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Jessica
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Anzahl der Antworten 23
zuletzt 20. Okt.

Nicht abgestiegener Hoden/Kastration/Verhalten

Ich brauche Erfahrungen und Schwarmwissen.

Mein Rüde wird im Dez. 2. Er ist seit drei Wochen bei mir und es wurde ein innenliegender Hoden festgestellt, der natürlich auf Grund der erhöhten Tumorgefahr entfernt wird. Das steht fest. Aber.... wann und ob auch der zweite Hoden entfernt werden sollte, beschäftigt mich.

Ozzy lebt das erste Mal "im realen Leben". Er hat die ganze Zeit im Zwinger auf eine Vermittlung warten müssen und nur eingeschränkt Hundekontakte gehabt. Grundsätzlich ist das kein Problem, er macht riesige Fortschritte. ABER, trotz seines Alters ist er sehr(!) juvenil. Seine Form der Kontaktaufnahme kommt bei anderen Hunden überhaupt nicht gut an. Er wird zu 85% korrigiert/weggeknurrt. Er ist, was Kommunikation angeht, ein 25 Kilo Welpe.
Er zeigt sich nur langsam einsichtig und probiert Alternativerhalten. Natürlich versuche ich ihn zu unterstützen, aber in 3 Wochen sind keine Wunder möglich.

Nun zu meiner Überlegung. Der Termin zur Kastration wäre Ende November. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass eine fehlende "Nachreifung" durch die Wegnahme des Testosterons verschlechtert/verhindert wird. Nicht alles ist Erziehung. Er bekäme quasi nie die Chance durch das Testosteron hormonell erwachsen zu werden. Bei großen Rassen hat mich meine Erfahrung diesen Status so ab 3/4 sehen lassen können. Unser erster Rüde wurde früh kastriert und ist dadurch immer, im Vergleich zu anderen Rüden, "Teenager" geblieben. Bei ihm blieb vor allem die Impulskontrolle immer Thema. Er hat nie diese Gelassenheit entwickelt, die ich bei Rüden aus unserem Freundeskreis deutlich entdecken konnte. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich da Biologie auf Verhalten auswirkt.

Ozzy ist kein Proll, er hat sich im Zwinger, ohne Gegenwehr, beide Ohren zerbeißen lassen. Ich vermute auch hier seine "Distanzlosigkeit" als Auslöser für die Beißerei. Er ist einfach noch nicht "fertig". Geistig und körperlich. Trainingstechnisch sowieso nicht 😆

Meine Tendenz geht zu: nur den innenliegenden Hoden entfernen. Um ihm die Chance zu geben ein ausgeglichener Rüde zu werden, der natürlich den Verhaltenskodex nachlernt.

Oder die OP noch ein Jahr zu verschieben und ihn dann komplett kastrieren zu lassen.

Was sagt ihr?
 
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Yvonne
Beliebteste Antwort
20. Okt. 10:41
Bei meinem Hund ist auch ein Hoden nicht abgestiegen. Ich habe nur den einen Hoden mit 1,5 Jahren entfernen lassen - vor 11Monaten.
Jetzt mit 2,5 Jahren ist mein Goldi an manchen Tagen sehr erwachsen und an anderen Tagen wieder der voller Teenager. 🙈 Vor einem halben Jahr war er nur unreif....

Ich habe damals mit mehreren TA unabhängig von einander gesprochen.... Wegen dem deutlich höherem Tumorisiko und dem ebenfalls erhöhtem Risiko der Hodendrehung - die ja ein Notfall ist - wollte ich nicht länger warten.
Einen vollständige Kastration war für mich kein Thema. Selbst wenn ein Hündin in der Umgebung läufig ist, frisst er und kommt zu Hause zu Ruhe. Das war für mich das wichtigste. Alles andere wird langsam mit "dem erwachsen werden" besser bzw ist/war Trainigssache.

Bei anderen Rüden entscheidet die Sympatie. Mit eher distasnzlosen Rasen versteht er sich sowieso besser. Unabhängig davon ob der andere Hund kastriert ist oder nicht.

Bis jetzt habe ich meine Entscheidung noch nicht bereut. Ich würde es wieder so machen und wenn es wirklich nötig sein sollte, kann ich ihn noch immer vollständig kastrieren.
 
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Bettina
19. Okt. 08:27
Solange es medizinisch angezeigt und vertretbar ist mit Kastration lange genug warten...wie immer bei medizinischen Fragen nicht in einen Forum fragen sondern ärztliche Meinungen einholen...ggf Zweitmeinung🙏...die Antworten fallen immer extrem unterschiedlich aus was euch negativ beeinflussen könnte und ihr die falsche Entscheidung trefft...also mein Rat lieber auf fachliche Meinungen setzen😌
 
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Tina
19. Okt. 08:38
Ich denke, es gibt einfach super unterschiedliche Charaktere unter den Hunden und eine Kastration verändert nicht das komplette Wesen. Ja es unterbindet die Sexualhormone, ok, der Hund würde entspannter sein was Läufigkeit im Umfeld betrifft.

Aber die allgemeinen Wesenszüge oder eine Begleichung mangelnder oder fehlgeleiteter Sozialisierung im frühen Alter/Besserung der Kommunikationsfähigkeit würde ich damit nicht unbedingt in Zusammenhang bringen. Zumindest habe ich die Beobachtung bei einem damals 2,5 jährigen Rüde gemacht - dieser hatte nach der Kastration die gleichen "Baustellen" (vor allem unter Hunden) wie vor der Kastration und daran hat sich absolut nichts geändert.

Da der Hund fast 2 ist, würde ich die Kastration jetzt nicht unbedingt für zu zeitig halten. Jedoch sehe ich den Punkt, dass der Hund erst so kurz bei euch ist. Das wäre für mich ein Grund evtl noch etwas länger zu warten um nicht nach wenigen Wochen so ein "nettes" gemeinsames Erlebnis für ihn zu schaffen. Sondern würde erst einmal gegenseitig ausgiebig kennenlernen und vertrauen lernen und dann auf anfang nächsten Jahres die Kastration angehen. Wie gesagt, nur meine Meinung, ist nicht wissenschaftlich oder so.
 
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Jessica
19. Okt. 08:41
Das Problem ist, dass selbst unter Ärzten das Thema "komplett kastrieren oder nur den einen Hoden entfernen" umstritten ist. 3 Ärzte hatten 3 unterschiedliche Meinungen 😅

1) gar nicht kastrieren und regelmäßig Ultraschalluntersuchungen machen lassen
2) direkte Vollkastration
3) nur den innen liegenden Hoden entfernen

Ich suche also nach Erfahrungen, nicht Meinungen.
 
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J
19. Okt. 12:34
Das Problem ist, dass selbst unter Ärzten das Thema "komplett kastrieren oder nur den einen Hoden entfernen" umstritten ist. 3 Ärzte hatten 3 unterschiedliche Meinungen 😅 1) gar nicht kastrieren und regelmäßig Ultraschalluntersuchungen machen lassen 2) direkte Vollkastration 3) nur den innen liegenden Hoden entfernen Ich suche also nach Erfahrungen, nicht Meinungen.
Ich habe eine Hündin, die wurde zu früh kastriert und das merkt man. Sie ist mit 6 nicht richtig erwachsen und vergleichbar mit anderen gleichaltrigen Hunden sehr verhaltensauffällig.

Ich wäre bei 3)

Im Bekanntenkreis kenne ich Hunde (Rüden), die nach der Kastration deutlich unsicherer und ängstlicher waren.
Es waren generell nicht die sichersten Hunde, einige Zeit nach der Kastration war es aber schlimmer.
 
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Jessica
19. Okt. 13:13
Ich habe eine Hündin, die wurde zu früh kastriert und das merkt man. Sie ist mit 6 nicht richtig erwachsen und vergleichbar mit anderen gleichaltrigen Hunden sehr verhaltensauffällig. Ich wäre bei 3) Im Bekanntenkreis kenne ich Hunde (Rüden), die nach der Kastration deutlich unsicherer und ängstlicher waren. Es waren generell nicht die sichersten Hunde, einige Zeit nach der Kastration war es aber schlimmer.
Ich habe mich in den letzten Tagen wirklich intensiv mit der geistigen Reifung von Hunden beschäftigt. Ich hatte ja nur (m)eine direkte Erfahrung und meine Beobachtung.

Danke für dieses konkrete Beispiel. 🥰 Natürlich bin ich auch dankbar für Beispiele, die nicht meine Erfahrung widerspiegeln.😉

Bei Testosteron, Östrogen und Progesteron denkt man (dachte ich bisher) immer nur an die sexuelle Komponente, aber sie wirken sich auf so viele Prozesse im Gehirn aus. Da das aber alles nur Theorie und Wissenschaft ist, suchte ich nach ganz konkreten Erfahrungen (oder tiefer gehendem Fachwissen) in dem Thema.

Letzten Endes werde ich nie mit Gewissheit voraussagen können, wie sich der Große entwickelt. Eben auch, weil Erziehung und Verhaltensentwicklung mit reinspielen. Aber es lässt sich leichter abwägen, wenn man die Wahrscheinlichkeiten durch denkt.
 
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Olli
19. Okt. 14:04
Ich hab' einen Einhoder (Hoden in der Leiste)

Als Ersthundhalter habe ich mich seinerzeit ausführlich belesen und erfahren, dass Kryptorchiden auch unbehandelt sehr alt werden können.

Deshalb dachte ich, dass regelmäßiges Abtasten reicht, um Umfangsvermehrungen frühzeitig festzustellen.

Dass der innenliegende Hoden innerhalb von einer Woche von Wallnuss- auf Faustgröße entartet, hat mich deshalb sehr geschockt.

Der Hoden wurde dann entfernt, ein Lymphknoten gleich mit, der zum Glück nicht befallen war.

Der gesunde Hoden blieb drin, d.h. er durfte Kerl bleiben und erfreut 7 Jahre später immer noch die Damenwelt.

Ich würde nach diesem Theater im Wiederholungsfall auf jeden Fall den innenliegenden Hoden sofort entfernen lassen, denn der Stress wäre vermeidbar gewesen.

Such mal hier nach Kryptorchismus, denn das Thema kommt hin und wieder mal hoch.
 
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Jessica
19. Okt. 15:47
Ich hab' einen Einhoder (Hoden in der Leiste) Als Ersthundhalter habe ich mich seinerzeit ausführlich belesen und erfahren, dass Kryptorchiden auch unbehandelt sehr alt werden können. Deshalb dachte ich, dass regelmäßiges Abtasten reicht, um Umfangsvermehrungen frühzeitig festzustellen. Dass der innenliegende Hoden innerhalb von einer Woche von Wallnuss- auf Faustgröße entartet, hat mich deshalb sehr geschockt. Der Hoden wurde dann entfernt, ein Lymphknoten gleich mit, der zum Glück nicht befallen war. Der gesunde Hoden blieb drin, d.h. er durfte Kerl bleiben und erfreut 7 Jahre später immer noch die Damenwelt. Ich würde nach diesem Theater im Wiederholungsfall auf jeden Fall den innenliegenden Hoden sofort entfernen lassen, denn der Stress wäre vermeidbar gewesen. Such mal hier nach Kryptorchismus, denn das Thema kommt hin und wieder mal hoch.
Danke für deine Erfahrung. Das Entfernen des einen Hodens steht für mich definitiv fest, wie ich oben schrieb.

In welchem Alter ist dein Hund erkrankt?
 
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Aga
19. Okt. 16:08
Ich habe meinen ersten eigenen Rüden Früh kastrieren lassen, er war dadurch nicht weniger souverän mit anderen Hunden und hat sich mich anderen bis ins hohe Alter gut verstanden. Besonders mit anderen Rüden nie Stress gehabt, der war immernoch dominant und gelassen. Für mich hat es viel mit Training und Erfahrungen zu tun. Ich sehe die Kastration da nicht so als Problem mit Sozialkontakten. Mein Rüde war sehr ausgeglichen trotz früher Kastration. Bei meiner jetzigen Hündin habe ich länger gewartet, bis die 3 war, aber durch die Läufigkeitkeiten wurde sie reifer, vorher unsicher, das war n ganz anderer Hund.
 
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Jessica
19. Okt. 16:29
Ich habe meinen ersten eigenen Rüden Früh kastrieren lassen, er war dadurch nicht weniger souverän mit anderen Hunden und hat sich mich anderen bis ins hohe Alter gut verstanden. Besonders mit anderen Rüden nie Stress gehabt, der war immernoch dominant und gelassen. Für mich hat es viel mit Training und Erfahrungen zu tun. Ich sehe die Kastration da nicht so als Problem mit Sozialkontakten. Mein Rüde war sehr ausgeglichen trotz früher Kastration. Bei meiner jetzigen Hündin habe ich länger gewartet, bis die 3 war, aber durch die Läufigkeitkeiten wurde sie reifer, vorher unsicher, das war n ganz anderer Hund.
Das ist spannend. Natürlich ist die Ausgangssituation relevant. Ist der Hund eh schon eher ruhig und souverän (es gibt ja auch tiefenentspannte Welpen) oder hat man so einen unsicheren Clown, der eh schon von anderen dauernd (zu Recht) korrigiert wird.

Wäre er gockelig und würde Stunk machen mit Rüden, würde ich das ebenfalls berücksichtigen. Davon merke ich bisher noch nichts. Er pinkelt auch teilweise noch ohne das Bein zu heben 😁 Er wirkt in vielerlei Hinsicht wie ein Riesenbaby 🫣

Hormone sind nicht alles! Gehirnentwicklung, Erfahrungen, Lernprozesse, Umweltreize und individuelle Veranlagung machen das Gesamtbild. Aber ich sehe den Zusammenhang zwischen psychischer Reife und Testosteron als wichtigen (und spannenden) Faktor an.
 
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Tina
19. Okt. 17:18
Das ist spannend. Natürlich ist die Ausgangssituation relevant. Ist der Hund eh schon eher ruhig und souverän (es gibt ja auch tiefenentspannte Welpen) oder hat man so einen unsicheren Clown, der eh schon von anderen dauernd (zu Recht) korrigiert wird. Wäre er gockelig und würde Stunk machen mit Rüden, würde ich das ebenfalls berücksichtigen. Davon merke ich bisher noch nichts. Er pinkelt auch teilweise noch ohne das Bein zu heben 😁 Er wirkt in vielerlei Hinsicht wie ein Riesenbaby 🫣 Hormone sind nicht alles! Gehirnentwicklung, Erfahrungen, Lernprozesse, Umweltreize und individuelle Veranlagung machen das Gesamtbild. Aber ich sehe den Zusammenhang zwischen psychischer Reife und Testosteron als wichtigen (und spannenden) Faktor an.
Wäre halt toll, wenn man eine Glaskugel hätte 😅
Aber wenn du nur das Innenei entfernen lässt, so wäre ja die Chance zum hormonell männlichen Erwachsenwerden gegeben und ggf kann man später noch immer handeln und chemisch oder durch noch eine OP kastrieren.

Habe noch eine Frage - Du hast laut Profil noch eine Hündin. Ist sie kastriert/sterilisiert bzw wenn du Rüde und Hündin im selben Haushalt intakt hältst, wird das bestimmt herausfordernd?