Du meinst nicht „ursprünglich = besser“, sondern welcher Selektionsprozess steckt hinter Zucht?
Also nicht als Qualitätsmerkmal im Sinne von „ursprünglich ist automatisch besser“, sondern als Hinweis auf eine andere Art von Selektion.
Ich hab’s bewusst ein wenig offen formuliert, weil ich gespannt war, ob und welche Gedanken es anwirft.
Einer meiner Gedanken war:
Eine Rasse kann sich sehr lange einigermaßen funktional entwickelt haben, bei den ursprünglichen vielleicht funktional in dem Sinne, dass sie gut an ihr Leben angepasst waren und und der Körper sehr gut das leistet, was sie zum Überleben benötigen.
Ab dem Zeitpunkt, an dem der Mensch nun beschließt, dass bestimmte Merkmale extremer gefördert werden müssen, können im Rahmen der Zucht Probleme bis hin zu Defektzuchtmerkmalen (sei es jetzt körperlich oder physisch) entstehen.
Da hilft dann auch das Label Urtyp nicht mehr weiter. Der Mensch ist mittlerweile in der Lage in sehr kurzen Zeiträumen diese Veränderungen durchzuführen.
Mir geht es genau um den Punkt, den du ja auch immer wieder ansprichst:
Wer züchtet sollte Verantwortung tragen, das das Leben auch für den Hund im späteren Umfeld Lebensqualität hat und nicht nur die gewünschte Leistung (Optik, Arbeitsleistung) erbracht wird.
Andreas Kommentar hat mir klar gemacht, dass Urtümlichkeit oder wie man es auch immer bezeichnet unterschiedliche Aspekte hat.
- Wie früh hat sich dieser Typ Hund getrennt von anderen entwickelt?
- Zuchtgeschichte, also das was ich oben im Kommentar beschrieben habe
- Ursprünglichkeit im Verhaltenssinne, was, wie Carola ja auch ansprach, häufig nicht gewollt ist, weil der Hund eigene Ansprüche mitbringt und sich weniger unkompliziert einfügt, usw.
(Ich glaube, aber es täte uns gut wieder mehr Richtung Urtyp zu schauen, eben um bei der Art, wie wir Hunde zu unseren Gunsten verändern zukünftig wieder mehr Demut an den Tag zu legen. Nicht um Terrier, Labrador, Boxer in einen wolfsnahen oder pariaähnlichen Hund zu transformieren. Ich denke, das ist offensichtlich 😁)
- Ursprünglichkeit im ökologischen Sinne (Umwelt, Nahrung, Artgenossen, Gefahren, usw.) also eher das was Andreas in seinen Kommentaren besonders beschreibt.
Ich denke, die Diskussion hat sich schon wieder ein wenig vom Thema Ursprünglichkeit weg entwickelt, aber ich wollte deine Frage nicht unbeantwortet lassen ☺️