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Viktoria
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zuletzt 1. Apr.

Hund maßregelt, springt uns an und schnappt..

Hallo liebe Community, wir haben einen 22 Wochen alten Labrador-Ridgeback Mischling zuhause. Neuerdings bekommt er immer wieder Aussetzer. Wir üben mit ihm täglich Ruhe und arbeiten an seiner Frustrationstoleranz, die sehr niedrig ist. Wir setzen uns beim Spazieren auf ne Bank und er fängt aber direkt an was zu suchen womit er sein Frust loswerden kann - sei es Stöcker knabbern oder Buddeln. Auch die Bank wird angeknabbert. Man kann auch nicht mit einem Nachbarn mal 5 Minuten sprechen, ohne dass er rumnörgelt. (Ja wir wissen er ist noch jung - aber die Pubertät kommt eben auch und wir möchten nicht dass es da vielleicht noch schlimmer wird) Aufjedenfall springt er uns sowohl zuhause an und beißt, maßregelt uns und auch draußen. Vorallem wenn wir ihm was wegnehmen. Zum Beispiel draußen die Äste die er einsammelt. Oder auch Hundekontakt den wir draußen vermeiden wollen. Er setzt oder legt sich immer hin, weil er mit allen spielen will.. Man bekommt ihn nicht weg. Und wenn man ihn von Hinten bewegt oder an der Leine zieht (was wir nicht mehr sollen) flippt er wieder aus. Gestern hat er sein Körbchen gerammelt und es durch die ganze Wohnung geschüttelt und geschleudert. Daraufhin haben wir es ihm weggenommen und er hat uns wieder angesprungen und geschnappt. Das geht dann auch so 5 Minuten .. das einzige was wir dann machen können ist Leine ran und Fuß rauf, die Leine so kurz, dass er nicht mehr an uns rankommt. Aber das ist ja nur die Bekämpfung des Symptoms - nicht der Ursache. Und die Ursache kennen wir eben auch nicht, wieso er so ist, außer eben, dass die Trainerin meinte anhand der Körpersprache, dass er eben kein Respekt vor uns hat. Seit wir auch die Leckerlies beim spazieren gehen weggelassen haben, zieht er an der Leine und schaltet komplett auf Durchzug. Gibt ja kein Grund mehr zu hören. Er macht komplett sein eigenes Ding. Auch dort bekommt er seine Phase wo er uns anspringt und nach den Armen schnappt. Wir sind in einer Hundeschule angemeldet - und uns wird zwar gezeigt wie wir ihn beruhigen können .. aber das funktioniert mit uns nicht. Weil der nötige Respekt fehlt - aber bei den Trainern funktioniert es sofort. Auch eine andere Trainerin hat Ursachen zuhause gesucht und wie bereits gesagt festgestellt, dass der Respekt fehlt und wir uns den Respekt vom Hund verdienen/erarbeiten müssen - und das Loben vorallem durch das soziale/körperliche und nicht durch Leckerlies wenn er was gut macht und das gewünschte Verhalten zeigt. Vielleicht hat jemand eine Idee, was wir machen können.. vielleicht hat jemand das gleiche Problem. So ist er ein lieber, wenn das nicht wäre - und das belastet einen echt extrem.
 
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Miriam
Beliebteste Antwort
27. März 08:43
Wir hatten genau das gleiche Problem wie ihr und alle haben uns geraten, dem Hund zu zeigen „Wer hier der Boss ist“. Ich kann euch nur eines raten: Tut das auf keinen Fall, das macht alles nur noch schlimmer.

Uns hat damals zum Glück unser Züchter den Kopf gewaschen und da bin ich so froh drum. Ich lasse euch nun die gleichen Denkanstöße da, wie er uns damals:

Wollt ihr wirklich „der Boss“ sein oder der verlässliche Partner eures Hundes?

Würdet ihr einen Chef mögen, der ständig nur schimpft, euch alles wegnimmt, euch keine klaren Anweisungen gibt? Euch stundenlang keine Aufgabe gibt mit dem Motto „Das musst du halt auch mal lernen, dass wir anderen alle wissen, was zu tun ist und du keinen Schimmer hast“.

Ist es wirklich fair von einem Drittklässler zu verlangen, dass er Abitur schreibt? Wenn das 1+1 noch nicht funktioniert, braucht man auch gar nicht erst mit dem 1x1 anfangen und den Hund zusammenstauchen, dass er das auch nicht hinbekommt.

Wie soll euer Hund denn locker und gelöst sein, wenn er in euren Augen alles falsch macht?


Ganz ehrlich? Ihr verbietet eurem Hund doch alles, was Spaß macht, kein Wunder ist der Kleine total frustriert.

Ich rate euch: Nehmt den Druck raus. Geht auf freie Flächen, wo der Kleine mal ordentlich flitzen kann (ohne Leine oder mit Schleppleine, wenn er gar nicht hört), spielt mit ihm (wenn er zu wild wird beim Rangeln und Zergeln, dann macht halt Such- und Apportierspiele oder wechselt das wilde Spiel mit ruhigem Spiel ab und beendet die Spieleinheit nach dem ruhigen Spiel).
Wenn er noch keine 5 Minuten stoisch herumliegen kann, dann probiert es doch erstmal 30 Sekunden und lobt das ganz doll, wenn das funktioniert.
Zeigt ihm ein Leckerli in der Handfläche und sobald er sich es nehmen will, macht ihr die Hand zu, wartet bis er sich zurücknimmt und dann kriegt er es sofort.

Vor allem: Beobachtet euren Hund. Warum habt ihr euch diesen Hund ausgesucht? Was kann er gut? Was liebt ihr an ihm? Warum tut er das, was er tut? (Nein, Hunde tun nichts, um den Menschen zu ärgern oder „Grenzen auszutesten“).

Euer Hund spürt das, ob ihr ihn liebt und ihr seid gerade auf der Autobahn mit 200 km/h dabei, euch eure Bindung zum Hund komplett kaputt zu machen.
Ein Hund wird euch nur folgen, wenn ihr eine Bindung habt und die entsteht vorwiegend natürlich durch positive Interaktionen. Klar gehören da auch Regeln dazu, aber nur Regeln, die Sinn machen und der Hund auch befolgen kann.
Wenn eure Beziehung besser wird, wird er euch auch nicht mehr ausflippen.
Bis dahin solltet ihr daheim sofort den Raum verlassen, wenn er das tut (Jegliche Interaktion - auch Strafe - verstärkt das Verhalten nur). Geht erst wieder rein, wenn er sich beruhigt hat.
Und draußen macht ihr bitte erstmal nur kleine Runden mit ganz vielen Dingen, die eurem Hund Spaß machen. Lobt ihn, spielt mit ihm, gebt ihm Sachen zum Kauen, zum Kaputtmachen, zum Zerreissen. Gebt ihm Aufgaben und entdeckt die Welt zusammen. Ihr wollt doch Spaß haben mit ihm, oder nicht?
Und wenn er mit 22 Wochen noch nicht perfekt hört? So what! Ihr sollt in der Welpenzeit Grundlagen lernen, d.h. der Hund sollte mal gehört haben, was ein Rückruf ist und dass es immer ganz toll ist, wenn man zum Menschen zurückkommt. Der soll nicht sofort Astronaut, Arzt oder Anwalt werden. 😅 Dafür habt ihr noch 13 weitere Jahre Zeit, also gebt die euch und dem Hund bitte auch.
 
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SandrA
27. März 08:13
Hallo,
mit Respektlosigkeit hat sein Verhalten für mich weniger gemein als mit Struktur- und Orientierungslosigkeit. Seine ‚Ausraster‘ klingen für mich nach Frustexplosionen.

Dein Hund ist noch fast ein Welpe hat noch nicht gelernt sich zu regulieren. Das, was Du beschreibst klingt nach Frust, Überforderung und Übersprung.
Anscheinend fehlen dem Hund Alternativen für sein Verhalten und die positive Motivation, um sich an seinen Menschen zu orientieren.
Anstatt ihn in seinem Frust allein zu lassen und Strenge oder Zwang anzuwenden, könnte man mit mehr Management, gezielterem Training und vor allem einer für ihn verständlichen Kommunikation arbeiten.
 
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Claudia
27. März 08:28
Ich hab das Bild von zwei zappelnden Individuen im Kopf, wo jeder nicht weiß, was er tut, dies aber durchsetzen möchte.

Für mich klingt das auch nach überforderung.

Wenn es doch mit Leckerlies ok war, dann würde ich (!) sie weiterbenutzen, vielleicht etwas weniger und gezielter.

Wenn ihr euch auf eine Bank setzt, was erwartest du von ihm? Ruhe? Vielleicht ist das zu viel…
Gib ihm doch was, womit er sich beschäftigen darf (ein Spielzeug, eine knabberstange).
Wenn es nicht 5 min mit dem Nachbarn klappt, dann mach 3 draus und lobe ihn.

Das anspringen solltet ihr vermeiden. Wie geht ihr an die Sache ran. Sichert ihn erst, dass er nicht springen kann. Bietet ihm auch Sachen zum Tausch an, dass er „freiwillig“ mitmacht.

Körbchen rammeln in dem Alter hört sich nach übersprung an. Was ist den Tag vorher passiert?

Ich denke, ihr müsst ruhiger werden und im kleinen schauen, was los ist.
Nur der Eindruck von mir, was ich aus dem geschriebenen interpretiere…
 
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Sabine
27. März 08:38
Hallo Viktoria 👋

hab da mal ein paar Fragen:

1. Wie kommt man zu so einer Mischung? Warum habt ihr euch dafür entschieden?
2. Ist das dein 1. Hund?
3. Wer ist bei euch für die Erziehung zuständig? Gibt es einen Hauptverantwortlichen?
4. Kommt der Hund aus dem Tierschutz oder hat sich wieder ein inkompetenter Mensch zum Züchter berufen gefühlt?
5. Geht der Hund am Halsband oder am Geschirr?
6. Was spielt ihr mit dem Hund? Wie oft , wie lange?
7. Wie lange und wie oft geht ihr Gassi?
8. Wieviele Stunden schläft/döst der Hund?
9. Kannst du deinen Hund lesen?
10. Stammt der Labrador Anteil eher aus einer Arbeitslinie?
11. Wo sind die Liegeplätze des Hundes?

Reicht erstmal, obwohl ich noch ein paar Fragen mehr hätte.

Ein oder mehrere Videos wären toll um das Verhalten mal zu sehen. Auch das Verhalten von den Menschen vor und nach den Eskalationen wäre wichtig.

Wenn du schreibst, bei den Trainern klappt es und bei euch nicht, dann sind es vermutlich folgende Faktoren:
- die Trainer haben eine andere Körpersprache
- die Trainer sind dem Hund weitgehend unbekannt, kann er nicht einschätzen, euch schon
 
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Johanna
27. März 08:38
Puh, hört sich belastend an.

Wenn mein Hund mich unterwegs anspringt, dann ist er mit der Situtation (zu viele Hunde zu nah) oder mit seinen Gefühlen (Freude/Frust) überfordert. Je nach Situation unterstütze ich ihn dann, z.B. durch mehr Distanz zu anderen Hunden etc.

Vor einem Jahr habe ich einen sehr reizoffenen, aufgeregten Pudelwelpen gehabt.

Mich hat sehr irritiert, dass es viele verschiedene Meinungen von vielen unterschiedlichen Trainer*innen gibt. Und dass anscheinend viele davon noch nach Erkenntnissen arbeiten, die schon sehr lange widerlegt sind, wie z.B. die Dominanztheorie. Also die Idee, der Hund möchte bitte gerne die Weltherrschaft übernehmen und ist auf Kontrolle und Dominanz aus.

Grundsätzlich existieren zwei unterschiedliche Trainingsansätze: aversiv und bedürfnisorientiert (und Mischformen).

Was mir mit einem aufgeregten Pudel geholfen hat, war ein online Welpenkurs nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Darin wurde erklärt, wie Ruhe/Entspannung zu Hause aufgebaut werden und dann nach draußen übertragen werden kann. Dabei wird der Hund mit Leckerlis belohnt bzw. Trockenfutter.

Das Ganze nennt sich auch bedürfnisorientiert. Ergänzend dazu habe ich einen Trainer kontaktiert, der ebenfalls bedürfnisorientiert trainiert.

Mittlerweile sind wir ein ganz gutes Team und trainieren bei jedem Spaziergang (Alltagstraining).

Und bei allem Frust und allen Sorgen war das gemeinsame Spielen super wichtig, für ihn und für mich.
 
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Miriam
27. März 08:43
Wir hatten genau das gleiche Problem wie ihr und alle haben uns geraten, dem Hund zu zeigen „Wer hier der Boss ist“. Ich kann euch nur eines raten: Tut das auf keinen Fall, das macht alles nur noch schlimmer.

Uns hat damals zum Glück unser Züchter den Kopf gewaschen und da bin ich so froh drum. Ich lasse euch nun die gleichen Denkanstöße da, wie er uns damals:

Wollt ihr wirklich „der Boss“ sein oder der verlässliche Partner eures Hundes?

Würdet ihr einen Chef mögen, der ständig nur schimpft, euch alles wegnimmt, euch keine klaren Anweisungen gibt? Euch stundenlang keine Aufgabe gibt mit dem Motto „Das musst du halt auch mal lernen, dass wir anderen alle wissen, was zu tun ist und du keinen Schimmer hast“.

Ist es wirklich fair von einem Drittklässler zu verlangen, dass er Abitur schreibt? Wenn das 1+1 noch nicht funktioniert, braucht man auch gar nicht erst mit dem 1x1 anfangen und den Hund zusammenstauchen, dass er das auch nicht hinbekommt.

Wie soll euer Hund denn locker und gelöst sein, wenn er in euren Augen alles falsch macht?


Ganz ehrlich? Ihr verbietet eurem Hund doch alles, was Spaß macht, kein Wunder ist der Kleine total frustriert.

Ich rate euch: Nehmt den Druck raus. Geht auf freie Flächen, wo der Kleine mal ordentlich flitzen kann (ohne Leine oder mit Schleppleine, wenn er gar nicht hört), spielt mit ihm (wenn er zu wild wird beim Rangeln und Zergeln, dann macht halt Such- und Apportierspiele oder wechselt das wilde Spiel mit ruhigem Spiel ab und beendet die Spieleinheit nach dem ruhigen Spiel).
Wenn er noch keine 5 Minuten stoisch herumliegen kann, dann probiert es doch erstmal 30 Sekunden und lobt das ganz doll, wenn das funktioniert.
Zeigt ihm ein Leckerli in der Handfläche und sobald er sich es nehmen will, macht ihr die Hand zu, wartet bis er sich zurücknimmt und dann kriegt er es sofort.

Vor allem: Beobachtet euren Hund. Warum habt ihr euch diesen Hund ausgesucht? Was kann er gut? Was liebt ihr an ihm? Warum tut er das, was er tut? (Nein, Hunde tun nichts, um den Menschen zu ärgern oder „Grenzen auszutesten“).

Euer Hund spürt das, ob ihr ihn liebt und ihr seid gerade auf der Autobahn mit 200 km/h dabei, euch eure Bindung zum Hund komplett kaputt zu machen.
Ein Hund wird euch nur folgen, wenn ihr eine Bindung habt und die entsteht vorwiegend natürlich durch positive Interaktionen. Klar gehören da auch Regeln dazu, aber nur Regeln, die Sinn machen und der Hund auch befolgen kann.
Wenn eure Beziehung besser wird, wird er euch auch nicht mehr ausflippen.
Bis dahin solltet ihr daheim sofort den Raum verlassen, wenn er das tut (Jegliche Interaktion - auch Strafe - verstärkt das Verhalten nur). Geht erst wieder rein, wenn er sich beruhigt hat.
Und draußen macht ihr bitte erstmal nur kleine Runden mit ganz vielen Dingen, die eurem Hund Spaß machen. Lobt ihn, spielt mit ihm, gebt ihm Sachen zum Kauen, zum Kaputtmachen, zum Zerreissen. Gebt ihm Aufgaben und entdeckt die Welt zusammen. Ihr wollt doch Spaß haben mit ihm, oder nicht?
Und wenn er mit 22 Wochen noch nicht perfekt hört? So what! Ihr sollt in der Welpenzeit Grundlagen lernen, d.h. der Hund sollte mal gehört haben, was ein Rückruf ist und dass es immer ganz toll ist, wenn man zum Menschen zurückkommt. Der soll nicht sofort Astronaut, Arzt oder Anwalt werden. 😅 Dafür habt ihr noch 13 weitere Jahre Zeit, also gebt die euch und dem Hund bitte auch.
 
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Sabine
27. März 08:46
Wir hatten genau das gleiche Problem wie ihr und alle haben uns geraten, dem Hund zu zeigen „Wer hier der Boss ist“. Ich kann euch nur eines raten: Tut das auf keinen Fall, das macht alles nur noch schlimmer. Uns hat damals zum Glück unser Züchter den Kopf gewaschen und da bin ich so froh drum. Ich lasse euch nun die gleichen Denkanstöße da, wie er uns damals: Wollt ihr wirklich „der Boss“ sein oder der verlässliche Partner eures Hundes? Würdet ihr einen Chef mögen, der ständig nur schimpft, euch alles wegnimmt, euch keine klaren Anweisungen gibt? Euch stundenlang keine Aufgabe gibt mit dem Motto „Das musst du halt auch mal lernen, dass wir anderen alle wissen, was zu tun ist und du keinen Schimmer hast“. Ist es wirklich fair von einem Drittklässler zu verlangen, dass er Abitur schreibt? Wenn das 1+1 noch nicht funktioniert, braucht man auch gar nicht erst mit dem 1x1 anfangen und den Hund zusammenstauchen, dass er das auch nicht hinbekommt. Wie soll euer Hund denn locker und gelöst sein, wenn er in euren Augen alles falsch macht? Ganz ehrlich? Ihr verbietet eurem Hund doch alles, was Spaß macht, kein Wunder ist der Kleine total frustriert. Ich rate euch: Nehmt den Druck raus. Geht auf freie Flächen, wo der Kleine mal ordentlich flitzen kann (ohne Leine oder mit Schleppleine, wenn er gar nicht hört), spielt mit ihm (wenn er zu wild wird beim Rangeln und Zergeln, dann macht halt Such- und Apportierspiele oder wechselt das wilde Spiel mit ruhigem Spiel ab und beendet die Spieleinheit nach dem ruhigen Spiel). Wenn er noch keine 5 Minuten stoisch herumliegen kann, dann probiert es doch erstmal 30 Sekunden und lobt das ganz doll, wenn das funktioniert. Zeigt ihm ein Leckerli in der Handfläche und sobald er sich es nehmen will, macht ihr die Hand zu, wartet bis er sich zurücknimmt und dann kriegt er es sofort. Vor allem: Beobachtet euren Hund. Warum habt ihr euch diesen Hund ausgesucht? Was kann er gut? Was liebt ihr an ihm? Warum tut er das, was er tut? (Nein, Hunde tun nichts, um den Menschen zu ärgern oder „Grenzen auszutesten“). Euer Hund spürt das, ob ihr ihn liebt und ihr seid gerade auf der Autobahn mit 200 km/h dabei, euch eure Bindung zum Hund komplett kaputt zu machen. Ein Hund wird euch nur folgen, wenn ihr eine Bindung habt und die entsteht vorwiegend natürlich durch positive Interaktionen. Klar gehören da auch Regeln dazu, aber nur Regeln, die Sinn machen und der Hund auch befolgen kann. Wenn eure Beziehung besser wird, wird er euch auch nicht mehr ausflippen. Bis dahin solltet ihr daheim sofort den Raum verlassen, wenn er das tut (Jegliche Interaktion - auch Strafe - verstärkt das Verhalten nur). Geht erst wieder rein, wenn er sich beruhigt hat. Und draußen macht ihr bitte erstmal nur kleine Runden mit ganz vielen Dingen, die eurem Hund Spaß machen. Lobt ihn, spielt mit ihm, gebt ihm Sachen zum Kauen, zum Kaputtmachen, zum Zerreissen. Gebt ihm Aufgaben und entdeckt die Welt zusammen. Ihr wollt doch Spaß haben mit ihm, oder nicht? Und wenn er mit 22 Wochen noch nicht perfekt hört? So what! Ihr sollt in der Welpenzeit Grundlagen lernen, d.h. der Hund sollte mal gehört haben, was ein Rückruf ist und dass es immer ganz toll ist, wenn man zum Menschen zurückkommt. Der soll nicht sofort Astronaut, Arzt oder Anwalt werden. 😅 Dafür habt ihr noch 13 weitere Jahre Zeit, also gebt die euch und dem Hund bitte auch.
So ein toller Beitrag 🥰👍👏👏 richtig und wichtig!!!! Sehr guter Züchter 👍
 
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Miriam
27. März 08:57
So ein toller Beitrag 🥰👍👏👏 richtig und wichtig!!!! Sehr guter Züchter 👍
Absolut, ich bin den beiden so unheimlich dankbar für diesen tollen Hund und ihre Unterstützung. 🙏🏻

Ich war so eine unsichere Person bevor ich Koya bekommen habe, habe mir ständig Gedanken gemacht, was andere von mir denken könnten, wenn mein Hund nun an der Leine rumhampelt und nicht perfekt bei Fuß läuft.

Heute ist es mir zwar noch nicht ganz egal (so schnell bekommt man das leider nicht raus), aber ich bemerke es, wenn mir die Meinung anderer wieder in den Kopf kommt und kann das umlenken.
Solange mein Koya mich liebevoll anschaut und sich denkt „mein Frauchen ist die beste, ich liebe sie so sehr“, habe ich alles richtig gemacht, egal was andere von mir denken. 🥰
 
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Stella
27. März 09:28
Wir hatten genau das gleiche Problem wie ihr und alle haben uns geraten, dem Hund zu zeigen „Wer hier der Boss ist“. Ich kann euch nur eines raten: Tut das auf keinen Fall, das macht alles nur noch schlimmer. Uns hat damals zum Glück unser Züchter den Kopf gewaschen und da bin ich so froh drum. Ich lasse euch nun die gleichen Denkanstöße da, wie er uns damals: Wollt ihr wirklich „der Boss“ sein oder der verlässliche Partner eures Hundes? Würdet ihr einen Chef mögen, der ständig nur schimpft, euch alles wegnimmt, euch keine klaren Anweisungen gibt? Euch stundenlang keine Aufgabe gibt mit dem Motto „Das musst du halt auch mal lernen, dass wir anderen alle wissen, was zu tun ist und du keinen Schimmer hast“. Ist es wirklich fair von einem Drittklässler zu verlangen, dass er Abitur schreibt? Wenn das 1+1 noch nicht funktioniert, braucht man auch gar nicht erst mit dem 1x1 anfangen und den Hund zusammenstauchen, dass er das auch nicht hinbekommt. Wie soll euer Hund denn locker und gelöst sein, wenn er in euren Augen alles falsch macht? Ganz ehrlich? Ihr verbietet eurem Hund doch alles, was Spaß macht, kein Wunder ist der Kleine total frustriert. Ich rate euch: Nehmt den Druck raus. Geht auf freie Flächen, wo der Kleine mal ordentlich flitzen kann (ohne Leine oder mit Schleppleine, wenn er gar nicht hört), spielt mit ihm (wenn er zu wild wird beim Rangeln und Zergeln, dann macht halt Such- und Apportierspiele oder wechselt das wilde Spiel mit ruhigem Spiel ab und beendet die Spieleinheit nach dem ruhigen Spiel). Wenn er noch keine 5 Minuten stoisch herumliegen kann, dann probiert es doch erstmal 30 Sekunden und lobt das ganz doll, wenn das funktioniert. Zeigt ihm ein Leckerli in der Handfläche und sobald er sich es nehmen will, macht ihr die Hand zu, wartet bis er sich zurücknimmt und dann kriegt er es sofort. Vor allem: Beobachtet euren Hund. Warum habt ihr euch diesen Hund ausgesucht? Was kann er gut? Was liebt ihr an ihm? Warum tut er das, was er tut? (Nein, Hunde tun nichts, um den Menschen zu ärgern oder „Grenzen auszutesten“). Euer Hund spürt das, ob ihr ihn liebt und ihr seid gerade auf der Autobahn mit 200 km/h dabei, euch eure Bindung zum Hund komplett kaputt zu machen. Ein Hund wird euch nur folgen, wenn ihr eine Bindung habt und die entsteht vorwiegend natürlich durch positive Interaktionen. Klar gehören da auch Regeln dazu, aber nur Regeln, die Sinn machen und der Hund auch befolgen kann. Wenn eure Beziehung besser wird, wird er euch auch nicht mehr ausflippen. Bis dahin solltet ihr daheim sofort den Raum verlassen, wenn er das tut (Jegliche Interaktion - auch Strafe - verstärkt das Verhalten nur). Geht erst wieder rein, wenn er sich beruhigt hat. Und draußen macht ihr bitte erstmal nur kleine Runden mit ganz vielen Dingen, die eurem Hund Spaß machen. Lobt ihn, spielt mit ihm, gebt ihm Sachen zum Kauen, zum Kaputtmachen, zum Zerreissen. Gebt ihm Aufgaben und entdeckt die Welt zusammen. Ihr wollt doch Spaß haben mit ihm, oder nicht? Und wenn er mit 22 Wochen noch nicht perfekt hört? So what! Ihr sollt in der Welpenzeit Grundlagen lernen, d.h. der Hund sollte mal gehört haben, was ein Rückruf ist und dass es immer ganz toll ist, wenn man zum Menschen zurückkommt. Der soll nicht sofort Astronaut, Arzt oder Anwalt werden. 😅 Dafür habt ihr noch 13 weitere Jahre Zeit, also gebt die euch und dem Hund bitte auch.
Wunderbar geschrieben und auch dein Züchter , einfach toll wie er euch das erklärt hat . Ich sehe es auch so .... wichtig wäre nur noch - ganz viel Ruhe und Nähe ( Kuscheln ) das stärkt das Vertrauen und festigt die Bindung noch zusätzlich 🍀🐕‍🦺❤️
 
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Juli
27. März 10:40
Hej 🙋🏼‍♀️

als Labrador-Mutti kenne ich das Thema tatsächlich auch.

Ich möchte gern ein paar Gedankenanstöße geben und gleichzeitig zustimmen, was Miriam auch schon schreibt:

Ihr habt bisher keine ehrliche Ruhe mit eurem Hund geübt.
Für mich persönlich gibt es Themen wie „Frust, Dominanz“ und ähnliches in dem Sinne nicht.
Wieso nicht?
Hunde lernen a) situativ und haben b) kein Bewusstsein für sich selbst.
Was Hunde aber zeigen ist Suchtverhalten. Euer Hund ist süchtig nach der Interaktion mit euch. Er hat nicht gelernt zur echten(!) Ruhe zu finden.

Wahrscheinlich weder drin (Haus, Garten) und erst recht nicht draußen in reizvoller Umgebung.

Alles, was euer Hund zeigt, sind Verhaltensweisen, die er vorbringt, um euch in (positive, wie negative!) Interaktion zubekommen.
Daher könntet ihr Loben (und belohnt die Sucht nach Interaktion) und genauso strafen (Belohnung der Interaktion durch Reaktion durch euch).
Daher bringt beides nichts.
Ihr müsst lernen, dem Hund die Ruhe auch zu geben.
Heißt: nicht angucken, nicht anfassen und nicht ansprechen und dabei selbst aber in eurer Bewegung bleiben. Ihr ändert an eurem Tagesgeschäft nichts.
Das klingt hart und glaubt mir, da gehen viele Dinge kaputt, man wird angesprungen und fühlt sich unwohl, wenn andere das sehen, aber es ist der einzige Weg, den Dopaminspiegel, den euer Hund bei den Aktionen nämlich hat, runterzubekommen.
Dann kann ein Hund entspannen und lernen, dass er kein Thema hat und einfach entspannt sein kann.

Es dauert und man übt das mit unter Monate lang.

Aber es wird! Meine Hündin ist genauso alt und ich habe das alles durch - wirklich. Aber erst seit sie weiß, was echte Ruhe ist, sind diese Verhaltensweisen weg.

Also: mehr Ruhe. Keine Belohnung, aber auch keine Bestrafung. Geht, wenn er „frecher“ wird und reagiert nicht auf seine Versuche euch aus der Reserve zu locken.

Ihr schafft das 💪
 
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Karin
27. März 11:00
Hallo Viktoria, ich lese aus deinem Bericht eine komplette Überforderung heraus. Bei dir und deinem Hund gleichermaßen. Du verlangst von deinem Hund was er noch gar nicht leisten kann. Und 🤔 warum soll er das eigentlich tun? Alles was er sein lassen soll ist für ihn Spaß. Ich denke nicht das er respektlos ist. Vieles ist auch ein Handel, Tausch, Kompromiss...den man mit dem Hund eingehen kann um das erwünschte zu bekommen. Du schreibst z.b. du setzt dich auf die Bank und keine 5 Minuten fängt er an doof zu werden. Nun ja, was soll er denn sonst machen? Da liegen und dich angucken ohne es gelernt zu haben? Nicht mit 22 Wochen!! Das klappt evtl mit nem Senior. 🤷‍♀️
Natürlich testet euer Hund auch aus. Ich würde mir eher Sorgen machen wenn das nicht so wäre. Du brauchst ganz klare Führung, Routine, Körpersprache , du musst dich auf den Hund einlassen und ihn lesen lernen.
Um mit deinem Hund ein Team zu werden musst DU das lernen. Dein Hund reagiert auf das was Du ihm bietest.
Nicht schimpfen sondern darauf eingehen was der Hund dir anbietet, belohnen was er richtig macht, loben und bestärken wenn du siehst das er ne gute idee hat. Evtl mal überlegen ob der Trainer der richtige für euch ist. Viel Erfolg