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Susanne
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Anzahl der Antworten 57
zuletzt 6. Feb.

Wie macht ihr das: Einzelhund, wie viel Kontakt zu Artgenossen?

Liebe Einzelhundehalter, bestimmt gibt es das Thema Hunde Kontakte und Treffen mit Artgenossen schon. Deshalb möchte ich gern mal die Frage in die Runde werfen, wie ihr das persönlich bzw individuell macht. Wie viel Kontakt (dh. Gemeinsam etwas machen, nicht jetzt beim gassi gehen zwei Minuten einen Hund sehen: spielen, zusammen spazieren gehen, zusammen chillen, schnüffeln, Fressen. . ) möchte oder braucht euer Hund? Habt ihr den Eindruck, ihr solltet mehr machen oder weniger, oder was sind eure Erfahrungen und was habt ihr für einen Eindruck, wie es eurem Hund damit geht? Würde mich einfach mal interessieren, da ich selbst einen Einzelhund habe. Er hatte lange Zeit aus diversen Gründen Angst vor anderen Hunden, aber mit viel Übung ist es jetzt viel besser geworden. Da er sehr neugierig und sozial ist, ist das Thema für mich wichtig. Freu mich über Berichte.
 
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Kira
Beliebteste Antwort
2. Apr. 19:13
Ich dachte am Anfang (zum Teil wird’s einem ja auch so eingeredet), dass ein Hund so viele Kontakte wie möglich braucht, immer beim Gassigehen anderen Hunden „hallo“ sagen darf usw. Ich hab mich dann informiert und mich mit der Kommunikation und Körpersprache beschäftigt und nun machen wir es folgendermaßen: wir haben feste Hundekumpel, die wir regelmäßig zum Spielen, toben oder einfach chillen treffen. Bei neuen bzw. Fremdhunden wird der Kontakt ganz langsam aufgebaut, in dem wir bisschen zusammen spazieren gehen (ohne Körperkontakt und aneinander schnüffeln, da die Hunde sich auch mit etwas Abstand riechen können), sprich ich lasse weder meine Hündin noch andere Hunde einfach aufeinander zu stürmen. Wenn die Chemie stimmt, dann darf auch ohne Leine gespielt, getobt usw. werden. An der Leine muss und sollte der Kontakt zu fremden Hunden meiner Meinung nach gemieden werden. Und das aus ganz vielen verschiedenen Gründen: 1. Gibt es unter Hunden das „hallo-sagen“ einfach nicht. 2. Muss mein Hund nicht dem Stress ausgesetzt werden alle paar Meter einen neuen Kontakt zu machen. 3. Kann man sich so einiges dadurch kaputtmachen: angefangen bei dem dadurch erlernten Verhalten, dass der Hund immer zu allen Hunden darf/will, bis im schlimmsten Fall (wenn man lange Zeit die Körpersprache des Hunden falsch gedeutet hat), dass der eigene Hund anfängt an der Leine zu pöbeln, um Artgenossen von Dich fernzuhalten, weil vorher alle Beschwichtungs- und Meideverhalten vom Besitzer ignoriert wurden.
Es stimmt schon, dass dein Hund vorrangig erstmal dich braucht. In der Welpen- und Junghundzeit sollte der Hund aber alle möglichen Hunde (verschiedene Rasen, groß, klein etc.) kennengelernt haben. Aber eben durch kontrollierte Begegnungen bzw. Kontakte.
Mittlerweile schaut mich meine Hündin total verdutzt an, wenn ein fremder Hund einfach in uns reinrennt und möchte, dass ICH diese Situation für sie regel, wenn man das nicht tut und alle Kontakte wahllos zulässt, lernt dein Hund, dass er sich nicht auf dich verlassen kann und alles selbst in die Hand nehmen muss. Ich könnte zu dem Thema noch so viel schreiben, da ich es persönlich auch sehr spannend und interessant finde, aber das sprengt jetzt hier den Rahmen. Also im wesentlichen geht es darum deinen Hund lesen zu können, ihm die Kontakte zu „erlauben“, die auch gut für ihn sind, sonst macht er schnell schlechte Erfahrungen. Einige Hunde haben gerne 10-20 Kumpels, anderen reichen 1-2. Ist halt sehr individuell :-)
 
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Ramona & Sammy
2. Apr. 16:06
Sammy würde am liebsten ständig Kontakt zu anderen Hunden haben und möchte jeden begrüßen und spielen. Anfangs haben wir das auch gemacht und hatten jeden Tag Hundekumpels getroffen. Leider haben wir aber dann schnell festgestellt dass er das mittlerweile fordert... auch wenn es mal nicht passt. Er hat angefangen dann zu bellen und in die Leine zu springen wenn er nicht durfte oder der andere Hund nicht wollte. Wir haben es jetzt so gemacht dass er nur bestimmte Hunde kontakten darf und gehen 1x jeweils in die Hundeschule und auf den Hundeplatz. 2x im Monat zur Sozialisierungsstunde auf dem Hundeplatz wo dann ganz viele Hunde zusammen toben und spielen können... manchmal bis zu 20 Hunde. Seltsamerweise tobt er immer mit den selben Hunden aber alle vertragen sich super. Beim Gassi gehen treffen wir zwar öfter bekannte Hunde aber nur mit 2-3 darf er rennen und das auch nicht täglich. Einige Hundetrainer sind sogar der Meinung dass ein Hund das überhaupt nicht brauchen würde da er sich ja auf den Halter konzentrieren soll. Das sehe ich anders aber wir übertreiben es nicht und wollen ja auch Zeit zum Üben haben.
 
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Sophia
2. Apr. 16:17
Wir haben eine kleine Gruppe, die sich ca. ein Mal die Woche trifft (über dogorama gefunden 🤗) . Die Hunde kennen sich und können gut miteinander.
Und dann noch Hundeschule, mit freiem Spiel im Anschluss, auch da sind die anderen Hunde bekannt.
Das reicht für unsere Hündin auch aus, sie ist da eher schnell überfordert.

Mit fremden Hunden lassen wir normalerweise keinen Kontakt zu, da Senna sonst schnell denkt sie darf zu allen hin und sie verfällt eben auch schnell in Aufregung/ Stressgehampel, wenn sie die Hunde nicht kennt.

Wir mögen ja auch lieber mit Bekannten spielen/ Zeit verbringen, als mit fremden Leuten. Denke das ist bei Hunden ähnlich.
 
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Andreas
2. Apr. 17:30
Huhu,
mein Rocky bekommt sehr viele Hunde-Kontakte auf der "freien Wiese". Niemals an der Leine.
Er hat so ein gutes Sozialverhalten gelernt, allerdings muss und musste ich immer auf die Hundebesitzer zugehen und erlebe dann folgendes:
.. zögerlich wird das freie Spiel erlaubt, da Rocky schon recht beeindruckend hört.
.. anschließend erhalte ich fast euphorische Freude, da mein Rocky sehr lieb, speziell bei kleinen Hunden spielt.. er lässt sich jagen usw.
.. anschließend kommen nahezu immer Berichte über negative Erfahrungen.

Bei sehr grossen Hunden (Hütehunde) bin ich allerdings relativ vorsichtig, da Rocky mit großen Hunden deutlich rauer spielt.. Ggf rufe ich ihn dann ab und es hat leider nicht gepasst.

Auf den Punkt gebracht, glaube ich:
.. speziell in der Welpen und Junghundphase brauchen Hunde das freie Spiel mit unterschiedlichen (Alter, Größe, Rasse) Hunden.
.. es passt nicht immer
.. was wir als rau empfinden, ist es oftmals nicht.
.. das Spiel abbrechen, wenn ein Hund Schutz bei Frauchen sucht und nicht eigenständig auf den "Spielpartner zuläuft.
LG und viel Erfolg und Freude für Euch
 
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Bernadette
2. Apr. 18:22
Wir wohnen zusammen mit meinen Schwiegereltern in einem Haus. Die haben auch nen Hund und mit dem spielt unser Hund auch öfter mal. Wenn wir beim spazieren gehen Hunde treffen wird nur gegenseitig geschnuppert… mehr Interesse hat unser Hund an den anderen meistens nicht (ganz selten kommt es da mal zum Spielen)… dann haben wir aber auch noch ne Ferienwohnung im Haus, wo oft Hunde mit dabei sind. Die werden auch nur kurz abgecheckt und sind dann wieder uninteressant (ganz selten wird da mal gespielt) und es gab nie Stress oder Beißereien 😅 Wir sind die Sache schon immer sehr locker angegangen und Meilo hat durch viele Kontakte gelernt richtig zu kommunizieren
 
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Katrin
2. Apr. 18:26
Uuuhhh das ist ganz unterschiedlich. Kontakt findet dann statt wenn die Hunde zusammen passen. Hunde müssen meiner Meinung nach nicht täglich mit Artgenossen toben und erst recht nicht mit jedem Fremden Kontakt haben. Wir haben hier knapp 10 Hunde mit denen wir abwechselnd öfter mal unterwegs sind oder mit denen wir uns verabreden.
 
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Kira
2. Apr. 19:13
Ich dachte am Anfang (zum Teil wird’s einem ja auch so eingeredet), dass ein Hund so viele Kontakte wie möglich braucht, immer beim Gassigehen anderen Hunden „hallo“ sagen darf usw. Ich hab mich dann informiert und mich mit der Kommunikation und Körpersprache beschäftigt und nun machen wir es folgendermaßen: wir haben feste Hundekumpel, die wir regelmäßig zum Spielen, toben oder einfach chillen treffen. Bei neuen bzw. Fremdhunden wird der Kontakt ganz langsam aufgebaut, in dem wir bisschen zusammen spazieren gehen (ohne Körperkontakt und aneinander schnüffeln, da die Hunde sich auch mit etwas Abstand riechen können), sprich ich lasse weder meine Hündin noch andere Hunde einfach aufeinander zu stürmen. Wenn die Chemie stimmt, dann darf auch ohne Leine gespielt, getobt usw. werden. An der Leine muss und sollte der Kontakt zu fremden Hunden meiner Meinung nach gemieden werden. Und das aus ganz vielen verschiedenen Gründen: 1. Gibt es unter Hunden das „hallo-sagen“ einfach nicht. 2. Muss mein Hund nicht dem Stress ausgesetzt werden alle paar Meter einen neuen Kontakt zu machen. 3. Kann man sich so einiges dadurch kaputtmachen: angefangen bei dem dadurch erlernten Verhalten, dass der Hund immer zu allen Hunden darf/will, bis im schlimmsten Fall (wenn man lange Zeit die Körpersprache des Hunden falsch gedeutet hat), dass der eigene Hund anfängt an der Leine zu pöbeln, um Artgenossen von Dich fernzuhalten, weil vorher alle Beschwichtungs- und Meideverhalten vom Besitzer ignoriert wurden.
Es stimmt schon, dass dein Hund vorrangig erstmal dich braucht. In der Welpen- und Junghundzeit sollte der Hund aber alle möglichen Hunde (verschiedene Rasen, groß, klein etc.) kennengelernt haben. Aber eben durch kontrollierte Begegnungen bzw. Kontakte.
Mittlerweile schaut mich meine Hündin total verdutzt an, wenn ein fremder Hund einfach in uns reinrennt und möchte, dass ICH diese Situation für sie regel, wenn man das nicht tut und alle Kontakte wahllos zulässt, lernt dein Hund, dass er sich nicht auf dich verlassen kann und alles selbst in die Hand nehmen muss. Ich könnte zu dem Thema noch so viel schreiben, da ich es persönlich auch sehr spannend und interessant finde, aber das sprengt jetzt hier den Rahmen. Also im wesentlichen geht es darum deinen Hund lesen zu können, ihm die Kontakte zu „erlauben“, die auch gut für ihn sind, sonst macht er schnell schlechte Erfahrungen. Einige Hunde haben gerne 10-20 Kumpels, anderen reichen 1-2. Ist halt sehr individuell :-)
 
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Dogorama-Mitglied
2. Apr. 19:18
Gar kein Kontakt beim Gassi gehen und schon gar nicht wenn fremde Hunde einfach unangeleint angerannt kommen. In der Hundeschule gibt es Kontakt und bei Freunden. Aber ganz sicher nicht beim Gassi gehen.
 
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Kira
2. Apr. 19:20
Noch ein kleiner Zusatz: ich dachte anfangs halt, dass gut für die Sozialisierung ist, wenn ich andere Hunde an meiner Hündin schnüffeln lasse. Sie war bei Hundekontakten früher total ängstlich und kauerte mit eingeklemmter Rute zwischen meinen Beinen und ich Idiot habe gedacht ich tue ihr ja etwas Gutes und dass sie es so etwas lernt. Im Endeffekt hatte ich Glück, dass sie nicht irgendwann die Entscheidung getroffen hat nach vorne zugehen und eben „Angst-aggressiv“ zu reagieren.
 
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Pauline
2. Apr. 19:22
Ich dachte am Anfang (zum Teil wird’s einem ja auch so eingeredet), dass ein Hund so viele Kontakte wie möglich braucht, immer beim Gassigehen anderen Hunden „hallo“ sagen darf usw. Ich hab mich dann informiert und mich mit der Kommunikation und Körpersprache beschäftigt und nun machen wir es folgendermaßen: wir haben feste Hundekumpel, die wir regelmäßig zum Spielen, toben oder einfach chillen treffen. Bei neuen bzw. Fremdhunden wird der Kontakt ganz langsam aufgebaut, in dem wir bisschen zusammen spazieren gehen (ohne Körperkontakt und aneinander schnüffeln, da die Hunde sich auch mit etwas Abstand riechen können), sprich ich lasse weder meine Hündin noch andere Hunde einfach aufeinander zu stürmen. Wenn die Chemie stimmt, dann darf auch ohne Leine gespielt, getobt usw. werden. An der Leine muss und sollte der Kontakt zu fremden Hunden meiner Meinung nach gemieden werden. Und das aus ganz vielen verschiedenen Gründen: 1. Gibt es unter Hunden das „hallo-sagen“ einfach nicht. 2. Muss mein Hund nicht dem Stress ausgesetzt werden alle paar Meter einen neuen Kontakt zu machen. 3. Kann man sich so einiges dadurch kaputtmachen: angefangen bei dem dadurch erlernten Verhalten, dass der Hund immer zu allen Hunden darf/will, bis im schlimmsten Fall (wenn man lange Zeit die Körpersprache des Hunden falsch gedeutet hat), dass der eigene Hund anfängt an der Leine zu pöbeln, um Artgenossen von Dich fernzuhalten, weil vorher alle Beschwichtungs- und Meideverhalten vom Besitzer ignoriert wurden. Es stimmt schon, dass dein Hund vorrangig erstmal dich braucht. In der Welpen- und Junghundzeit sollte der Hund aber alle möglichen Hunde (verschiedene Rasen, groß, klein etc.) kennengelernt haben. Aber eben durch kontrollierte Begegnungen bzw. Kontakte. Mittlerweile schaut mich meine Hündin total verdutzt an, wenn ein fremder Hund einfach in uns reinrennt und möchte, dass ICH diese Situation für sie regel, wenn man das nicht tut und alle Kontakte wahllos zulässt, lernt dein Hund, dass er sich nicht auf dich verlassen kann und alles selbst in die Hand nehmen muss. Ich könnte zu dem Thema noch so viel schreiben, da ich es persönlich auch sehr spannend und interessant finde, aber das sprengt jetzt hier den Rahmen. Also im wesentlichen geht es darum deinen Hund lesen zu können, ihm die Kontakte zu „erlauben“, die auch gut für ihn sind, sonst macht er schnell schlechte Erfahrungen. Einige Hunde haben gerne 10-20 Kumpels, anderen reichen 1-2. Ist halt sehr individuell :-)
Ich wünschte mehr Hundehalter:innen würden deine Ansicht teilen! Kann ich nur so unterschreiben :)
 
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Tina
2. Apr. 19:29
Unser Loqui geht 1-2x wöchentlich in die Huta, wo zumeist das gleiche Rudel auf ihn wartet. Ansonsten eher sparsam/dosiert. Er muss nicht 100te Hundefreunde haben.