leine – die regeln das dann schon selbst irgendwo zwischen Straße, Spielplatz und Nachbars Garten. Ich glaube, im ersten Fall wäre das wenig bis gar nicht artgerecht und im zweiten wären die meisten Menschen ziemlich schnell nicht mehr begeistert (vor allem angesichts der Hundedichte). Der Unterschied ist doch, dass Hunde eben als geführte Begleittiere gehalten werden. Deshalb gibt es (Leinen-, Aufsichts-)Pflichten, Erzeihungsbemühungen und auch eine Hundesteuer. Freigänger Katzen bewegen sich autonom in ihrem Revier. Mit meinem Kater streife ich normalerweise nicht kilometerweit durch Wälder und Naturschutzgebiete und auch auf Rückruf und co bestehe ich nicht - der würde mich ja für komplett bescheuert halten. Er bewegt sich frei in einem relativ festen Radius rund ums Haus. Mit den Hunden dagegen fahre ich teilweise weit vom Wohnort weg, laufe durch Wälder, Naturschutzgebiete oder andere sensible Bereiche. Genau dort greifen dann natürlich auch andere Regeln, wie die Leinenpflicht und Erziehung zum Schutz von Wildtieren. Das ist für mich gar keine Frage, mich daran zu halten. Das sind einfach zwei völlig unterschiedliche Situationen. Deshalb finde ich es wenig sinnvoll und wenig zielführend, Hund und Katze eins zu eins gegeneinander aufzurechnen. Und ja, auch viele Katzenhalter versuchen durchaus Rücksicht zu nehmen, z.B. indem sie ihre Tiere kastrieren lassen oder sie zu bestimmten Zeiten drinnen behalten. Ein großes Problem sind eher verwilderte Katzenpopulationen, aber das ist nochmal ein eigenes Thema. Am Ende sollte es weniger um „Gleichberechtigung“ zwischen Tierarten gehen, sondern um ein verantwortungsvolles Verhalten der Halter von Haustieren. Es geht letztlich um das vorausschauende Einwirken da, wo es nötig und möglich ist.
Oh, für Freigänger ist es in vielen Gemeinden sogar Gesetz sie kastrieren zu müssen, mit hohen Geldstrafen wenn nicht🙈
 
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Ulrike
heute 08:04
Ich verstehe das schon, dass es schöner ist wenn der Hund frei laufen kann. Aber es gibt Hunde, da ist es (noch) nicht möglich und dann sollte man da auch verantwortungsbewusst handeln. Ist das einleuchtend?
Natürlich entscheidet jeder selbst über seinen Hund weiß, was ihm gut tut und was er kann und was er nicht kann. Bestimmte Rassen kann man auch nicht immer frei laufen lassen, Terrier zum Beispiel oder Beagle. Das ist alles eine Ermessensfrage. Hunde, die ständig an der Leine sein müssen und oftmals nur, weil Herrchen oder Frauchen sich nicht trauen, tun mir wirklich im Herzen leid.
 
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Ivonne
heute 08:06
Trotzdem gibt es keine 100 Prozent. So etwas gibt es bei Lebewesen nicht. Es kann immer etwas passieren, auch wenn die Leine dran ist. Schau bei Tasso wieviele Hunde vermisst werden, an denen noch die Leine dran ist. Das ist das Leben und davon kann sich niemand Freisprechen.
Naja, uns ist's passiert, das Louis von einer aufgeschreckten Rehtruppe (denke von einem Auto, Landstraße in der Nähe) umringt wurde, ich ihm das Kommando Stop gegeben hab, er sich hingesetzt hat und sie da erst geschnallt haben, da ist ein Hund und weitergelaufen sind. Louis Blick war klasse er sagte ca sowas aus wie "Euer Ernst??"
Ich find er hat die 100% erreicht in dem Moment
 
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Tina
heute 08:07
Trotzdem gibt es keine 100 Prozent. So etwas gibt es bei Lebewesen nicht. Es kann immer etwas passieren, auch wenn die Leine dran ist. Schau bei Tasso wieviele Hunde vermisst werden, an denen noch die Leine dran ist. Das ist das Leben und davon kann sich niemand Freisprechen.
Genau so, wie nichts in der Natur 100% gerade geformt ist. Den Anspruch braucht es mMn auch gar nicht. Man kann auch mit (im Idealfall) 99, 9% super arbeiten und 0,1% bleibt ein Restrisiko, was einfach natürlich ist. Das ist ja auch allgemein bei vielen Dingen so z. B. beim Thema Unfallgefahr im Verkehr. Ich kann ein super, top umsichtiger Autofahrer sein, 30 Jahre unfallfrei und 1 Millionen km weggeschrubbt. Dann kann trotzdem der Tag kommen, wo man in einem Unfall verwickelt ist, wegen dem Restrisiko was einfach (überall im Leben) besteht.
 
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wolf
heute 08:07
Ich versuche, mal ein kleines Beispiel zu geben, warum der Hund nicht dauerhaft an der Leine laufen sollte. Das hat mit Tierschutzgesetz oder sowas gar nichts zu tun, einfach nur mal nachgedacht: Mein wunderschöner Rüde Darius, Zeit seines Lebens, groß, muskulös und kraftvoll ,ist jetzt schon fast 13, die Muskeln lassen nach und er läuft entsprechend sehr sehr langsam. Ich muss ihn natürlich jetzt begleiten, so wie er mich früher auch begleitet hat. Ich muss also, auch wenn er ohne Leine ist, langsam neben ihm herlaufen und mich langsam bewegen und auch zwischendurch immer wieder stehen bleiben. Das tut meiner Kondition nicht gut und meinem Körpergerüst und meinem gesamten Wohlbefinden. Die strammen Spaziergänge jeden Tag 3-4 Stunden waren für mich gesundheitlich auch unterstützend, jetzt bin ich mehr bei der Physio als im Wald. Und so geht es einem gesunden Hund auch, wenn er nur langsam und immer im selben Schritttempo neben seinem Herrchen / Frauchen an der Leine läuft. Ist das einleuchtend?
Ich habe mit der Tierärztin das Laufverhalten meiner Windhündin besprochen und wir kamen dabei zum Ergebnis, daß es für ihr Gangbild ungünstig ist, wenn sie an der Leine ist. Ich müsste locker joggen, um ihre normale Schrittgeschwindigkeit zu haben. Würde mir vlit gut tun, daß täglich zwei bis dreimal für einige Kilometer zu tun, aber kann ich nicht.

Mit der Leine werden Hunde zu einem Tempo gebracht, das unnatürlich für ihren Bewegungsapparat ist und zum Beispiel zu einem permanenten Abbremsen führt, was die Gelenke belasten kann. Auch solche Aspekte sollte man bedenken, wenn man den Hund oft an der Leine hat. Das Verhältnis muß stimmen, daß der Hund auch ausreichend Gelegenheit bekommt, sich natürlich mit der eigenen Geschwindigkeit zu bewegen.