Vielleicht war hier jemand auch schon mal in einer Situation, die er zuvor anders eingeschätzt hat und hat festgestellt dass Zuspruch und das Gefühl damit mit nicht allein zu sein, hilft und einen darin bestärkt eigene Lösungen zu suchen.
Ich kann mich nicht dran erinnern, wann es mir bei einer Lösungsfindung gut geholfen hat verurteilt oder beschämt zu werden oder über Vorverurteilung in eine Gruppe gesteckt zu werden, die sozial herabgewertet wird. Womöglich habt ihr da ja andere Erfahrungen gemacht. Ich habe das eher den Eindruck, dass das eher den Beitragenden hilft Druck aus eigenen Erfahrungen abzulassen, auf Kosten der Threadersteller.
Kann man halt machen.
Wenn der gesuchte Austausch verloren geht, weil Leute sich mit ihren eigenen Überzeugungen über Hundehaltung und Tierschutz in den Mittelpunkt drängen, naja. Kein Wunder, dass sich die Person verzieht. An ihrem eigenen Anliegen scheint ja nicht so viel Interesse da zu sein.
Warum sich mit Leuten auseinander setzen, denen es viel mehr um sich selbst geht?
Das ist spannend. Für mich war von vorne herein klar, dass hier kein Austausch möglich ist, weil die Person sich in einer absoluten emotionalen Ausnahmesituation befindet. Selbst noch so guter Zuspruch hätte nicht zum Erfolg geführt.
Ein Text ist immer eine psychologische Verhaltensspur. Es gibt zwei Sätze die das ganze Desaster offenbaren: "als ich duschen war dann gekotet" und "mir geht das leicht auf die Psyche, weil ich immer warte, wann er drinnen loslässt."
Der Schliessmuskel ist das Barometer für den Stresszustandes des Hundes. Wenn er kackt, wenn die Person den Raum verlässt, dann ist der Hund von der Anwesenheit der Person evtl. massiv gestresst. Vermutlich und jetzt kommt das zweite Zitat, da der Hund dauernd beobachtet wird. Draußen wie drinnen. Dauerbeobachtung ist für jeden Hund eine extreme Stresssituation. Den Stress kann man der Person nicht durch Zuspruch nehmen. Im schlimmsten Fall verstärken gut gemeinter Zuspruch und Tipps "genau beobachten" die Situation für den Hund.
Das sind nur Vermutungen. Bei dem Text war mir aber eigentlich sofort klar, dass es mit fernmündlicher Unterstützung schwierig wird.
Eine Täter-Opfer-Umkehr und ein stilisieren des Menschen als Opfer sehe ich hier nicht. Opfer bleibt alleine der extrem gestresste Hund. Die Person hatte immerhin eine Wahlmöglichkeit und konnte bewusst eine Entscheidung treffen. Der Hund nicht.
Dein Engagement aber in allen Ehren.