Wenn er ein Huhn oder sonstiges wild sieht bleibt er kurz stehen und schaut nur dann versuche ich ihn schnell zu loben aber auch in der nächsten Sekunde läuft ja schon los
Ich denke, die Bereitschaft den Weg zu verlassen um zum Wild aufzuschließen ist bei den meisten Jagdhunden da ☺️ Die meisten werden wohl anfangs ordentlich unter Strom stehen, und auch hinterhergehen wollen, weswegen eine Absicherung über die Schleppleine unbedingt sinnvoll ist. Viele Situationen können mit der Zeit zunehmend besser auch im Anzeigeverhalten absolviert werden, oder in dem die Spannung anderweitig abgebaut wird.
Welches Verhalten oder was für Hilfsmittel wirksam sein können, um mit der Situation umzugehen, kann je nach Hund, Erregung und Wildsituation variieren.
Das das Zeitfenster zunächst so kurz ist, empfinde ich allerdings als völlig normal (: Es benötigt eben auch wiederholte Auseinandersetzung mit der Situation.
Zusätzlich zum Hund kann es auch vom eigenen Verhalten abhängen.
Ich habe mich früher sehr stark kontrollierend meiner Hündin gegenüber verhalten, aus Sorge, dass mir die Situation entgleitet. Wenn man fürchtet, dass der Hund losschießt, geht man ggf. näher an den Hund ran, um das verhindern oder um rechtzeitig eingreifen zu können. Durch das Annähern an den Hund kann es aber passieren, dass man den Hund dadurch körpersprachlich noch mehr zum Wild (also Richtung Unterholz) hineindrückt.
Oder man setzt den Hund blöderweise über Strenge oder auch über sehr aufgeregtes Lob (wenn man möchte, dass der Hund schnell zu einem umdreht) unter Druck, dass er schnell eine Entscheidung trifft, was dazu beitragen kann, dass das Anzeigeverhalten durch den inneren Konflikt viel kürzer ausfällt.
Beim eingestellten Video von Frauchen sieht man sehr schön, dass sie sich mit Dracu zwar mitbewegt, aber ihn nicht bedrängt. Sie verlangsamt, bleibt mit ihm stehen, statt ihn tiefer in die Situation reinzuschieben ☺️