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Tara
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heute 21:00

Konzentration & Fokus steigern

In Quinn steckt Schäferhund, soviel ist sicher. Und das sie verdammt klug ist, hat sie uns auch schon mehrfach bewiesen. Nun das "Problem" Sie kann sich absolut nicht konzentrieren oder auf mich fokussieren. Im Haus tut sie für Leckerlis fast alles, dementsprechend weiß ich auch ganz sicher, dass sie versteht was ich will. Aber nach wenigen Minuten dreht sie völlig auf und rät was ich wollen könnte und hört nicht mehr richtig zu. Draußen fehlt der Fokus auf mich. Sie ist noch nicht allzu lange bei mir, aber schon gut angekommen, sodass ich das nun mit ihr ändern möchte. Habt ihr Tips oder Tricks die uns helfen könnten?
 
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Babs
Beliebteste Antwort
28. März 21:38
Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.

Zum ersten Absatz: Es ist ein Unterschied, ob ein Hund das drinnen macht oder draußen in einem anderen Kontext und darüber hinaus noch mit Ablenkung. Eine Faustformel besagt, wenn es drinnen zu 80% zuverlässig klappt, kann man den Kontext/die Umgebung wechseln. Mit zuverlässig meine ich z. B. ein "Sitz". Stell Dich mal hinter Deinem Hund und sage "Sitz ". Setzt sie sich hin, hat sie das Kommando verstanden. Dreht sie sich zu Dir um, braucht sie noch Dein Sichtzeichen 😉. Alle Kommandos trainiert man erst mal drinnen in allen möglichen Situationen, bevor man die draußen weiter aufbaut.
Das sie alles durcheinander macht kann ein Zeichen dafür sein, dass sie die Kommandos noch nicht richtig verstanden hat.

Das mit dem Spielen finde ich wirklich toll. Insbesondere das mit der Decke. Das ist einfach mal lustig miteinander sein 🥰. Nun kannst Du auch mal versuchen, sie über Körpersprache (ohne Decke ...) zum Spielen aufzufordern. Kleines Wettrennen, die Pfoten spielerisch berühren, weglaufen, hinterherlaufen, mal anrempeln, auch mal eine Grenze setzen (wenn Du etwas von ihr nicht so gut findest)... Also alles, was Hunde untereinander auch machen. Darüber kannst Du kannst viel von ihr lernen und sie von Dir (was ihr toll findet und was ihr blöd findet). Wichtig ist, dass Du jederzeit das Spiel beenden kannst und auch beenden solltest.

Zum Spaziergang: lass sie mal nicht sooo viel schnüffeln oder Du schnüffelst mit ihr mit 😉. Du kannst darüber Interesse an dem zeigen, was ihr Freude bereitet. Dann gehst Du mal hin und hast etwas spannendes "gerochen". Sie kommt dann bestimmt mal mitschnüffeln 🤭.

Mach lieber kurze und dafür sehr intensive Spaziergänge. Es kommt nicht auf die Kilometer oder Dauer an, sondern wie ihr eure gemeinsame Zeit nutzt.
Das viele schnuppern kann allerdings auch Stressabbau sein. Dies würde dann bedeuten, dass für sie der Spaziergang eher stressig ist und dann klappen auch keine Kommandos.
 
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Karin
28. März 14:00
Das kenne ich auch. 🤣
Heute noch " Mitte " , Hund soll sich zwischen die Beine setzen, gewollt und bekommen hab ich ,🤔drehen, Slalom, Sitz und Platz 😂
Wir machen dann einfach eine kurze Pause, oft auch ne kleine Leckerlisuche und starten neu. Aber auch ich hab mich schon dabei ertappt nicht gaaanz so deutliche Signale zu geben. 🤭Also, immer schön fair bleiben! 😉
 
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Babs
28. März 16:44
Ich weiß gerade gar nicht so richtig, wo ich ansetzen soll. Daher habe ich ein paar Fragen:

Was bedeutet: "Für Leckerchen macht sie drinnen fast alles? Was soll sie denn machen?

Wie sieht denn der Alltag aus?

Spielt ihr gemeinsam? Wenn ja, wie?
 
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Guido
28. März 19:44
bei meinem bekomme ich spätestens seine Aufmerksamkeit wenn wir draußen etwas spielen das ihm spass macht.

Versuche es doch damit. Wenn etwas Schäferhund in ihm ist, sollte er spass haben bei agility.
Kannst du sebst besorgen mit Stangen oder Tunnel. Dauert etwas beim Aufbau.
 
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Tara
28. März 20:43
bei meinem bekomme ich spätestens seine Aufmerksamkeit wenn wir draußen etwas spielen das ihm spass macht. Versuche es doch damit. Wenn etwas Schäferhund in ihm ist, sollte er spass haben bei agility. Kannst du sebst besorgen mit Stangen oder Tunnel. Dauert etwas beim Aufbau.
Zum Spielen lässt sie sich nur selten motivieren, generell ist sie der lahmste Schäferhund den ich je kennengelernt habe 😅
Spiel, Spaß und Aktion scheint nicht so ihr Ding zu sein. Nur laufen und schnüffeln
 
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Tara
28. März 20:59
Ich weiß gerade gar nicht so richtig, wo ich ansetzen soll. Daher habe ich ein paar Fragen: Was bedeutet: "Für Leckerchen macht sie drinnen fast alles? Was soll sie denn machen? Wie sieht denn der Alltag aus? Spielt ihr gemeinsam? Wenn ja, wie?
Wenn ich drinnen mit ihr übe. Dann bitte ich beispielsweise um "auf deinen Platz ", "sitz", "bleib", solche Dinge, die sie eigentlich kann bzw die wir üben. Das klappt kurzzeitig richtig gut und dann macht sie einfach alles durcheinander und hört nicht mehr hin, was ich sage.

Spielen ja, sie ist aber nicht so ganz interessiert daran. Spielzeug eigentlich garnicht, nur solche wo Leckereien raus kommen. "Raufen" mit der Decke findet sie toll (ich wackel dann mit der Hand unter der Decke und sie springt darauf, wie ein Fuchs im Schnee) oder ich schmeiß ihr die Decke übern Kopf und sie ruppt sich frei.

Alltag ist unterschiedlich, je nachdem wie sie drauf ist, mal ruhiger mal voller. Aber im großen und ganzen gehen wir morgens eine bekannte gassirunde (ca 30minuten), dann gibts ein bisschen Futter im Napf.
Dann Pause (ich mach dann meinen kram)
Gegen Mittag zwischen 12 und 15 uhr gehts zur großen Runde (ca 1,5std fokus eher auf schnüffeln als auf Kilometer an unterschiedlichen aber bekannten orten)
Dann wieder Pause mit mir und futter aus dem Napf oder Spielzeug je nachdem wie sie drauf ist.
Einmal die Woche sozial walk, meist gegen 17 uhr.
Abends kleine runde zum lösen, ca 20uhr (10-15min um den block)
Vorm schlafen (und wenn sie mal muss) gehts in den Garten.

Ich achte sehr darauf, Sie auszulasten, aber sie auch nicht zu überfordern.
An Tagen wo sie aufmerksam und ruhig/aktiv ist gibts viel Aktion (futterspiele, sozialwalk, sowas halt)
Und an Tagen an denen sie merklich zickig/gestresst/Unaufmerksam ist gibts kleinere, bekannte runden und Garten und viel sofa/körbchenzeit
 
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Babs
28. März 21:38
Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.

Zum ersten Absatz: Es ist ein Unterschied, ob ein Hund das drinnen macht oder draußen in einem anderen Kontext und darüber hinaus noch mit Ablenkung. Eine Faustformel besagt, wenn es drinnen zu 80% zuverlässig klappt, kann man den Kontext/die Umgebung wechseln. Mit zuverlässig meine ich z. B. ein "Sitz". Stell Dich mal hinter Deinem Hund und sage "Sitz ". Setzt sie sich hin, hat sie das Kommando verstanden. Dreht sie sich zu Dir um, braucht sie noch Dein Sichtzeichen 😉. Alle Kommandos trainiert man erst mal drinnen in allen möglichen Situationen, bevor man die draußen weiter aufbaut.
Das sie alles durcheinander macht kann ein Zeichen dafür sein, dass sie die Kommandos noch nicht richtig verstanden hat.

Das mit dem Spielen finde ich wirklich toll. Insbesondere das mit der Decke. Das ist einfach mal lustig miteinander sein 🥰. Nun kannst Du auch mal versuchen, sie über Körpersprache (ohne Decke ...) zum Spielen aufzufordern. Kleines Wettrennen, die Pfoten spielerisch berühren, weglaufen, hinterherlaufen, mal anrempeln, auch mal eine Grenze setzen (wenn Du etwas von ihr nicht so gut findest)... Also alles, was Hunde untereinander auch machen. Darüber kannst Du kannst viel von ihr lernen und sie von Dir (was ihr toll findet und was ihr blöd findet). Wichtig ist, dass Du jederzeit das Spiel beenden kannst und auch beenden solltest.

Zum Spaziergang: lass sie mal nicht sooo viel schnüffeln oder Du schnüffelst mit ihr mit 😉. Du kannst darüber Interesse an dem zeigen, was ihr Freude bereitet. Dann gehst Du mal hin und hast etwas spannendes "gerochen". Sie kommt dann bestimmt mal mitschnüffeln 🤭.

Mach lieber kurze und dafür sehr intensive Spaziergänge. Es kommt nicht auf die Kilometer oder Dauer an, sondern wie ihr eure gemeinsame Zeit nutzt.
Das viele schnuppern kann allerdings auch Stressabbau sein. Dies würde dann bedeuten, dass für sie der Spaziergang eher stressig ist und dann klappen auch keine Kommandos.
 
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Tara
28. März 21:53
Beispiel Sitz, sie kann es, sie macht es auch, aber sie zeigt dann noch ein paar Extras, in der Hoffnung noch mehr Futter zu bekommen. Solche Dinge üben wir überwiegend drinnen, bzw draußen leg ich da noch nicht allzu viel Wert drauf.
Draußen setzt sie sich bei sitz hin und bleibt auch bei stop stehen.. Aber sie guckt mich mit dem a**** nicht an und wenn sie gerade von irgendwelchen Gerüchen abgelenkt ist, reagiert sie garnicht mehr😅
Sie muss auf ner hundewiese keinen salto machen, aber mich zumindest anschauen wenn ich ihren Namen sage🥲😂

Wenn ich sie im Garten herausfordernd angucke und rückwärts gehe, springt sie mir auch entgegen, aber solche Frequenzen halten nicht lange an. Generell ist Spielen nicht so einfach, da sie sehr unsicher ist und ihre Laune schnell umspringt (Generell ist sie mit etwas Vorsicht zu genießen, sie knurrt schnell und schnappt dann auch, wenn man die Grenze überschreitet)
Aber beispielsweise bei dem deckenspiel, "beißt" Sie auch gerne mal in die Hand, aber sehr sachte und mit "aua" hört sie sofort auf.


Das mit dem schnüffeln testen wir mal, sonst war morgens und abends, pipi und kacka im Fokus, die mittagsrunde für sie zum schnüffeln und der sozialwalk für konzentriert vernünftig laufen. Das dämmen wir dann mal etwas ein und gucken was sich ändert.
Gestresst wirkt sie eigentlich nicht wirklich.

Der große Spaziergang ist übrigens der einzige, wo sie an der langen Leine (schleppleine) Freizeit hat, bei den anderen ist sie an der kurzen Leine begrenzt und muss folgen
 
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Babs
28. März 21:57
Beispiel Sitz, sie kann es, sie macht es auch, aber sie zeigt dann noch ein paar Extras, in der Hoffnung noch mehr Futter zu bekommen. Solche Dinge üben wir überwiegend drinnen, bzw draußen leg ich da noch nicht allzu viel Wert drauf. Draußen setzt sie sich bei sitz hin und bleibt auch bei stop stehen.. Aber sie guckt mich mit dem a**** nicht an und wenn sie gerade von irgendwelchen Gerüchen abgelenkt ist, reagiert sie garnicht mehr😅 Sie muss auf ner hundewiese keinen salto machen, aber mich zumindest anschauen wenn ich ihren Namen sage🥲😂 Wenn ich sie im Garten herausfordernd angucke und rückwärts gehe, springt sie mir auch entgegen, aber solche Frequenzen halten nicht lange an. Generell ist Spielen nicht so einfach, da sie sehr unsicher ist und ihre Laune schnell umspringt (Generell ist sie mit etwas Vorsicht zu genießen, sie knurrt schnell und schnappt dann auch, wenn man die Grenze überschreitet) Aber beispielsweise bei dem deckenspiel, "beißt" Sie auch gerne mal in die Hand, aber sehr sachte und mit "aua" hört sie sofort auf. Das mit dem schnüffeln testen wir mal, sonst war morgens und abends, pipi und kacka im Fokus, die mittagsrunde für sie zum schnüffeln und der sozialwalk für konzentriert vernünftig laufen. Das dämmen wir dann mal etwas ein und gucken was sich ändert. Gestresst wirkt sie eigentlich nicht wirklich. Der große Spaziergang ist übrigens der einzige, wo sie an der langen Leine (schleppleine) Freizeit hat, bei den anderen ist sie an der kurzen Leine begrenzt und muss folgen
Kennst Du "Shaping"?
 
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Tara
heute 04:23
Kennst Du "Shaping"?
Nein😅
 
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Kati
heute 06:07
Weißt du, was neben dem Schäferhund noch in ihr steckt?

Zum Spielen und dabei laut werden: das muss nicht unbedingt ein Zeichen von Aggression/Unmut sein, sondern kann auch einfach Übermut sein. Schäferhunde spielen auch durchaus "laut".

Hast du dich mal mit Sachen wie "Click für Blick" beschäftigt? Da kann ich zum Beispiel das Buch von Celina del Amo "Konzentration jetzt" empfehlen. Auch mehr körpersprachliches Arbeiten könnte euch helfen, dass du nicht mehr "das brabbelnde Anhängsel an der Leine" bist, sondern man wirklich auf dich achten muss.