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Maria
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Anzahl der Antworten 47
zuletzt 8. Okt.

Frage zu ihtem Verhalten

Hallo ihr Lieben

Ich habe eigentlich nur mal eine Frage zum Verhalten meiner Pflegehündin Carla.


Sie wurde vermutlich mal an denn Hinterbeinen aufgehangen, da sie dort eine dicke Narbe hat.

Und jetzt wenn wir mit der schleppleine unterwegs sind und die an denn Hinterbeinen lang läuft dreht sie völlig durch.


Auch an kurzen Leinen, wenn sie sich welzen mag.

Ist das Verhalten Frust oder meint ihr es geht in Richtung Traumata ?

Mehr Videos habe ich leider nicht 😬🙈

Das Video ist noch echt harmlos, sie schmeißt sich auch ab und zu dann auf denn Boden oder fängt an zu Schrein.

Ich danke euch schon mal.

LG Carla und Maria
 
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Tina
3. Okt. 15:03
Bei einem Trauma würde ich noch folgendes im Hinterkopf behalten:

Trigger sind unbedingt zu vermeiden. Jede erneute Stressreaktion verstärkt das Trauma.

Häufig haben die Hunde in der Tat Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten. Trainingseinheiten sollten sehr kurz sein. Zumal das Nervensystem sehr belastet ist.

Spaziergänge in möglichst reizarmer Umgebung und möglichst eher kurze, gleiche Einheiten. Das Tempo sollte möglichst vom Hund bestimmt werden. Keine Zug auf der Leine. Wann möglich den Hund Entscheidungen treffen lassen, dass stärkt sein Selbstbewusstsein. Vorteilhafter ist ein ruhiges Tempo.

Feste Routinen am Alltag sind ganz wichtig.

Wenn er einen Flashback hat zur Seite drehen auf keinen Fall ansehen oder anfassen. Mit möglichst ruhiger Stimme mit ihm sprechen.
 
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Olli
3. Okt. 15:06
Ich sehe in dem Video dagegen keinen traumatisierten Hund, wohl aber einen Hund, der den Maulkorb loswerden will.

Da sie sich dann noch die Schleppleine rumwickelt, 'nervt' sie das noch mehr.

Als sie feststellt, dass der Maulkorb nicht runter geht, hört sie mit dem Theater ja auch auf und geht normal weiter.

Habt ihr den MK vielleicht zu früh aufgesetzt?
 
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Maria
3. Okt. 15:11
Ich sehe in dem Video dagegen keinen traumatisierten Hund, wohl aber einen Hund, der den Maulkorb loswerden will. Da sie sich dann noch die Schleppleine rumwickelt, 'nervt' sie das noch mehr. Als sie feststellt, dass der Maulkorb nicht runter geht, hört sie mit dem Theater ja auch auf und geht normal weiter. Habt ihr den MK vielleicht zu früh aufgesetzt?
Nein der stört sie beim normalen Spaziergang überhaupt nicht.

Und kurze Zeit später fängt sie mit dem Theater wieder an wo die Leine nicht am Maulkorb liegt

Hier mal ein Ausschnitt aus unserer Abend Runde mit Mk
 
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Markus
3. Okt. 21:37
Ich würde da schon in Richtung Trauma denken. Wenn ihr sie da streicheln wollt… genießt sie es, lässt sie es nur zu.? Können da auch Schmerzen bestehen?
Mal daran gedacht, daß Hunde KEINE Menschen sind und eigene Regeln&Gesetze haben...?!?.....erkennt und versteht und beachtet diese bei Erziehung, ist vieles sehr viel einfacher....!?!.....
 
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Petra
4. Okt. 05:53
Mal daran gedacht, daß Hunde KEINE Menschen sind und eigene Regeln&Gesetze haben...?!?.....erkennt und versteht und beachtet diese bei Erziehung, ist vieles sehr viel einfacher....!?!.....
Ich verstehe jetzt nicht, was du mir damit sagen willst. Bitte äußere dich konkreter.
Bedeutet dies, für dich, das Hunde kein Trauma erleben können? Oder keine Schmerzen empfinden können?
 
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Lisa-Eileen
4. Okt. 06:14
Ich sehe in dem Video dagegen keinen traumatisierten Hund, wohl aber einen Hund, der den Maulkorb loswerden will. Da sie sich dann noch die Schleppleine rumwickelt, 'nervt' sie das noch mehr. Als sie feststellt, dass der Maulkorb nicht runter geht, hört sie mit dem Theater ja auch auf und geht normal weiter. Habt ihr den MK vielleicht zu früh aufgesetzt?
Hunde können sich wenn sie überfordert/ hoch erregt sind auch so am Maulkorb oder anderen Sachen am Körper stören auch wenn sie eigentlich dran gewöhnt sind und kein Problem damit haben.
Das hat nicht unbedingt was zu bedeuten, sieht mir eher nach Übersprungshandlung aus.
 
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Maria
4. Okt. 06:18
Hunde können sich wenn sie überfordert/ hoch erregt sind auch so am Maulkorb oder anderen Sachen am Körper stören auch wenn sie eigentlich dran gewöhnt sind und kein Problem damit haben. Das hat nicht unbedingt was zu bedeuten, sieht mir eher nach Übersprungshandlung aus.
Davon gehe ich in diesem Moment auch noch aus.

Aber wenn sie sich auf denn Boden schmeißt und schreit isdasdann auch noch Übersprungsgandlung ? So kenne ich es dann nämlich noch nicht
 
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Tina
4. Okt. 06:40
Davon gehe ich in diesem Moment auch noch aus. Aber wenn sie sich auf denn Boden schmeißt und schreit isdasdann auch noch Übersprungsgandlung ? So kenne ich es dann nämlich noch nicht
Das ist keine Übersprunghandlung. Das ist die höchste Form eines übererregten Nervensystems.

Das ist eine statische Form von Freeze und Flight. Der Hund empfindet massive Angst. Der Schrei ist wortwörtlich ein Hilfeschrei. Wenn ein Hund dann vokalisiert, dann ist sein Nervensystem, seine Regulationsmechanismen usw. am Ende.

Es ist eh ein toller Hund. Die meisten reagieren dann mit Aggression. Da hast Du eh großes Glück, dass das so ein "Schatz" ist.
 
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Maria
4. Okt. 06:51
Das ist keine Übersprunghandlung. Das ist die höchste Form eines übererregten Nervensystems. Das ist eine statische Form von Freeze und Flight. Der Hund empfindet massive Angst. Der Schrei ist wortwörtlich ein Hilfeschrei. Wenn ein Hund dann vokalisiert, dann ist sein Nervensystem, seine Regulationsmechanismen usw. am Ende. Es ist eh ein toller Hund. Die meisten reagieren dann mit Aggression. Da hast Du eh großes Glück, dass das so ein "Schatz" ist.
Naja nur wenn die Leine die Beine berührt schreit sie.

Bei anderen Reitzen geht sie auch nach vorne.

Besonders Fahrräder und Mototäder.
Autos haben wir schon gut in denn Griff bekommen.
 
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Lisa-Eileen
4. Okt. 06:58
Was die Schleppi angeht würde ich gucken das du vielleicht ein Geschirr holst was an der Unterseite einen Schleppleinenanschnallpunkt hat.
Dadurch ist die Schleppi weniger am Körper und verheddert sich nicht so schnell.
Das dürfte erstmal auch die Triggerpunkte reduzieren.

Was das Abspecken angeht könntest du gucken wenn sie da Leinenführig und kontrolliert genug für ist das du mit ihr locker trabend Fahrrad fährst, das nutz ich auch für Rocket therapeutisch.
Sowohl für den Körper (kontrollierte lockere Bewegung) als auch psychisch (Stressabbau durch Bewegung) ist das sehr wohltuend.

Ich hab selbst ne kPTBS seit fast schon immer und arbeite seit vielen Jahren daran und Psychologie ist ohnehin eins meiner Special Interests, daher kann ich mich da auch gut reinfühlen und weiß eben was da in einem passiert.
Bei Hunden ist das auch nicht großartig anders.

Bei einer PTBS hängt das Nervensystem in der traumatischen Situation dauerhaft fest was zu innerem Daueralarm führt.
Um also an ihrem Problem zu arbeiten müsstest du an dem Punkt erstmal arbeiten das du ihren generellen Stresspegel runter bekommst.
Also viel im Alltag managen, Stressoren vermeiden, ihr Sicherheit und Führung geben, viel Möglichkeiten geben um ihr Nervensystem runterzuregulieren und ggf falls das nicht langt mit Medikamenten / beruhigenden Mitteln nachhelfen.
Daher würd ich dir raten dir da nen guten Hunde/ Tierpsychologen zu suchen der mit dir daran arbeitet und hilft.

Bei nem Trauma ist etwas so schlimm für die Psyche das das Gehirn die Situation nicht richtig/ normal abspeichern kann sodass diese Situation dann dauerhaft im Zentrum hängen bleibt wo neue alarmierende Reize reinkommen.
Passiert etwas was der traumatischen Situation ähnelt schlägt das Nervensystem wieder erstrecht Alarm und rastet aus (man ist getriggert).
Darüber hat man dann in der Regel auch keine Kontrolle, der Körper reagiert einfach und springt in den Fight / Flight Modus.
Wichtig wäre hier diese Kette zu unterbrechen.
Da bei Hunden Gesprächstherapie und anderes logischerweise nicht anwendbar ist bleibt eigentlich nur die Konfrontationstherapie.
Das bedeutet aber nicht jemanden unvorbereitet in die Situation zu werfen sondern man bereitet es gut vor und führt ihn langsam heran.
Immer gucken das man in dem Bereich bleibt wo man es noch bewältigen kann.

Eigentlich ist es wie mit den sogenannten Schlüsselreizen, so gesehen ist ein Trigger ja auch nichts anderes nur das es das Nervensystem eben wieder komplett eskalieren lässt.

Wenn du erstmal ne gute Basis geschaffen hast kannst du dann in die vorsichtige Konfrontation gehen.
Falls möglich um es kleinschrittiger zu gestalten würde ich hier mit Stellvertreterreizen mich langsam hocharbeiten.

Zb erstmal mit der Hand die Beine streicheln, dann auch mal umgreifen.
Wenn das gut klappt kann man im nächsten Schritt vielleicht breites Stoffband oä nutzen, dann iwann Seil, Leine...
Stress ist ok, das bedeutet das sie sich mit dem Reiz auseinandersetzt, er sollte aber im Rahmen bleiben.
Also Stresshecheln ist ok (ich nenn es immer das Verarbeitungshecheln) aber sie sollte nicht komplett abdrehen oder so.

Du überschreibst was im Kopf ist quasi.
Du wechselst immer von Trigger in Sicherheit/ Regulierung hin und her.
Du triggerst kurz an mit anfassen/ streichen/ greifen (später dann Band/ Seil/ Leine langstreifen und dann umlegen), nimmst es direkt weg und gibst ihr die Möglichkeit sich zu regulieren, wenn sie sich wieder entspannt hat triggerst du wieder kurz an und gibst ihr dann wieder Regulation.
Da musst du gucken was ihr hilft.
Zb kannst du mit ihr Zergeln, was zum lecken, schnüffeln oder kauen geben.
Normalerweise geht auch streicheln und kraulen zb aber in eurem Fall wär das bei ihrer Problematik warscheinlich eher kontraproduktiv.

Also normalerweise:
Trigger -> Nervensystem rastet aus -> "OMG ich sterbe!" -> bleibt hängen und kommt nicht mehr runter.

Bei der Konfrontationstherapie:
Trigger kurz und direkt wieder weg -> Nervensystem rastet aus -> Regulation (ggf mit Hilfe) -> "oh, mir passiert ja garnichts? Das ist ja garnichts schlimmes!" -> Nervensystem verarbeitet es und kommt runter.

Trigger sind extremst anstrengend fürs Gehirn, daher ists wichtig nach so einer Einheit direkt wirklich Ruhe zu haben damit alles verarbeitet werden kann und sie sich erholt.
Wie oft ihr das machen könnt musst du individuell gucken, vorallem Anfangs ists warscheinlich erstmal härter für sie und sie braucht länger Ruhe zum erholen, Stück für Stück sollten die Abstände dann aber kleiner werden.
Anfangs erstmal so einmal die Woche würde ich ansetzen, die restlichen Tage leichte schöne Kopfarbeit ab und zu und wenn möglich alle 2-3 Tage lockeres Traben am Rad zum Stressabbau und Kopf frei kriegen.

Gleichzeitig an eurer Bindung und Beziehung arbeiten, damit kannst du sie nämlich besser unterstützen wenn du ihr Fels in der Brandung bist.