Jeder Hund hat natürlich ein anders Temperament und ist anders reizempfänglich, aber ich befürchte, dass du ihm trotzdem das Problem unbewusst anerzogen, oder zumindest gefördert hast. Ich würde vorerst solche Situationen meiden, die deinen Hund zu sehr aufregen, denn dort kommst du mit ignorieren wahrscheinlich wirklich noch nicht weiter. Kommst du doch in eine, dann verlasse sie kommentarlos mit ihm. Du musst den Fokus auf Ruheübungen/ Übungen zur Frustrationstoleranz legen und ganz wichtig ist, dass dein Hund mit diesem Verhalten keinen Erfolg mehr hat. Das bedeutet, keine Aktivitäten mehr mit ihm, wenn er dieses Verhalten zeigt und genau das meint der Trainer mit ignorieren. Spielen, Kuscheln etc. ist alles erlaubt, aber nur wenn er ruhig ist und du jegliche Aktivität selber beginnst und auch beendest und das, bevor der Hund keine Lust mehr hat und selber aufhört. Kommt der Hund z.B. mit einem Spielzeug zu dir und will spielen, ignoriere es. Ist er ruhig und liegt in seinem Körbchen, beginne du ein Spiel. Setz dich draußen ruhig mit ihm auf eine Bank und lass ihn beobachten. Wird er hier ungeduldig und nervt, kannst du das sehr wohl aussitzen und ignorieren, auch wenn es dauert und nervig ist. Du schreibst ja selber, dass er sich auch alleine beruhigen kann. Das ist ja schonmal gut, auch wenn es dauert. Du gehst erst weiter, wenn er wieder ruhig ist, ohne zu schimpfen oder auf ihn einzureden. Er muss merken, dass dieses Verhalten nichts mehr bringt und nicht zum Erfolg führt. Du musst dir ja dafür nicht unbedingt den Hinterhof samt Nachbarn aussuchen. 🤪😂 Er darf damit keinerlei Erfolg mehr haben. Statt dem Pudeltreffen würde ich mich mit einem Halter samt möglichst ruhigem ausgeglichenen Hund verabreden zum Gassigehen. Dabei bleiben die Hunde zuerst beide an der Leine und haben keinen Kontakt. Beruhigt sich dein Hund können die Leinen ab und es gibt Kontakt. Fängt er wieder an, Leine dran und wieder ohne Kontakt laufen. Das Laufen nebeneinander nimmt die Aufregung heraus, weil die Hunde sich nicht frontal sehen. Das Ganze kann man dann auch mal auf der Bank üben. Aber denke dran, es ist ganz wichtig, dass er mit diesem Verhalten nicht mehr zum Erfolg kommt. Fängt er wieder an, wird sofort abgebrochen. Je nachdem, wie verfestigt dieses Verhalten schon ist, wirst du schon etwas Geduld brauchen. Wenn es irgendwann klappt, kann man das natürlich auch wieder etwas lockern und auch mal mit dem Hund spielen, wenn er kommt, aber vorerst würde ich das komplett lassen. Und auch später solltest du die Mehrzahl der Aktivitäten selber bestimmen. Gleichzeitig würde ich mal überlegen, wie ausgelastet dein Hund ist. Wie ist denn euer Tagesablauf so? Pudel sind intelligente Hunde und brauchen auch Kopfarbeit. Ihnen reicht es nicht, nur Gassi zu gehen. Haben sie nichts zu tun, kann das ein solches Verhalten auch begünstigen. Genauso kann aber auch eine Überforderung mit zu wenig Ruhephasen ein Teil des Problems sein.