Ich dachte am Anfang (zum Teil wird’s einem ja auch so eingeredet), dass ein Hund so viele Kontakte wie möglich braucht, immer beim Gassigehen anderen Hunden „hallo“ sagen darf usw. Ich hab mich dann informiert und mich mit der Kommunikation und Körpersprache beschäftigt und nun machen wir es folgendermaßen: wir haben feste Hundekumpel, die wir regelmäßig zum Spielen, toben oder einfach chillen treffen. Bei neuen bzw. Fremdhunden wird der Kontakt ganz langsam aufgebaut, in dem wir bisschen zusammen spazieren gehen (ohne Körperkontakt und aneinander schnüffeln, da die Hunde sich auch mit etwas Abstand riechen können), sprich ich lasse weder meine Hündin noch andere Hunde einfach aufeinander zu stürmen. Wenn die Chemie stimmt, dann darf auch ohne Leine gespielt, getobt usw. werden. An der Leine muss und sollte der Kontakt zu fremden Hunden meiner Meinung nach gemieden werden. Und das aus ganz vielen verschiedenen Gründen: 1. Gibt es unter Hunden das „hallo-sagen“ einfach nicht. 2. Muss mein Hund nicht dem Stress ausgesetzt werden alle paar Meter einen neuen Kontakt zu machen. 3. Kann man sich so einiges dadurch kaputtmachen: angefangen bei dem dadurch erlernten Verhalten, dass der Hund immer zu allen Hunden darf/will, bis im schlimmsten Fall (wenn man lange Zeit die Körpersprache des Hunden falsch gedeutet hat), dass der eigene Hund anfängt an der Leine zu pöbeln, um Artgenossen von Dich fernzuhalten, weil vorher alle Beschwichtungs- und Meideverhalten vom Besitzer ignoriert wurden.
Es stimmt schon, dass dein Hund vorrangig erstmal dich braucht. In der Welpen- und Junghundzeit sollte der Hund aber alle möglichen Hunde (verschiedene Rasen, groß, klein etc.) kennengelernt haben. Aber eben durch kontrollierte Begegnungen bzw. Kontakte.
Mittlerweile schaut mich meine Hündin total verdutzt an, wenn ein fremder Hund einfach in uns reinrennt und möchte, dass ICH diese Situation für sie regel, wenn man das nicht tut und alle Kontakte wahllos zulässt, lernt dein Hund, dass er sich nicht auf dich verlassen kann und alles selbst in die Hand nehmen muss. Ich könnte zu dem Thema noch so viel schreiben, da ich es persönlich auch sehr spannend und interessant finde, aber das sprengt jetzt hier den Rahmen. Also im wesentlichen geht es darum deinen Hund lesen zu können, ihm die Kontakte zu „erlauben“, die auch gut für ihn sind, sonst macht er schnell schlechte Erfahrungen. Einige Hunde haben gerne 10-20 Kumpels, anderen reichen 1-2. Ist halt sehr individuell :-)