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Fabienne
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Anzahl der Antworten 38
zuletzt 15. Apr.

Beißvorfall & Unsicherheit vor nächstem Treffen

Hallo zusammen, das ist mein erster Beitrag hier, ich lese aber schon länger still mit 🙂 Ich würde mich sehr über eure Einschätzung zu einer Situation mit meiner Hündin freuen. Meine Hündin ist 8 Jahre alt, wiegt ca. 11 kg und ist eher ein unsicherer/ängstlicher Typ. Grundsätzlich ist sie mit anderen Hunden gut verträglich, geht Konflikten eher aus dem Weg und sucht keinen direkten Kontakt. In meiner Abwesenheit haben meine Eltern auf sie aufgepasst und sich mit meinen Großeltern getroffen, die einen deutlich größeren Hund (ca. 50 kg) haben. Die Hunde kannten sich bereits und sind bisher eigentlich gut miteinander ausgekommen, eher mit Abstand und ohne viel direkten Kontakt. Allerdings war Futter schon immer ein sensibles Thema, weshalb ich mehrfach klar kommuniziert habe, dass es kein Futter in gemeinsamer Anwesenheit geben soll bzw. nur räumlich getrennt. Leider wurde das nicht eingehalten. Es kam zu einer Futtersituation und der große Hund hat meine Hündin zweimal gebissen (in Nacken und Hals). Danach war sie sehr schockiert und hat sich etwa 15 Minuten zitternd in einer Ecke versteckt. Die Verletzungen (zwei Bisswunden) wurden inzwischen tierärztlich versorgt und heilen zum Glück gut. Was mir gerade mehr Sorgen macht, ist ihr Verhalten seitdem: Sie hat kürzlich einen großen Hund angeknurrt – das hat sie vorher nie gemacht. Ich bin ehrlich gesagt auch ziemlich verunsichert und auch wütend, weil ich die Risikosituation vorher klar angesprochen hatte. Jetzt steht im Juni eine Familienfeier an, bei der beide Hunde wieder dabei wären, und ich bin unsicher, wie ich damit umgehen soll. Meine Fragen an euch: - Ist dieses Knurren nach so einem Erlebnis eine normale Reaktion? - Wie kann ich ihr jetzt am besten wieder Sicherheit geben? - Würdet ihr ein erneutes Treffen mit dem anderen Hund überhaupt empfehlen? - Falls ja: unter welchen Bedingungen (z. B. Maulkorb, Leine, getrennte Bereiche)? - Oder würdet ihr eher sagen, lieber ganz vermeiden? Mir ist wichtig, meinen Hund zu schützen und gleichzeitig nichts falsch zu machen. Vielen Dank euch!
 
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Fabienne
13. Apr. 17:35
Hallo Fabienne, dass du dich über die familiäre Laschheiten bzgl. Futtergabe ärgerst ist verständlich. Wäre mir auch so ergangen. Grundsätzlich kannst du deine Hündin nicht zu 100 % schützen auch wenn du dabei bist. Gut ist, dass nicht mehr passiert ist, schmerzhaft isses trotzdem. Dein 🐕 knurrt jetzt andere an weil sie SICH schützen will und das ist normal, trotzdem solltest du ihr verbieten und lernen sie zu beschützen mit Körpersprache. Vor sie stellen, Abstand vergrößern, je nach Weg und Enge auch rumdrehen in die andere Richtung marschieren. Deine Hündin wird auch auf die Signale des anderen Hundes sensibler reagieren, auch normal. Es wird sich regulieren wenn du deutlich von deiner Führungskompetenz gebrauch machst. Das genügt (wahrscheinlich) für sie aus. Verhalte dich ansonsten ganz normal. Auf dem Familientreffen ist es deine Aufgabe, dass niemand die Hunde füttert, gar nicht so einfach. Du solltest dich wie immer geben, benehmen, nur zu Anfang darauf achten, dass der große Hund Abstand zu deiner Hündin einhält. Schau wie dein Hündin reagieren wird wenn er näher will. Will sie Abstand, dann sorge dafür. Hält er den nicht ein, kannst entsprechend heftig, den Abstand einfordern (Körpersprache einsetzen). So sieht dein 🐕 , dass du das regeln kannst und sie beschützt. Der andere Hund soll zu spüren bekommen, dass es dir ernst ist! Und dazwischen bist du wieder locker, feierst wieder mit. Lässt der große Hund auf Dauer nicht locker, forderst du ein, dass er an die Leine kommt. Es kann auch sein, dass sich abgesehen vom Futtergabe, sich alles in Luft aufgelöst hat. Nur die Futtergaben müssen verboten werden. Meine Meinung dazu. Meine Hündin wurde von 3 Hunden (Rudel) aus der Nachbarschaft attackiert worden. Ich hatte auch bedenken, dass sie in Zukunft mehr Abwehr zeigen würde, sie war unsicher mit Artgenossen. Nach ~14 Tagen war sie wieder "die Alte", weil ich wieder wollte, dass nicht jeder angeknurrt wird. Beschützt habe ich sie ihr Leben lang, auch bei dem besagten Attacke. Sie hatte sich nicht gewehrt. Sie lebt jetzt nicht mehr, altersbedingt und schwer krank.
Hallo und guten Abend,
Deine kleine Fiene ist ja zuckersüß und sieht meiner Maus sehr ähnlich 😊

Seit dem ich sie habe (ca. 1,8 Jahre), habe ich sie immer wissen lassen, das sie nicht auf mich aufpassen muss und scheue mich auch nicht davor den anderen Besitzern zu sagen, das sie bitte ihren Hund anleinen sollen. Auch kein nur mal „Hallo sagen“. In den letzten zwei Tagen ist das Knurren auch nicht mehr vorgekommen, sie wirkt wieder wie immer.
Da bin ich sehr dankbar drüber.

Die Entscheidung nicht zur Familienfeier zu gehen sondern an den See zu fahren viel mir auch durch den Ausstausch hier im Forum recht leicht.
Danke auch für deine Sichtweise.
 
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Fabienne
13. Apr. 17:38
Vielen Dank für eure Antworten und Erfahrungsberichte. Da mir mein Hund am Herzen liegt und ihr Wohlbefinden auch, werde ich mit ihr zu Hause bleiben und wir fahren an den See. Für zukünftige Situation wo es eine Betreuung bedarf, werde ich mich nach einem Hundesitter der zu uns passt umschauen. 👋
Ich Verweise mal auf die von mir geschriebenen Antwort.

Leider kann ich sie nicht mit anderen Menschen in ihrem zu Hause lassen, weil sie dann unsicher in der Ecke liegt und „einfriert“. Sie geht dann auch nicht raus und frisst nichts.
 
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Guido
13. Apr. 17:44
ich finde das knurren normal. Deine Hündin versucht hier nur vorher ihren Status klar zu kommunizieren. Daher ist das okay und du soltest das unterstützen. Ein erneutes Treffen ist nur gut, wenn du das kontrollierst bzw aös Svjiedsrichter dazwischen gehst. Das benötigt aber muht. Wenn du einen Maulkorb dem 50kg Hund meinst, finde ich das okay. Macht das Thema einfacher.
 
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Isabel
13. Apr. 17:46
Ich kann nur aus Erfahrung sagen, dass es für Hunde weniger Stress auf einer Feier ist wenn sie einen fest zugeteilten Platz haben und ggf. dort auch mit einer kurzen Leine befestigt sind. Man sollte klar stellen dass keiner zu dem Platz kommt und die Hunde dort ihre Ruhe haben. Wenn deine Großeltern sich daran halten kommen die Hunde sich nicht in die Quere. Wir handhaben das immer so weil manchmal auf Familienfeiern unverträgliche Hunde sind und es auch so ist, dass Hunde mit mehr Raum auch mehr Verantwortung übernehmen müssen was zum Anstieg des Stresslevels führt.
Beim Gassi gehen würde ich den Hund auf die vom anderen Hund abgewandte Seite nehmen so dass man quasi als Puffer zwischen Fremdhund und eigenen Hund geht oder steht. Der Hund lernt dadurch, dass man als Halter die Verantwortung übernimmt und den Hund schützt und somit hat der Hund weniger Sorge vor einem erneuten Angriff.
 
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Espy
13. Apr. 19:58
Ich befürchte das Problem liegt nicht bei den Hunden, sondern bei Deinen Eltern und Großeltern.

Absolut unverständlich und unverantwortlich, dass sie Deine Anweisung zwecks Fütterung ignoriert und Deine unsichrere/ängstliche Hündin in eine so ausweglose Situation gebracht haben, dass sie "ausgetickt" ist.

Dass der Hund 50 kg Hund Deiner Großeltern sie am Nacken gepackt und gebissen hat, ist bedenklich und gefährlich.

Was wäre die Entschuldigung Deiner Großeltern/Eltern, wenn er bei der nächsten Familienfeier ein 11 kg Kind am Nacken packt, wenn es zu nahe an den Napf kommt!???

Maulkorb wäre nach meiner Meinung für die nächste Familienfeier angebracht, allerdings nicht für Deinen, sondern den Hund Deiner Großeltern....
 
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Fabienne
14. Apr. 09:41
Ich befürchte das Problem liegt nicht bei den Hunden, sondern bei Deinen Eltern und Großeltern. Absolut unverständlich und unverantwortlich, dass sie Deine Anweisung zwecks Fütterung ignoriert und Deine unsichrere/ängstliche Hündin in eine so ausweglose Situation gebracht haben, dass sie "ausgetickt" ist. Dass der Hund 50 kg Hund Deiner Großeltern sie am Nacken gepackt und gebissen hat, ist bedenklich und gefährlich. Was wäre die Entschuldigung Deiner Großeltern/Eltern, wenn er bei der nächsten Familienfeier ein 11 kg Kind am Nacken packt, wenn es zu nahe an den Napf kommt!??? Maulkorb wäre nach meiner Meinung für die nächste Familienfeier angebracht, allerdings nicht für Deinen, sondern den Hund Deiner Großeltern....
So sehe ich das auch. Das Grundstück ist sehr groß und meine Eltern waren zu diesem Zeitpunkt leider nicht in Reichweite. Bisher haben sich die Hunde gut verstanden und ich denke, meine Eltern dachten auch das für alle die Regeln klar sind.
Leider ist mein Opa sehr stur und ignoriert meine Anweisungen konsequent. Er zelebriert die Futtersituation regelrecht was den großen Hund noch mehr aufputscht. Sonst ist er ein freundlicher Hund. Ich war sehr wütend und habe das auch zum Ausdruck gebracht. Leider wurde sich bis jetzt nicht nach dem Gesundheitszustand meiner kleinen erkundigt und eine Entschuldigung gab es auch nicht.

Diese Gedanken haben mich die Entscheidung sie nicht mehr zu besuchen noch leichter machen lassen. Sehr schade für meine kleine sie hat immer gerne auf der großen Wiese getobt.
 
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Micha
14. Apr. 10:08
So sehe ich das auch. Das Grundstück ist sehr groß und meine Eltern waren zu diesem Zeitpunkt leider nicht in Reichweite. Bisher haben sich die Hunde gut verstanden und ich denke, meine Eltern dachten auch das für alle die Regeln klar sind. Leider ist mein Opa sehr stur und ignoriert meine Anweisungen konsequent. Er zelebriert die Futtersituation regelrecht was den großen Hund noch mehr aufputscht. Sonst ist er ein freundlicher Hund. Ich war sehr wütend und habe das auch zum Ausdruck gebracht. Leider wurde sich bis jetzt nicht nach dem Gesundheitszustand meiner kleinen erkundigt und eine Entschuldigung gab es auch nicht. Diese Gedanken haben mich die Entscheidung sie nicht mehr zu besuchen noch leichter machen lassen. Sehr schade für meine kleine sie hat immer gerne auf der großen Wiese getobt.
Ich verstehe es einfach nicht, warum man denn nicht ein bisschen Rücksicht nehmen kann.
Und ich muss auch noch mal erwähnen , dass dein Hund noch erheblicheren Schaden hätte erleiden können .
Du hast alles richtig gemacht. Doch wenn jemand dich nicht ernst nimmt und deine Anweisungen nicht beachtet, dann würde mir das auch zu denken geben
 
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Louis
15. Apr. 18:02
Moin Moin, das tut mir leid, schön, dass es aber aktuell gut verheilt. Ich würde sagen, dass es gerade noch eine normale Reaktion auf den Schock ist, den sie erlebt hat und sie deswegen auf Abstand eventuell den größeren Hunden das Zeichen geben möchte auf Abstand zu bleiben oder dass sie einfach aus Angst gerade nochmal knurrt. Ich denke ein erneutes Treffen wäre durchaus möglich aber mit Einschränkung, zb. wie Sie meinten mit Maulkorb und eventuell auch räumlich bzw. voneinander getrennt. Aber generell würde ich auch damit so weit es möglich ist erstmal abwarten ein bisschen und ihr das Gefühl der Sicherheit geben auf Spaziergängen und generell. Ansonsten schließe ich mich den Anderen die auch kommentiert haben an ✌️