Ich mache auch Online Dummytraining und habe einen Fusskurs dort online gebucht. Ich mache Videos und lade diese in der Community hoch und werde dort beurteilt. Das hilft schon enorm und wir kommen so sehr gut klar. Viel Besser als in der Hundeschule vor Ort muss ich ehrlich sagen. Ich hab’s auch etwas mit Aufregung zu tun wenn ich in Gruppen bin, für mich ist das kontraproduktiv fürs Training. Aber ich denke es kommt da sehr auf den Lerntyp Mensch an. Ich komme so besser klar den je. Ich kann es aber auch gut umsetzen alleine wenn ich was sehe oder gesagt bekomme.
Die Entscheidung, ob man jemanden drüber schauen lässt, liegt ja bei jedem selber. Es spielen so viele Faktoren eine Rolle.
Ich selber schaue auch viele Onlinekurse, dennoch fand ich meine sehr gute Hundetrainerin sehr hilfreich. Sei es bei der Einschätzung als mein Rüde noch Welpe war (das kann kein Onlinekurs), auf mich persönlich zugeschnittene Tips und Ratschläge im Umgang in manchen Situationen und ich habe gelernt, mich in Gruppen nicht mehr unwohl zu fühlen, sondern meinem Hund auch in diesen Situationen eine stabile Hundeführerin zu sein. Genau da hat meine Hundetrainerin mich unterstützt. Sie duldete keine Ausreden, sondern ging mit mir durch unangenehme Situationen.
In der Junghundphase ermöglichte sie meinem Rüden die Kontakte, die für seine Entwicklung wichtig waren. Damals hätte ich das nicht einschätzen können.
Tricks beibringen, Dummyarbeit .... kann man wunderbar über Onlinekurse lernen, aber der Alltag ist aus meiner Sicht etwas Anderes. Ich meine das nicht böse, aber ich sehe so viele Menschen mit ihren Hunden, die Probleme haben, die man schon auf Distanz erkennen kann. Ich weiß nicht, wie oft ich schon die Situationen gemanagt habe, damit das,Andere Mensch-Hund-Team einigermaßen entspannt bleiben konnte (und ich habe nun auch keinen Hund, der sich gerne die Butter vom Brot nehmen lässt). Das habe ich bei meiner Trainerin gelernt und nicht in Onlinekursen.
Ein Beispiel: Schmaler (ca. 1,5 Meter) breiter Weg. Uns kam eine HF mit einem noch jungen Labradoodle entgegen. Sie sah uns und navigierte ihren Hund auf eine Bank. Ich hatte nun 3 Möglichkeiten. Entweder drehe ich um, ich gehe weiter oder bleibe auch stehen und bete, dass die andere HF weiter geht. Ich entschied mich fürs weitergehen. Als wir näher kamen, saß der Hund mit Blick zu uns auf der Bank und Frauchen stand davor, sichtlich bemüht ihren Hund abzulenken. Womit? Mit Leckerchen. Und mit jedem Leckerchen bestätigte sie das Fixieren ihren Hundes. Frauchen spannte ihren Körper an, der Hund auch. Ich war letztendlich froh, als wir dran vorbei waren und der Hund sich dagegen entschieden hatte, von der Bank zu springen, denn Leckerchen nahm er keine mehr an. Die Frau war so damit beschäftigt, mit dem Leckerchen vor der Nase rumzuwedeln, dass sie nicht bemerkte, was wirklich passiert war, denn sie stand mit dem Rücken zu uns. Ich habe diese Situation übrigens für mich dankend angenommen, da ich positiv aus,der Situation gehen konnte. Ohne die auf und (meinem Hund und mir als Team) persönlich zugeschnittenen Ratschläge meiner Hundetrainerin, wäre ein Problem entstanden.
Es waren damals nur kleine, aber feine Stellschrauben, die meine Trainerin gedreht hat, aber doe Wichtigen (mein Blick, meine Körperhaltung, meine Atmung, die Kommunikation mit meinem Hund). Ach ja, meine Hundetrainerin sagte irgendwann:" Heute war unsere letzte Stunde. Ihr seid fertig und könnt nun alleine weiter gehen." Insgesamt war es der Welpenkurs, 3 Junghundsituationen (für Newton wichtige Erfahrungen zu sammeln und für mich zur Erklärung, was in einem Rüden in diesen Situationen vorgeht) und 7 Einzelstunden. Weitaus weniger Zeit, als sich Onlinekurse zum Alltagstraining anzuschauen.
Wie bin ich an diese Trainerin gekommen? Es war eine Empfehlung, da unsere Hündin ein großes Problem mit Umweltreizen und keine Erfahrung mit anderen Hunden hatte und wir eine Trainerin suchten. Dieser Trainerin habe ich auch zu verdanken, dass Newton heute bei uns ist. Dahinter steckte kein Geld verdienen, sondern sie traute mir diesen Rüden zu. Und dies hätte mir kein Onlinekurs sagen können 😉.
Ich sage immer:" Augen auf bei der Trainerwahl. Vertrauen und Symphathie sind die Basis." Und ... Bevor ein Hund einzieht, würde ich mir nach meinen heutigen Erfahrungen schon den Trainer suchen, der zu mir passt.