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Bella
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Anzahl der Antworten 8
zuletzt 5. Mai

Abbruchsignal / Nein o. Schluss akzeptieren

Hallo ihr lieben, wir haben leider ein kleines bzw. eher großes Problem, dass meine Hündin ihre Grenzen bis zum Maximum ausreizt. Ich habe ihr definitiv welche gesetzt, es ist nur sehr schwierig, da sie als Welpe immer ihre Geschwister verteidigt hat. Diese wurden mit Labrador Welpen in einem kleinen Aussenkäfig gehalten. Kontakt zur Mutter gab es leider kaum. Situationsbeispiel 1: Wir sind draußen auf der Wiese am spielen. Irgendwann macht man mal Pause. Sobald ihr Langweilig ist fängt sie an mich anzubellen und wenn ich das ignoriere zwickt sie mir in die Beine oder in die Jacke (wenn es eine lange ist). Ein Nein/Schluss respektiert sie dabei keinerlei. Situationsbeispiel 2: Wenn ein Hund ihr ein Spielzeug z.B draußen wegnimmt, geht sie manchmal drauf los. Ohne Knurren oder sowas als Vorwahnung geht sie einfach drauf. Sie beißt zwar nicht, aber schnappt schon mehrmals zu. Daraus wäre sie niemals abrufbar. Meine Idee wäre, dass sie der Meinung ist, dass sie auf mich aufpassen muss bzw. das alleine regeln muss? Also wir ein Herachie Problem haben Ansatz 2 wäre evtl Frustation, mit der sie nicht umgehen kann Ich habe den Hund als Welpe kurz nach dem Kauf von jemandem aus der Familie übernommen. Ich danke jedem für Hilfreiche Tipps 🍀
 
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Sina's
Beliebteste Antwort
5. Mai 06:24
Hallo Bella 😊,

ich erkenne da echt viel wieder – meine Hündin war am Anfang genauso. Dieses Einfordern (bellen, zwicken) und schnelle Hochfahren kenne ich gut.

Ich habe mich damals viel an Martin Rütter's Trainingsvideos (TV & RTL+) orientiert und bei uns war es kein Dominanz-Thema, sondern Frust + fehlende Impulskontrolle.

Was uns geholfen hat:

👉 Ruhe lernen
Nicht sofort reagieren, wenn sie „fordert“. Hunde müssen auch Langeweile aushalten.

👉 Hausleine
Bei Zwicken ruhig begrenzen, ohne großes Drama. Das war bei uns ein echter Gamechanger.

👉 Klare Regeln bei Spiel
Ich starte & beende das Spiel. Aufdringlichkeit = sofort Schluss.

👉 Impulskontrolle im Alltag
Warten üben (Futter, Tür, etc.) – bringt total viel.

👉 Kein Spielzeug bei anderen Hunden
Das ist oft einfach zu viel und eskaliert schnell.

---

Ich dachte am Anfang auch, sie „regelt alles selbst“ – aber eigentlich wusste sie nur nicht, wie sie sich anders verhalten soll.

Heute ist sie (trotz Läufigkeit 😅) super entspannt geworden – mit klarer Führung und Struktur.

Vielleicht hilft dir das ein bisschen 🍀
 
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Bella
5. Mai 06:13
Nachtrag: Aktuell arbeiten wir schon mehr an der Bindung. An gemeinsamen Aktivitäten beim Spaziergang und mehr Aufmerksamkeit bei mir.
 
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Sina's
5. Mai 06:24
Hallo Bella 😊,

ich erkenne da echt viel wieder – meine Hündin war am Anfang genauso. Dieses Einfordern (bellen, zwicken) und schnelle Hochfahren kenne ich gut.

Ich habe mich damals viel an Martin Rütter's Trainingsvideos (TV & RTL+) orientiert und bei uns war es kein Dominanz-Thema, sondern Frust + fehlende Impulskontrolle.

Was uns geholfen hat:

👉 Ruhe lernen
Nicht sofort reagieren, wenn sie „fordert“. Hunde müssen auch Langeweile aushalten.

👉 Hausleine
Bei Zwicken ruhig begrenzen, ohne großes Drama. Das war bei uns ein echter Gamechanger.

👉 Klare Regeln bei Spiel
Ich starte & beende das Spiel. Aufdringlichkeit = sofort Schluss.

👉 Impulskontrolle im Alltag
Warten üben (Futter, Tür, etc.) – bringt total viel.

👉 Kein Spielzeug bei anderen Hunden
Das ist oft einfach zu viel und eskaliert schnell.

---

Ich dachte am Anfang auch, sie „regelt alles selbst“ – aber eigentlich wusste sie nur nicht, wie sie sich anders verhalten soll.

Heute ist sie (trotz Läufigkeit 😅) super entspannt geworden – mit klarer Führung und Struktur.

Vielleicht hilft dir das ein bisschen 🍀
 
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Bella
5. Mai 07:14
Hallo Bella 😊, ich erkenne da echt viel wieder – meine Hündin war am Anfang genauso. Dieses Einfordern (bellen, zwicken) und schnelle Hochfahren kenne ich gut. Ich habe mich damals viel an Martin Rütter's Trainingsvideos (TV & RTL+) orientiert und bei uns war es kein Dominanz-Thema, sondern Frust + fehlende Impulskontrolle. Was uns geholfen hat: 👉 Ruhe lernen Nicht sofort reagieren, wenn sie „fordert“. Hunde müssen auch Langeweile aushalten. 👉 Hausleine Bei Zwicken ruhig begrenzen, ohne großes Drama. Das war bei uns ein echter Gamechanger. 👉 Klare Regeln bei Spiel Ich starte & beende das Spiel. Aufdringlichkeit = sofort Schluss. 👉 Impulskontrolle im Alltag Warten üben (Futter, Tür, etc.) – bringt total viel. 👉 Kein Spielzeug bei anderen Hunden Das ist oft einfach zu viel und eskaliert schnell. --- Ich dachte am Anfang auch, sie „regelt alles selbst“ – aber eigentlich wusste sie nur nicht, wie sie sich anders verhalten soll. Heute ist sie (trotz Läufigkeit 😅) super entspannt geworden – mit klarer Führung und Struktur. Vielleicht hilft dir das ein bisschen 🍀
Ich danke dir erst mal. Ich denke definitiv auch, dass ihre Impulskontrolle einfach überhaupt nicht vorhanden ist.

Das Problem beim Spielzeug ist draußen bei anderen Hunden, dass das quasi ihre Ressourcen ist, die sie verteidigt.
Und nicht nur das Spielzeug, sondern auch ich.

Sobald meine Beine „geöffnet“ sind, egal, ob beim Sitzen oder stehen greift sie sofort an, wenn ein Hund dazwischen läuft.
 
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Karin
5. Mai 09:49
Hi, ich sehe da eher das Problem mit der Frustrationstoleranz, also Dinge mal aushalten, abwarten nach dem Motto
" du bist jetzt nicht dran."
Da würde ich den Hebel ansetzen. Info: Ein "Nein" nur 1x sagen sonst geht es rechts rein und links raus. Worte nutzen sich schnell ab wenn sie oftmals hintereinander gesagt werden und die Emotionen werden gepusht.
Ich kann dir empfehlen es nur ganz bewusst einzusetzen und kleinschrittig aufzubauen.
1x aus , Hund reagiert und sofort belohnen. Z.b. an einer Parkbank ihn während des bellens ignorieren, kein anschauen, kein reden, nicht an der Leine zuppeln..., aber den Moment der Stille punktgenau sofort belohnen sonst könnte er denken du lobst ihn für das bellen !!!
Immer nur kleine Einheiten, auch das ist anstrengend für den Hund.
Dranbleiben lohnt sich!
 
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Karin
5. Mai 09:53
Ich danke dir erst mal. Ich denke definitiv auch, dass ihre Impulskontrolle einfach überhaupt nicht vorhanden ist. Das Problem beim Spielzeug ist draußen bei anderen Hunden, dass das quasi ihre Ressourcen ist, die sie verteidigt. Und nicht nur das Spielzeug, sondern auch ich. Sobald meine Beine „geöffnet“ sind, egal, ob beim Sitzen oder stehen greift sie sofort an, wenn ein Hund dazwischen läuft.
Das könnte auch Eifersucht sein. War z.b. bei meiner Hündin so. Geklärt habe ich es so das ich mich bewusst hin hockte und wenn ein fremder Hund kam hab ich meine körpersprachlich weg geschickt. Nach einer Weile hab ich die fremde weggeschickt und meine wieder eingeladen zu mir zu kommen. Nach 3x hat sie es kapiert. 🤷‍♀️😉
 
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Sina's
5. Mai 11:02
Ich danke dir erst mal. Ich denke definitiv auch, dass ihre Impulskontrolle einfach überhaupt nicht vorhanden ist. Das Problem beim Spielzeug ist draußen bei anderen Hunden, dass das quasi ihre Ressourcen ist, die sie verteidigt. Und nicht nur das Spielzeug, sondern auch ich. Sobald meine Beine „geöffnet“ sind, egal, ob beim Sitzen oder stehen greift sie sofort an, wenn ein Hund dazwischen läuft.
Hey 😊

das, was du beschreibst, klingt für mich tatsächlich weniger nach „Eifersucht“ und mehr nach Ressourcenverteidigung – und ja, da kannst auch du mit dazugehören. Das ist gar nicht so ungewöhnlich, vor allem wenn ein Hund früh gelernt hat, Dinge selbst zu regeln.

Wichtig ist aber:
👉 Sie „beschützt“ dich nicht wirklich – sie trifft einfach eigene Entscheidungen, weil ihr die Orientierung fehlt, dass du solche Situationen regelst.

Gerade das mit deinen Beinen ist ein super klares Zeichen:
Das ist für sie wie eine Art „Raum“, den sie kontrolliert.

Was ich an deiner Stelle machen würde:

👉 Management vor Training
Ich würde solche Situationen erstmal gar nicht mehr entstehen lassen. Also z. B. draußen bewusst Abstand zu anderen Hunden, kein „zwischen die Beine kommen lassen“.

👉 Klare Körperposition
Nicht dieses „offene“ Stehen – lieber seitlich, ruhig, klar. Du regelst, wer in eure Nähe darf.

👉 Ressourcen-Thema runterfahren
Spielzeug draußen komplett weglassen, solange das Thema nicht sauber trainiert ist.

👉 Impulskontrolle weiter aufbauen
Das ist wirklich die Basis für alles – ohne die wird’s draußen immer wieder kippen.

👉 Nicht in die „Beschützerrolle“ reininterpretieren
Das macht es oft emotionaler, als es ist. Sie übernimmt einfach, weil sie es kann – nicht, weil sie muss.

---

Ich finde, du hast das schon richtig erkannt mit der Impulskontrolle 👍
Das Verhalten wirkt zwar heftig, ist aber total trainierbar – wenn man es klar und ruhig angeht.
 
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The In
5. Mai 15:29
Aus leidvoller persönlicher Erfahrung möchte ich beim Thema "Ressourcen Verteidigung" wirklich betonen, das Thema durchaus ernst nehmen und umgehend angehen. Ob du dir hierfür Unterstützung von Trainer oder Hundeschule suchst ist natürlich dir überlassen. Aber wie hier bereits gesagt zunächst Management, Situationen verhindern, die dieses Verhalten auslösen und dann kleinschrittig trainieren. Ich bin kein Fan von Angstmacherei, aber dass deine Hündin bei Spielzeug ohne Knurren (also ohne Drohung/Warnung) direkt ins Schnappen geht, ist bedenklich und sollte ernst genommen werden.
Ich wünsche euch alles Gute 🐕🍀
 
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Guido
5. Mai 17:24
Nachtrag: Aktuell arbeiten wir schon mehr an der Bindung. An gemeinsamen Aktivitäten beim Spaziergang und mehr Aufmerksamkeit bei mir.
Das mit der Bindung finde ich gut. Sollte man nicht vernachlässigen, da dies nach meiner meinung extrem wicht ist, wenn es dann auf der anderen Seite Kommandos und massregelung nicht gut läuft und dies verschärft wird.

Meine Erfahrung mit Hunde ist, dass Ton und Körpersprache zum Hund extrem wichtig sind. Beispiel, wenn ich meinem Hund ein Kommando gebe, reagiert er (Beagle unkastiert…und eigensinnig) sofort darauf. Wenn unsere Tochter (Teenager) das macht, überlegt er sich das…

Ich bin zwar kein Freund von „hole dir eine 2. Meinung bei einem Hundetrainer ein“, aber dein Fall ist nach dem du es so geschildert hast durchaus nochmal durch eine Meinung einer neutralen Person wichtig.

Grundsätzlich ist das Thema nicht neu, viele Hundebesitzer eines Labbi kennen das thema.
Da ist konstante und strenge Führung gefragt. Wobei streng bitte schön nicht gleich hart zu verstehen ist. Da ist halt ein „aus“ auch wirklich schluss. Da muss dann deine Körperhaltung auch das verinnerlichen.