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Klaudi
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zuletzt 16. Apr.

Hund im Körbchen anfassen

Hallo zusammen, ich würde gerne mal eure Meinung wissen und wie ihr zu dem Thema „Hund im Körbchen anfassen“ steht. Ich hatte letztens Besuch von einigen Leuten und habe gemerkt, dass mein Hund etwas aufgedreht ist. Ich hab sie anschließen ins Körbchen geschickt zum „runterkommen“, was auch gut geklappt hat. Nur ist dann der Besuch andauernd aufgestanden und hat sie im Körbchen gestreichelt. Mein Hund ist sehr freundlich und lässt sich so ziemlich alles gefallen und würde nie jemanden Grenzen aufzeigen. Ich habe aber das Gefühl dass das kontraproduktiv ist und sie im Körbchen immer in Alarmbereitschaft ist. Ich selber fasse sie auch nicht im Körbchen an weil ich das als ihren Rückzugsort respektiere. Wenn ich etwas möchte, rufe oder locke ich sie heraus. Seht ihr das ähnlich? Ich habe auch überlegt den Besuch darauf hinzuweisen, aber weiß nicht ob ich da überreagiere.
 
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Micha
15. Apr. 07:22
Rückzugsort bleibt Rückzugsort, von daher also in Ruhe lassen .
Wenn der Hund Kontakt wünscht, wird er von alleine kommen.
Manchmal streichle ich auch mein Hund im Körbchen, aber das mache ich davon abhängig ob er das gerade überhaupt wünscht
 
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Steffi
15. Apr. 07:28
Strange und definitiv wider die Natur!
Hallo, warum empfindest Du das so? Wir hatten z.B. lange eine Box stehen, und mehrere Liegeplätze für Lumi eingerichtet, sie nutzte das aber alles nicht freiwillig..Erstmal sind ihr Kuschelplätze schnell zu warm und außerdem ist sie ein sehr familienorientiertes Tier. Will gerne dabei sein..Wenn ich z.B. eine längere Kochaktion mache, pennt sie 2 Stunden unter dem Küchentisch, oder liegt mit im Home-Office Büro..Heute hat sie da keine Lust zu und hat sich auf dem Bett von meinem Sohn eingerollt. Sie kuschelt sehr gerne, wenn es ihr zuviel wird, steht sie auf und legt sich woanders hin, was wir dann akzeptieren. Sie akzeptiert aber auch ein ' lass mal bitte, wenn man selber keine Lust auf Kontaktliegen hat..Ich finde das sehr entspannt und schön.
 
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Kirsten
15. Apr. 07:30
Das ist Miras Box, in die sie sich zurückziehen kann. Der Reißverschluss vom Fliegengitter ist immer offen, aber wenn die „Tür“ so herunterhängt, sieht man vom Hund nicht mehr viel.

„Aus den Augen = aus dem Sinn“ kann vielleicht auch dazu beitragen besonders grapschige Menschen nicht so sehr in Versuchung zu führen.
 
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Unikum
15. Apr. 09:24
Hallo, warum empfindest Du das so? Wir hatten z.B. lange eine Box stehen, und mehrere Liegeplätze für Lumi eingerichtet, sie nutzte das aber alles nicht freiwillig..Erstmal sind ihr Kuschelplätze schnell zu warm und außerdem ist sie ein sehr familienorientiertes Tier. Will gerne dabei sein..Wenn ich z.B. eine längere Kochaktion mache, pennt sie 2 Stunden unter dem Küchentisch, oder liegt mit im Home-Office Büro..Heute hat sie da keine Lust zu und hat sich auf dem Bett von meinem Sohn eingerollt. Sie kuschelt sehr gerne, wenn es ihr zuviel wird, steht sie auf und legt sich woanders hin, was wir dann akzeptieren. Sie akzeptiert aber auch ein ' lass mal bitte, wenn man selber keine Lust auf Kontaktliegen hat..Ich finde das sehr entspannt und schön.
So wie du es beschreibst, hat dein Hund Rückzugsorte, also alles fein. 🙂
Muss ja nicht immer ein Körbchen sein.
 
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Unikum
15. Apr. 09:27
Warum?
Weil Caniden (und die meisten anderen Säugetiere) nun mal Rückzugsorte brauchen. Der Organismus wäre ja sonst im Dauerstress.
Es ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden eines Hundes unabdingbar, dass er die Möglichkeit hat sich zurückzuziehen und in Ruhe gelassen zu werden.
 
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Vivi &
15. Apr. 09:40
Dann muss ich mich wohl neben dich zum steinigen stellen. Eine unserer beiden Hundetrainerinnen damals saß zur ersten Besprechung bei uns im Wohnzimmer, Nalani taperte langsam auf mich zu, stellte sich neben mich und lehnte ihren Kopf gegen mein Knie. Ohne mich davon ablenken zu lassen, habe ich mich weiter unterhalten, habe Nalani aber den Kopf gekrault. Da sagte die Trainerin zu mir, dass ich das ja jetzt nicht machen solle, weil Nalani das einfordert, sonst würde sie später auch keine Grenzen beim Einfordern anerkennen. Wenn, dann muss ich auf sie zukommen, jetzt sollte ich sie einfach sanft wegschieben. Das kam mir irgendwie genauso logisch vor wie das oft gelesene "Lass den Hund nicht aufs Sofa oder aufs Bett, der dominiert dich sonst!" Wenn Nalani ankommt und Nähe möchte, bekommt sie die, wann auch immer ich freie Hände habe, sonst muss sie sich mit Worten begnügen. Wie zeigen eure Hunde denn aus ihrem Körbchen / Bett heraus, dass sie gestreichelt werden möchten? Ich kenne von Nalani nur anstubsen, anlehnen oder die Nase auf das Knie legen, also eher körperliche Signale. Vielleicht habe ich das aus der Ferne bisher nur nicht erkannt? Aber aus dem Körbchen heraus zeigt sie mir eigentlich nichts, sie schläft und chillt dort, sobald sie drin liegt und kümmert sich nicht um das, was ich mache.
Zu deiner letzten Frage, Pico ist da nicht sehr subtil. Er liegt in seinem Körbchen, baut Augenkontakt auf und hebt dann ein Vorderbein, um die Brust zu präsentieren. Wenn ich ihn dann ignoriere, kann es sogar sein, dass er aufsteht und zu mir kommt.

Ich hab mal zwei Bilder rausgesucht. Beim ersten Ruht er, und möchte gerade keinen Kontakt. Beim zweiten fordert er mich mit seinem Blick und seiner Pfote auf, dass er jetzt bitte Kontakt möchte.
 
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Kirsten
15. Apr. 10:03
Weil Caniden (und die meisten anderen Säugetiere) nun mal Rückzugsorte brauchen. Der Organismus wäre ja sonst im Dauerstress. Es ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden eines Hundes unabdingbar, dass er die Möglichkeit hat sich zurückzuziehen und in Ruhe gelassen zu werden.
Interessant. Ich lese bei Olli gar nicht heraus, dass sich seine Hunde dadurch im Dauerstress befinden oder nicht zur Ruhe kommen.

Im Gesamtkontext, also auch unter Berücksichtigung des letzten Absatz von Olli empfinde ich da nichts als Strange oder widernatürlich (:

Meine Hündin reagiert auf zapplige Junghunde mittlerweile auch oft so, dass sie sich ihren eigenen Dingen zuwendet und obwohl sie ein großer Menschenfreund ist, hat sie nicht immer Lust sich mit allen Menschen oder ihren manchmal sehr besonderen Eigenschaften zu befassen. Dann macht sie auch ihr Ding und schafft es sich damit gut aus der Affäre zu ziehen.
Wenn das funktioniert, sehe ich da gar kein Problem.

Ob das funktioniert, darf der Halter ja gerne ein waches Auge drauf behalten. So verstehe ich auch Olli.
 
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Mel und
15. Apr. 10:17
Dann muss ich mich wohl neben dich zum steinigen stellen. Eine unserer beiden Hundetrainerinnen damals saß zur ersten Besprechung bei uns im Wohnzimmer, Nalani taperte langsam auf mich zu, stellte sich neben mich und lehnte ihren Kopf gegen mein Knie. Ohne mich davon ablenken zu lassen, habe ich mich weiter unterhalten, habe Nalani aber den Kopf gekrault. Da sagte die Trainerin zu mir, dass ich das ja jetzt nicht machen solle, weil Nalani das einfordert, sonst würde sie später auch keine Grenzen beim Einfordern anerkennen. Wenn, dann muss ich auf sie zukommen, jetzt sollte ich sie einfach sanft wegschieben. Das kam mir irgendwie genauso logisch vor wie das oft gelesene "Lass den Hund nicht aufs Sofa oder aufs Bett, der dominiert dich sonst!" Wenn Nalani ankommt und Nähe möchte, bekommt sie die, wann auch immer ich freie Hände habe, sonst muss sie sich mit Worten begnügen. Wie zeigen eure Hunde denn aus ihrem Körbchen / Bett heraus, dass sie gestreichelt werden möchten? Ich kenne von Nalani nur anstubsen, anlehnen oder die Nase auf das Knie legen, also eher körperliche Signale. Vielleicht habe ich das aus der Ferne bisher nur nicht erkannt? Aber aus dem Körbchen heraus zeigt sie mir eigentlich nichts, sie schläft und chillt dort, sobald sie drin liegt und kümmert sich nicht um das, was ich mache.
Diese Trainer Aussage ist so ein klassischer Vertreter der alten Schule. Dieses „der Hund darf nichts einfordern, sonst tanzt er dir später auf der Nase rum“ das ist einfach ziemlich überholt. Ein Hund, der Nähe sucht, ist nicht respektlos, sondern sozial.
Für mich hat das nichts mit Grenzen testen zu tun.
Meiner darf das auch jederzeit äußern,ich entscheide ja trotzdem letztendlich, ob es gerade passt oder nicht.


Ich sehe ihm ganz genau an, ob er gestreichelt werden möchte.
Er sucht dann Blickkontakt, wedelt und legt sich extra so hin ,zum Beispiel auf den Rücken , damit ich gut an ihn rankomme zum Kraulen.
Und dabei macht er dieses süße „Kraul mich“-Brummen.
 
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Melanie
15. Apr. 10:27
Bei uns gibt es diesbezüglich schon einen Unterschied zwischen Besuchern und uns. Wir beide fassen unsere beiden Damen durchaus schonmal im Körbchen an/ streicheln sie. Unsere Besucher dürfen das nicht. Auch wenn man mich jetzt ebenfalls steinigt aber ein entscheidender Unterschied ist einfach das mein Mann und ich unsere beiden Damen einfach viel besser kennen und somit auch erkennen wann es ok ist und wann eben nicht.
 
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Unikum
15. Apr. 10:31
Interessant. Ich lese bei Olli gar nicht heraus, dass sich seine Hunde dadurch im Dauerstress befinden oder nicht zur Ruhe kommen. Im Gesamtkontext, also auch unter Berücksichtigung des letzten Absatz von Olli empfinde ich da nichts als Strange oder widernatürlich (: Meine Hündin reagiert auf zapplige Junghunde mittlerweile auch oft so, dass sie sich ihren eigenen Dingen zuwendet und obwohl sie ein großer Menschenfreund ist, hat sie nicht immer Lust sich mit allen Menschen oder ihren manchmal sehr besonderen Eigenschaften zu befassen. Dann macht sie auch ihr Ding und schafft es sich damit gut aus der Affäre zu ziehen. Wenn das funktioniert, sehe ich da gar kein Problem. Ob das funktioniert, darf der Halter ja gerne ein waches Auge drauf behalten. So verstehe ich auch Olli.
Ich empfinde die Aussage "es gibt hier keine Rückzugsorte" als befremdlich.
Wieso habe ich ja schon erklärt.