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Sebbi
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Anzahl der Antworten 258
zuletzt 22. März

Hundetrainer – Der Joker/Die Rettung?

Hallo zusammen, Kennt ihr das auch? Sobald jemand von Problemen mit seinem Vierbeiner berichtet, sei es Leinenpöbeln, Jagdtrieb oder allgemeiner Ungehorsam, dauert es keine fünf Minuten, bis der Standard-Satz fällt: „Such dir einen guten Hundetrainer!“ Dieser gut gemeinte Rat nervt mich mittlerweile nur noch. Er wird oft als der heilsbringende „Hundetrainer-Joker“ ausgespielt, als wäre es die einfachste Lösung der Welt. Aber ist es wirklich so einfach? Meine persönlichen Erfahrungen Nach meinen Erfahrungen: Leider nein. Ich war seinerzeit mit meinem Beagle in einer wirklich renommierten Hundeschule. Das Ergebnis? Die Tipps waren gelinde gesagt „für die Tonne“. Später, bei meinem Hund Sebbi, wollte ich dieselbe Schule eigentlich noch einmal in Anspruch nehmen. Ehrlich gesagt aus einer Mischung aus Faulheit und mangelnder Motivation. Am Ende habe ich die Sache dann doch selbst in die Hand genommen und das Problem eigenständig gelöst. Das Problem mit der „Suche“ „Such dir einen guten Trainer“ klingt in der Theorie logisch, in der Praxis ist es oft ein Spießrutenlauf: * Kein Qualitätssiegel: Trainer tragen kein Schild auf der Stirn, das sie als „gut“ oder „schlecht“ ausweist. * Hohe Kosten: Auch die schlechten Trainer verlangen erst mal einen nicht unerheblichen Obolus. * Das Risiko: Bis der richtige Trainer gefunden ist, fließt erst mal ordentlich Geld aus der Geldbörse. Bis dahin wurden die bestehenden Probleme durch falsche Ansätze im schlimmsten Fall sogar noch verschlimmert oder gefestigt. Wie seht ihr das? Ich denke, ich bin nicht der Einzige, dem dieser pauschale Rat auf den Geist geht und der solche Erfahrungen gemacht hat. Habt ihr auch schon Unsummen investiert, nur um am Ende festzustellen, dass ihr es selbst besser hinbekommt? Oder war ein Trainer für euch tatsächlich hilfreich? Würdet ihr im Falle eines Falles überhaupt noch von selbst auf die Idee kommen, einen Trainer in Anspruch zu nehmen? Ich bin gespannt auf eure Meinungen/Geschichten!
 
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Daniela mit
18. März 01:51
Ich bin ja oft auch der Meinung, dass es nicht am "falschen, schlechten oder gar unseriösen-Hundetraier" liegt.
Oft sind es die Halter, welche das erlernte falsch oder nicht umsetzten.

Der Trainer zeigt den Weg … gehen muss man ihn jedoch selber.

Am disziplinierten Umsetzten scheitern viele Halter und oft dauert ihnen der Weg einfach zulange, bis sich die Ergebnisse sehen lassen.
Somit wird automatisch und oft der Trainer als "unfähig" betitelt, leider.
 
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Melanie
18. März 04:57
Ich bin ja oft auch der Meinung, dass es nicht am "falschen, schlechten oder gar unseriösen-Hundetraier" liegt. Oft sind es die Halter, welche das erlernte falsch oder nicht umsetzten. Der Trainer zeigt den Weg … gehen muss man ihn jedoch selber. Am disziplinierten Umsetzten scheitern viele Halter und oft dauert ihnen der Weg einfach zulange, bis sich die Ergebnisse sehen lassen. Somit wird automatisch und oft der Trainer als "unfähig" betitelt, leider.
Ich stimme Dir im Prinzip zu.

Wir haben hier aber auch schon die Erfahrung gemacht das wir die ein oder andere Methode, die uns unsere Hundetrainerin gezeigt hat, einfach nicht umsetzen konnten. Da war es für uns dann auch wichtig das sie uns dann einen anderen Weg gezeigt hat.
 
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Momo
18. März 04:58
Ich bin ja oft auch der Meinung, dass es nicht am "falschen, schlechten oder gar unseriösen-Hundetraier" liegt. Oft sind es die Halter, welche das erlernte falsch oder nicht umsetzten. Der Trainer zeigt den Weg … gehen muss man ihn jedoch selber. Am disziplinierten Umsetzten scheitern viele Halter und oft dauert ihnen der Weg einfach zulange, bis sich die Ergebnisse sehen lassen. Somit wird automatisch und oft der Trainer als "unfähig" betitelt, leider.
Da gehe ich mit. Bei uns sind auch alle Hundeschulen super und haben einen guten Ruf. Schwierig finde ich das die Konzepte sehr straight und wenig individuell umgesetzt werden. Grundsätzlich finde ich es gut sich auch auf andere Wege einzulassen. Denn nur weil ich mit meiner ersten Hundeschule nicht weitergekommen bin heißt es überhaupt nicht das sie schlecht war.
 
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Svenja
18. März 05:50
Ich stimme Dir im Prinzip zu. Wir haben hier aber auch schon die Erfahrung gemacht das wir die ein oder andere Methode, die uns unsere Hundetrainerin gezeigt hat, einfach nicht umsetzen konnten. Da war es für uns dann auch wichtig das sie uns dann einen anderen Weg gezeigt hat.
Und es ist auch einfach wichtig, dass man mit dem Trainer / der Trainerin ehrlich kommuniziert, wie ihr es gemacht habt. Wie fühle ich mich, verstehe ich das, was mir gesagt und gezeigt wird usw. Trainer kennen ja nicht nur nur einen Weg (sollten sie zumindest), aber man schätzt den Kunden nicht immer und immer sofort richtig ein und entscheidet sich vielleicht für einen - für diesen Kunden - falschen bzw. unpassenden Weg.
Das ist aber dann oft der Punkt, an dem Leute kommentarlos raus sind und dann noch erzählen, der Trainer war blöd oder konnte nichts. Kennenlernen ist nunmal keine Einbahnstraße und Kritik überhaupt nichts schlimmes, im Gegenteil, sie eröffnet erst Chancen.
 
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Daniela mit
18. März 07:40
Ich stimme Dir im Prinzip zu. Wir haben hier aber auch schon die Erfahrung gemacht das wir die ein oder andere Methode, die uns unsere Hundetrainerin gezeigt hat, einfach nicht umsetzen konnten. Da war es für uns dann auch wichtig das sie uns dann einen anderen Weg gezeigt hat.
Absolut deiner Meinung.
Da sieht man ja auch wie komplex und individuell das Ganze ist.

Genau so verhält sich doch ein guter Trainer.
Er kennt mehrere Wege, kann diese zeigen und gesteht ein, wenn ein eingeschlagener Weg, nicht optimal für das Hund-Menschteam läuft.
 
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Miriam
18. März 23:41
Wir sind mit odie direkt als wir sie bekamen eine Woche später zur hundeschule in die welpenstunde nachdem wir online geschaut hatten und dann auch eine schnupperstunde ohne Hund hatten.
Ich habe durchaus Erfahrung mit Hunden allerdings ist odie der erste den ich seit welpenalter habe und ich dachte mir: warum eigentlich nicht.
Das ist nun bereits fast 10 Monate her, wir haben den welpenkurs, junghundekurs Modul 1-3 abgeschlossen und damit alle erziehungskurse.
Weil es uns aber so gut gefällt sind wir nun im dranbleiber - Kurs. Wie der Rest des Kurses ebenfalls.
Unter den vielen verschiedenen Trainern dort haben wir die Person gefunden die am besten zu uns passt.
Es tut mir gut da regelmäßig hin zu fahren, sich auszutauschen und vielleicht auch mal eine Meinung vom Profi abzuholen falls gerade was ganz schief läuft oder ich irgendwie an meine Grenzen gerate.

Ich hatte scheinbar wirklich Glück mit meiner Wahl.
 
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Miriam
18. März 23:46
Ja, bis jetzt haben wir immer einen passenden gefunden und das bei 6 unterschiedlichen Hunden (darunter teilweise auch "Problemhunde"). Wir wohnen ländlich und mussten teilweise einen etwas weiter Weg in Kauf nehmen. Der längste Weg kostete mich 40min pro Fahrt (1h 20min hin und zurück), aber das war oder ist es mir wert. Eigene Recherchen, Erfahrungsaustausche, Schnupperstunden und Sozialemedien waren bei der Suche hilfreich.
Wir sind gerade auch mit 45min pro weg mit dabei. Kosten ? In ca 10 mon mit 3 einzelstunden und sonst gruppenstunden bei um die 1000 Euro.
Beides ist absolut nicht zu unterschätzen.
Ich bin froh dass das ganze für mich machbar ist denn für einen guten Trainer ist mir das ganze auf jedenfall wert. (Ich bin sehr happy mit meiner Wahl)
 
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Sebbi
19. März 05:06
Wir sind mit odie direkt als wir sie bekamen eine Woche später zur hundeschule in die welpenstunde nachdem wir online geschaut hatten und dann auch eine schnupperstunde ohne Hund hatten. Ich habe durchaus Erfahrung mit Hunden allerdings ist odie der erste den ich seit welpenalter habe und ich dachte mir: warum eigentlich nicht. Das ist nun bereits fast 10 Monate her, wir haben den welpenkurs, junghundekurs Modul 1-3 abgeschlossen und damit alle erziehungskurse. Weil es uns aber so gut gefällt sind wir nun im dranbleiber - Kurs. Wie der Rest des Kurses ebenfalls. Unter den vielen verschiedenen Trainern dort haben wir die Person gefunden die am besten zu uns passt. Es tut mir gut da regelmäßig hin zu fahren, sich auszutauschen und vielleicht auch mal eine Meinung vom Profi abzuholen falls gerade was ganz schief läuft oder ich irgendwie an meine Grenzen gerate. Ich hatte scheinbar wirklich Glück mit meiner Wahl.
Bei Sebbi war es ähnlich. Wir waren aber nicht in einer Hundeschule, sondern in einem Hundesportverein – eigentlich sogar in zwei Vereinen. Einmal samstags und einmal sonntags.

In dem größeren Verein hat er auch seinen besten Kumpel und seine beste Freundin kennengelernt. Beide trifft er noch immer regelmäßig zum gemeinsamen Spazierengehen und Toben.

Wir haben zwar auch Hundeschulen in der Nähe, aber ich habe mich für den Verein entschieden, weil ich mich dort vom Gefühl her besser aufgehoben fühlte. Im Verein geht es meiner Ansicht nach primär um den Hund. In der Hundeschule geht es logischerweise primär ums Geschäft.

Übrigens bin ich erst zwei Wochen nach seinem Einzug in die Welpengruppe gegangen. Ich wollte ihm etwas mehr Zeit geben anzukommen, ihm Ruhe zu gönnen und unsere Bindung zu vertiefen.
 
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Aga
19. März 06:39
Ich war mit meinen Hunden bloß paar mal in der Welpenstunde weil sie unsicher mit anderen Hunden war um sie da etwas mit gleichaltrigen zu sozialisieren. Wirklich was gelernt haben wir da nicht, das war mehr ein zeigen was der Hund schon gelernt hat. Deshalb bin ich auch nicht weiter hin. Ich habe mir eigentlich auch alles selbst angelesen und von anderen Trainern oder Hundemenschen abgeschaut. Nur mit der Fussarbeit war ich nicht glücklich und habe mich bei einer online Dummyhundeschule angemeldet und da auch einen Fusskurs belegt. Das hat sich für mich auch gelohnt, die Dummyarbeit musste ich schon nach Anleitung machen aber alles was soziales ist machen wir hier selbst. Ich gehe mit meinen Hund gerne sonntags am Weiher spazieren, da ist bei uns ne Menge los trotz Dorfleben. Kinder, Hunde, Fahrräder, Jogger, Pferde, Enten, Gänse… das ist für mich persönlich die Beste Hundeschule mich den Situationen zu stellen. So mache ich das von Welpe an und Amira hat mit allen Situationen heute keine Probleme. Ich persönlich bin mit einer angehenden Trainerin privat spazieren gegangen die ihren Hund auch getreten oder mit der Leine gehauen hat, da ist es mir auch ordentlich vergangen, solche Trainer sind bei uns in der Ecke keine Seltenheit, das kann ich dann selbst besser, habe ich mir gedacht.
 
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Svenja
19. März 06:50
Bei Sebbi war es ähnlich. Wir waren aber nicht in einer Hundeschule, sondern in einem Hundesportverein – eigentlich sogar in zwei Vereinen. Einmal samstags und einmal sonntags. In dem größeren Verein hat er auch seinen besten Kumpel und seine beste Freundin kennengelernt. Beide trifft er noch immer regelmäßig zum gemeinsamen Spazierengehen und Toben. Wir haben zwar auch Hundeschulen in der Nähe, aber ich habe mich für den Verein entschieden, weil ich mich dort vom Gefühl her besser aufgehoben fühlte. Im Verein geht es meiner Ansicht nach primär um den Hund. In der Hundeschule geht es logischerweise primär ums Geschäft. Übrigens bin ich erst zwei Wochen nach seinem Einzug in die Welpengruppe gegangen. Ich wollte ihm etwas mehr Zeit geben anzukommen, ihm Ruhe zu gönnen und unsere Bindung zu vertiefen.
Als Verein darfst du jede Art von Wiese nutzen, also auch eine langwirtschftliche Fläche, Pacht wenige hundert Euro.
Als gewerblicher Hundetrainer musst du eine Gewerbefläche nutzen. Die kostet z.B. in unserer Ecke so ab 2000-3000 € / 1000qm.
Ein häufiger Grund, warum manche Trainer einen Verein gründen und keine Hundeschule, bzw. warum es in Hundeschulen mehr ums Geschäft gehen MUSS. Dass der Hund deswegen weniger wichtig ist, empfinde ich persönlich als unfaire Schlussfolgerung.