Bei meinem ersten eigenen Hund aus dem Tierheim gab es ein Hundeleben lang immer wieder Situationen, wo er mich spontan von einer Sekunde zur anderen anknurrte, bis kurz vor einem Beißangriff.
Scheinbar habe ich durch mein Verhalten etwas ausgelöst, was ihn an frühere schlechte Erlebnisse in seinen ersten zwei Lebensjahren erinnerte, das sitzt ganz tief.
Trotzdem haben wir 13 sehr schöne Jahre miteinander verbracht, ich habe versucht, auslösende Situationen zu vermeiden, obwohl sie manchmal schwer einzugrenzen waren. Gebissen hat er mich nie, aber anfangs war das schon oft frustrierend, weil ich dachte, er muss doch jetzt Vertrauen aufgebaut haben und das aggressive Verhalten müsste sich irgendwann mal verlieren 🤷🏼♀️
Es wurde immer seltener, in den letzten Lebensjahren war es nur noch, wenn ich ihn mal tragen (wegen Verletzung) oder hochnehmen musste, z.B. beim Tierarzt. Es wird immer gesagt, Tierschutzhunde sind besonders dankbar, wenn man sie adoptiert, aber sie haben auch ihre Erlebnisse der Vergangenheit oft tief verwurzelt in sich.
Lucy schreckt auch nach wie vor weg, wenn ich mich zu schnell von oben auf sie zu bewege, als würde sie Schläge erwarten. Obwohl sie mir eigentlich voll vertraut und sich in doofen Situationen auch hilfesuchend an mich wendet. Manches hat sich eben eingebrannt