Was soll den eine Zwangsverstoffwechslung sein?
Im ernährungswissenschaftlichen Kontext bedeutet Zwangsverstoffwechselung, dass der Körper einen aufgenommenen Nährstoff zwangsläufig abbauen und verwerten muss, weil er ihn nicht speichern kann oder nur sehr begrenzt speichern kann.
Normalerweise kann der Körper manche Nährstoffe speichern:
• Fett → im Fettgewebe
• Kohlenhydrate → als Glykogen (begrenzt)
• Manche Vitamine → z. B. fettlösliche Vitamine
Bei anderen Stoffen ist das kaum oder gar nicht möglich. Werden sie aufgenommen, müssen sie sofort verstoffwechselt (oxidiert) oder ausgeschieden werden.
Das nennt man Zwangsverstoffwechselung.
Im Zusammenhang mit Zwangsverstoffwechselung spielen synthetisch zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe tatsächlich eine besondere Rolle – vor allem, wenn sie isoliert und in höherer Dosierung aufgenommen werden (z. B. über angereicherte Lebensmittel oder Supplemente).
Unterschied: Natürlich vs. synthetisch zugesetzt
Entscheidend ist weniger, ob ein Vitamin „synthetisch“ ist –
chemisch ist es meist identisch –
sondern:
• Dosis
• Isolierte Aufnahme vs. eingebettet in Lebensmittelmatrix
• Gleichzeitige Nährstoffkombination
In natürlichen Lebensmitteln:
• langsamere Aufnahme
• Begleitstoffe (Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe)
• geringere Spitzenkonzentrationen im Blut
In angereicherten Produkten oder Supplementen:
• hohe, isolierte Dosen
• schnelle Resorption
• stärkere Stoffwechselbelastung bei Überschuss
Fazit im Kontext Zwangsverstoffwechselung
• Wasserlösliche Vitamine → eher Zwangsausscheidung
• Fettlösliche Vitamine → Speicherung, Risiko der Akkumulation
• Mineralstoffe → regulierte Aufnahme, teilweise Speicherbelastung
• Hohe isolierte Dosen → stärkere metabolische „Verarbeitungspflicht“
Der Körper muss mit allem umgehen, was zugeführt wird – auch wenn er es gerade nicht braucht.
Der Körper von Pferd und Hund ist evolutionär auf natürlich schwankende, moderate Nährstoffzufuhr ausgelegt – nicht auf dauerhaft hochkonzentrierte isolierte Mikronährstoffgaben.
Zwangsverstoffwechselung bedeutet hier:
Der Organismus muss mit einem isolierten, oft hochdosierten Stoff umgehen – auch wenn er ihn aktuell nicht benötigt.
Das führt entweder zu:
• sofortiger Ausscheidung (Belastung von Leber/Niere)
• Speicherung
• oder bei Pech → toxischer Wirkung