Hi zusammen!
Bin eben auf den Beitrag aufmerksam geworden, als ich zu dem Verein, von dem unser aktueller und erster Pflegehund ist, (leider erst im Nachhinein) gegoogelt habe, wie die Erfahrungen sind. Hier im Beitrag gibt es sowohl positive als auch negative Stimmen und ich muss mich letzterem leider anschließen. Vorab: Hundeerfahrung haben wir, allerdings eher mit 'einfacheren' Hunden.
Der Hund kam mit einem Alter von 6 Monaten vor knapp 10 Wochen direkt aus Rumänien zu uns. Beschrieben als Traumhund, total verschmust, liebt kraulen, vorsichtig, freundlich...
Naja, wenn man vorsichtig als verängstigt und unsicher ansieht, ist das immerhin ein Punkt, der zu der Beschreibung passte.
In den letzten Wochen hat sich sein Herdenschutz stark ausgebildet und mein Partner und ich sind leider langsam am Verzweifeln. Es kam mehrfach zu Beißvorfällen meinen Partner gegenüber und wir können uns mittlerweile nicht mehr vollständig frei in der Wohnung bewegen. Über jede Bewegung müssen wir nachdenken, damit mein Partner nicht wieder angefallen wird. Dazu kommt, dass der Hund extrem unsicher und reizempfindlich ist. Wir wohnen in der Stadt, d.h. es begegnet uns draußen eigentlich immer jemand und es ist nie ruhig. Seit Wochen schreiben wir dem Verein, dass er ein anderes Umfeld braucht. Man sieht ihm an, dass er außerhalb seiner gewohnten Umgebung (also unserer Wohnung) aufgrund der Reize deutlich gestresst ist. Das verstärkt natürlich alles. In der Nähe bei uns ist zudem ein Kindergarten und bei uns im Haus wohnt auch ein Kind - Kindern hat er trotz kleiner Entfernung auch schon deutlich gemacht, dass sie bloß weg bleiben sollen. Entspannte Spaziergänge sind also kaum möglich.
Im Sinne des Hundes und um ehrlich zu sein auch für unsere Gesundheit und die unseres Umfelds ist leider sein Umzug notwendig.
Wir haben deutlich gemacht, dass die aktuelle Situation für alle nicht tragbar ist. Am Anfang hieß es, "wir hätten uns ja auch einen Hund ausgesucht, der in einem schwierigen Alter ist und jetzt in die Pubertät kommt, das kann schon mal anstrengend werden. Vielleicht kann er ja schon kastriert werden." Ich glaube nicht, dass eine Kastration die Lösung für alles ist.
Jetzt musste es letztes Wochenende erst so weit kommen, dass der Hund von meinen Partner gar nicht mehr abgelassen hat, das Handgelenk anschwoll und deutliche Beißspuren zu sehen waren. Blut floss zum Glück bisher nicht, aber die Trainerin, die einmal da war, sagte auch, dass der Hund bereit wäre, noch weiter zu gehen. Nach dem Vorfall wurde jetzt doch nochmal ein Aufruf bei Facebook gestartet, eine neue Not-Pflegestelle zu finden. Chancen für die schnelle Vermittlung sehe ich leider als sehr gering an.
Das positive, die erste Stunde der ersten Hundetrainerin wurde vom Verein bezahlt. Da aber so ein Verhalten wohl noch nicht vorher vorkam, musste erstmal geklärt werden, an wen denn die Rechnung gestellt werden muss. Jetzt hat sich noch ein anderer Trainer dem Verein gegenüber bereit erklärt, uns vorerst kostenfrei zu unterstützen. Wir hoffen auf weitere Hilfe.
Damit sein Profil auf der Webseite auch um neue Infos ergänzt werden kann, haben wir dem Verein frühzeitig alles mitgeteilt. Da steht natürlich nichts davon in der Klarheit, wie es notwendig wäre. Wir haben auch geschrieben, dass man bei seinen Geschwistern, die noch in Rumänien zur Vermittlung sind, den Hinweis aufnehmen sollte, dass vermutlich auch ein Herdenschutz vorhanden ist. Zu finden sind auch die Infos nicht.
Wir sind noch extrem unsicher, ob wir einfach überreagieren und ob so ein Verhalten von uns als Pflegestelle toleriert werden muss. Für den Hund ist es natürlich ***, wenn er erst zu einer anderen Pflegestelle muss. Aber einerseits fühlt er sich auch sichtlich unwohl und andererseits bekommen wir es langsam wirklich täglich mit der Angst zu tun und haben das Gefühl, dass es nicht ernst genug genommen wird. Jeder Tag ist für uns eine extreme mentale und körperliche Anstrengung und Belastung.
Achja noch kurz was zur Vorkontrolle und Abholung: rein über Videos und kurze Telefonate bisher. Es sollte eigentlich noch jemand kommen für eine persönliche Kontrolle, bisher gibt es dazu noch nichts Neues. Bei der Abholung beim Transporter wurden uns auch nur seine Papiere in die Hand gedrückt und Tabletten, von denen wir erst im Nachgang erfahren haben, dass es gegen Giardien ist.