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Meli
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zuletzt 7. Apr.

Schichtdienst & Ausbildung: Schafft das ein 4-jähriger Tierschutzhund?

Hallo zusammen! Ich brauche mal euren Rat für meinen Freund und mich. Im Anhang könnt ihr alles über die Hündin lesen. Ich mache gerade die Pflegeausbildung (2 Monats-Blöcke in abwechslung mit Schule 8-16 Uhr / Praktikum im Schichtdienst). Mein Freund kann in Gleitzeit arbeiten (entweder ab 5 Uhr oder ab 9 Uhr morgens). Wir haben uns in eine 4,5 Jahre alte Hündin (Husky-Mix) aus dem Tierschutz verliebt. Mein Freund hat aber riesige Angst, dass der Hund "Blödsinn baut" oder leidet, weil wir keinen starren 9-to-5-Rhythmus haben. Er denkt, ein Hund in dem Alter kann sich nicht mehr an wechselnde Zeiten gewöhnen. Ich sage: Ein erwachsener Hund ist viel flexibler als ein Welpe und die 6-7 Stunden Alleinebleiben sind bei unseren versetzten Zeiten kein Problem. Habt ihr Erfahrungen mit Schichtdienst und einem erwachsenen Hund? vielleicht habt ihr sogar einen aus dem Tierheim? Gewöhnen sie sich an wechselnde Zeiten?
 
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Mel und
Beliebteste Antwort
6. Apr. 23:31
Hallo
Die wechselnden Zeiten sind für mich überhaupt nicht das eigentliche Problem. Ob jemand um 5 Uhr oder um 9 Uhr anfängt, ist dem Hund am Ende ziemlich egal. Entscheidend ist doch, dass der Hund täglich 6–7 Stunden alleine wäre .

Ich finde es überhaupt nicht in Ordnung, einen Hund täglich 6–7 Stunden alleine zu lassen, ganz unabhängig vom Alter oder der Rasse.

Hunde sind soziale Lebewesen und keine Lückenfüller für die Freizeit. Viele machen das irgendwie mit, ja aber nur weil sie es "aushalten", heißt das noch lange nicht, dass es ihnen damit gut geht. Gerade Tierschutzhunde bringen oft noch ihr eigenes Päckchen mit, und dann so lange regelmäßig alleine zu sein, kann Stress, Unsicherheit oder Verhaltensprobleme erst recht verstärken.

Und ein Welpe geht unter solchen Voraussetzungen schon mal gar nicht. Der braucht noch viel mehr Nähe, Betreuung und Erziehung ,das passt dann erst recht nicht.

Wenn überhaupt, gehört ein Hund in so einer Zeit betreut und nicht einfach sich selbst überlassen. Und wenn das nicht möglich ist, dann muss man seine eigenen Wünsche zurückstellen ,zum Wohle des Hundes.
 
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Mel und
6. Apr. 23:31
Hallo
Die wechselnden Zeiten sind für mich überhaupt nicht das eigentliche Problem. Ob jemand um 5 Uhr oder um 9 Uhr anfängt, ist dem Hund am Ende ziemlich egal. Entscheidend ist doch, dass der Hund täglich 6–7 Stunden alleine wäre .

Ich finde es überhaupt nicht in Ordnung, einen Hund täglich 6–7 Stunden alleine zu lassen, ganz unabhängig vom Alter oder der Rasse.

Hunde sind soziale Lebewesen und keine Lückenfüller für die Freizeit. Viele machen das irgendwie mit, ja aber nur weil sie es "aushalten", heißt das noch lange nicht, dass es ihnen damit gut geht. Gerade Tierschutzhunde bringen oft noch ihr eigenes Päckchen mit, und dann so lange regelmäßig alleine zu sein, kann Stress, Unsicherheit oder Verhaltensprobleme erst recht verstärken.

Und ein Welpe geht unter solchen Voraussetzungen schon mal gar nicht. Der braucht noch viel mehr Nähe, Betreuung und Erziehung ,das passt dann erst recht nicht.

Wenn überhaupt, gehört ein Hund in so einer Zeit betreut und nicht einfach sich selbst überlassen. Und wenn das nicht möglich ist, dann muss man seine eigenen Wünsche zurückstellen ,zum Wohle des Hundes.
 
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Sonja
6. Apr. 23:59
Kein Hund sollte länger als 4-5 stunden, und schon gar nicht täglich so lange allein sein.!! Besonders Nordische Rassen/Mixe sind keine Hunde die leicht alleine bleiben können.... bei meinem Northern Inuit sind 3 stunden, Maxium, das kommt sehr selten vor, täglich währe es unmöglich für ihn...
 
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Ronja
7. Apr. 03:25
Naja, wenn Du Frühdienst arbeitest und Dein Freund spät anfängt, sind es 5 - 6 Std. (09.00 bis ca. 14.00 Uhr)... Du Spätdienst arbeiätest und er früh sind es 3- 4 Stunden ( ca.12.00 bis 16.00 Uhr)... die Zeiten für Gassi, Pipirunden usw. bleiben ja relativ gleich, wenn ihr euch abwechselt... als ich noch Schichtdienst gearbeitet habe, hatten die Leute auch Hunde... da, wo der Hund jetzt ist, hat er auch nicht ständig jemanden um sich herum und ich bin der Meinung, dass ein eigenes Zuhause auf Lebenszeit besser ist, als garkeines oder noch mehr Jahre an der Kette, auch wenn ihr Vollzeit arbeitet... allerdings wird das sehr anstrengend... eure gesamte Freizeit ist dann für den Hund... ihr braucht ein Backup, der im Notfall auch mal einen längeren Zeitraum auf den Hund aufpassen kann und einen Plan B, falls der Hund nicht so lange alleine bleiben bzw. bis er es kann... manche lernen Alleinebleiben nie... plant am Besten den gesamten Jahresurlaub für die Eingewöhnung ein, also hintereinander, nicht gleichzeitig... so dass er sich an eure Abläufe gewöhnen kann und ihr das von Anfang an üben könnt... und von Anfang an darauf achten, dass er drinnen nicht so viel Aufmerksamkeit bekommt, sondern hauptsächlich draußen, dass ihr kommentarlos die Türen hinter euch schließt, wenn ihr z.B. ins Bad geht... irgendwann bringt ihr den Müll runter, geht kurz Einkaufen... nicht unbewusst Schlüsselreize aufbaut, usw. ... wenn ihr in Miete lebt, habt ihr sonst ein riesengroßes Problem und der Hund wird wieder abgegeben und muss die unüberlegte Anschaffung ausbaden... auch ein ausreichend finanzielles Polster (mind. 5.000 - 10.000 €) für den Tierarzt, zusätzlich zur mind. OP-Versicherung, sollte vorhanden sein... wenn das nicht gegeben wäre, würde ich es nicht machen, denn dann glaube ich, würdet ihr dem Hund und euch keinen Gefallen tun... auch nicht, wenn eigentlich nur einer den Hund wirklich will und der andere überredet werden muss und am Ende nicht richtig unterstützt... ihr müsst den Hund auch erstmal bekommen... manche Orgas sind ziemlich streng, bevor sie den Hund am jemanden vermitteln... auch wenn er gerade ein Leben an der Kette fristet, ist es das was er kennt und ihm Sicherheit vermittelt... der Umzug in eine Wohnung/ familiäres Umfeld wird komplett neu sein... es bleibt am Ende ein Überraschungspaket und ihr solltet euch darauf einstellen, dass ihr einen Hund mit Baustellen und Narben auf der Seele bekommt, die vielleicht auch für immer bleiben... ich bin froh, dass ich mich damals für meinen Hund entschieden habe... man darf sich nichts vormachen, dass man dem Hund in den ganzen Jahren immer 100 % gerecht werden kann... so ist das Leben nicht... aber es ist ein lebenslanges Versprechen an den Hund... in guten, wie in schlechten Zeiten... niemals würde ich sie nochmal hergeben....
 
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Simone
7. Apr. 05:18
Ihr müsst halt auch damit rechnen das der Hund euch die Wohnung auseinander nimmt. Dauerbellen usw
 
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Simone
7. Apr. 05:24
Was auch ein Problem sein wird ist das der Hund an der Kette lebt überhaupt kein Haus oder Wohnung kennt. Das macht vielen Hunden große Angst und braucht einer langen Gewöhnung genauso alleine bleiben muss über Monate aufgebaut werden. Wo der Hund nur kurze oder gar nicht alleine sein kann
 
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Meli
7. Apr. 05:32
Was auch ein Problem sein wird ist das der Hund an der Kette lebt überhaupt kein Haus oder Wohnung kennt. Das macht vielen Hunden große Angst und braucht einer langen Gewöhnung genauso alleine bleiben muss über Monate aufgebaut werden. Wo der Hund nur kurze oder gar nicht alleine sein kann
dankeschön für deine Nachricht 😊 da hast du absolut recht!
 
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Meli
7. Apr. 05:34
Naja, wenn Du Frühdienst arbeitest und Dein Freund spät anfängt, sind es 5 - 6 Std. (09.00 bis ca. 14.00 Uhr)... Du Spätdienst arbeiätest und er früh sind es 3- 4 Stunden ( ca.12.00 bis 16.00 Uhr)... die Zeiten für Gassi, Pipirunden usw. bleiben ja relativ gleich, wenn ihr euch abwechselt... als ich noch Schichtdienst gearbeitet habe, hatten die Leute auch Hunde... da, wo der Hund jetzt ist, hat er auch nicht ständig jemanden um sich herum und ich bin der Meinung, dass ein eigenes Zuhause auf Lebenszeit besser ist, als garkeines oder noch mehr Jahre an der Kette, auch wenn ihr Vollzeit arbeitet... allerdings wird das sehr anstrengend... eure gesamte Freizeit ist dann für den Hund... ihr braucht ein Backup, der im Notfall auch mal einen längeren Zeitraum auf den Hund aufpassen kann und einen Plan B, falls der Hund nicht so lange alleine bleiben bzw. bis er es kann... manche lernen Alleinebleiben nie... plant am Besten den gesamten Jahresurlaub für die Eingewöhnung ein, also hintereinander, nicht gleichzeitig... so dass er sich an eure Abläufe gewöhnen kann und ihr das von Anfang an üben könnt... und von Anfang an darauf achten, dass er drinnen nicht so viel Aufmerksamkeit bekommt, sondern hauptsächlich draußen, dass ihr kommentarlos die Türen hinter euch schließt, wenn ihr z.B. ins Bad geht... irgendwann bringt ihr den Müll runter, geht kurz Einkaufen... nicht unbewusst Schlüsselreize aufbaut, usw. ... wenn ihr in Miete lebt, habt ihr sonst ein riesengroßes Problem und der Hund wird wieder abgegeben und muss die unüberlegte Anschaffung ausbaden... auch ein ausreichend finanzielles Polster (mind. 5.000 - 10.000 €) für den Tierarzt, zusätzlich zur mind. OP-Versicherung, sollte vorhanden sein... wenn das nicht gegeben wäre, würde ich es nicht machen, denn dann glaube ich, würdet ihr dem Hund und euch keinen Gefallen tun... auch nicht, wenn eigentlich nur einer den Hund wirklich will und der andere überredet werden muss und am Ende nicht richtig unterstützt... ihr müsst den Hund auch erstmal bekommen... manche Orgas sind ziemlich streng, bevor sie den Hund am jemanden vermitteln... auch wenn er gerade ein Leben an der Kette fristet, ist es das was er kennt und ihm Sicherheit vermittelt... der Umzug in eine Wohnung/ familiäres Umfeld wird komplett neu sein... es bleibt am Ende ein Überraschungspaket und ihr solltet euch darauf einstellen, dass ihr einen Hund mit Baustellen und Narben auf der Seele bekommt, die vielleicht auch für immer bleiben... ich bin froh, dass ich mich damals für meinen Hund entschieden habe... man darf sich nichts vormachen, dass man dem Hund in den ganzen Jahren immer 100 % gerecht werden kann... so ist das Leben nicht... aber es ist ein lebenslanges Versprechen an den Hund... in guten, wie in schlechten Zeiten... niemals würde ich sie nochmal hergeben....
Danke Ronja, hilft mir sehr😊
 
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Heike
7. Apr. 05:56
Ohne ein bis mehrere sichere und hundeerfahrene Betreuungsmöglichkeiten würde ich das Risiko nicht eingehen. Der Hund muss sich erst einleben, Leben in Wohnung und Familie kennenlernen und das Alleinebleiben in neuer Umgebung kann schwierig werden und ein langes Training benötigen. Man sollte auch auf den Fall eingestellt sein, dass das Alleinebleiben gar nicht klappt, dafür muss es eine sichere Alternative geben.
6-7 Std. täglich finde ich auch zu lange, wenn es im Notfall mal so ist und der Hund entspannt alleine zu Hause ruht, ist es kein Problem, als geplant täglich wäre es meiner Ansicht nach zu viel ohne zusätzliche Betreuung oder Gassigänger.
Überlegt was ihr macht, wenn ihr den Hund adoptiert und er kommt nicht mit eurer Planung zurecht, bellt, heult, nimmt die Wohnung auseinander… was ist dann euer (umsetzbarer) Plan?? Muss nicht so kommen, sollte aber fest eingeplant sein.
Ich würde die Ausbildung erstmal abschließen, dann gucken, wieviel Zeit bei der Vollzeitbeschäftigung von euch beiden tatsächlich für einen Hund bleibt, in der Zeit vielleicht regelmäßig als Gassigänger im Tierheim oder als Betreuung für einen Fremdhund austesten, ob ihr die komplette Freizeit für einen eigenen Hund einsetzen wollt und könnt. Dann bitte vorher feste alternative Betreuungsmöglichkeiten für den Hund sichern.
 
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Heike
7. Apr. 06:05
Noch zusätzlich wichtig wäre, wie ist eure Wohnsituation?
Habt ihr beide Hundeerfahrung?
Zu den Erfahrungen:
Ich habe meine Hündin 5-jährig übernommen (Trennungsopfer).
Sie kannte das Leben in der Wohnung, war stubenrein (was der Hund aus dem Tierschutz nicht sein wird !) und war auch stundenweises Alleinesein gewohnt.
Ich arbeite Teilzeit im Schichtdienst (4Std) im Pflegebereich. Anfangs waren auch noch unsere Kinder zu Hause, die inzwischen in eigenen Wohnungen wohnen. Die Eingewöhnung klappte sehr gut, das Alleinebleiben war bei Suki - obwohl sie es gewöhnt war - erst gar nicht so einfach und hat länger gedauert.
Sie bleibt nun entspannt alleine, ich kann mir aber nicht vorstellen, sie 6-7 Std. alleine zu lassen.
Vor dem Frühdienst, auch im Winter, große Runden zu laufen und nach dem Dienst, wenn es wieder stockdunkel ist und man von der Arbeit ganz schön geschafft ist, nochmal große Runden - das muss man wollen und schaffen…
Wäre für mich keine Option, wenn ich Vollzeit arbeiten würde.
 
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Meli
7. Apr. 06:11
Noch zusätzlich wichtig wäre, wie ist eure Wohnsituation? Habt ihr beide Hundeerfahrung? Zu den Erfahrungen: Ich habe meine Hündin 5-jährig übernommen (Trennungsopfer). Sie kannte das Leben in der Wohnung, war stubenrein (was der Hund aus dem Tierschutz nicht sein wird !) und war auch stundenweises Alleinesein gewohnt. Ich arbeite Teilzeit im Schichtdienst (4Std) im Pflegebereich. Anfangs waren auch noch unsere Kinder zu Hause, die inzwischen in eigenen Wohnungen wohnen. Die Eingewöhnung klappte sehr gut, das Alleinebleiben war bei Suki - obwohl sie es gewöhnt war - erst gar nicht so einfach und hat länger gedauert. Sie bleibt nun entspannt alleine, ich kann mir aber nicht vorstellen, sie 6-7 Std. alleine zu lassen. Vor dem Frühdienst, auch im Winter, große Runden zu laufen und nach dem Dienst, wenn es wieder stockdunkel ist und man von der Arbeit ganz schön geschafft ist, nochmal große Runden - das muss man wollen und schaffen… Wäre für mich keine Option, wenn ich Vollzeit arbeiten würde.
Heyy, ja wir hätten beide Erfahrung. ich hab gerade eben die Nachricht bekommen dass die Hündin gestern von einer Deutschen Familie reserviert wurde. ich freue mich auch sehr für die Hündin und hoffe es klappt😃