Marie und ich werden vermutlich keine besten Freunde mehr, aber in diesem Punkt muss ich ihr absolut recht geben.
Warum?
Wir Hundehalter haben oft mit Vorurteilen zu kämpfen. Wenn wir dann stur auf unser Recht pochen, nur weil wir uns in unserer Ehre als Halter gekränkt fühlen, macht das die Situation für niemanden besser.
Michi, ich glaube dir sofort, dass dein Hund perfekt hört und aufs Wort bei dir läuft – das ist klasse und zeigt, wie viel Arbeit du investiert hast! Aber genau hier liegt der Knackpunkt: Ein Mensch mit einer Phobie sieht keinen Gehorsam, er sieht nur einen freilaufenden Hund. Selbst wenn er völlig entspannt neben dir läuft. Wir wissen schließlich nie, welche Erfahrungen unser Gegenüber gemacht hat, die solche Ängste auslösen.
Oft bleibt diesen Menschen dann nur eine Option: Kehrtmachen und den Rückzug antreten. Da ist es doch für uns alle viel entspannter, wenn wir kurz die Leine einklicken.
Dein Hund leidet nicht darunter, du hast keinen Stress und dein Gegenüber geht mit einem guten Gefühl aus der Begegnung. Das ist für mich echte Souveränität.
Und mal ehrlich: Wir erwarten ja auch Rücksicht. Radfahrer vertrauen unseren Hunden oft blind und schießen ohne Warnung von hinten an uns vorbei – und da sind wir doch die Ersten, die sich über die fehlende Rücksicht aufregen. 😇
Man bricht sich aber auch keinen Zacken aus der Krone, wenn man einfach freundlich darum bittet, den Hund anzuleinen, anstatt nichts zu sagen, böse zu gucken und sich hinterher darüber aufzuregen. WENN man schon nicht bereit dazu ist, an seiner Angst zu arbeiten und sich ein wenig über Hundekommunikation zu informieren. Meine Meinung.
Ein freundlicher Hinweis und die allermeisten HH würden umgehend anleinen.