Die Frage zum Fleischanteil hatte ich eingangs auch gestellt, weil sie mich auch interessiert und ich mir gewünscht hätte, dass hier mal jemand mit fundiertem Wissen vor- und Nachteile, auch von mehr oder weniger KH-Anteil im Futter erklärt.
Ich versuch es mal in aller möglichen Kürze zusammen zu fassen, wird aber trotzdem etwas länger wegen der Zusämmenhänge:
Fleisch (oder alternativ pflanzliches Protein) ist primär dafür notwendig, um den Hund und auch den Menschen mit Aminosäuren zu versorgen.
Manche davon sind essentiell und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden und andere kann der Körper selber herstellen.
Der Bedarf ist allerdings nicht riesig und Ein 20 Kilo und bräuchte ungefähr 200g Fleisch, um seinen Bedarf an Protein und essentiellen Aminosäuren abzudecken.
Dann sind da noch ein paar B-Vitamine drin und Fettsäuren, die ebenfalls auch aus anderen Quellen stammen könnten. Bei rotem Fleisch zusätzlich noch Eisen. Aber das war's dann auch schon, was da so drin ist. Die restlichen Mineralien Spurenelemente und Vitamine kommen aus anderen Zutaten wie Innereien oder aus geeigneten Pflanzen.
Damit es ist völlig okay, wenn der Hund 25 bis 30% (Trockenmasse Anteil) seiner Nahrung an Fleisch bekommt.
Bei Pansen oder anderem Bindegewebe müsste es übrigens mehr sein.
Bei Pflanzen kommt es immer etwas drauf an.
Das wäre die Menge an Protein, die der HundeKörper braucht um seine Funktionen aufrecht zu erhalten. Der ganze Rest und dient dann lediglich als Kalorienquelle im sogenannten Energie Stoffwechsel.
Dort ist Protein allerdings der uneffizienteste Energieträger. Energie kann der Körper ebenso gut oder besser aus Fett oder Kohlenhydraten ziehen.
Bei der Verdauung von Protein fallen ("giftige") Reststoffe an (ua Ammoniak und Harnsäure), die über Leber und Niere ausgeschieden werden müssen. Es ist eine alte Diskussion ob das tatsächlich schädlich ist oder nicht. Die Organe werden dadurch beansprucht aber es ist auch ihr Job, den sie da tun.
Ein erkranktes Organ sollte geschont werden, aber es gibt soweit ich sagen kann keine Nachweis, dass viel Protein eine gesunde Leber oder Niere schädigen würde oder viel Fett den Pankreas erkranken lässt. Aber die Organe müssen halt mehr arbeiten und mehr leisten.
Kohlehydrate sind eine gesunde und sinnvolle Energiequelle, aber es ginge notfalls auch ohne. Ein Vorteil davon ist, dass der Körper keine unnötigen Unmengen Protein und Fett verarbeiten muss.
Rein ernährungsphysiologisch und auch aus anderen Gründen erscheint es mir absolut sinnvoll, wenn der Hund (je nach Rasse und anderen Umständen) ein Drittel oder sogar die Hälfte seines Energiebedarfs aus Kohlehydraten darstellt.
Das ist jetzt sehr stark vereinfacht und abgekürzt, aber es gibt dir eventuell eine Idee, worüber diese ganze Diskussion eigentlich geht.