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Finne Joeline
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heute 15:50

Geräuschphobie

Meine Enna hat jetzt seit mehreren Jahren schon panische Angst vor Böllern, Feuerwerk generell, knallenden Autotüren, Motorradgeräusche, Auspuffgeräusche von Autos,…. Alles, was irgendwie "knallt“. Wir haben schon vieles versucht und hatten einige Trainer, die allesamt nicht helfen konnten. Es hat auch nie ein besonderes Ereignis gegeben, wodurch sie diese Panik entwickelt hat. Es hat sich in ihrer Junghund-phase eher entwickelt und wurde immer schlimmer. Als wir ihre Mutter und Schwester kennengelernt hatten, stellte sich heraus, dass die Beiden auch extrem anfällig für Geräusche sind. Habt ihr Tipps oder Erfahrungen gemacht, die bei euren Kleinen wirklich was gebracht haben? 💕
 
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Finne Joeline
Beliebteste Antwort
2. Juni 23:44
Danke, für Deine ausführliche Antwort. Kurz zu meinem Hintergrund: Wir haben unsere Hündin mit 10 Monaten bekommen und sie kannte keine Haushaltsgeräusche. Das bedeutet, raschelnde Tüten, Topfdeckel auf Töpfe legen, Fernseher, Musik, fallende Plastikflaschen, zischende Flaschen, einräumen der Geschirrspülmaschine, Kartons die 10 cm woanders standen als am Vortag.... Alles ganz große Probleme für sie. Wir haben jedes einzelne Geräusch aufgearbeitet, aber ... der Schlüssel war, ist und wird immer so bleiben ... Vertrauen. Gemeinsam das Problem bewältigen. Gemeinsam durch die Geräusche gehen. Letztendlich durfte sie darauf vertrauen, dass wir ihr die nötige Sicherheit geben, dass sie durch die Situation kommt. Wir haben u.a. versucht ihre Neugier zu wecken Heute: Sie beisst in Plastikflaschen und findet die spannend, raschelnde Tüten erwecken Neugier, klopft jemand werde ich spannend beobachtet ... Wir haben ihr keinen Raum des Mitleids gegeben, sondern die Situationen freudig und neugierig entgegengenommen, sie aber nie mit ihrem Gefühl alleine gelassen. Es war ein langer Weg mit viel herantasten... Beispiel: Zzusammengeknüddeltes eitungspapier in einen Karton geworfen und darin Leckerchen versteckt. Ich habe dann in dem Karton rumgesucht, bis sie sich selber mal rantraute. Tricks in Verbindung mit Kartons aufgebaut. Sie war soooo mutig, in den Karton zu steigen. Raschelnde Tüten: Einen Advebtskalender mit Tüten gebastelt und im Durchgang zwischen Wohnzimmer und Esszimmer aufgehängt. Jeden Tag habe ich geraschelt und ein Leckerchen fiel von oben runter. Sie hatte anfangs das Problem, das dieser Kalender da schon hing und wollte nicht drunter durchlaufen. Irgendwann saß sie unter dem Kalender und wartete auf das Rascheln bis das Leckerchen runterfiel. Bei den Plastikflaschen hat dann unser junger Rüde geholfen. Er biss überall rein und das hat sie sich wohl abgeschaut. Während ich kochte und mit Töpfen klapperte, hat mein Mann mit ihr gekuschelt, sie gekämmt (Körperpflege betrieben). Alles drehte sich um das Thema "Gemeinsam" und Vertrauensaufbau. Es geht nie ganz weg, aber zwischen "in der Ecke verkriechen" und "wir schaffen das gemeinsam" liegen Welten. Ich hoffe ich konnte erklären, worauf ich hinaus möchte.
Das ist ganz lieb gemeint, vor allem, weil ich deine Message zu 100% verstehe. Ich habe schon immer Hunde aus dem Tierschutz adoptiert. Mein erster Rüde Kasper und unsere Hündin Claudia, so wie mein zweiter Rüde John lebten alle auf der Straße. Kasper und Claudia kamen aus Rumänien und John aus Teneriffa. Es war schrecklich, jeder hatte ganz andere Ängste. Claudia wurde von Männern geschlagen und hatte dadurch vor allem vor Männern Angst, Kasper mit Stöcken und hatte dann davor extreme Angst, John hatte auch schlimme Gewalt erlebt… Vor allem John ähnelt dem, was du erzählst, sehr. Er hatte vor allem Angst und er kannte absolut gar nichts.

Ich musste ihm jeden Gegenstand und jedes Geräusch in der Wohnung und außerhalb langsam vertraut machen und er, so wie Kasper und Claudia, blühten bei uns so unglaublich auf. Nach dem Training und dem Vertrauensaufbau, immer alles mit Geduld, Ruhe und vor allem Liebe zu machen, hatte wirklich Wunder bewirkt.

Enna sieht vielleicht noch jung aus, aber das täuscht. Im Oktober wird sie dieses Jahr bereits 9 Jahre alt (oh Gott, wie die Zeit rennt….). Und sie ist dieses totale "Mama-Kind“. Wir haben 3 Jahre Agility gemacht und natürlich ist sie als kurzhaar Hund die größte Kuschelmaus. Sie liebt ZOS, "Knobelspiele“, toben. In der Wohnung - egal wovor, hat sie keine Angst (außer sie hört einen Knall natürlich). Wir haben ein extrem positives Vertrauen zueinander, auch das ist mir sehr oft aufgefallen, da Enna, ist sie nicht angeleint und es knallt draußen, nur zu mir rennt und bei mir sein will. Selbst in den Situationen, in denen sie also wirklich Todesangst hat, fühlt sie sich bei mir dennoch noch am sichersten. Aber all das, was vorher bei meinen drei anderen Hunden geklappt hat, einfach gemeinsam die Ängste zu überkommen, funktioniert bei Enna nicht.

Klar jeder Hund ist anders, aber mittlerweile ist bei mir nur noch ein großes Fragezeichen. 😔

Tut mir leid, dass meine Nachricht jetzt so unglaublich lang wurde - ich danke dir aber jetzt schon von Herzen, fürs Lesen und für deine Nachricht! 🫶🏻
 
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Babs
2. Juni 08:40
Es gibt jede Menge Gründe, warum sie da Probleme hat und was hast Du denn bisher probiert?
 
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Heike
2. Juni 12:56
Wir haben dasselbe Problem. Knallgeräusche, Gewitter, die Harley Davidson vom Nachbarn und, und, und....
Leider muss sie deshalb immer an der Schleppleine bleiben, sonst würde sie nach Hause rennen bei lauten Geräuschen und da muss sie über eine stark befahrene Straße.
Es ist aber nicht mehr so schlimm, wie am Anfang.
Nach dem ersten Silvester vor 3Jahren ging sie 4 Wochen lang nicht mehr vor die Türe., das war heftig. Dagegen ist sie jetzt relativ entspannt.
Uns konnte damals auch kein Trainer helfen. Ich denke einfach, dass sich das mit der Zeit verbessert, aber nicht ganz weg geht. Da sie aus dem Ausland ist, weiss man ja nicht, was sie erlebt hat.
 
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Ina
2. Juni 17:03
Amy🌈 hat sich bei Gewitter und Donner (nur bei diesen Geräuschen) sehr gefürchtet. Besser bzw. weg war es im Alter, als sie allmählich taub geworden ist. Wenigstens ein positiver Aspekt. 🫣
 
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Finne Joeline
2. Juni 19:48
Wir haben dasselbe Problem. Knallgeräusche, Gewitter, die Harley Davidson vom Nachbarn und, und, und.... Leider muss sie deshalb immer an der Schleppleine bleiben, sonst würde sie nach Hause rennen bei lauten Geräuschen und da muss sie über eine stark befahrene Straße. Es ist aber nicht mehr so schlimm, wie am Anfang. Nach dem ersten Silvester vor 3Jahren ging sie 4 Wochen lang nicht mehr vor die Türe., das war heftig. Dagegen ist sie jetzt relativ entspannt. Uns konnte damals auch kein Trainer helfen. Ich denke einfach, dass sich das mit der Zeit verbessert, aber nicht ganz weg geht. Da sie aus dem Ausland ist, weiss man ja nicht, was sie erlebt hat.
Ach die Arme. Ich habe das Glück, dass Enna abgeleint immer nur zu mir rennt und bei mir Schutz sucht. Daher kann ich sie im Alltag super ableinen, aber sie zittert extrem und gerade an der Leine führt es dann dazu, dass sie nur zerrt. 🥲

Enna wurde im Tierheim geboren, aber ich nehme an, dass sie durch die Traumaerlebnisse der Mama während der Schwangerschaft bereits sehr geprägt ist, weil sich das auch bei ihrer Schwester so stark gezeigt hatte. Mittlerweile ist Enna fast 9 Jahre alt. 😕
 
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Finne Joeline
2. Juni 19:50
Amy🌈 hat sich bei Gewitter und Donner (nur bei diesen Geräuschen) sehr gefürchtet. Besser bzw. weg war es im Alter, als sie allmählich taub geworden ist. Wenigstens ein positiver Aspekt. 🫣
Mein Beileid erst einmal 💕

Ich hatte aus dem Grund schon einen Gehörschutz extra für Hunde gekauft, das war (für meine Verhältnisse) mega teuer und hat bei ihrer Kopfform auch nuuuull gehalten! Am besten wäre es für sie wahrscheinlich auch, wenn sie einfach nichts mehr hören könnte 🫣
 
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Finne Joeline
2. Juni 19:59
Es gibt jede Menge Gründe, warum sie da Probleme hat und was hast Du denn bisher probiert?
Ich hatte verschiedene Trainer über die Jahre. Das waren zum Teil ihre Ideen, zum Teil auch meine, die nichts gebracht hatten:

- Feuerwerkvideos den ganzen Tag zu Hause laufen lassen
- Jedes Mal bei einem Knallgeräusch ein Leckerli schmeißen und ganz doll loben
- Tierärztliche Abklärung war natürlich dabei, Enna ist körperlich fit
- Gehörschutz (der hält bei ihrer Kopfform nicht und bei spontanen Knallgeräuschen kann ich damit dennoch nicht vorsorgen)
- Ruheübungen draußen, wenn es einen Auslöser gab, bis sie sich entspannt (Mir wurde von einer Trainerin dabei empfohlen, Körperkontakt zuzulassen, aber nicht zu verhätscheln, also nicht zu streicheln. Ein anderer Trainer meinte, dass ich dabei gar keinen Körperkontakt zulassen sollte.).
- Ihr Lieblingsspielzeug mitnehmen und genau dann die Angst lösen, in dem gespielt/getobt wird

Ich weiß nicht, ob ich gerade etwas vergessen habe. Aber es war bisher schon Einiges. 🫣
 
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Martin
2. Juni 20:01
Ich gehe mal davon aus dass der Tierarzt nichts Auffälliges gefunden hat. Schmerzen können alles mögliche auslösen. Bei uns hat sich die Panik vor geknalle beim vorletzten Silvester entwickelt. Mit Gegenkonditionierung/Desensibilisierung das ganze Jahr über hat er letzte Silvester drinnen gut überstanden. Draußen habe ich beim Training Fehler gemacht, da bin ich dran das dieses Jahr wieder einzufangen. Ist ein langer Weg. Wie habt ihr den trainiert und wie lange? Der Reiz darf im Training nur so schwach sein das der Hund keinen Stress empfindet, ansonsten kippt es sehr schnell ins Gegenteil. Die Schwelle herauszufinden ist nicht immer leicht und man erlebt dabei auch Rückschläge.
 
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Gabriele
2. Juni 20:14
Ginny hatte wahnsinnige Angst vor dem Geknalle an Silvester. Da leider immer eher auf Teufel komm raus geböllert wird, war es furchtbar. Sie ist vor Angst auf dem Bauch gekrochen. Ich habe sie dann viel getragen. Auch Fehlzündungen haben dazu geführt, dass sie nur schnell irgendwohin flüchten wollte. Ging das nicht, dann wieder Bauch rutschen. Wir waren daher die beiden letzten Jahre eine Woche zum Jahreswechsel in Sankt-Peter-Ording. Bei der Problematik bei euch hilft das leider auch nicht wirklich weiter.
Wir werden dieses Jahr über Silvester zu Hause bleiben und schauen, was passiert. Ginny ist leider inzwischen fast vollständig taub geworden. Daher wird sie nicht mehr so viel mitbekommen. Aber die Panik mit ansehen zu müssen war schon hart
 
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Heike
2. Juni 20:16
Ach die Arme. Ich habe das Glück, dass Enna abgeleint immer nur zu mir rennt und bei mir Schutz sucht. Daher kann ich sie im Alltag super ableinen, aber sie zittert extrem und gerade an der Leine führt es dann dazu, dass sie nur zerrt. 🥲 Enna wurde im Tierheim geboren, aber ich nehme an, dass sie durch die Traumaerlebnisse der Mama während der Schwangerschaft bereits sehr geprägt ist, weil sich das auch bei ihrer Schwester so stark gezeigt hatte. Mittlerweile ist Enna fast 9 Jahre alt. 😕
Hast Du sie schon als Welpe gehabt oder erst als sie erwachsen war?
Bei Afra war das schlimm, mein Mann musste sie zum Lösen tragen. 🥴
Ich war damals auch beim Tierarzt zum Impfen, habe ihm mein Leid geklagt und er ist tatsächlich auch mit ihr gelaufen und Madame ist mitgegangen ohne wenn und aber. Peinlich!!!
Einmal habe ich sie überlistet und ihren Liebsten Freund mit Frauchen rekrutiert und da ist sie gelaufen, als wäre nichts.
 
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Babs
2. Juni 21:46
Ich hatte verschiedene Trainer über die Jahre. Das waren zum Teil ihre Ideen, zum Teil auch meine, die nichts gebracht hatten: - Feuerwerkvideos den ganzen Tag zu Hause laufen lassen - Jedes Mal bei einem Knallgeräusch ein Leckerli schmeißen und ganz doll loben - Tierärztliche Abklärung war natürlich dabei, Enna ist körperlich fit - Gehörschutz (der hält bei ihrer Kopfform nicht und bei spontanen Knallgeräuschen kann ich damit dennoch nicht vorsorgen) - Ruheübungen draußen, wenn es einen Auslöser gab, bis sie sich entspannt (Mir wurde von einer Trainerin dabei empfohlen, Körperkontakt zuzulassen, aber nicht zu verhätscheln, also nicht zu streicheln. Ein anderer Trainer meinte, dass ich dabei gar keinen Körperkontakt zulassen sollte.). - Ihr Lieblingsspielzeug mitnehmen und genau dann die Angst lösen, in dem gespielt/getobt wird Ich weiß nicht, ob ich gerade etwas vergessen habe. Aber es war bisher schon Einiges. 🫣
Danke, für Deine ausführliche Antwort.

Kurz zu meinem Hintergrund: Wir haben unsere Hündin mit 10 Monaten bekommen und sie kannte keine Haushaltsgeräusche. Das bedeutet, raschelnde Tüten, Topfdeckel auf Töpfe legen, Fernseher, Musik, fallende Plastikflaschen, zischende Flaschen, einräumen der Geschirrspülmaschine, Kartons die 10 cm woanders standen als am Vortag.... Alles ganz große Probleme für sie.

Wir haben jedes einzelne Geräusch aufgearbeitet, aber ... der Schlüssel war, ist und wird immer so bleiben ... Vertrauen. Gemeinsam das Problem bewältigen. Gemeinsam durch die Geräusche gehen. Letztendlich durfte sie darauf vertrauen, dass wir ihr die nötige Sicherheit geben, dass sie durch die Situation kommt. Wir haben u.a. versucht ihre Neugier zu wecken

Heute: Sie beisst in Plastikflaschen und findet die spannend, raschelnde Tüten erwecken Neugier, klopft jemand werde ich spannend beobachtet ...

Wir haben ihr keinen Raum des Mitleids gegeben, sondern die Situationen freudig und neugierig entgegengenommen, sie aber nie mit ihrem Gefühl alleine gelassen. Es war ein langer Weg mit viel herantasten...

Beispiel: Zzusammengeknüddeltes eitungspapier in einen Karton geworfen und darin Leckerchen versteckt. Ich habe dann in dem Karton rumgesucht, bis sie sich selber mal rantraute.

Tricks in Verbindung mit Kartons aufgebaut. Sie war soooo mutig, in den Karton zu steigen.

Raschelnde Tüten: Einen Advebtskalender mit Tüten gebastelt und im Durchgang zwischen Wohnzimmer und Esszimmer aufgehängt. Jeden Tag habe ich geraschelt und ein Leckerchen fiel von oben runter. Sie hatte anfangs das Problem, das dieser Kalender da schon hing und wollte nicht drunter durchlaufen. Irgendwann saß sie unter dem Kalender und wartete auf das Rascheln bis das Leckerchen runterfiel.

Bei den Plastikflaschen hat dann unser junger Rüde geholfen. Er biss überall rein und das hat sie sich wohl abgeschaut.

Während ich kochte und mit Töpfen klapperte, hat mein Mann mit ihr gekuschelt, sie gekämmt (Körperpflege betrieben).

Alles drehte sich um das Thema "Gemeinsam" und Vertrauensaufbau.

Es geht nie ganz weg, aber zwischen "in der Ecke verkriechen" und "wir schaffen das gemeinsam" liegen Welten.

Ich hoffe ich konnte erklären, worauf ich hinaus möchte.