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Sebbi
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zuletzt 22. März

Hundetrainer – Der Joker/Die Rettung?

Hallo zusammen, Kennt ihr das auch? Sobald jemand von Problemen mit seinem Vierbeiner berichtet, sei es Leinenpöbeln, Jagdtrieb oder allgemeiner Ungehorsam, dauert es keine fünf Minuten, bis der Standard-Satz fällt: „Such dir einen guten Hundetrainer!“ Dieser gut gemeinte Rat nervt mich mittlerweile nur noch. Er wird oft als der heilsbringende „Hundetrainer-Joker“ ausgespielt, als wäre es die einfachste Lösung der Welt. Aber ist es wirklich so einfach? Meine persönlichen Erfahrungen Nach meinen Erfahrungen: Leider nein. Ich war seinerzeit mit meinem Beagle in einer wirklich renommierten Hundeschule. Das Ergebnis? Die Tipps waren gelinde gesagt „für die Tonne“. Später, bei meinem Hund Sebbi, wollte ich dieselbe Schule eigentlich noch einmal in Anspruch nehmen. Ehrlich gesagt aus einer Mischung aus Faulheit und mangelnder Motivation. Am Ende habe ich die Sache dann doch selbst in die Hand genommen und das Problem eigenständig gelöst. Das Problem mit der „Suche“ „Such dir einen guten Trainer“ klingt in der Theorie logisch, in der Praxis ist es oft ein Spießrutenlauf: * Kein Qualitätssiegel: Trainer tragen kein Schild auf der Stirn, das sie als „gut“ oder „schlecht“ ausweist. * Hohe Kosten: Auch die schlechten Trainer verlangen erst mal einen nicht unerheblichen Obolus. * Das Risiko: Bis der richtige Trainer gefunden ist, fließt erst mal ordentlich Geld aus der Geldbörse. Bis dahin wurden die bestehenden Probleme durch falsche Ansätze im schlimmsten Fall sogar noch verschlimmert oder gefestigt. Wie seht ihr das? Ich denke, ich bin nicht der Einzige, dem dieser pauschale Rat auf den Geist geht und der solche Erfahrungen gemacht hat. Habt ihr auch schon Unsummen investiert, nur um am Ende festzustellen, dass ihr es selbst besser hinbekommt? Oder war ein Trainer für euch tatsächlich hilfreich? Würdet ihr im Falle eines Falles überhaupt noch von selbst auf die Idee kommen, einen Trainer in Anspruch zu nehmen? Ich bin gespannt auf eure Meinungen/Geschichten!
 
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Carola
16. März 10:15
So meine ich das auch. Ohne Live-Eindruck zu beurteilen, welche Trainingsmethode zum Team passt, finde ich persönlich kaum machbar, dafür sind Menschen und Hunde einfach zu unterschiedlich. Es ist mit Live-Eindruck schon manchmal schwer 😅 darüber hinaus ist die Realität auch nicht immer so, wie der Hundehalter sie wahrnimmt, was online noch schwerer klar zu bekommen ist. Tipps und Tricks lese ich aber trotzdem immer mal wieder gerne mit, weil es manchmal wirklich anregend ist, wie andere denken, Probleme lösen usw. Aber über eine Anregung kann es für mich im Thema Hundetraining in einem Forum nicht hinaus gehen. Aber... da es ja inzwischen so einige gut laufende online Hundetrainings gibt, bin ich da vielleicht auch einfach noch zu altmodisch 🤷🏼‍♀️
Bei dem Grundkurs den ich mit Anouk gemacht habe waren tatsächlich 50% online wegen Corona. Das war insofern okay dass die Übungen vorgemacht wurden wie man sie aufbaut und so weiter und man konnte es zu Hause üben. Die darauffolgende Stunde war dann vor Ort und das war dann auch soweit okay. Da konnten dann das Timing, die Körpersprache, die Motivation und so weiter vom Trainer beurteilt und gegebenenfalls korrigiert werden.
In der Not frisst der Teufel Fliegen und darum habe ich das gemacht, jedoch würde ich immer einen Kurs vor Ort vorziehen.
 
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Svenja
16. März 10:18
Bei dem Grundkurs den ich mit Anouk gemacht habe waren tatsächlich 50% online wegen Corona. Das war insofern okay dass die Übungen vorgemacht wurden wie man sie aufbaut und so weiter und man konnte es zu Hause üben. Die darauffolgende Stunde war dann vor Ort und das war dann auch soweit okay. Da konnten dann das Timing, die Körpersprache, die Motivation und so weiter vom Trainer beurteilt und gegebenenfalls korrigiert werden. In der Not frisst der Teufel Fliegen und darum habe ich das gemacht, jedoch würde ich immer einen Kurs vor Ort vorziehen.
Das hat ja auch was mit Talent und Gefühl und Erfahrung mit Hunden und Lernverhalten usw. zu tun.
 
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Carola
16. März 10:21
Das hat ja auch was mit Talent und Gefühl und Erfahrung mit Hunden und Lernverhalten usw. zu tun.
Das stimmt natürlich aber bei Anfängern beobachte ich oft dass sie es grundsätzlich richtig machen aber das Timing einfach so schlecht ist dass der Hund gar nicht kapieren kann was man von ihm will.
Lernbereit ist ja erstmal grundsätzlich jeder Hund wenn man ihn aber für das falsche belohnt dann wird er auch das falsche lernen.
 
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Svenja
16. März 10:23
Das stimmt natürlich aber bei Anfängern beobachte ich oft dass sie es grundsätzlich richtig machen aber das Timing einfach so schlecht ist dass der Hund gar nicht kapieren kann was man von ihm will. Lernbereit ist ja erstmal grundsätzlich jeder Hund wenn man ihn aber für das falsche belohnt dann wird er auch das falsche lernen.
Ja genau, man korrigiert am Anfang Timing und auch Körpersprache, das stelle ich persönlich mir online deutlich schwieriger vor. Und sobald es um Training und erstmal Analyse von Problemverhalten geht, fast undenkbar.
 
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Michi
16. März 10:36
Das stimmt natürlich aber bei Anfängern beobachte ich oft dass sie es grundsätzlich richtig machen aber das Timing einfach so schlecht ist dass der Hund gar nicht kapieren kann was man von ihm will. Lernbereit ist ja erstmal grundsätzlich jeder Hund wenn man ihn aber für das falsche belohnt dann wird er auch das falsche lernen.
Richtig, und genauso so ein immens wichtiges Timing ist nur vor Ort von Angesicht zu Angesicht erlernbar.
Und nicht durch irgendwelche Tips und Ratschläge aus einem Forum.
 
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Carola
16. März 10:45
Ja genau, man korrigiert am Anfang Timing und auch Körpersprache, das stelle ich persönlich mir online deutlich schwieriger vor. Und sobald es um Training und erstmal Analyse von Problemverhalten geht, fast undenkbar.
Tatsächlich machen wir im Training manchmal Videoaufnahmen und die werden dann im Nachhinein analysiert. Ist eine ganz spannende Geschichte kann ich mir aber jetzt nicht vorstellen dass sich jeder beim Onlinekurs selber filmt und der Online-Trainer dann das Timing und die Körpersprache korrigiert.
 
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Svenja
16. März 10:48
Tatsächlich machen wir im Training manchmal Videoaufnahmen und die werden dann im Nachhinein analysiert. Ist eine ganz spannende Geschichte kann ich mir aber jetzt nicht vorstellen dass sich jeder beim Onlinekurs selber filmt und der Online-Trainer dann das Timing und die Körpersprache korrigiert.
Das macht man ja sogar in realen Trainings, von Angesicht zu Angesicht. Ich filme z.b. auch ständig interagierende Hunde, weil man in Zeitlupe einfach viel mehr mitbekommt. Aber das, was man dort sieht, zu korrigieren und nochmal richtig zu machen, ist live einfacher und vor allem deutlich weniger umständlich.
Hier im Forum wird das Filmen des Problemverhaltens ja auch oft abgelehnt, da kann man dann überhaupt nicht helfen nach meinem Empfinden.
Edit : ok, du meintest im realen Training 😅
 
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Sonja
16. März 11:34
Das war ja die Idee hinter der Erlaubnispflicht. Nur dass das nicht einheitlich geregelt ist und am Ende wieder von einer Person, nämlich dem Amtsvet, abhängt. Ob geprüft wird oder direkt erlaubt oder abgelehnt, entscheidet dieser. Und wo der sein Können her hat und seine Erfahrungen mit Verhaltenstherapie und Training, das ist halt auch fraglich. Es kann immer nur im Moment der Wissensstand geprüft werden, Fähigkeiten wie zwischenmenschliche Kompetenz, den Blick fürs Wesentliche, die immer richtige Wahl der Trainingsmethode usw. kann man in einer Prüfungssituation kaum herausfinden und beurteilen, zumal die sich auch oft erst in der Praxis richtig ausbilden.
Leider reichen ja auch 3-Monats-Wochenendkurse für irgendwelche "Zertifikate". Wenn dann auch noch in Anstellung ohne den eigenen Paragraph 11 gearbeitet werden darf, erwarte ich persönlich da keine Qualität. Traurig, dass das in manchen Regionen zulässig ist.
 
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Svenja
16. März 11:41
Leider reichen ja auch 3-Monats-Wochenendkurse für irgendwelche "Zertifikate". Wenn dann auch noch in Anstellung ohne den eigenen Paragraph 11 gearbeitet werden darf, erwarte ich persönlich da keine Qualität. Traurig, dass das in manchen Regionen zulässig ist.
Irgendwer brachte ja auch das Beispiel aus der Integrationsarbeit oder der Schulbegleiter. Da werden Leute zack zack für Aufgaben geschult, die ja eigentlich ein Studium der Sozialarbeit oder wenigstens eine Ausbildung in so einem Bereich voraussetzen sollten.
Es läuft einfach vieles schief 🙁
 
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Sebbi
16. März 22:42
Sieht so aus, als kämen hier viele auf den gleichen Nenner.
Aber wie findet man nun wirklich einen seriösen Trainer? Ich denke, gerade für Menschen mit wenig bis gar keiner Hundeerfahrung dürfte das ein ziemlich großes Problem sein.🤔