Wollte mal nachfragen wie es denn Euch mit Jagdhunden ergeht, die selbstständig Entscheidungen treffen? Also bei meiner Ridgebackdame bin ich da schon vorsichtig mit Fährten gemeinsam Nach zu gehen. Die Ansätze mach sie selbst, lässt sich aber sehr gut abrufen. An der Leine beobachten wir schon gemeinsam Rehe und sie bleibt ganz ruhig dabei und kommt mit, wenn ich weitergehen will. Ohne Leine is noch schwierig und ich denke das bleibt auch so? Sie hat guten Rückruf und Jagd definitiv auf Sicht. Ich hab das Buch auch gelesen, aber ich denke nicht, dass es ganz richtig für uns passt.
Ich hatte da anfangs auch Zweifel.
Ich hatte mir vorgenommen, die Idee dahinter wirklich zu verstehen und zu probieren es bestmöglich umzusetzen, zumindest für einen Monat. Die Mira jagt sowohl auf Sicht und auf Fährte und noch „jagiger“ hätte sie ohnehin nicht werden können 😅 Ich bin hängen geblieben, sie fühlte sich von Anfang an wohl und nachdem sich viele meiner Zweifel in Luft auflösten, tue ich das auch (:
(Auch wenn bei uns sicher genau wie bei den meisten hier auch, andere Einflüsse in den Umgang mithineinspielen.)
Frische Fährten zum Tier HIN finde ich gerade am Anfang unheimlich herausfordernd. Der Geruch hin zum Tier wird stärker, die Situation aufregender. Fährten vom Tier weg helfen meiner Hündin sehr. Die Hunde wissen in der Regel ganz genau, welche Richtung zum Tier hinführt und ich war beim ersten Mal ziemlich überrascht wie einfach es ist, sich auf die andere Richtung zu einigen.
Statt Mira abzurufen, zeige ich ihr (wenn möglich) die Gegenspur, der sie dann mit Eifer nachgeht und uns sicher vom Tier wegführt. Nicht als Kommando, sondern eben so, wie ich einen guten Freund, eben auch auf Dinge aufmerksam machen würde, von denen ich ganz sicher weiß, dass es ihn interessiert.
Schwierig wird es hier, wenn ich in Stress gerate, und deswegen statt einer gemeinsamen Lösung nur noch bemüht bin, die Situation bzw. Mira unter Kontrolle zu bekommen (wir haben da aber mit der rückgerichteten Aggression in Begegnungen früher auch nicht die beste Historie 😬, was diese Emotionslage angeht). An der Leine fällt es natürlich leichter entspannt zu bleiben, es kann ja nicht viel passieren. Bei Mira sehe ich den Unterschied aber eher in meiner Stimmung und dem eigenen Verhalten, als in der Leine.
Kippe ich in Stress, scheine die Situation nicht mehr gut händeln zu können, neigt meine Hündin zur Verselbstständigung.
Sobald ich krampfhaft versuche Mira zu bremsen oder stoppen, steigt sie aus. Lässt sich bei ihr hervorragend über ihre sehr ausdrucksstarke Körpersprache erkennen.