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Nancy
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zuletzt 7. Jän.

Rückruf Tips und Tricks benötigt

Meine Nala weiß ganz genau was das Kommando hier und die Pfeife bedeutet. Leider hat sie einen eigenen nordischen dickkopf und entscheidet oft selbst ob sie kommen möchte oder nicht. Ohne Ablenkung funktioniert dies ziemlich gut, sobald Ablenkung dazu kommt bin ich abgeschrieben. Habt ihr Tipps und Tricks für mich was ich tun kann. Ein kleines Beispiel video. Gestern ist sie einen Hasen hinterher weil ich nicht schnell genug war. Alles rufen schreien und Pfeifen ist gar nicht bei ihr angekommen.
 
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Kirsten
5. Jän. 13:36
Statt das Jagen zu vermeiden, machen wir die ersten Jagdsequenzen gemeinsam. Natürlich wird hier kein Wild gehetzt.

Als Terrier ist ihr Orientieren und Fixieren ohnehin sehr wichtig. Sie beobachtet unheimlich gerne Tiere, früher war die Tendenz hinterhergehen zu wollen noch extrem ausgeprägt. Wenn es ihr wichtig ist, nehme ich mir dafür auf unseren Runden Zeit.

Zu lernen, dass man bereits ruhige Phasen gemeinsam erlebt, statt zu verhindern, hilft meiner Hündin ansprechbar zu bleiben und sich regulieren zu können.
Sie zeigt mir inzwischen sehr gerne Wild.
Wenn ich verpasse, dass sie etwas Tolles entdeckt hat, bleibt sie häufig stehen und schaut mich eindringlich an, bis ich nicht mehr auf der Leitung stehe.
 
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Sebbi
5. Jän. 13:42
Da stimme ich zu.

Und Keine der bisherigen Antworten ist wirklich falsch. 👍🏼

Ihr konzentriert euch jedoch alle viel zu sehr auf den Rückruf an sich. Dabei liegt die Grundlage des Rückrufs in einer stabilen Basis.

Ein Hund, der bereits im Vollsprint (in „Fahrt“) ist, befindet sich in einem Zustand extrem hoher Erregung. In diesem Moment ist das sympathische Nervensystem voll aktiv (Adrenalin, Tunnelblick). Ein Abbruchsignal oder Rückruf müsste in diesem Moment eine enorme mentale Barriere durchbrechen.

Das ist tatsächlich so, als würde man versuchen, bei 100 km/h den Rückwärtsgang einzulegen: Es entstehen enorme Spannungen, und meistens „kracht“ es einfach – der Hund ignoriert den Befehl, weil er körperlich und mental gar nicht so schnell umschalten kann.
 
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Svenja
5. Jän. 13:49
Da stimme ich zu. Und Keine der bisherigen Antworten ist wirklich falsch. 👍🏼 Ihr konzentriert euch jedoch alle viel zu sehr auf den Rückruf an sich. Dabei liegt die Grundlage des Rückrufs in einer stabilen Basis. Ein Hund, der bereits im Vollsprint (in „Fahrt“) ist, befindet sich in einem Zustand extrem hoher Erregung. In diesem Moment ist das sympathische Nervensystem voll aktiv (Adrenalin, Tunnelblick). Ein Abbruchsignal oder Rückruf müsste in diesem Moment eine enorme mentale Barriere durchbrechen. Das ist tatsächlich so, als würde man versuchen, bei 100 km/h den Rückwärtsgang einzulegen: Es entstehen enorme Spannungen, und meistens „kracht“ es einfach – der Hund ignoriert den Befehl, weil er körperlich und mental gar nicht so schnell umschalten kann.
Richtung, es sei denn, er hat genau diese Vollbremsung gelernt.
Die meisten Hunde verstehen gar nicht, dass der Rückruf auch gilt, wenn etwas für sie spannendes auftaucht. Daher macht das - finde ich - Sinn, den Moment des Umkehrens, also die Entscheidung gegen den Reiz und für den Halter zu benennen und dann clever in allen erdenklichen Situationen zu trainieren. Das funktioniert anfangs nur mit Absicherung durch die Leine und viel Geduld, aber vor allem, wenn danach etwas wirklich tolles, den Bedürfnissen des Hundes entsprechendes folgt, funktioniert das nachher auch unter hohem Tempo und starken Reizen (wenn natürlich der Rest der Beziehung stimmt und der Hund, besonders beim Thema Jagd keine mehrfachen oder nur kurz zurück liegenden Erfolgserlebnisse hatte).
 
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Nancy
5. Jän. 14:09
Sorry wenn ich nicht auf jeden einzelne Antwort antworten kann. Ich lese mir alle durch und lasse sie mir auch stark durch den Kopf gehen. Es ist schön dass auch andere sagen dass wir eine gute Bindung haben.
 
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Sebbi
5. Jän. 14:22
Richtung, es sei denn, er hat genau diese Vollbremsung gelernt. Die meisten Hunde verstehen gar nicht, dass der Rückruf auch gilt, wenn etwas für sie spannendes auftaucht. Daher macht das - finde ich - Sinn, den Moment des Umkehrens, also die Entscheidung gegen den Reiz und für den Halter zu benennen und dann clever in allen erdenklichen Situationen zu trainieren. Das funktioniert anfangs nur mit Absicherung durch die Leine und viel Geduld, aber vor allem, wenn danach etwas wirklich tolles, den Bedürfnissen des Hundes entsprechendes folgt, funktioniert das nachher auch unter hohem Tempo und starken Reizen (wenn natürlich der Rest der Beziehung stimmt und der Hund, besonders beim Thema Jagd keine mehrfachen oder nur kurz zurück liegenden Erfolgserlebnisse hatte).
Der Rückruf, der meistens angestrebt wird, ist keine bloße Vollbremsung, sondern eine totale Schubumkehr. 😳

Das wird in den wenigsten Fällen funktionieren. Wenn es wirklich gut läuft, kann auch eine Umlenkung den gewünschten Erfolg bringen.

Die Vollbremsung ist lediglich ein Abbruchsignal.
Da wir alle wissen, dass man beim Training immer in Etappen denken und trainieren sollte, liegt auch bei Nancy der Schlüssel in der Basis: Das bereits Antrainierte stabilisieren und erst dann die nächste Stufe erklimmen.
 
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Nancy
5. Jän. 14:24
Wir üben das hier jetzt auch im Dorf unter etwas Ablenkung. Die Pfeife etabliere ich auf jeden größer Spaziergang. Ich bleibe am Ball. Vielen Dank. Ich war gestern echt sehr Depremiert.
 
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Svenja
5. Jän. 14:27
Der Rückruf, der meistens angestrebt wird, ist keine bloße Vollbremsung, sondern eine totale Schubumkehr. 😳 Das wird in den wenigsten Fällen funktionieren. Wenn es wirklich gut läuft, kann auch eine Umlenkung den gewünschten Erfolg bringen. Die Vollbremsung ist lediglich ein Abbruchsignal. Da wir alle wissen, dass man beim Training immer in Etappen denken und trainieren sollte, liegt auch bei Nancy der Schlüssel in der Basis: Das bereits Antrainierte stabilisieren und erst dann die nächste Stufe erklimmen.
Es hat schon hunderte Male funktioniert 😅
Aber sicher gibt es immer einzelne Ausnahmen, bei denen es nicht funktioniert.
Und ob Vollbremsung, Schubumkehr, Rückruf, Einladung... Ich mag keine Erbsenzählerei bei Begrifflichkeiten, aber ich habe schon öfter mitbekommen, dass du sie magst 😁
Mir reicht, wenn jemand versteht dass ich es sinnvoller finde, die Entscheidung zur Umkehr zu benennen, und nicht das auf den Halter zulaufen.
 
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Lisa-Eileen
5. Jän. 14:32
Meine Schlepp ist an einem Gürtel befestigt. Ist vielleicht eine Möglichkeit. 🤷
Sowas kann halt sehr gefährlich sein falls der Hund mal reinbrettert oder so kann man sich übel verletzen, selbst wenn der Hund net allzu viel wiegt.
 
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Lisa-Eileen
5. Jän. 14:46
Was ich immer nicht verstehe, drinne haben wir eine so tolle Bindung. Ich bin ja ein und alles. Aber gehen wir raus ist alles wichtiger...
Ist normal, da sind ja auch viel mehr Reize.
Vielleicht hilfts ihr sich dran zu gewöhnen und dem nicht mehr so viel Wert zu geben wenn du dich mit ihr regelmäßig raussetzt bzw beim Gassi immer mal Sitzpausen machst, entschleunigst.
Das hatte Rocket damals sehr geholfen, vielleicht ist bei ihr auch einfach die Grunderregung bissi zu hoch das sie in so ner Erregungslage ist das sie es grad auch net so leisten kann.
Da hab ich zb extra Rocket manchmal gezielt in sicherem Rahmen hochgefahren oder aufgeputscht aber nur so das es grad aufregend ist aber net zu viel und ihn da eben dann auch wieder runterreguliert.
Später dann auch mal angefixt und ihn sich selbst runterregulieren lassen.
Halt auch einfach die Impulskontrolle und Frustrationstoleranz trainieren.
Man redet so viel oft übern Rückruf, aber es wär doch noch viel geiler wenn man den garnicht erst braucht.
Wenn der Hund genug Impulskontrolle und Frustrationstoleranz aufgebaut hat das er mit allem möglichen klarkommt ohne bei jeder Kleinigkeit abgerufen werden zu müssen.
Nur so als Input.
Da fällt mir noch ein, statt Rückruf kannst du ihr auch einfach Alternativen geben, ich hab oft das Gefühl gehabt als Rocket noch nicht so fit war mitm Rückruf das sowas eher bei ihm ankam.
Zb statt Rückruf ich ihn ins Fuß gerufen hab, also direkt auch eine Aufgabe zugeteilt habe oder ihn ins Leine gerufen hab (Freizeitmodus im Nahbereich ca 2 Meter Radius).
Tatsächlichen Rückruf nutze ich eher selten wenn ich so drüber nachdenke.😅🤔
 
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Lisa-Eileen
5. Jän. 14:49
Das ist halt ne nordische Rasse, würde ich sagen!😉 Freunde hatten mal ne Husky-Hündin, hatten ne Mega-Bindung. Die hat aber trotzdem komplett ihr eigenes Ding gemacht… hatte aber die Menschen dabei jederzeit im Blick! Nicht Hütehund-mäßig mit viel Energie und räumlicher Nähe: die lag einfach irgendwo scheinbar entspannt während ihre Menschen 50m weiter Dinge getan haben! Waren die dann zu lange außer Sicht, ist der vermeintlich schlafende Hund mal gucken gegangen!😀 Das mein ich mit „Hund-Kennenlernen“…
Hat jetzt nicht so damit zu tun, es ist normal das grad auch Reizempfängliche Hunde draußen einfach mit der Wucht an Reizen zu tun haben und es dann nicht so packen auf den Halter zu achten.
Rocket war da grad am Anfang der großen Pubertät auch völlig überfordert.
Das war viel Training das er lernt sein Ding zu machen aber trotzdem noch auf mich zu achten.