Da stimme ich zu.
Und Keine der bisherigen Antworten ist wirklich falsch. 👍🏼
Ihr konzentriert euch jedoch alle viel zu sehr auf den Rückruf an sich. Dabei liegt die Grundlage des Rückrufs in einer stabilen Basis.
Ein Hund, der bereits im Vollsprint (in „Fahrt“) ist, befindet sich in einem Zustand extrem hoher Erregung. In diesem Moment ist das sympathische Nervensystem voll aktiv (Adrenalin, Tunnelblick). Ein Abbruchsignal oder Rückruf müsste in diesem Moment eine enorme mentale Barriere durchbrechen.
Das ist tatsächlich so, als würde man versuchen, bei 100 km/h den Rückwärtsgang einzulegen: Es entstehen enorme Spannungen, und meistens „kracht“ es einfach – der Hund ignoriert den Befehl, weil er körperlich und mental gar nicht so schnell umschalten kann.
Richtung, es sei denn, er hat genau diese Vollbremsung gelernt.
Die meisten Hunde verstehen gar nicht, dass der Rückruf auch gilt, wenn etwas für sie spannendes auftaucht. Daher macht das - finde ich - Sinn, den Moment des Umkehrens, also die Entscheidung gegen den Reiz und für den Halter zu benennen und dann clever in allen erdenklichen Situationen zu trainieren. Das funktioniert anfangs nur mit Absicherung durch die Leine und viel Geduld, aber vor allem, wenn danach etwas wirklich tolles, den Bedürfnissen des Hundes entsprechendes folgt, funktioniert das nachher auch unter hohem Tempo und starken Reizen (wenn natürlich der Rest der Beziehung stimmt und der Hund, besonders beim Thema Jagd keine mehrfachen oder nur kurz zurück liegenden Erfolgserlebnisse hatte).