Ich möchte hier niemandem zu nahe treten, aber ich sehe das ganz ähnlich wie Kristina.
Meiner Meinung nach ist es ein wenig mühsam, sich über jedes Detail zu streiten, wenn wir doch wissen, dass uns diese Diskussion im Kern nicht weiterbringt. Letztlich ist es eigentlich zweitrangig, welches Land genau welche Verbote umsetzt, da wir die grundsätzlichen Einstellungen zu diesem Thema ohnehin nicht so leicht ändern werden.
Am Ende zählt doch vor allem das Ergebnis.
Dazu fällt mir das Beispiel mit dem Tragen von Pelzen ein: Es ist in Deutschland zwar nicht grundsätzlich verboten, aber wer trägt heute eigentlich noch Pelz? Damals gab es unglaublich viele Kampagnen und Plakate, obwohl uns das Internet in den 90ern noch gar nicht so zur Verfügung stand wie heute. Dennoch hat es die Gesellschaft geschafft, Pelzkleidung fast vollständig aus dem öffentlichen Bild zu verdrängen.
Das zeigt mir, dass man nicht immer sofort nach Verboten rufen muss. Manchmal bewirkt ein gesellschaftliches Umdenken und ein gewisser öffentlicher Druck viel mehr. Ich bin überzeugt, dass so etwas auch heute funktionieren kann – erst recht mit den digitalen Möglichkeiten, die wir mittlerweile haben.
Dass das Tragen von Pelz in letzter Zeit nicht salonfähig war, lag aber leider nicht nur am öffentlichen Druck, er war einfach nicht im Trend.
Betonung liegt auf "war", denn gerade ändert sich das wieder.
https://www.augsburger-allgemeine.de/kultur/gesellschaft/haarige-angelegenheit-warum-ist-pelz-ploetzlich-wieder-angesagt-112824740
Der Mensch ist ja Gewohnheitstier, sobald etwas verboten wird, gibts einen kurzen Aufschrei, dann nimmt man es gezwungenermaßen hin, und bald darauf findet man es ok.
Oder wie viele Menschen jammern noch, dass sie in Restaurants und Zügen nicht mehr rauchen dürfen?
War vor nicht allzu langer Zeit ja auch noch völlig normal.