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Katrin
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heute 09:46

Qualzucht - Warum Aufklärung alleine nicht reicht

Noch nie wurde soviel Aufklärung betrieben wie heutzutage und trotzdem steigt die Anzahl an Qualzuchthunden. Durch Zufall bin ich auf einen Artikel gestoßen den ich hier gerne teilen möchte, quasi als Diskussionsgrundlage. https://kynologisch.net/qualzucht-psychologie-2/ Es ist etwas viel eröffnet einem aber eine neue Sicht auf das Problem und warum das durch einfaches Aufklären nicht lösbar ist. Mich würde interessieren ob diese Erklärung für euch nachvollziehbar ist? Welche Schlüsse ihr daraus zieht und ob sich eure Meinung über das halten von Qualzuchten dadurch ändert oder nicht? Wie immer bitte lieb und freundlich bleiben und bedenkt bitte das Qualzucht nicht nur brachyzephale Rassen betrifft. Liebe Grüße eure Katrin J. https://www.ardmediathek.de/video/story/leiden-auf-vier-pfoten-zuechten-wir-unsere-haustiere-kaputt/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyNjQ4MTg
 
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Sonja
heute 08:10
Ehrlich gestanden: ich find‘s gut, wenn die Besitzer wenigstens operieren lassen! Ich treffe viele, von denen ich höre „MEIN Hund ist gesund!“… und das Tier ist laut schnaufend und dauerhechelnd unterwegs!😫
Ja schon aber ich finde es schlimm dass , das so selbstverständlich ist, also die Einstellung, was viele ja haben, also: ....egal kann man operieren... . Auch die volle op macht den Hund ja nicht gesund....und behebt das ganze auch nicht ist danach auch nicht "freiatmend" , das Problem ist einfach nur etwas weniger stark, vorhanden... und das ist ja nicht das einzige "QZ Problem" der Brachys..
 
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Sonja
heute 09:44
Gibt es überhaupt Ups Würfe? Wenn meine Hündin läufig ist, merke ich das doch und wenn ich nen intakten Rüde zu Hause habe muss ich da halt aufpassen oder die räumlich trennen? Und wenn man mit der Hündin Gassi ist, bekommt man es doch erst recht mit, wenn die gedeckt wurde. Soweit ich weiß gibt es für Hunde sowas wie "die Pille danach". Oder chemische Abtreibung. Zumal diese angeblichen Ups Würfe ja dann auch noch reinrassige Welpen sind oder irgendwelche exotischen Designermischlinge und nicht der Mischlingstruppi vom Nachbar ist über den Zaun gesprungen...
Also wirklich echte "ups-deckungen"/"ups-würfe" kommen in Ländern wo es kaum/keine Strassenhunde gibt extremst selten vor...die allermeisten dieser "Ups" hierzulande, sind gewollt/gesteuert. Es kann vorkommen das eine Läufige ausbüchst und einen Rüden findet, oder ein Rüde ausbüchst und eine Läufige findet. Aber die Hündin nimmt ja nur in der Standhitze ( das sind ja im Schnitt zwischen 5 und 9 Tagen) auf. Ein verantwortungsbewusster/vernünftiger HH geht dann bei Verdacht auch zum TA und lässt Trächtigkeit bestätigen/ausschliessen und wenn trächtig , abbrechen, besonders wenn der Rüde unbekannt ist, schon zur Sicherheit/Wohl der Hündin. Das "ein Ups" auf dem Spaziergang passiert kann zwar vorkommen ist aber noch unwahrscheinlicher ,vor Jahren mal einem, mir Bekannten TH-Ehrenamtler-Gassigänger, passiert: . Ging mit eimen top hörenden/erzogenen Rüden gassi. Plötzlich gab der freilaufende Rüde "knallgas, war im tunnell..." Gassigeher rannte nach und fand ihn dann knapp 1km weiter auf einem Hof, da "hing" der Rüde schon in der Hündin...🥴...also konnte er nur abwarten und mit dem Besitzer der Hündin "sprechen"....War aber ein vernünftiger HH, ?(dem ist die Hündin über den Zaun gesprungen als der Rüde angeflitzt kam).....blöd gelaufen, also kann passieren🫣. Die Trächtigkeit wurde dann aber auch abgebrochen ( ist ja bis zum.40.oder sogar 45. Tag nach aufnahme/deckakt möglich, also genug zeit um bei echtem "Ups" zu handeln ) und die Haftplichtversicherung übernahm auch die TA kosten...
 
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Momo
heute 09:46
Ich glaube grundsätzlich entsteht immer ein Problem, wenn damit Geld verdient wird bzw. werden kann.

Ich habe es früher mit der ersten Golden Retriever Zucht bei uns im Dorf erlebt, ich weiß nicht mehr wie oft die Hündin Nachwuchs bringen musste, auf jeden Fall mehrmals im Jahr und so lange bis sie völlig fertig war. Der Züchter war auch beim Verband, die Hunde hatten Papiere und ich weiß noch das er mehr Geld für einen Welpen bekam als der Bauer für seine Kuh ;).
Wie der Deckakt vonstatten geht finde ich auch grausam, wenn die Hunde so wenig Entscheidungsfreiheit haben können sie auch nicht instinktmäßig ablehnen und so evtl beeinträchtigte Würfe verhindern.

Jetzt aus meiner Sicht ein positives Beispiel:
Der "schlechte Vermehrer" bei uns auf dem Dorf hatte eine eigene Schafzucht und wenn er Nachwuchs brauchte, kannte er einen anderen Schäfer mit Hund. Die zuvielen Hunde aus dem Wurf wurden verschenkt. Wer einen Hund wollte bekam einen,
genauso wie er war, es ging nicht um Rasse oder das Aussehen.
Genau wie bei den Katzen.
Mittlerweile: Rassekatzen im Bekanntenkreis die zum Teil nur 6-8 Jahre werden. Katzen vom Bauernhof ca. 14- 18 Jahre.

Mir ist aufgefallen das viele Züchter sich der Qualmerkmale ihrer Rasse nicht bewußt sind oder diese verharmlosen.

Ich finde eine einseitige Sichtweise immer schwierig. Es gibt überall verantwortungsvolle und verantwortungslose Menschen und für mich ist die Zucht generell auch Vermehrung.
Wobei:
Vermehrung (in Abgrenzung zur Zucht), ist heute oft eine Vermischung der Qualzuchten ohne Gesundheitskontrolle.

Qualzucht kann man nur verhindern wenn jeder einzelne sich vor der Anschaffung gut informiert.
Gut, wenn man den Züchter kennt und nicht über Ebay kauft.
Auch Züchter gezielt auf Qualmerkmale der Rasse ansprechen, da gibt es ja bei fast allen etwas. Wenn wenig Nachfrage, werden solche Rassen nicht produziert.
Wichtig finde ich auch den Einfluss der Medien, ich bin da jetzt nicht so unterwegs aber irgendwie müssen die Menschen ja auf die kranke Idee kommen sich z.b. ein Tier in der Größe einer Tasse anschaffen zu wollen.
Aber genau deswegen sehe ich ehrlich gesagt schwarz.