Was die Schleppi angeht würde ich gucken das du vielleicht ein Geschirr holst was an der Unterseite einen Schleppleinenanschnallpunkt hat.
Dadurch ist die Schleppi weniger am Körper und verheddert sich nicht so schnell.
Das dürfte erstmal auch die Triggerpunkte reduzieren.
Was das Abspecken angeht könntest du gucken wenn sie da Leinenführig und kontrolliert genug für ist das du mit ihr locker trabend Fahrrad fährst, das nutz ich auch für Rocket therapeutisch.
Sowohl für den Körper (kontrollierte lockere Bewegung) als auch psychisch (Stressabbau durch Bewegung) ist das sehr wohltuend.
Ich hab selbst ne kPTBS seit fast schon immer und arbeite seit vielen Jahren daran und Psychologie ist ohnehin eins meiner Special Interests, daher kann ich mich da auch gut reinfühlen und weiß eben was da in einem passiert.
Bei Hunden ist das auch nicht großartig anders.
Bei einer PTBS hängt das Nervensystem in der traumatischen Situation dauerhaft fest was zu innerem Daueralarm führt.
Um also an ihrem Problem zu arbeiten müsstest du an dem Punkt erstmal arbeiten das du ihren generellen Stresspegel runter bekommst.
Also viel im Alltag managen, Stressoren vermeiden, ihr Sicherheit und Führung geben, viel Möglichkeiten geben um ihr Nervensystem runterzuregulieren und ggf falls das nicht langt mit Medikamenten / beruhigenden Mitteln nachhelfen.
Daher würd ich dir raten dir da nen guten Hunde/ Tierpsychologen zu suchen der mit dir daran arbeitet und hilft.
Bei nem Trauma ist etwas so schlimm für die Psyche das das Gehirn die Situation nicht richtig/ normal abspeichern kann sodass diese Situation dann dauerhaft im Zentrum hängen bleibt wo neue alarmierende Reize reinkommen.
Passiert etwas was der traumatischen Situation ähnelt schlägt das Nervensystem wieder erstrecht Alarm und rastet aus (man ist getriggert).
Darüber hat man dann in der Regel auch keine Kontrolle, der Körper reagiert einfach und springt in den Fight / Flight Modus.
Wichtig wäre hier diese Kette zu unterbrechen.
Da bei Hunden Gesprächstherapie und anderes logischerweise nicht anwendbar ist bleibt eigentlich nur die Konfrontationstherapie.
Das bedeutet aber nicht jemanden unvorbereitet in die Situation zu werfen sondern man bereitet es gut vor und führt ihn langsam heran.
Immer gucken das man in dem Bereich bleibt wo man es noch bewältigen kann.
Eigentlich ist es wie mit den sogenannten Schlüsselreizen, so gesehen ist ein Trigger ja auch nichts anderes nur das es das Nervensystem eben wieder komplett eskalieren lässt.
Wenn du erstmal ne gute Basis geschaffen hast kannst du dann in die vorsichtige Konfrontation gehen.
Falls möglich um es kleinschrittiger zu gestalten würde ich hier mit Stellvertreterreizen mich langsam hocharbeiten.
Zb erstmal mit der Hand die Beine streicheln, dann auch mal umgreifen.
Wenn das gut klappt kann man im nächsten Schritt vielleicht breites Stoffband oä nutzen, dann iwann Seil, Leine...
Stress ist ok, das bedeutet das sie sich mit dem Reiz auseinandersetzt, er sollte aber im Rahmen bleiben.
Also Stresshecheln ist ok (ich nenn es immer das Verarbeitungshecheln) aber sie sollte nicht komplett abdrehen oder so.
Du überschreibst was im Kopf ist quasi.
Du wechselst immer von Trigger in Sicherheit/ Regulierung hin und her.
Du triggerst kurz an mit anfassen/ streichen/ greifen (später dann Band/ Seil/ Leine langstreifen und dann umlegen), nimmst es direkt weg und gibst ihr die Möglichkeit sich zu regulieren, wenn sie sich wieder entspannt hat triggerst du wieder kurz an und gibst ihr dann wieder Regulation.
Da musst du gucken was ihr hilft.
Zb kannst du mit ihr Zergeln, was zum lecken, schnüffeln oder kauen geben.
Normalerweise geht auch streicheln und kraulen zb aber in eurem Fall wär das bei ihrer Problematik warscheinlich eher kontraproduktiv.
Also normalerweise:
Trigger -> Nervensystem rastet aus -> "OMG ich sterbe!" -> bleibt hängen und kommt nicht mehr runter.
Bei der Konfrontationstherapie:
Trigger kurz und direkt wieder weg -> Nervensystem rastet aus -> Regulation (ggf mit Hilfe) -> "oh, mir passiert ja garnichts? Das ist ja garnichts schlimmes!" -> Nervensystem verarbeitet es und kommt runter.
Trigger sind extremst anstrengend fürs Gehirn, daher ists wichtig nach so einer Einheit direkt wirklich Ruhe zu haben damit alles verarbeitet werden kann und sie sich erholt.
Wie oft ihr das machen könnt musst du individuell gucken, vorallem Anfangs ists warscheinlich erstmal härter für sie und sie braucht länger Ruhe zum erholen, Stück für Stück sollten die Abstände dann aber kleiner werden.
Anfangs erstmal so einmal die Woche würde ich ansetzen, die restlichen Tage leichte schöne Kopfarbeit ab und zu und wenn möglich alle 2-3 Tage lockeres Traben am Rad zum Stressabbau und Kopf frei kriegen.
Gleichzeitig an eurer Bindung und Beziehung arbeiten, damit kannst du sie nämlich besser unterstützen wenn du ihr Fels in der Brandung bist.